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E-Saite zu wenig Bass...

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Zugeordnete Kategorien: Saiten

Bassist42 Profilseite von Bassist42, 02.03.2015, 09:45:50
E-Saite zu wenig Bass...

Wertes Forum,

ich bin auf der Suche nach einem kraftvollen, bassigen Klang auf der E-Saite. Ich habe das Gefühl, dass hier die Gundschwingung zu wenig stark den Klang beeinflusst und enstsprechend diese "Uuu"- Qualität fehlt (wie kann ich das noch beschreiben?). Auf den anderen Saiten besteht das Problem nicht - die klingen sehr rund und bassig.

Was ich bisher unternommen habe, um das Problem anzugehen:

Neuer Stimmstock, vernünftig gestellt und generelles Setup beim Bassbauer. Die alten Helicores runter und Belcantos drauf. Beim Bassbauer habe ich auch eine Spirocore E-Saite in Kombination mit den neuen Belcantos getestet, was aber im Zusammenklang überhaupt nicht funktioniert hat.

Wie gesagt ist der Klang auf A, D, G Saite voll und mit genügend Grundschwingung versehen. Ich denke nun darüber nach, das Saitenexperiment noch ein wenig weiter zu treiben, hätte aber gern vor dem weiteren Investment eine Einschätzung, ob das überhaupt noch was bringen kann? Meint Ihr, mit E/A Saiten Evah Pirazzi, Eudoxa, Oliv, oder ??? könnte sich im tiefen Bereich noch was verbessern lassen?

Gibt es außer Stimmstock/Steg noch andere Komponenten des Basses, die hier eine Rolle spielen?

Bässter Gruß,

Phil

Sachsenbass Profilseite von , 02.03.2015, 10:09:32

Ein bekannter Bassbauer sagte mir mal: Wenn die E-Saite schwächelt, einfach eine Spiro mittel drauf machen...

Ganz so einfach ist das nicht. Das ist eine Möglichkeit (Saite mit viel Zug). Bei anderen Bässen funktioniert genau das Gegenteil, nämlich Saiten mit wenig Zug. Also umsponnene Darmsaiten wie Eudoxa und Oliv schwächeln prinzipiell schon etwas beim E im Vergleich mit Stahlsaiten. Sie klingen zwar elegant, aber fallen in der Lautstärke gern ab. 

Die Helicore habe ich als sehr gute Saiten schätzen gelernt, die Belcanto auch... also an den Saiten dürfte das nicht liegen.

 

jlohse Profilseite von jlohse, 02.03.2015, 15:37:31

"Gibt es außer Stimmstock/Steg noch andere Komponenten des Basses, die hier eine Rolle spielen?" – Eigentlich spielen ja immer irgendwie alle Komponenten eine Rolle. Aber der Saitenhalter + Einhängeseil wäre noch ein naheliegendes Ziel für Experimente. Verstehe ich das richtig, wenn du mit "Uuuu" das (Pizzicato-)Sustain meinst? Da spielt auch das Griffbrett bzw. die Hohlkehle eine Rolle. Je flacher, desto knurriger das Sustain.

 


 

 

 

 

Bassist42 Profilseite von Bassist42, 02.03.2015, 16:47:27

@Sachsenbass: Danke für Deine Einschätzung, dass es wohl nicht an den Saiten liegt. Hatte schon befürchtet, dass sich hier weitere Tests haupsächlich auf meinen Geldbeutel, aber nicht auf das klangliche Ergebnis auswirken...

Oder gibt es dazu noch andere Ansichten?

@ Jonas: Ich spiele fast ausschließlich arco - ich meinte mit "Uuu" diese tiefe Grundkomponente des Tones, die den Klang bassig und warm macht. Ein jazziges Pizz-Knurren kriege ich durch leichtes "Eindrehen" des Fingers in den Ton mit der linken Hand hin, das meinte ich aber nicht.

