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Soll ich mit Kontrabass anfangen?

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Zugeordnete Kategorien: Neuling

Michi62 Profilseite von Michi62, 31.03.2019, 17:48:57
Soll ich mit Kontrabass anfangen?

Liebe Leute

Ich habe mich gerade hier als Mitglied angemeldet, obwohl ich noch keinen Kontrabass besitze und auch noch keinen spielen. Ich überlege mir aber schon seit einer Weile ernsthaft ob ich mit Kontrabass angefangen. Ich spiele Klavier, Gitarre, Gambe, Altblockflöte, Klarinette, Cajón und seit einem halben Jahr Harfe. Vielleicht lässt sich an dieser auch schon ableiten, was der Grund ist, warum ich über den Kontrabass nachdenke. Von den sieben Instrumenten gehört nur eines zu den "klassischen Orchesterinstrumenten" nämlich die Klarinette. Und gerade die ist neben der Querflöte wohl das Instrument, bei dem es wohl den größten Überfluss gibt.

Ich spiele seit einem Jahr in einer Art Amateurorchester. Zuerst Klarinette, aber weil die Pianistin ein halbes Jahr nicht da war, Klavier. Moment besteht die Besetzung aus vier Geigen, zwei Bratschen, zwei Celli, zwei Querflöten, vier Tenorblockflöten, Oboe, zwei Klarinetten - mit mir drei - Klavier und Gitarre. Nicht ganz üblig, aber für mich ist es eine ganz nützliche Orchestererfahrung. Ich hatte mir aber überlegt, ob ich nicht auf den Kontrabass wechseln soll. Es würde die Klangpalette sicher bereichern und außerdem könnte ich vielleiht irgendwann in einem anderen Orchester mitspielen. Es gibt noch einen zweiten Grund, warum der Kontrabass für mich nützlich wäre. Ich schreibe selber auch Musik - zum Teil im Popbereich, zum Teil eher klassisch - und gerade bei Popsongs wäre es schön, wenn ich mit Gitarre, gezupften Kontrabass und Cajón selber schon eine recht übliche Kombination einspielen kann.

Ich habe mir außerdem gedacht, dass Kontrabass für mich nicht so ganz fremd sein würde, weil ich schon Bassgambe spiele. Das Streichen und die Bogenhaltung beherrsche ich im gewissen Sinne schon. Ich habe mir außerdem gedacht, dass bei Orchesterstücke die Kontrabasspartie nicht so schwer ist bzw. dass man sie vereinfachen ohne, dass es sehr stört. Ganz früher habe ich auch Geige gespielt, aber das lag mir irgendwie nicht. Ich habe vor ein paar Monaten schon eine Probestunde gemacht bei einem Kontrabasslehrer, aber leider bin ich dadurch nicht viel sicherer geworden. Ich fand die größe des Instruments und die Dicke der Saiten schon sehr ungewöhnt. Allerdings habe ich sowohl bei der Gambe, der Klarinette und der Harfe zuerst Probestunden gemacht und dann viel später - jeweils mehr als ein Jahr - wirklich mit dem Instrument angefangen. Was ich beim Kontrabass ein wenig befürchte, ist das es unangenehm zu spielen ist, weil man die Finger so weit spreitzen muss und die Saiten so dick sind.

Ich habe schon ein Inserat gefunden, wo ein Thomann-Kontrabass 11 3/4 um € 750,-- wird angeboten inklusive Bogen, Hülle und Ständer. Ich weiß, dass es natürlich nicht das beste ist, aber es schien mir doch eine gute Möglichkeit um anzufangen. Natürlich muss ich selber die Entscheidung treffen, aber ich würde mich sehr über eure Meingung dazu freuen!

 

Liebe Grüße von Michael

Ste-Fan Profilseite von Ste-Fan, 31.03.2019, 23:24:25

Love it or leave it!

Der auf blauen Dunst gekaufte Bass könnte dir so einiges Verleiden. Oft bekommt man ein qualitativ besseres Instrument bei einem der üblichen Miet-Anbieter.. Selbst, wenn dann eine Mindestmiete von einem halben Jahr in Kauf genommen werden müsste, wäre es finanziell eine tragbarere Methode des "Basskennenlernens".

