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Zugeordnete Kategorien: Bassbau

Ulrike Profilseite von Ulrike, 01.02.2006, 22:17:39
Kinder-Kontrabässe
Hi, mein Sohn ist jetzt fast 5 Jahre alt und will unbedingt Kontrabass lernen.
Ich selbst bin Flötistin und anscheinend hat er die piepsigen Töne satt...
Heute war bei uns ein Bild in der Zeitung mit Kinder-Kontrabässen (1/16).
Ab welchem Alter beginnt man mit Kontrabass und was kostet so ein kleiner Bass?
Wer kann mir weiterhelfen??
Ulrike
Bassist14 Profilseite von Bassist14, 01.02.2006, 22:41:06
hallo ulrike, ggf. hilft das hier: http://www.geba-online.de/site.php?site_id=368&bezug_alt=302 ein wenig weiter?
Bassfreund Profilseite von Bassfreund, 02.02.2006, 12:59:56
Erkundige dich doch mal bei Heiner Windelband (www.suennenblink.de). Dort kann man gute "Kinderbässe" auch günstig mieten, wie ich meine.
Ferdinand aus Solingen Profilseite von , 02.02.2006, 19:16:15
Hallo Ulrike,
mein Sohn geht seit dem letzten Schuljahr auf die Musikschule in Solingen und wird dort mit einem 1/8 Bass unterrichtet. Dort sagte man mir, dass der 1/8 Bass mindestens schon sein müsste, da die 1/10 und 1/16 doch sehr schlecht im Klang sind.
Mein Sohn ist zumindest absolut Happy mit dem Instrument und freut sich jeden Tag auf die neue Stunde.
Vielleicht rufst Du mal in Solingen an, wo die die Bässe her haben. Weiss es leider nicht.

Gruß
bassknecht Profilseite von bassknecht, 04.02.2006, 17:31:58
Das
Thema "früher Anfang auf dem KB" - "Minibass /Kinderkontrabass" ist in musikpädagogischen Kreisen zwar nicht so ganz neu, dessen Sinnhaftigkeit bzw. Notwendigkeit wird aber immer noch gern diskutiert und damit experimentiert. Standardisierte Richtlinien, verbreitete Erfahrungen (wie z.B. für die Modeinstrumente Flöte, Geige, Gitarre Klavier ec) gibt es in vergleichbarer Art für frühen Kontrabassunterricht definitiv nicht, genau so wenig wie es ein auf breiter Ebene akzeptiertes Unterrichtskonzept gibt. Ich bin Kontrabasslehrer und habe vor gut zehn Jahren begonnen mit Kindern ab sechs Jahren Unterricht zu machen. Das Einstiegsalter sechs ergab sich aus der Unterrichtsnachfrage im entsprechenden Altersklientel und aus dem Umstand, da ich ebenfalls Lehrer für allgemeine Musikerziehung (musikalische Früherziehung /Grundausbnildung) bin, es waren z.T. Kinder meiner eigenen ausgelaufenen elementaren Musikkurse, also gewissermassen eigene Zucht. Damit war ich zwar kein Vorreiter (in England macht man pädagogisch strukturierten, sinnvollen Kontrabassunterricht mit Kindern schon seit 20 Jahren), dennoch galt ich als Exot, vor allem da ich vom Konzept her nicht von der Stange arbeiten konnte und den Kollegen vieles ungewöhnlich erschien.

Wichtig ist es zunächst herauszubekommen ob ein Kind wirklich den Kontrabass und vor allem dessen Klang meint wenn es sagt ich will das spielen. Oft ist es so, das Kinder gerne so bald wie möglich gross und stark werden wollen und eine laute Stimme die vernommen wird, haben wollen. Da der Kontrabass diese Eigenschaften vermeintlich hat wollen manche Kinder das Instrument um an dessen idealisierten Eigenschaften zu partizipieren – eine denkbar schlechte Voraussetzung!
Unproportional zu grosse Instrumente sind grober Unfug auch wenn das in Einzelfällen ohne Körperschäden und Demotivationen mal geklappt haben soll .
Ein Bass muss stets angemessen gross sein und wie Schuhe, Kleidung und andere Instrumenten „mitwachsen“, durchschnittlich alle zwei Jahre ist eine grössere Ausgabe des Instrumentes nötig, in der Regel kann man das nur über ein Leasing- oder Instrumentenverleihsystem realisieren.
Viele Kinder relativieren ihren Instrumentenwunsch schon dann, wenn ihnen nahegebracht wird, das ein Kinderkontrabass auf dem sie überhaupt nur lernen können zunächst erstmal überhaupt nicht so richtig gross ist, sondern mit eingefahrenen Stachel sogar kleiner als sie selbst.
Ein anderes Problem ist, das die kleinen Instrumente im Vergleich zu einem Kontrabass in Erwachsenengrösse ziemlich pappig klingen (mein subjektiver Eindruck) und das wird auch nicht besser wenn man zu einer sogenannten besseren Qualität aus Massivholz und handgefertigt greiftt. Es bedarf nach meiner Erfahrung etlicher Voraussetzungen um frühen Kontrasbassunterricht sinnvollund für das Kind motivierend zu gestalten. Die besten Eindrücke habe ich noch von kleinen Sperrholzinstrumenten mit extrem dünnen Holzstärken (4- 6mm) qualitativ sehr gute Besaitung. Dazu müssen die kleinen Schüler nach Möglichkeit mehr als einmal in der Woche einen ernstzunehmenden Kontrabass erleben können (z.B. 2 mal 30 Min Unterricht oder direktes Mitwirken in einem kindgerechten Spielkreis in dem ein erwachsener Kontrabassist mitspielt. Das ist wie ich es ständig erlebe extrem wichtig dafür, das sich eine bassistische Hörästhetik sowie das klangfarbliche und intonatorische Hören in den tiefen Lagen bilden kann, u.a. aus diesem Grund halte ich auch nichts von kleinen Kontrabässen die eine Oktav höher gestimmt sind.