Mit dem Einhängeseil habe ich auch schon experimentiert und bin weg von der Stahllitze bei einem flexiblen Nylon (oder Kevlar?) Seil gelandet, was eine Vodoo-mäßige Nuance gebracht hat. Aber leider die E-Seite nicht völlig zum Leben erweckt hat. 

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass ich auch schon den Stachel getauscht habe, aber nur weil der alte Stachel nicht richtig eingepasst war (kam uns mit Kreppband umwickelt entgegen). Ich hatte vermutet, dass das eine Dämpfung bewirkt, hat aber ebenfalls höchstens eine Vodoo-Nuance gebracht. Und der Stachel hält jetzt von alleine, was ja auch ganz schön ist.

Bliebe noch der Saitenhalter. Was wäre da der Vorschlag? Mehr Gewicht oder eher weniger?

 

jlohse Profilseite von jlohse, 03.03.2015, 11:11:02

"Bliebe noch der Saitenhalter. Was wäre da der Vorschlag? Mehr Gewicht oder eher weniger?" – je nach dem, was jetzt drauf ist, mal das Gegenteilige ausprobieren. Geht beim Saitenhalter ja einfach, ist nur ein wenig Kurbelei.

 

sekundus Profilseite von sekundus, 02.03.2015, 17:25:38

Hallo Bassist42,

ich würde eher in Richtung höhere Saitenlage denken. Vielleicht ist die Krümmumg des Steges bei dir nicht optimal.
John Patitucci empfiehlt
 
6 mm G-Saite
7,5 mm D-Saite
8,5 mm A-Saite
9 mm E-Saite, für Klassik vielleicht etwas höher.

 

Grüße Ralf

Bassist42 Profilseite von Bassist42, 02.03.2015, 18:55:08
Hallo Ralf,
ich habe flugs nachgemessen:

9 mm G-Saite
12 mm D-Saite
13 mm A-Saite
13 mm E-Saite

(bei einer 103,5 Mensur), also eher über den von Dir und Herrn Patitucci empfohlenen Werten. Die Saiten schwingen auch im fff frei und schlagen nicht an. Ich hätte die Saitenlage daher nicht als Grund angenommen. Danke aber für den Hinweis.
Sachsenbass Profilseite von , 02.03.2015, 19:19:04
Patituccis Empfehlung ist für Pizz sicher auch gut. Habe das genauso.

Die meisten Bässe im günstigen Preissegment und auch einige im mittleren bis ca. 5000€ haben Probleme diesen schönen sonoren Klang in der Tiefe, dieses "Schnurren" zu präsentieren.
nagybögö Profilseite von nagybögö, 02.03.2015, 22:41:57

Hier meine Erfahrungswerte:

Darmsaiten klingen bassig, mit denen habe ich gute Erfahrungen gemacht (Eudoxa, Genssler, Chorda), aber auch Evah Pirazzi oder Belcanto schnurren schön in der Tiefe.

Ein schwerer Saitenhalter macht den Klang dunkler und voller, ebenso ein Holzstachel.

Die Saitenlage am Ende des Griffbretts ist nicht aussagekräftig für den Klang. Es hängt vielmehr vom Winkel Hals-Korpus ab. Da kann man was dran machen (z.B. Keil unter Griffbrett). Deine Saitenlage, Bassist 42, ist aber merkwürdig 9mm G, dann 12 mm D, da könnte was mit der Stegkrümmung nicht stimmen, evtl. auch mit dem Griffbrett. Als Klassiker spiele ich 7/8/9/10 mm, höher muss es eigentlich nicht sein (Bass spielen ist anstrengend genug).

Die E-Saite fällt bei vielen Bässen klanglich ab, ist leider so.

ESchu Profilseite von ESchu, 05.03.2015, 10:13:54

Da möchte ich mich mal kurz einklinken und eine Zwischenfrage stellen:

Ich werde demnächst aus denselben Gründen, die der TE angibt von Original Flexocore auf Evah Pirazzi umrüsten.
Saitenlage ist für mich (Damenhand/ -kraft) gut eingestellt.
 Ich verstehe aber aus den diversen Postings hier nicht genau, ob ich nun weich oder mittel aufziehen soll.
Hauptsächlich spiele ich im Orchester - aber schon auch ab und zu in einer Band.