Und das mit dem Fingerspreizen gehört in den Bereich der Legenden, die wir denen erzählen, die wir nicht in den Genuss dieses bässten aller Instrumente kommen lassen wollen ;-)

Komm auf die tiefklingende Saite der Macht!

Ste-Fan

akustikbass Profilseite von akustikbass, 02.04.2019, 22:43:00

Kauf Dir gleich einen Fünfsaiter! Ist besser! Flöten und Celli gibt‘s viele! Wart‘s ab!

 

 

 

 

Michi62 Profilseite von Michi62, 02.04.2019, 23:31:27

Schon mal danke für Eure Antworten!

Was sind die Vorteile von einem Fünfsaiter? Kommt man in den meisten Stücken nicht mit vier Saiten aus? Ich bin gewohnt auf einem Instrument mit sechs Saiten - Bassgambe - zu streichen. Gibt es übrigen auch Leute hier, die gleichzeit Gambe spielen und sagen können, wie nützlich die Erfahrung auf diesem Instrument für den Kontrabass?

ESchu Profilseite von ESchu, 03.04.2019, 08:45:14

Früher habe ich mal Tenor/Bassgambe gespielt. Mir hat das geholfen, denn ich kannte so ja die Quartstimmug schon und die 4 Leersaiten EADG. Der Kontrabass ohne die Bünde war für mich schnell zu lernen. Mit meinem 4-Saiter kann ich fast alles spielen. Nur ab und zu muss ich mal ein tiefes D oder C oktavieren.

 

 

Michi62 Profilseite von Michi62, 03.04.2019, 09:29:19

Ich habe nur Bassgambe gespielt, aber von der Gitarre kenne ich schon die Stimmung EADG von den vier tiefsten Saiten. Ich will auf keinem Fall mit Gambe aufhören, weil das Instrument mir sehr gut gefällt. Ich spiele auch in einem Blockflötenensemble und hier und wieder Konsort. Ich bin schon neugierig wie angenehm, du das Kontrabassspiel im Vergleich zur Gambe findest.

ESchu Profilseite von ESchu, 03.04.2019, 10:01:14

Ja nun - ich habe zwar technisch gesehen einen kleinen Eindruck.
Aber bei mir war das etwas anders, denn ich wollte den Kontrabass spielen lernen, auch noch im Pensionsalter ;-) und das nach 40 Jahren mit Block- und Querflöten.1
Mit Unterricht ging das gut und nach 6 Monaten war ich schon in einem Orchester dabei.
Learning bei doing.
Und nach nunmehr 6 jahren spiele ich eigentlich alles und auch überall:
Sinfonieorchester, Kammerorchester, Kammermusik(Continuo) und auch mal etwas Jazz.
Gerade habe ich meinen Bass auf Genssler-Darmsaiten umgerüstet und bin schier hin und weg von dem wunderbaren Ton.
Das kommt dann der Gambe schon zoemlich nah - ist aber wahrscheinlich insgesamt vielseitiger im Zusammenspiel mit unterschiedlichsten
Stilrichtungen - es mach einfach einen Riesensppaß. 

 

 

 

midioma Profilseite von midioma, 04.04.2019, 04:18:08

Einen Fünfsaiter braucht man eher nicht und für Sololiteratur ist der geringere Streichwinkel pro Saite eher etwas hinderlich. 

Da Du aber schon die sechs Saiten der Gambe gewöhnt bist, wäre das für Dich aber kein so großes Problem. Im Orchester bist Du mit einem Fünfsaiter natürlich sehr gern gesehen. Für ein Anfangs-Mietinstrument wäre aber ein normaler Viersaiter besser.

Von der Gitarre leitest Du Dir direkt von den tiefen vier Saiten die Griffe ab, mit einer Ausnahme, Du hast auf dem Kontrabass in den tieferen Lagen nur drei effektive Finger, nicht vier wie bei der Gitarre, als ein Halbton weniger in der Spanne. Dadurch musst Du mehr kleine Lagenwechsel machen.

Von der Gambe kannst Du den Bogenstrich und die -haltung übernehmen (deutscher Bogen), nur sind die Striche in umgekehrter Richtung.