Ein 1/8 Kontrabss ist für ein normal grosses sechsjähriges Kind zu gross, auch wenn diese Instrumente günstiger und einfacher zu beschaffen sind ist die Verwendung dieser Instrumentengrösse bei ganz kleinen Kindern nicht anzuraten. Nun konkret zu der Frage nach 1/16 Bässen. Es gibt diese in Handfertigung und in heimischen Landen hergestellt, daher viel teurer als Fernostprodukte. Für mich lohnen sich diese Instrumente nicht, statt dessen kaufe ich für die Hälfte des Preises eines 1/16 Kontrabasses 2 - 3 ausrangierte Celli in 4/4 Grösse und baue diese so um das sie sich wie 1/16 Kontrabässe spielen lassen. Das ist eine erprobte Technologie und ist von einer knapp budgetierten Musikschule die Leihinstrumente beschaffen muss leichter zu realisieren. Ausserdem eröffnet sich so die Möglichkeit zu Gruppenunterricht, auch dieses ist viel kindgerechter als traditioneller Kontrabass Einzelunterricht.

Mein Rat, suche einen wirklich pädagogisch ausgebildeten Kontrabasslehrer und versuche abklären zu lassen ob der Instrumentenwunsch des Kindes wirklich ernstgenommen werden kann und sich die sich daraus ergebenden Umstände lohnen. Ciao Roland
Ulrike Profilseite von Ulrike, 06.02.2006, 19:03:23
Hallo Roland,
wo unterrichtest Du? Vielleicht ist es ja in unserer Nähe und wir könnten bei Dir mal eine Kontrabassstunde nehmen, in der Du meinen Sohn mal testest, ob er wirklich Kb spielen will.
Oder wir könnten mal zu einem Vorspiel einer Kontabassklasse gehen um den Klang besser kennenzulernen.
Wir wohnen momentan in der Heidelberger Gegend und ziehen demnächste Richtung Bruchsal.
Und Du?
Gruß Ulrike
bassknecht Profilseite von bassknecht, 07.02.2006, 02:35:44
Hallo Ulrike, ich hätte das gerne gemacht aber leider passt es von der räumlichen Distanz nicht, ich bin im Ruhrgebiet. In Bruchsaal gibt es eine Musikschule, wende Dich erstmal an diese Schule und bitte um Kontakt mit einer Kontrabasslehrkraft zwecks Schnupperstunde für Deinen Sohn. Die Homepage der Schule http://www.muks-bruchsal.de/ finde ich erstmal nicht so prickelnd, wahrscheinlich bedeutet das aber nur das da irgend ein Hiwi mit einem Homepagebaukasten herumdoktert also eigentlich nichts Schlimmes. Schön das Du den Instrumentenwunsch Deines Sohnes planvoll und umsichtig angehst. Viel Erfolg und schöne Grüsse Roland
Neuester Beitrag Stephan Bauer (PAK Bayern) Profilseite von , 08.02.2006, 08:51:33
Liebe Ulrike,
ich freue mich, daß das Foto und der Artikel vom 10.Aktionstag Kontrabass der PAK Bayern die große Runde durch ganz Deutschland macht und daß Du und Dein Sohn Interesse am frühen Beginn auf dem Kontrabaß bzw. Minibaß haben. Kollege "Baßknecht" hat Dir ja bereits Kontaktadressen in Bruchsal genannt. Falls noch Interesse an einer Beratung für die Instrumentenanschaffung besteht, freue ich mich über Deinen Anruf unter 0851-9878172. Wir haben inzwischen mit einigen Instrumentenbauern günstige leicht spielbare und klingende Instrumente entwickelt.

"Bässte" Grüße und Deinem Sohn viel Spaß mit seinem "neuen" Instrument

Stephan Bauer, Leiter PAK Bayern
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