GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

Höhenverstellbare Stege bei Thomann <

Linke Hand: Daumen schmerzt

> Combo verstärken

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Gesundheit

Ray Profilseite von Ray, 01.09.2013, 14:05:30
Linke Hand: Daumen schmerzt
Hallo!

Ich spiele seit zwei Jahren einen Thomann 33 3/4 Europe Double Bass mit Pirastro The Jazzer Saiten. Der Klang gefällt mir sehr gut.

Der Bass wurde bei einem Meister professionell eingestellt. Die Saitenlage ist aber - im Vergleich zu den Instrumenten meiner Lehrer - immer noch recht hoch. Niedriger lässt sich die Lage jedoch nicht einstellen, ohne das es zu sehr schnarrt.

Ich hatte zwanzig Stunden Unterricht bei einem Profi. Letztens war ich testweise bei einem anderen Lehrer, einem erfahrenen Jazzer. Momentan mache ich alleine weiter. Ich übe regelmäßig.

Das Problem ist, dass mir z.B. nach 15 Minuten Walking Bass die linke Hand weh tut. Speziell im Daumen!
Keiner der beiden Lehrer konnte mir bei dem Problem helfen. Folgende Vorschläge wurden gemacht: Darmsaiten zulegen, den Ellenbogen lockerer halten. Okay, der Geigenbauer hatte mir noch erzählt, dass der Bass nicht ganz symmetrisch wäre. Er ruht tatsächlich nicht ausreichend in meiner Hüfte und kippt beim Spielen leicht zur Seite weg, so dass ich mit dem Daumen nachkorrigieren muss, was Kraft kostet und den Daumenmuskel vermutlich zu sehr beansprucht. Das hatte auch der Jazzer- Basslehrer festgestellt. Ich glaube da liegt die Ursache allen Übels :-(

Hat hier eventuell jemand eine Lösung? Was kann ich tun?

Noch eine Frage: drückt man eigentlich mit der Spitze des Daumens oder mit dem Fingerabdruck des Daumens von unten auf den Hals?
Bigsby Profilseite von Bigsby, 01.09.2013, 15:23:23

Hi,

man drückt mit dem ganzen ersten Daumenglied und nicht nur mit der Spitze. Vielleicht ist das schon die Hauptursache für die Belastung.

Bei deinem Bass müsste eigentlich das Griffbrett abgezogen und die Hals verschlankt werden. Schade, dass der "Meister" anscheinend nur den Steg nachbearbeitet hat. Auch ein niedriger Obersattel ist extrem wichtig für eine gute Bespielbarkeit, gerade in den tiefen Lagen. Den kann man auch selber gut nachfeilen. In Jonas Lohses Kontrabassatelier gibt es dazu eine Feile für kleines Geld. Wie sieht denn deine Saitenlage am Griffbrettende aus? Normal wäre ungefähr 9/8/7/6 mm von der E zur G Saite.

Wenn du nichts in den Bass investieren möchtest, kannst du das Spielen im Sitzen ausprobieren. Dadurch wird der Daumen komplett von seinem "Haltejob" entlastet und kann sich wieder erholen. Nicht, dass du dir eine chronische Überlastungsgeschichte einhandelst...

Grüße

midioma Profilseite von midioma, 01.09.2013, 15:40:52

Wenn sich die Saitenlage nicht niedriger einstellen läßt, weil es dann schnarrt, dann muss das Griffbrett abgezogen werden, eine professionelle Einstellung wäre das aber nicht gewesen. Kostet leider ein paar hundert Euro, da das eine eher mühselige und langwierige Arbeit ist. Ist nur fraglich, ob sich die Investition lohnt, wenn der Bass seitlich wegkippt. 
Wie hoch ist liegen denn die Saitenunterkanten über dem Griffbrett am Griffbrettende und wo schnarrt es? 
Sitzt der Hals vielleicht schief im Korpus, so dass die Gewichtsverteilung in den niedrigen Lagen ungleichmäßig ist?

Ich nehme den Daumenballen, manchmal mehr in Richtung Gelenk und manchmal mehr in Richtung Spitze, wenn es die äußeren Saiten betrifft, aber das ist sicher auch etwas vom Halsprofil abhängig. 

