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Kleine Kunststoff Hülse an Spirocore Mittel D-Saite

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Zugeordnete Kategorien: Saiten

Grandefuturo Profilseite von Grandefuturo, 08.01.2020, 00:17:58
Kleine Kunststoff Hülse an Spirocore Mittel D-Saite
Thomastik Spirocore Mittel haben auf der D-Saite ein kleines Kunststoff Röhrchen über gestülpt. Wozu dient das? Dämpfung? Danke für die Tipps.
4saiter Profilseite von 4saiter, 08.01.2020, 13:28:16

Moin,

das gehört für mich auf den vorletzten Wirbel, über den die G-Saite läuft...

Kann aber auch sein, das ich nicht recht habe...

 

Roderick Profilseite von Roderick, 08.01.2020, 22:56:36

Das Röhrchen kommt - so man möchte - an die Auflagefläche der Saite am Saitenhalter (Reiter?) und dämpft damit höhere Frequenzen, die die Saite sonst blechern klingen lassen würden/könnten. Ob es Sinn macht, hängt vom Bass und den eigenen klanglichen Erwartungen ab.

jlohse Profilseite von jlohse, 15.01.2020, 19:26:21

Als Spirocores noch nicht so lange auf dem Markt waren, legte der Hersteller einen Beipackzettel mit Erklärung bei. Das Röhrchen ist dazu gedacht, die D-Saite besser über den A-Saiten-Wirbel flutschen zu lassen. That's all. 
Ich kenne niemanden, der das Röhrchen so benutzt – das sagt eigentlich schon alles darüber, ob das wirklich erforderlich ist oder nicht. Dass Thomastik es nur den Spirocores beilegt, nicht aber anderen Saitentypen, trägt sicher zur Verwirrung bei. 

Dass es Thomastiks Intention war, die Restsaite am Saitenhalter zu dämpfen, schließe ich insofern aus. Ich bezweifle auch, dass es einen großen Effekt hat, denn die Masse ist ja denkbar gering. 

Roderick Profilseite von Roderick, 15.01.2020, 20:10:58

Waren die Spiros damals vom Material anders, dass man es beilegte oder wars eher nur ein Versuch was neues auszuprobieren? Ich kannte es selber nur, da ich es tatsächlich mal bei einem Kollegen "unten angewendet" gesehen habe. Noch was dazu bei talkbass gefunden: https://www.talkbass.com/threads/plastic-on-thomastik-d.23771/

midioma Profilseite von midioma, 15.01.2020, 20:30:15

Ich benutze die Röhrchen wie vorgesehen auf meinem 5-Saiter Kontrabaß und auch auf meinem 5-Saiter EUB. Beim (Clevinger) EUB aber um die Reibung gegen das Holz des gitarrenartigen Wirbelkastens zu verringern. 

Beim 4-Saiter mag es nicht notwendig sein oder man ist sich nicht klar darüber, dass das Röhrchen die Reibung der Saite über den Wirbel oder die dort aufgewickelte Saite reduzieren kann. Und wenn man die Schnittkante innen etwas entschärft hält die Seidenumwicklung auch etwas länger. 

midioma Profilseite von midioma, 14.01.2020, 00:40:54

4saiter hat recht. Das Röhrchen soll die Reibung der Saite auf dem darunterlegenden Wirbel oder der darauf aufgewickelten Saite verringern. Vielleicht eher bei 5-saitern. 

Für die Dämpfung hoher Frequenzen am Steg sind die gelochten Gummischeiben („Tone Filter“) da. 

Roderick Profilseite von Roderick, 14.01.2020, 21:10:21

Am Saitenhalter, nicht Steg, wie z.B. hier: https://roncarter.net/SirCarter/wp-content/uploads/RonCarterPhotoGallery8.jpg

Bei dem Bass auf der Realist Copperhead Schachtel sieht es auch so n bisschen aus, als wär das da dran. Aber Bassisten sind ja bekanntlich kreativ, wer weiß, wo das Ding noch überall endet :-)

mattes Profilseite von mattes, 16.01.2020, 08:08:46

Die Spirocore aber eigentlich auch andere Thomastik Saiten wie Superflexible rubbeln sich bei mir gerne auf im Wirbelkasten, wenn man die öfters mal runter nimmt und wieder aufzieht. Bei mir läuft die D Saite mit leichtem Druck über den Wirbel der G Saite. Es löst sich dann mit der Zeit die Umspinnung. Ist wohl nicht so tragisch, aber auch nicht besonders schön.

Wenn das Kunststoff Teil auf dem Steg montiert würde um den Klang irgendwie zu beeinflussen bräuchte man ja vier bzw fünf bei Fünfsaitern in verschiedenen Durchmessern davon. Auch auf dem Saitenhalter macht es keinen Sinn, und wenn doch bräuchte ich auch da vier davon. Also nur im Wirbelkasten sinnvoll!

Neuester Beitrag Roderick Profilseite von Roderick, 16.01.2020, 23:31:15

Super Thema :-D Ich habe selbst keine Spiros, was mich persönlich daran interessiert, ist wie und ob sowas den Klang, Spielbarkeit etc. verändern kann. Von den eigenen (verwolften) Bässen weiß ich leider zu gut, wie sich schon sehr kleine Veränderungen an den Nachlängen/Saitenhalter/Einhängesaite/etc. auf Ton und Ansprache einzelner oder mehrerer Saiten/Einzeltöne auswirken.
Die Anwendung im Wirbelkasten klingt plausibel, der genannte Beipackzettel von Früher unterstreicht das auch. Wenn das notwendig wäre, würde man es aber an mehr Bässen sehen, mehr Saiten hätten Röhrchen beigelegt und Geigen-/Bassbauer würden auch überall was reinklemmen.
Ob es nun Sinn macht oder nicht, gängige Praxis ist es das Ding unten ranzumachen (siehe auch das Statement von Thomastik bei talkbass). Wer das noch nie Live gesehen hat, kann mal hier in Marktplatz schauen, z.B:
https://geba-online.de/12-15823-Alter-5-Saiter
https://geba-online.de/12-16113-3-4-Kontrabass-Wenzel-B-Wilfer
https://geba-online.de/12-15510-Wunderschoener-3-4-Bass-Osteuropaeer-perfekt-eingerichtet
https://geba-online.de/12-15858-7-8-Kontrabass-boehmischer-Herkunft-ca-1860
Auch wenn man mit Google nach Bässen mit Spiros sucht, findet man schnell einige, z.B. den hier bei Reverb:
https://reverb.com/item/27101439-double-bass-upright-bass-acoustic-bass-circa-1950s
 

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