Beim fünfseitigen Kontrabass hast Du immer Quarten, nicht eine Terz dazwischen wie bei Gitarre oder Gambe. Bei einer tiefen H-Saite ist das aber kein Problem und es gibt auch auf C gestimmte tiefe Saiten, da hast Du dann die Terz wieder, wenn auch an ungewohnter Stelle.

Woran Du Dich gewöhnen musst, ist das Wegfallen der Bünde. Mit der Zeit ist das aber von Vorteil, da Du immer hören kannst ob Du zu hoch oder zu tief gegriffen hast und beim nächsten Mal dem Ziel (hoffentlich) näher kommst. Wen ich Lagenwechsel auf einer Bassgitarre machen muss lande ich nicht selten einen halben Ton höher oder tiefer weil erst dann der Greiffehler hörbar wird. Anfangs ist das aber natürlich ein wenig quälend.

Wegen der Fingerspreizung musst Du Dir wirklich keine Sorgen machen. Ein wenig Übung ist dabei, aber es gibt jede Menge Tricks um mit einer kleinen Hand auch auf einem großen Bass zurecht zu kommen. Wenn ich will (und die Passage nicht zu schnell ist) kann ich mit Tricks auch 4-Finger-System (wie auf der Gitarre) spielen und selbst ein Streckfinger wie auf dem Cello ist drin. Allerdings wie gesagt, mit Trick, den man auch erst lernen und einüben muss. Man kann sich dann wenn man beides beherrscht aussuchen was gerade die bequemere Methode ist bzw. mit welcher Methode man sauberer spielen kann. Ich kenne auch einige junge Damen hier an der Musikhochschule, die nicht sehr groß sind und eher zierliche Hände haben. Der Kontrabass ist in der Damenwelt im Kommen...

Das einige weswegen ich mir Sorgen mache ist, ob Du das alles parallel auf die Reihe bekommst. Insbesondere wo Du gerade erst mit Harfe angefangen hast. Den Kontrabass muss man regelmäßig spielen. Ich merke das sehr deutlich wenn ich mal eine Woche oder gar länger nicht dazu komme. Und das obwohl ich mir meinen Bass sehr bequem eingerichtet habe. Die Kraft für die Finger bekommst Du aber auch schon über die Harfe, zumindest wenn es ein Orchesterinstrument ist. Da sind die Saiten ganz schön hart.

Wenn Du irgendwann einmal ein Instrument für Dich kaufen willst, dann nimm Deinen Lehrer mit, bezahle ihm die Zeit (das ist es wert) und er wird Dir etwas empfehlen was das Geld wert ist und was zu Dir passt. Bogen muss sein um die Intonation zu üben, auch wenn Du später nur zupfen willst (aber fürs Orchester brauchst Du den ja auch). Ein ordentlicher Bogen kostet oft die Hälfte des Basses, insbesondere im unteren Preissegment der Bässe. Das wird gern unterschätzt. Auch da hilft der Lehrer ungemein weiter.

Also, erst mal mit dem Lehrer reden, in Absprache mit ihm Leihinstrument besorgen und ein halbes Jahr probieren. Ggf. Noch ein halbes Jahr verlängern und in dieser Zeit ggf. nach einem eigenen Instrument mit dem Lehrer suchen.

Bassnase Profilseite von Bassnase, 04.04.2019, 08:15:19

Hallo midioma,

bitte korrigieren:

"Beim fünfseitigen Kontrabass"

Bässte Grüße,

Hans

midioma Profilseite von midioma, 04.04.2019, 11:35:36

Ist leider schon zu spät, da komme ich nicht mehr dran. Aber Du hast natürlich recht. So spät in der Nacht ist mir das entgangen. Da hat möglicherweise die Rechtschreib-"Korrektur" mal wieder zugeschlagen...

akustikbass Profilseite von akustikbass, 04.04.2019, 19:24:24
Ich bleib dabei, Viersaiter im Orchester ist für mich eine Strafe! Anfangen Bass zu spielen ist auf jeden Fall gut!
Viele Grüße Stefan
Michi62 Profilseite von Michi62, 06.04.2019, 10:01:44

Danke für Eure Antworten. Der Kontrabass um € 750,--, den ich im Auge gefasst hatte, ist schon verkauft worden. Aber vermutlich ist das keine all zu großen Katastrofe, denn vielleicht ist es wirklich besser zuerst ein Instrument zu mieten. Meine Klarinette und meine - böhmische - Harfe habe ich schon gekauft bevor ich mit dem Instrument angefangen hatte. Das habe ich nicht bereut, aber ich wußte auch dass die Qualität gut war und diese Instrumente sind ja auch normalerweise billiger als Kontrabässe. Auch wenn ich mal einen preiswerten Kontrabass kaufen würde, wäre es schon gut wenn ich zumindest weiß, wer das Instrument klingen soll.