Wenn Du von der hohen Saitenlage nicht wegkannst (weil zu teuer das zu beheben), dann eignen sich zum einen Saiten mit deutlich weniger Spannung (die Jazzer sind eher im höheren Spannungsbereich anzusiedeln) und zum anderen Saiten, die sich leichter dehnen, denn beim herunterdrücken werden sie ja länger und zwar um so mehr je tiefer man sie herunterdrücken muss. Stahlkernsaiten dehnen sich nur mit hohem Kraftaufwand, Synthetikkernsaiten dehnen sich leichter und Darmsaiten auch. Darmsaiten haben in der Regel auch deutlich weniger Spannung als Stahlsaiten, bei Synthetikkernsaiten kommt es sehr auf das Fabrikat an. Man kann da aber auch heruntergestimmte Solo-Saiten (die für einen Ganzton höher gemacht sind) nehmen und mit der normalen Orchesterstimmung verwenden. Die Zugkraft der Saiten ist dann ca. 20% niedriger. 

Darmsaiten sind meist sehr teuer, neue Saiten aber sowieso. Solange Du nur zuhause allein übst, stimme die vorhandenen Saiten einen Ganzton herunter und schaue ob Du damit zurecht kommst. Wenn ja, dann kannst Du Solo-Saiten nehmen (die Jazzer gibt es meines Wissens aber nicht als Solo-Saiten, Thomastik Superflexible oder Spirocore kämen aber als ähnliche Saiten in Frage).
Wenn nicht, dann versuche es noch einen Halbton tiefer, wenn es dann geht, dann bist Du mit Efrano Darm, Innovation 140B Solo, Pirastro Obligato Solo oder falls nur Pizzicato-Spiel auch mit Innovation Silver Slaps ganz gut bedient. Es kommen sicher auch noch andere Saiten in Frage, aber zu diesen kann ich etwas sagen. 

Falls Du mit Deinem Bass zum GeBa-Treffen am 29. September in den Raum WIesbaden/Mainz kommen kannst, dann könnten wir Dir vor Ort sicher noch bessere Ratschläge geben und Du könntest einige andere Bässe und Saiten ausprobieren um das Problem einzugrenzen. 

LowB Profilseite von LowB, 01.09.2013, 15:48:04

Hi Ray!

Volle Zustimmung zu Bigsbys Beitrag. Was ich nicht ganz verstehe ist die Asymmetrie Deines Basses - so ein krummes Teil das man nicht in eine spielbare Position bringen kann habe ich noch nie gesehen. Nochmal die Baßhaltung zeigen lassen und immer wieder mal vor dem Spiegel kontrollieren.

Der Daumen sollte weder ständig den Baß stützen noch einen einen großen Gegendruck zu den Greiffingern ausüben. Vielleicht kannst Du aus folgenden Beiträgen etwas für Dich herausziehen:

- http://www.geba-online.de/forum.php?action=vi ... nstanz=0&search=Handgelenk (Handgelenk und Daumen hängen zusammen!)

- http://www.geba-online.de/forum.php?action=vi ... mp;instanz=0&search=Daumen

- http://www.geba-online.de/forum.php?action=vi ... mp;instanz=0&search=Daumen

- http://www.geba-online.de/forum.php?action=vi ... amp;instanz=0&search=Linke

Und hier noch ein Video zur Daumenhaltung: http://www.youtube.com/watch?v=wS2TYMOTGLg . Mal abgesehen davon, daß der Bassist besonders am Schluß den Ellenbogen meiner Meinung nach etwas zu weit nach unten hängen läßt: ganz ausgezeichnet. Aber da spielen auch pysiologische Eigenheiten eine Rolle. Also "Fingerabdruckposition", aber ohne das Daumengelenk stark durchzudrücken, das macht Schmerzen.

Grüße

Thomas

P.S. midioma hat natürlich auch in allem recht, Überschneidung der Beiträge.

 

 

Ray Profilseite von Ray, 01.09.2013, 16:50:27

Zunächst nochmal zur Asymmetrie bzw. der fehlenden Balance:


Es ist schwierig zu erklären. Ich weiß leider auch nicht mehr genau, was der Geigenbauer damals meinte mit der Asymmetrie. Er meinte damals das wäre nicht schlimm. Aber er ist ja selbst kein Basser!


