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Niedriger Steg: Halswinkel ändern vs. Keil unter Griffbrett

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Zugeordnete Kategorien: Bassbau

hervejeanne Profilseite von hervejeanne, 18.06.2020, 16:23:43
Niedriger Steg: Halswinkel ändern vs. Keil unter Griffbrett

Hallo liebe Leute,

ich habe hier einen alten deutschen Sperrholz Bass, dessen Grundsound mir sehr gut gefällt. Allerdings muss am Bass einiges gemacht werden, u.a. neues Griffbrett. Der Steg ist ca. 15 cm hoch, im Prinzip geht das gerade noch, aber ich überlege ob man nicht doch etwas unternehmen sollte, um einen höhreren Steg zu bekommen, dadurch wäre auch die Daumenlage besser erreichbar. 

Was oft gemacht wird, ist das Anbringen eines Keils unter das Griffbrett. Wäre denn eine Veränderung des Halswinkels (inkl. Halsfuss höher machen) eine "Alternativmethode" um zu einem ähnichen Ergebnis zu kommen? Oder haben diese beiden Arbeiten unterschiedliche Ziele/Funktionen? Die Veränderung des Halswinkels scheint mir die "sauberere" Variante, da der Hals nicht dicker wird, und man kein neues Material einbringt, was vielleicht die Schwingeingeschaften verändert. 

Ich weiß, dass diese Gedanken etwas verrückt sind, da es sich nur um ein Sperrholzbass handelt. Aber irgendwie habe ich mich in dieses Instrument verliebt und möchte dessen Potenzial zum Leben bringen. Und ich werde wahrscheinlich die Arbeiten mit einem befreundeten Instrumentenbauer zusammen machen, der auf diesem Wege Erfahrung in Sachen Kontrabassbau sammeln kann. Bei den etablierten Bassbauern wäre dieses Projekt wirklich etwas zu kostspielig für einen Sperrholzbass.

jlohse Profilseite von jlohse, 18.06.2020, 21:13:42

Wie es der Zufall so will habe ich momentan gerade das selbe Problem auf der Werkbank. Es ist ein alter Kay-Bass. Die haben grundsätzlich einen für heutige Bedürfnisse zu niedrigen Steg (resultierend aus einem zu flachen Halswinkel bzw. zu kleinem Überstand). Vor zwei Wochen hatte ich eines Kunden  King Mortone da – der hatte das selbe Problem, aber ein Kollege/in hatte das bereits behoben, in dem er/sie den Halsüberstand von 20 auf 30 mm vergrößert hat. Das selbe mache ich auch gerade beim Kay. Eigentlich würde ich gerne nicht nur den Überstand, sondern auch den Winkel etwas ändern – aber da die amerikanischen Sperrholzbauer Schwalbenschwanz-Verbindungen verwendet haben, ist das nicht so einfach wie bei euopäischen Bässen, wo man dafür den Halsschuh (Klotz) nacharbeitet, bis der Winkel stimmt. Da ich den Überstand aber auch nicht übermäßig vergrößern kann und will, läuft es für die Steghöhe nun auf einen Kompromiss heraus. Was aber OK ist, denn der Kay wird kein Orchesterbass, sondern geslappt. 

Ursprünglich wollte auch auch "nur" einen Keil unter Griffbrett leimen, damit ein etwas größerer Steg darunter passt – so habe ich das bei anderen Kay in der Vergangenheit auch schon gemacht. Es zeigt sich aber, dass der Hals nicht mehr fest saß und neu eingeleimt werden muss, deswegen änderte ich den Plan. Ein Keil macht den hals natürlich etwas dicker, aber eigentlch auch nur zum Halsfuß hin. Ist also tolerabel, da ja Kays ohnehin auch recht dünne Hälse haben. 

 

 

Neuester Beitrag hervejeanne Profilseite von hervejeanne, 19.06.2020, 09:05:26

Vielen Dank für diese Infos Jonas, das bringt mich auf jeden Fall weiter. Ich werde die Anpassung des Halswinkels und des Halsübersatndes in Betracht ziehen.

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