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Nochmals Bogenbezug: Schweife und Etikette

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Zugeordnete Kategorien: Bogen & Streichtechnik

holland Profilseite von , 27.11.2004, 13:24:36
Nochmals Bogenbezug: Schweife und Etikette
Hallo Diethelm,

Du möchtest mich wegen meiner unqualifizierten Ansichten zum schwarzen, weissen etc. Bogenhaar also gleich von den Schecken hinter Deinem Haus \"niedergetrampelt\" sehen (Dein Beitrag zum vorgehenden Thema)? Das ist nicht nett. Vielleicht solltest Du ja mal in Deiner eigenen Augenarztpraxis checken lassen, wie gut Du noch siehst. Evtl. züchtet Dein Nachbar nämlich Dalmatiner oder Perlhühner....

Ich hab mir die Mühe gemacht, die gesamte BLV-Enzyklopädie der Pferde mit ca. 3.000 (!) Pferdeabbildungen durchzuforsten nach 1 \"gescheckten\" Pferdeschweif. Bei 1 Potiok (Packpony der baskischen Schmuggler, ein Piebaldschecke) und 1 Appaloosa (N-Amerika) sah ich andeutungsweise schwarze Partien, aber keine Scheckung, innerhalb der weissen Schweifhaare. Was sehr oft vorkommt, ist eine graduelle Verfärbung der Schweifhaare von der Schweifrübe nach unten. Das ist die übliche Miss-(Mist)-Farbe und Vergilbung der alten Haarabschnitte. So abgewetzte Haarteile sind natürlich zum Bespannen unbrauchbar.
Sollten einige Potiok (fast ausgestorben) und Appaloosa oder Pintos wirklich bunte Schweife haben, so wären diese für den Bogenmacher nicht geeignet. Die Haare müssen nämlich in einem äusserst rauhen Klima gewachsen sein und stammen daher vorzüglich von Mongolischen Hengsten; heutzutage auch aus anderen kalten Zonen, z.B. Kanada.
Jetzt zum Bogenmacher und seinem Profit: Wer einen Schwarz-Weiss-Bogen unbedingt will, muss etwas mehr blechen; aber nicht wegen Materialkosten, sondern weil die Haare sorgfältig gemischt und gelegt werden müssen und weil es schwierig ist, Haare verschiedener Dicke (die schwarzen sind derber und dicker) so zu fixieren, dass die dünneren nicht vorzeitig rausrutschen und ausfallen. Wer redet da von \"Betrug\"? Ich bestimmt nicht.

Nochn Gedicht: Die von mir mit dem Raster-Mikroskop untersuchten Haare stammten von einem jeweils frisch kolophonierten Bogen. \"Ungestrichen\". Ich nehme an, dass schon nach den ersten Strichen die Glätte des Harzüberzuges verschwindet, und dann - aber das kann ich nicht beweisen - vielleicht die etwas gröberen schwarzen Schuppen eher aus dem Kolophonium herausragen. Für mich war jedenfalls hauptsächlich besonders interessant, wie aalglatt ein frischer Harzbelag auf dem Haar aussieht; wie ne Fahrradspeiche; ich hätte genau das Gegenteil erwartet. Leider habe ich dann nich Haare nach 1, 5, 50 und 500 und 5000 Strichen in allen Stricharten untersucht; das wäre eine Habilitation geworden, und dann wäre ich heute Professor und Du bloss Dokter, und dürftest mir nich im Forum so ans Bein pinkeln wie die Stute auf ihrn Schweif.

dave1
hierzmann Profilseite von , 27.11.2004, 21:29:34
Hallo zusammen,
sinnvoller als diese (Hengst -?) Stutenbeisserei wären objektive Erfahrungsberichte über dunkle und helle Bogenhaare. Tschuldigung, aber alles andere ist unnötig, weil davon hat keiner in dem Forum was. Und sollte dann noch jemand glauben zu wissen, wie man optimal den(die) oder jene(-n) Bezug/Behaarung (seiner Erfahrung nach natürlich) optimal und mit welchem Produkt vor allem colophoniert, dann gäb´s wirklich einen Sinn über dieses Thema weiter zu diskutieren.

Leute, bitte verkennt nicht den Sinn dieses EINMALIGEN Forums !!

