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fünfsaitiger Bass mit seltsamer Form und Brandstempel

> Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, Bogenhaare zu wenden?

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ballbass Profilseite von ballbass, 05.09.2012, 21:42:43
fünfsaitiger Bass mit seltsamer Form und Brandstempel

Hallo, ich würde mich sehr über Hilfe freuen:

mir würde ein interessanter fünfsaitiger Bass angeboten, der einige seltsame Details aufweist. Mich würde interessieren, ob jemand den Brandstempel bzw. die Prägung am Halsfuß schon mal mgesehen hat oder ob das Logo "LD" bekannt ist. Ich tippe auf Ludwig oder Louis Dölling. Aber wenn jemand was dazu weiss, auch was auf das Alter des Basses schließen lässt, bin ich dankbar!

Herzliche Grüße aus Berlin!!

Dies ist der Brandstempel
 

CharlesMingus Profilseite von , 05.09.2012, 21:54:34

Dölling glaube ich eher nicht. Ansonsten sieht der Bass aber sauber aus (aber ein paar mehr Fotos würden auch weiter Klärung bringen).

nagybögö Profilseite von nagybögö, 06.09.2012, 01:21:51

Die Form nennt sich Busetto, ist ein Standart-Modell vieler Bassbauer, z.B. Pöllmann, nichts ungewöhnliches. Zu Herkunft und Alter kannn ich Dir nichts sagen.

UgoBassi Profilseite von UgoBassi, 07.09.2012, 10:32:13

Das Logo muss nicht unbedingt den Bassbauer meinen, es gibt auch gelegentlich stolze Auftraggeber, die ihre Intialen in das Instrument schnitzen lassen - oder sogar nachträglich selber anbringen.

Die Form der Buchstaben würde für mich auf "Jugendstil" deuten, d.h. also irgendwann nach 1896, bis etwa Mitte der 1920er Jahre.

Interessant finde ich den Übergang vom Hals in den Korpus(Boden), das habe ich in dieser ausgeprägten Form noch nicht gesehen.

Weitere Fotos würden vielleicht helfen - wie sieht der Bass denn von innen aus (Reparaturen)?

Bassist_0815 Profilseite von Bassist_0815, 08.09.2012, 12:20:12

Ich habe mal vor Jahren bei einem Händler einen alten Kontrabass gesehen, der aus einem Kloster kam.

Auf dem Bass hatten sich die jeweils spielenden Mönche auf den Zargen ihre Unterschriften eingeritzt.

Über die Jahrzehnte waren die GESAMTEN Zargen mit Namen voll geschrieben - von oben bis unten nahtlos...

ballbass Profilseite von ballbass, 09.09.2012, 12:10:44

Hallo und herzliche Dank für die Antworten.

Die seltsamen Details sind tatsächlich nicht die "Bussetto"-Ecken, sondern die Form des Korpus und der "Stilmix" aus deutschen und französischen bzw. italienischen Bauarten.

Der Korpus weist im oberen Bereich (Schultern, Randeinlage, Zargenauflagen) Details auf, die französisch aussehen. Die Einlagen an der Rändern sind rund, gehen nicht in den Hals über, die Zargenränder sind hier innenliegend, also unsichtbar.

Im unteren Bereich sind diese Zargenränder aussen, unterhalb der Bussetto-Ecken.

Ich stelle noch eine Seitenansicht rein, leider gibt es keine Fotos des geöffneten Instruments.

Danke für weitere Hinweise und herzliche Grüße aus Berlin

UgoBassi Profilseite von UgoBassi, 09.09.2012, 17:12:34

Ich tippe mal, dass die Unterzargen das Ergebnis einer größeren Reparatur sein könnten.

Welcher Bassbauer würde bei einem Neubau derart unterschiedliche Ausführungen der Ober- und Unterzargen herstellen?

Wie klingt er denn?

ballbass Profilseite von ballbass, 10.09.2012, 00:38:35

der Bass klingt sehr gut, schön rund, gute Attacke, viel Bass, was bei den Korpusmaßen nicht verwunderlich ist. Ich habe ihn im Moment mit einer hohen C-Saite bespannt, weil ich für meine Tango/Jazz/Weltmusik-Projekte einen anderen Bass suche....

Die Idee mit der Reparatur kam mir auch schon, doch sind die Zargen im unteren Bereich augenscheinlich aus dem selben Holz wie die oberen Zargen, auch ist kein Schaden zu erkennen, auch nicht auf der Decke....

Es bleibt spannend....

Danke !

 

Langisch Profilseite von Langisch, 09.09.2012, 19:12:56

Ich erinnere mich, vor ca. 15 Jahren auch mal leihweise einen Baß mit diesen geschnitzten LD-Initialien gespielt zu haben. Er stand damals bei Knobel, war auch ein 5-Saiter, und war mir leihweise mitgegeben worden, solange mein 5-Saiter in Reparatur war.

Ich erinnere mich auch an eine "komische Form", und zwar derart, als daß die Zargentiefe sehr hoch im Vergleich zu schmalen Schultern war. Er war also von der Schulterbreite fast so schmal wie ein Quenoil, hatte aber wahnsinnig dicke Zargen, und wirkte deswegen unhandlich. Ich sprach damals auch mit Rainer Knobel über diesen Baß, und er sagte, daß da wohl jemand ziemlich gewagt am Goldenen Schnitt rumgemurkst hatte. Genaueres über den Namen des Baßbauers oder des schnitzenden Besitzers tauschten wir aber auch nichts aus.

Vielleicht liest Frau Knobel das ja gerade, und kann sich an den Baß erinnern.

ballbass Profilseite von ballbass, 10.09.2012, 00:41:47

Danke für diese Information, an eine Quenoi-Kopiel dachte ich auch schon, vielleicht hilft Frau Knobel weiter....

Die Zargen sind -im Verhältnis zu den schmalen Schultern- recht dick, allerdings ist der Bass für mich (bei 194 cm Körperlänge und entsprechenden Armen) sehr bequem zu spielen....

 

dr.bigbass Profilseite von dr.bigbass, 10.09.2012, 15:49:48

Schönes und spannendes Instrument. 

Ich finde die Schultern nicht sehr schmal und sowohl vorne als auch hinten sieht man, dass die Form eher Violine mit konvexen Schultern und durchgehnd konvexer " Rundung" als Gambe mit konkaven Schulten ist....Die Franzosen haben so was ja viel gebaut (P-.Claudot)....

Da diese Instrumente oft schwierig zu spielen waren wurde teilweise ein neuer Halsblock eingebaut und die Schultern "hochgeozogen" so dass der obere Teil der Schulter leichte konkave Anteile hat während der Hauptkorpus "rund" bleibt....Wurde mir zumindest mal so erklärt....

Die Busetto Form passt aber mW nicht wirklich nach Frankreich....relevant ist ja - neben der Diskussion hier im Forum darüber - v.a. wie er klingt...

Wenn man das Gefühl hat dass der Bass was besonderes ist oder als solcher ausgegeben wird: die Namen die mir spontan einfallen die in Dt. viel Erfahrung mit wertvollen alten Instrumenten haben sind Pöllmann/Kramer und Grünert und in England Martin...

 

Neuester Beitrag Langisch Profilseite von Langisch, 21.12.2012, 01:13:28

Sven-Erik Gawron bietet übrigens auch einen LD-Baß an, und bezeichnet ihn klar mit Louis Dölling, Markneukirchen:

http://www.kontrabasspunkt.de/doelling.htm

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