Ich glaube auch, dass es besser ist, dass ich es ruhig angehe und vielleicht erst im Sommer anfange. Mit der Harfe, auf der ich erst vor einem halben Jahr angefangen habe, habe ich vorläuig genug zu tun. Ich übe fast jeden Tag, aber mache gute Fortschritte. Trotzdem ist meine Motivation mit dem Kontrabass anzufangen seit ich hier im Forum bin nur stärker geworden. Aber ein gutes Ding braucht Weile!

UHexer Profilseite von UHexer, 08.04.2019, 09:02:02

grundsätzlich gibt es natürlich keine bessere Entscheidung als mit Kontrabass anzufangen!

Es stellt sich allerdings die Frage, ob es eine gute Entscheidung ist, erst vor einem halben Jahr mit Harfe begonnen zu haben und nun schon wieder mit einem neuen Instrument zu beginnen (zumal die vielen anderen Instrumente die Du noch spielst ja wahrscheinlich auch geübt sein wollen...). Ich habe spät (im hohen Alter von Mitte 40) mit Kontrabass begonnen und habe die ersten 2 Jahre viel geübt, was auch wichtig war, um das Instrument gut zu lernen. Ich finde es auch wichtig, Unterricht zu nehmen, um die richtige Technik zu lernen. Ich nehme mal an, dass Harfe auch kein ganz einfaches Instrument ist...? Ich spiele selbst mehrere Instrumente, habe aber die Erfahrung gemacht, dass man aufpassen muss, dass man sich da nicht verzettelt. Wenn man's halbwegs gut machen will, schafft man meiner Erfahrung nach nicht mehr als 2 bis max. 3 Instrumente (also ich meine damit wirklich verschiedene Instrumente  wie z.B. Saiteninstrument/Blasinstrument/Tasteninstrument)...

Michi62 Profilseite von Michi62, 09.04.2019, 00:12:22

Danke für Eure Ratschläge!. Zu UHexer: es stimmt natürlich, dass der Zeitpunkt nicht gerade günstig mit einem neuen Instrument anzufangen., da ich erst vor einem halben Jahr mit Harfe angefangen habe. Ich tue mir übrigens nicht so schwer mit der Harfe, weil ich schon Klavier und Gitarre spiele. Es ist keine Orchersterharfe, sondern nur eine böhmische (Haken-)Harfe, aber sehr angenehm zu spielen.

Wieviele Instrumente man gleichzeitig spielen kann, hängt natürlich auch davon ab, wieviel man erreichen will. Ich spiele nicht so schlecht Klavier, aber ich hatte nie die Ambition Konzertpianist zu werden. Acht Stunden pro Tag üben wie ich von Musikstudenten gehört habe, wäre ein Horror für mich. Die Gitarre finde ich das ideale Instrument zur Liedbegleitung, aber richtig klassische Gitarre finde ich mühsam und irgendwie undankbar. Die Gambe klingt wunderbar beim Konsortspiel. Es ist bei Gambisten auch üblich mehrere Größen zu spielen. Aber warum statt neben meiner Bassgambe noch Diskant- oder Altgambe. Da kann ich mir für mein Gefühl besser ein Kontrabass zulegen.