Alles Liebe from Austria !!
dave1 Profilseite von dave1, 28.11.2004, 00:11:35
Hierzmann, tschuldige, aber Du bist einer von diesen Harmoniesüchtigen, die nix als ein fertiges Rezept ("optimal" nennst Du das) haben wollen. Gibts aber nich immer.
dave1
Christian P Profilseite von , 01.12.2004, 00:29:00
Zum Thema Bogenbehaarungen finde ich den Informationsgehalt der Beiträge hier und insbesonders im vorhergehenden thread ganz gut. Solange es sich in Grenzen hält, habe ich persönlich auch nichts gegen den Unterhaltungswert der sich nebenbei ergibt.

Ich habe jeweils ein Gesellenjahr im Geigenbau in Rümänien und in Polen absolviert. Von damals sind mir die gemischtfarbigen Bogenbehaarungen noch gut in Erinnerung. Der Grund hierfür war allerdings viel banaler als es dave1 vermutet - es gab zeitweilig einfach keine hellen Haare die wir hätten verarbeiten können. Ich erinnere, dass die Geiger hierüber viel mehr schimpften als Celli und Kontrabassisten. Für uns war es schwieriger mit den schwarzen oder mehrfarbigen Haaren zu arbeiten.

Ich habe noch nicht gehört, dass jemand helle und schwarze Haare mischt, würde das auch nicht machen, da ich meinen Ruf für dauerhafte Arbeit erhalten möchte. Es kann bei einfarbigen Bunden von Haaren schon kritisch sein, wenn die Haare mehrerer unterschiedlicher Tiere enthalten sind (alte und junge z.B.). Grund ist die unterschiedliche Längendehnung. Mischt man helle und schwarze Haare, wird man nicht lange zufriedene Kunden haben, weil die Längendehnung zwischen weiß und schwarz sehr größ ist. Christian
Diethelm Profilseite von Diethelm, 28.11.2004, 20:34:27
Hallo dave1

Ich kann nicht behaupten mir soviel Mühe zu machen wie Du es tust (3000 Fotos, keine schlechte Beschäftigung nach Praxisende nur um scheinbar Recht zu behalten). Mich hat es 10 Min gekostet ein Foto eines der geschecktschweifigen, grasenden Dalmatiner meines Nachbarn zu machen und dieses hier im Marktplatz unter Zubehör zu posten. Wie dem auch sei, ich kann es Dir oder jedem Interessierten gern zuschicken. Das Foto werde ich nach einer Woche wieder löschen, wenn es der Forumsmaster nicht schon vorher tut, da es zugegebenermaßen kein Verkaufsangebot ist.

Es tut mir allerdings Leid, wenn ich Dich glauben gemacht habe, ich sähe Dich gern niedergetrampelt - das war so nicht gemeint. Ich lasse ab und zu ausser Acht, dass es ausserhalb meines Umfeldes eine Menge Leute gibt die keinen Draht zu speziellen Ausdrucksweisen eines Ruhrgebietlers haben. Also Sorry!

Davon abgesehen braucht kein aufrecht gehender Mann sich vor diesen Tieren zu fürchten, denn ein Perlhuhn mit einem Stockmaß von 85 cm könnte (auch wenn es wie dieses hier Tarzan heißt) höchstens einen Giftzwerg niedertrampeln und das trifft auf Dich ja nicht zu.

Habilitationen überlasse ich gerne klügeren Köpfen, daher ziehe ich mich jetzt aus diesem thread zurück und wünsche Dir allzeit viel Spaß. Diethelm
dave1 Profilseite von dave1, 28.11.2004, 23:05:01
Danke Dir, lieber Diethelm, und wünsche Dir ebenfalls viel Spass, und sei es hier im Forum. Wo ruhig mal auch nicht ganz so Ernstes wie etwa "POPS Kolophon auch beim XY333-Vorverstärker??" kontrovers diskutiert werden darf.
Dein pensioniertes Grubenpony aus dem Kohlenpott will ich mal als schwanzgescheckt durchgehen lassen mit zugedrückten Augen beidseits, und gebe mich geschlagen!
Auch für mich geht ein hochinteressanter thread zu Ende; aber noch was, ganz im Ernst: Komm grade von 1 Adventskonzert, da spielte eine Bassistin mit SCHWARZEM Bogen einen fast WEISSEN Bass. Einen ungebeizten Wilfer, sagte sie mir. Und ob Du's glaubst: Es hörte sich fast besser an als umgekehrt!!