Fakt ist, dass sich der Bass immer wegdreht, wenn ich mit dem Daumen nicht gegendrücke. Auch der letzte Basslehrer wollte das erst nicht glauben. Als er ihn selbst in der Hand hatte, hatte auch er Schwierigkeiten, die Balance zu finden. Er meinte das geht schon, der „Punkt“, wo man die Balance erreicht, wäre halt ein anderer…. hat sie aber selbst nicht gehalten und der Bass lag auch bei ihm nicht ruhig in der Hüfte! Der andere Basslehrer meinte, dass meine Haltung in Ordnung sei.


Der Saiten-Abstand am Griffbrettende ist deutlich größer als "9/8/7/6 mm". Also kann ich am Bass selbst noch was machen lassen? Und der Tipp mit dem Saitenwechsel bringt eventuell auch noch was.
Das wären dann sicher nochmal bis zu 500€ Investition, oder?


Schwierig, schwierig...


Danke für eure Antworten und das Video. Dort sieht es allerdings so aus, als würde er mit der Daumenspitze drücken. Das meinte ich. Ich selbst habe immer den ganzen Daumen genommen.

Bigsby Profilseite von Bigsby, 01.09.2013, 17:21:18

Ich würde erstmal das Griffbret abziehen und den Rest (Steg, Obersattel) daran anpassen lassen. Das kostet ganz grob 200€. Wenn das dann nicht ausreicht, kann man nochmal etwa 150€ in eine Halsverschlankung stecken. Das ist warscheinlich sinnvoller, als ein schlechtes Setup durch besonders weiche Saiten zu kompensieren.

In welcher Gegend wohnst du denn? Hier kennt bestimmt jemand einen guten Bassbauer ohne Apothekerpreise in deiner Nähe ;-)

LowB Profilseite von LowB, 01.09.2013, 18:27:06

Hi Ray!

Zum Daumen: Natürlich soll der Daumen keineswegs starr sein, sondern sich den jeweiligen Gegebenheiten locker anpassen: Tiefe oder hohe Lage, tiefe oder hohe Saiten, starre Simandl- oder Krabbentechnik - ein einziges Patentrezept gibt es nicht. Aber: Laß den linken Arm mal ganz entspannt hängen. Meine Hand nimmt dann die im Video gezeigte C-Stellung ein, allerdings enger. Also Daumen und Greiffinger etwas spreitzen, dabei aber noch immer ganz locker bleiben, und Hand zum Baß führen. So, jetzt hat man eine ganz entspannte, natürliche Handposition. Ellenbogen hoch, sonst gibt's einen Knick zwischen Unterarm und Handgelenk. Natürlich kann man mit der eingenommenen Handposition noch nicht spielen, jetzt kommt das Spreitzen der Finger und eine Anpassung des Winkels der Fingerkuppen zu den Saiten. Aber ein Abwinklung des ersten Daumenglieds dergestalt, daß die Fingerspitze aufgesetzt wird oder sogar der Daumennagel den Hals berührt wird so nie stattfinden. Und zwischendurch wann immer möglich die Hand entspannen, den Arm einfach locker hängen lassen.

Das Problem mit Deinem Baß liegt wohl weniger in der Symmetrie als in der Balance. Das könnte schon durch ein Ausdünnen des Halses etwas besser werden. Alles zusammen, Griffbrett abrichten, vorhandenen Steg anpassen, Hals dünner machen (ohne "finish"), Obersattel nachkerben und neue Saiten (Spirocore weich wenn Du die Jazzer magst) sollte für (+)500,--€ machbar sein.

Grüße

Thomas

Ray Profilseite von Ray, 01.09.2013, 19:09:44
Ich wohne in Mannheim und möchte eure Vorschläge mal beim Geigenbauer Uphoff vorbringen. Oder kennt ihr einen anderen in der Gegend?