Heute hatte ich auch wieder Orchesterprobe und ich habe die halbe Zeit Klavier gespielt und die andere Hälfte Klarinette. Es was doch nicht so eine Katastrofe mit drei Klarinetten zu spielen, wie ich befürchtet hatte. Aber schon für den Orchesterklang wäre es natürlich viel besser wenn es stattdessen einen Kontrabass geben würde. Aber ich werde mir noch etwas Zeit lassen.

nagybögö Profilseite von nagybögö, 09.04.2019, 00:18:15

Die Entscheidung für den Bass, um in einem Orchester mitzuspielen, ist absolut sinnvoll. Ich spiele seit 30 Jahren viersaitigen Kontrabass und mir ist unklar, was daran eine Strafe sein soll. Ich fühle mich ausserordentlich beglückt über diesen Zustand. Was Du mittelfristig brauchst, ist ein Instrument, mit dem Dir das Spielen Spass macht und das gut eingerichtet ist. Da wirst Du unter 1000 Euro nichts finden. Rechne mal ab 3000 - 4000 Euro. Ein qualitativ vergleichbarer Fünfsaiter kostet einiges mehr. Ein guter Bogen ist leider auch kein Schnäppchen. Zum Einstieg würde ich auch ein Leihinstrument empfehlen. Falls Du bei der Stange bleibst, auf die Instrumentensuche gehen. Jeder Bass sollte vor dem Kauf angespielt und von mindestens vier Ohren gehört werden, am besten Deinem Lehrer.

Ausserdem braucht es einen langen Atem. Intonationssicherheit und gute Bogentechnik stellt sich erst bei regelmässigem Üben ein.

Ricci Profilseite von Ricci, 13.05.2019, 08:24:10

Wieso ist ein Viersaiter im Orchester eine Strafe?

Mit vier Saiten kommt man gut hin. Bedenken muss man das deutlich höhere Gewicht, das 5 Saiten mit sich bringen durch die massivere Bauweise, es sei denn man erwischt einen großen 3/4, der auf 5 Saiten erweitert werden konnte. Spätbeginnern würde ich von 5 Saiten eher abraten, aus Gewichtsgründen aber auch spieltechnisch.

Wobei sein schönes tiefes C schon etwas hat - D und C können aber jederzeit oktaviert werden. Was davon einem lieber ist, muss jeder selbst entscheiden.

nagybögö Profilseite von nagybögö, 13.05.2019, 23:52:36

Falls Du Dich auf meinen Post beziehst - dies war ein Kommentar zu einem früheren Post von akkustikbass, s.o.

Michi62 Profilseite von Michi62, 04.07.2019, 12:01:04

Liebe Leute

Heute habe ich dann doch den großen Schritt gewagt und einen Kontrabass gekauft! Ein ungarischer Kontrabassist hat aus Platzmangel den Kontrabass verkauft, den er während seines Musikstudiums verwendet hat: einen halbmassives rumänisches Instrument. Ich habe ihm dafür € 850,--- gezahlt plus € 250,-- für einen alten Bogen. Er hat mir zum Transport eine Hülle geborgt, aber nächster Woche nimmt er eine bessere Tasche für mich mit aus Ungarn. Ich weiß, dass manche der Meinung sind, dass man niemals ein Instrument unter 1000 - oder 3000! - Euro kaufen soll, aber ich hatte einfach ein gutes Gefühl. Ich fand das Instrument schön, und den Klang sehr voll - sowohl als er darauf spielte als wenn ich zu spielen versuchte. Meine Gambenerfahrung war dabei natürlich von Nutzen.

Vielleicht lag es daran, dass ich ein paar Monaten mal an der Musikschule eine Probestunde gehabt hatte. Damals war ich ein bisschen erschrocken von der Größe des Instruments und die Dicke der Saiten, aber dieses fand ich den Bass irgendwie gut in der Hand liegen - oder lehnen! Und da es mehr Interessenten gab, habe ich nicht länger gewartet. Vor allem wenn ich es vergleiche mit anderen Instrumenten, die angeboten werde, denke ich, dass er wirklich ein guter Kauf ist. Wahrscheinlich wird der Verkäufer auch mein Lehrer werden. Er hat es mir nämlich angeboten um 20 Euro pro Stunde, was ich ebenfalls sehr preiswert finde.

Ich bin wirklich sehr neugierig, wie es mir gefällt, aber ich bin enorm motiviert!