Glück auf, wies bei Euch heisst,
Dave
Meyer-Eppler Profilseite von Meyer-Eppler, 29.11.2004, 08:03:01
Hallo, damit das Bild nicht in einer Woche weg ist, habe ich es mal ins Forum transferiert: Viele Grüße Mark von GEBA-online P. S.: Bald kann jeder im Forum auch Bilder hochladen :-)
Dave Profilseite von Dave, 09.12.2004, 21:59:25
Mark,
dem Diethelm sein Pferd, lebenslang unter Tage im Dunkeln, iss doch nix andres als ein teilmelanotischer Albino. Die Melanose (Dunkelfärbung) ist doch seit Darwin eine Adaptation an die Umwelt. Sicher hat das Gnadenbrot fressende Pony auch kleine rote Augen, wie son Grottenolm. Oder denk an die Amseln unserer verdreckten Städte: Die im Original schneeweissen Tiere sind heute schwarz, eine melanotische Mutation als Anpassung an den Dreck. Manchmal sieht man noch eine mit den echt weissen Federn. so iss das auch mit den Ruhrkohle-Pferden. Natura non saltat. Panta rhei.
dave1
Diethelm Profilseite von Diethelm, 10.12.2004, 03:03:04
dave1,
Pferde (große Kaltblüter) werden seit ca. 60 Jahren nicht mehr im Ruhrkohlebergbau verwendet. Währe das nicht so, würden heute die diversen Tierschutzorganisationen vermutlich Amok laufen.

Der Ponyhengst den ich hinter meinem Haus fotografiert habe ist sieben Jahre alt, er hat ausser Weide, Stall und dem Hinterteil von Susie (mit der er bislang zwei schweifgescheckte Nachkommen fabriziert hat) noch nichts von Endzeit und verdreckten Städten mitbekommen.

Solltest Du mal Kraft Deiner Überzeugung, mit der Euthanasiespritze hier auftauchen, um das arme, gebeutelte Tier von seiner Qual zu erlösen - sei vorsichtig! Die Tiere hier sind wehrhaft und versuchen tendenziell rechthaberische Akademiker mit ihren gescheckten Schweifen fortzuwedeln. Wenn das nicht hilft, läuft jeder klugscheißende Giftspritzenträger Gefahr niedergetrampelt zu werden. Da hilft ihm dann weder das kleine noch das grosse Latinum, denn es geht in einem solchen Fall nicht um Geschwafel, sondern um Realität.

Letzteres würde mich traurig stimmen, da ich dann auf so köstliche Beiträge wie die Deinigen vermutlich verzichten müsste. Trotzdem nur Mut!
Dein Diethelm
bassknecht Profilseite von bassknecht, 15.11.2005, 22:03:50
Hallo Mark, geht das mittlerweile mit dem Hochladen von Bildern? Ich habe nämlich einen Beitrag der eigentlich nur mit den zugehörigen spektakulären Bildern Sinn macht auch wenn diese mir wahrscheinlich sämtliche Kontrabass - Inquisitoren der GEBA auf den Leib rücken lassen werden, trotzdem möchte ich der Welt die grausame Wahrheit nicht vorenthalten. - Ich erschuf einen UNTOTEN, einen BASSZOMBIE! Gruss Roland alias Dr. Victor Bassostein
Neuester Beitrag Meyer-Eppler Profilseite von Meyer-Eppler, 15.11.2005, 22:57:21
Bilder hochladen ist momentan leider noch in Arbeit. Schick mir doch einfach die Bilder bzw. das Bild zu, dann werde ich es hier einbauen.

Im nächsten Newsletter können wir hoffentlich diese Funktion verkünden.


Viele Grüße

Mark
von GEBA-online
Horst with no name Profilseite von , 30.11.2004, 15:45:45
Bin heute Morgen über die B227 von Kupferdreh nach Velbert gefahren. Oben am Eck, gegenüber der Dilldorfer Höhe, stand noch so ein geschecktes Pony. Oder war es das Gleiche??
holland Profilseite von , 30.11.2004, 18:39:06
na und, Horst, hast ne Schere dabei gehabt? Man sieht jetzt immer mehr BassistInnen durch die Stallgassen und um die Abreiteplätze schlendern, um sich mit geschecktem Haar ein kleines Zubrot zu verdienen. Aber Bassisten aufgepasst: Den goldenen Schnitt nicht zu weit oben ansetzen; wie schnell iss nix passiert!

dave1
Hendrik Profilseite von , 09.12.2004, 19:41:56
Das war ja wohl mal die spaßigste Diskussion, die ich hier im Forum lesen durfte. (Und gelernt hab ich auch noch was...)
Vielen Dank dafür den beiden Göttern in weiß! *hehe wassisnichsoallesjibt
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