Kann mir bitte dazu jemand einen Hinweis geben? Hab gerade keinen Basslehrer, den ich dazu befragen kann.
 

 

 

 

 

 

Sachsenbass Profilseite von , 05.03.2015, 13:27:36

Das Fazit dieses Themas ist eindeutig: Es kommt darauf an!

Die Frage ohne deinen Bass zu sehen ordentlich zu beantworten ist ungefähr so wie eine ärtzliche Diagnose über das Telefon.

ESchu Profilseite von ESchu, 05.03.2015, 13:35:17

OKAY .............. lightbulb

Sehen oder hören?  Foto wär ja kein Problem.
Ich werde mal zunächst mit der Wewrkstatt sprechen, die den Bass gerade in Händen hatte.

@sachsenbass - danke, aber weiter bringt mach das nicht wirklich. 

 

 


 

 

 

midioma Profilseite von midioma, 05.03.2015, 17:28:42
@ESchu:
Original Flexocore haben ganz ordentlich Spannung.
Normale Evahs eher noch mehr und können, je nach Bass, ein extrem kurzes pizz-Sustain haben (Plop...). Evahs Weich sind für beides gut geeignet, haben aber einf durchaus wahrnehmbare Lautstärkengrenze.
Ich persönlich mag da die Innovation Braided lieber als Evah Weich. Noch etwas weniger Spannung, aber nicht diese deutliche Begrenzung der Lautstärke wie bei den Evahs. In Großbritannien bestellt sind sie auch deutlich billiger als die Evahs.
Da sich die Saitenkerne nicht so stark dehnen wie bei Obligato und Evah Weich halten sie auch die Stimmung besser und die Windungen der Umspinnung ziehen sich nicht so stark auseinander. Sind auch sehr gut zu streichen. Pizz geht gut, wenn man am Ende des Hriffbretts zupft (das sollte man bei Evah Weich auch tun).

Dir Braided sind allerdings nicht so eine Power-Saite wie Spiro Mittel.
ESchu Profilseite von ESchu, 06.03.2015, 09:14:56

Die Infos habe ich im Internet nun nachverfolgt und bleibe sehr un-sicher. Ich will von den Original Flexocore weg, weil sie auf meinem Bass nicht voll genug klingen, besonders E-Saite.
Mein 3/4 Bass ( massive alte Decke und alter Boden, Zarge neuer ) hat 108cm Mensur.
Das muss ich sicher beachten. Er klingt auch überwiegend im fff richtig gut und voll 'bassig'.
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann möchte ich einfach mehr Sustain, bei Pizz und Arco.
Und da werde ich heute mal prüfen, wie ich dem näher komme: mit mehr oder mit weniger Spannung. Das werde ich mich Umstimmen ausprobieren.

Ergibt sich denn dann daraus die Entscheidungshilfe für Evah Pirazzi weich oder mittel?