Liebe Grüße von Michael

Ste-Fan Profilseite von Ste-Fan, 05.07.2019, 22:14:58

Klingt nach einer Erfolgsstory! Gratulation. Wenn das Gefühl stimmt, dann passt's doch! Berichte mal weiter und habe keine Sorge, falls du nicht so positiv berichten können solltest: Wir sind hier nicht bei RTL und ergötzen uns nicht am Leid anderer sondern supporten nur! Greetz, Ste-Fan

Michi62 Profilseite von Michi62, 06.07.2019, 08:25:25

Lieber Ste-Fan

Danke für deine nette Nachricht. Alle Ratschläge sind zwar willkommen - dazu bin ja auch dem Forum beigetreten! - aber letztendlich möchte ich mich doch auf mein Gefühl verlassen. Und das ist jetzt positiv - sowohl auf das Instrument, das ich gekauft habe, als auf das Kontrabassspielen im Allgemeinen. Ich habe inzwischen schon einen Ständer und ein Lehrbuch bestellt und nächster Woche bekomme ich hoffentlich eine bessere Tasche und kann ich meine erste Stunde vereinbaren. Ich habe gestern schon eine halbe Stunde gestrichen und gezupft. Es ist noch etwas ungewohnt mit dem großen Bogen und den dicken Saiten, aber ich bin optimistisch!

LG Michael

Michi62 Profilseite von Michi62, 19.08.2019, 17:53:57

Liebe Leute

Heute habe ich denn endlich meine erste Kontrabasstunde gehabt. Da mein Lehrer - derjenige von dem ich auch den Kontrabass gekauft hatte - in den letzen Wochen nicht da war, habe ich selber schon ein wenig geübt mit zwei Lehrbüchern. Obwohl das wahrscheinlich nützlich ist, hat sich wieder herausgestellt wie gefährlich es ist ein solches Instrument alleine zu lernen. Sowohl bei der linken als der bei der rechten Hand war meine Haltung nicht ganz korrekt. Ich konnte es aber leicht korrigieren und der Klang war auf einmal viel besser. Insgesamt ging es aber recht gut. Mein Lehrer war erstaunt wie ich gut ich beim ersten Mal schon spielen konnte. Das lag aber wahrscheinlich an meiner Gambenerfahrung.

Das Einzige womit ich noch immer ein wenig ringe, ist dass ich es anstrengend für die linke Hand finde. Aber da bin ich bestimmt keine Ausnahme. Und ja : es ist nicht übertrieben, dass es ein schweres Instrument zum Transportieren ist. Ich hatte es mit der Straßenbahn zwar nicht so weit und ich war froh, dass ich eine gute Tasche mit Gürten und Rädern gekauft hatte, aber immerhin musste ich zwei Stockwerke hinunter und zwei hinaufgehen. Auf der anderen Seite fand ich es schon lustig mit so einem Riesending unterwegs zu sein. Man wird nicht leicht übersehen.

Liebe Grüße von Michael

ESchu Profilseite von ESchu, 19.08.2019, 20:55:00

:-) also ich lasse mir über die Etagen immer helfen.
Manchmal dauert es kurz, bis ich jemanden ansprechen kann.
Aber alleine schleppe ich keinen Bass mehr irgendwelche Etagen hoch.
Und das nicht nur, weil ich schon ü60 bin ;-)
Was die linke Hand angeht: jaja, das ist anstrengend - sowohl für meine Finger(Hornhaut)
als auch für die gesamte Arm- und auch Schultermuskulatur.
Ich persölich trainiere da auch gezielt - Fitnessstudio.
Seither reicht die Kraft auch für 2 Stunden Orchesterprobe.
Mein Lehrer schaut auch imer wieder nach einer guten Gesamthaltung.
Das Spielen soll so entspannt wie möglich sein.

Viel Erfolg !

 

Neuester Beitrag Michi62 Profilseite von Michi62, 20.08.2019, 13:13:57

Danke für deine Reaktion und die Ratschläge. Hilfe beim Tragen brauche ich Gott sei Dank - noch - nicht. Mein Lehrer hat mir auch schon gewarnt vor Problemen mit den Händen und Armen und mir vor allem geraten sie zwischendurch zu entspannen. Ich spiele jetzt ungefähr 45 Minuten pro Tag. Ein wenig spüre ich es schon, aber ich hoffe, dass es in Grenzen hält.

Liebe Grüße

Michael

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