Falls das wirklich 500€+ werden sollten, stellt sich allerdings die Frage "lohnt sich das für diesen Bass"?
Bigsby Profilseite von Bigsby, 01.09.2013, 19:33:01

Hallo,

von Mannheim aus würde ich dir auch Jonas Lohse empfehlen, das sind etwa 80 km. Du kannst ihn ja per Mail/Telefon nach einem ungefähren Preis fürs Setup fragen und den mit deinem Geigenbauer vergleichen. Gerade bei günstigen Bässen lohnt sich ein Preisvergleich, weil man schnell in einen Bereich kommt, in dem sich größere Investitionen nur wenig lohnen.

http://www.kontrabass-atelier.de/kontakt.html

Viel Erfolg!

 

midioma Profilseite von midioma, 01.09.2013, 19:44:56

Dann bist Du für das GeBa-Treffen (siehe Thread Geba-Treffen) ja quasi um die Ecke. Ist halt erst in vier Wochen, aber das erste seit Jahren. Ich habe da auch einige Saiten dabei (z.B. Efrano-Darm), die Du ausprobieren könntest. 

Ein Komplettsetup kann schon mal 400 Euro kosten, dann aber mit Steg, den Du vermutlich nicht brauchst. Wenn die Saitenlage niedriger ist, dann brauchst Du schon mal deutlich weniger Kraft in der linken Hand.
Durch Herunterstimmen kannst Du weichere Saiten simulieren. Pi mal Daumen: Normal nach weich einen Halbton tiefer stimmen, Normal nach Solo einen Ganzton herunterstimmen. Das kostet nichts, ausser dass Du so wohl nicht mit anderen zusammenspielen kannst. Für's Üben ist das völlig wurscht. Der Bass kann anfangs etwas komisch klingen (Wölfe etc.), was sich (hoffentlich) nach ca. einer Woche wieder legen wird, wenn sich der Bass an den geringeren Deckendruck gewöhnt hat. 

Ich meine auf Jonas Lohses Webseiten wären nicht nur Session-Standorte, sondern auch Bassbauer auf einer Karte eingetragen. Hier bei Geba-online gibt es links auch Bassbauer, dort kann man auch mal suchen (nach Ort sortieren lassen). Der nächste Bassbauer dort ist wohl Wilfer in Nauheim. Zu Jonas nach Frankfurt kommst Du super mit dem Zug. Sprich ihn doch mal an wann Du mit dem Bass vorbei kommen kannst. Oder komm zum GeBa-Treffen, Jonas kommt auch dorthin, dann kann er sich den Bass gleich mal ansehen. Bis dahin kannst Du den Bass mal einen Ganzton herunterstimmen und probieren ob das auf Dauer etwas bringt. 

Es ist leider so, dass man oft nachträglich noch einiges an Geld in einen Bass investieren muss. Wie Du schon selbst erkannt hast, liegt das Problem bei Deinem Bass am Wegkippen. Du kannst (und solltest) möglichst mehrere Werkstätten kontaktieren und um Rat, Erläuterung und grobe Kostenangabe bitten. Erst dann kannst Du sinnvoll entscheiden, was Du mit dem Bass machen kannst. Es ist wirklich eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Wenn andere kein Problem mit dem Wegkippen und Daumen haben, vielleicht besser verkaufen und einen für Dich passenden Bass suchen (möglichst mit Lehrer oder erfahrenem Bassisten zusammen). 

Ray Profilseite von Ray, 02.09.2013, 08:59:13

Guten Morgen!

 

Das GeBa-Treffen am 29. September im Raum Wiesbaden/Mainz nehme ich gerne war. Ich muss mal diese Woche schauen, ob das terminlich klappt.

Das wäre ja eine Gelegenheit alles abzuklären.

Neuester Beitrag midioma Profilseite von midioma, 02.09.2013, 11:30:38

Dann melde Dich bei Sachsenbass, der das Ganze organisiert mit dem was Du mitbringst und was Dein spezielles Anliegen ist (alles nur kurz). 
Genauere Informationen, z.B. über den genauen Ort, gibt es nämlich nur noch per Mail von ihm (demnächst, die anderen haben auch noch keine bekommen). 

Der Vollständigkeit halber trage Dich bitte auch in den Doodle ein, auf den am Anfang des Geba-Treffen-Threads hingewiesen wird. 

Höhenverstellbare Stege bei Thomann <Zurück zur Liste> Combo verstärken

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 14.12.2019, 21:58:15.