midioma Profilseite von midioma, 06.03.2015, 11:06:16
Nicht immer sind andere Saiten die richtige oder eine ausreichende Lösung. Es kann auch sein, dass Du zum Verbessern der Lautstärke der E-Saite den Stimmstock versetzen lassen mußt.
Es kann aber auch daran liegen, dass der Deckendruck, gerade bei der E-Saite zu hoch ist und das die Schwingungen bedämpft. Wenn Du eine alte Decke hast, kann das gut der Fall sein.
Also bitte die Sauten nicht hochstimmen, sondern herunter.
Erst mal einen Halbton und es so mindestens eine Woche (besser zwei) lassen, dann ggf. nochmal einen Halbton tiefer stimmen und wieder mindestens eine Woche so lassen.
Der Bass braucht so lange um sich an die neue Deckenspannung zu gewöhnen. Also eher was für die Ferienzeit, wenn man nicht in Ensembles spielen muss.
Wenn Du Sustain willst, was für Pizz gut ist, für Arco nicht immer, dann eher Evah Weich. Bei 108 cm Mensur haben die Evah Weich aber auch noch ordentlich Spannung.
Ich habe auf meinem Bass 110 cm Mensur, von daher kann ich das ungefähr abschätzen.
Die Saite mit der für Deinen Bass idealen Spannung findest Du nur durch probieren. Weniger Spannung bedeutet auch weniger Lautstärke (sofern der Bass nicht durch zu hohe Spannung erdrückt wird). Da musst Du abwägen was Dir wichtiger ist, einen bequem zu spielenden Bass oder möglichst hohe Lautstärke. Das Problem mit der Lautstärkenbegrenzung bei Evah Weich ist mir beim Pizz aufgefallen, gestrichen habe ich das nicht probiert, aber vermutlich ist es da weniger deutlich zu spüren.
Gebrauchte Evah Weich und ein Ersatzsatz Braided liegen übrigens bei mir hier noch herum. Nicht, dass ich sie im Moment verkaufen will, aber ggf. Könntest Du sie Dif über die Osterferien ausleihen (gegen Portokosten plus Pfand).
ESchu Profilseite von ESchu, 06.03.2015, 12:25:50

Das sind sehr hiulfreiche Hinweise, die ich in den Osterferien umsetze, wenn keine Orchesterproben sind.

Danke für das Leihangebot. Da meine Kontrabasswerkstatt ganz klar empfohlen hat: Evah Pirazzi-Saiten würden passen , zum Instrument - würde ich sie lieber kaufen , auch gebraucht!
 Danke :-) 
Es ist echt schwer, wenn man , wie ich irgendwie spielt und spielt und macht und tut, aber von solchen technischen Dingen als Laie zu wenig Ahnung hat.. Ein Lehrer ist im Moment auch nicht da - die Musikschule sucht noch.
Falls jemand in Hamburg mir gern einmal monatlich Unterricht geben will, dann würde ich das einrichten. Dann könnte ein erfahrenerer Bassist/Bassistin auch mal nach dem Bassklang schauen und hören.....

 

 

 

 

 

 

Neuester Beitrag midioma Profilseite von midioma, 06.03.2015, 15:30:10
Hamburg ist ein bisschen weit ...
Was den Klang angeht mußt Du warten wie beschrieben. Was aber die Belarung der Finger angeht, das merkst Du so gut wie sofort.
Ich hatte auch mal ein Erlebnis als ich mit Blockflöten in barocker (reifer)Stimmung gespielt habe und ca. einen Halbton herunterstimmen mußte: d spielten sich die Spiro Mittel auf ein mal sehr bequem.
Wenn Du Dich an das Streichen der Spiros gewöhnen kannst wären Spiro S42W (4/4 Weich) evtl. mit einer 4/4 E-Saite aus dem 4/4 Mittel-Satz (S42) oder einer 3/4 Weich E-Saite brauchbar und vor allem langlebig. Es dauert halt ein paar Wochen (bis Monate) bis sie sich klanglich beruhigt haben. Die gehen für alles, man muss sich nur an das Streichen gewöhnen. Nicht so bequem wie Flexocore, aber ich habe mich sogar mit 4/4 Mittel durchs Studentenorchester gekämpft, hatten für meine Finger nur etwas viel Spannung. Für das Üben gut, für Aufführungen in denen man als einzelner deutlich hörbar ist anfangs eher nicht. Man lernt aber damit diszipliniert zu streichen.
Die Bassbauer kennen Innovation-Saiten nicht, oder nur die reinen Zupfsaiten her, für die diese Firma in England bekannt ist. Die Innovation Braided wären die einzigen Innovation-Saiten, die für Dich in Frage kämen. Die sind für Deine Zwecke aber wirklich gut.
Vielleicht nicht das richtige für's Berufsorchester, aber für Amateur- und Musikschulzwecke prima. Vermutlich spielst Du nicht 3-4 Stunden am Tag, da sind bequemere Saiten wichtiger als Lautstärke und ein sehr großer Dynamikumfang.
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