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Günstiger Einsteigerbogen?

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Zugeordnete Kategorien: Bogen & Streichtechnik

MHammer Profilseite von MHammer, 05.04.2012, 08:31:51
Günstiger Einsteigerbogen?

Hallo liebe Bass-Gemeinde,

ich spiele nun seit knapp 5 Monaten Bass und möchte mich auch mal ans Arco-Spiel rantasten. Ich denke, dass das bei Auftritten mit Harfe oder ähnlich leisen Instrumenten einfach viel hermacht.

Ich habe schon einige Threads hier durchstöbert, bin aber immer noch nicht sicher, mit welchem Bogen ich als Anfänger nichts falsch machen kann. Ich möchte ihn wie gesagt in unserer Hobby-Band einsetzen. Die richtige Bogentechnik werde ich mir dann nochmal von einem Lehrer zeigen lassen.

Ich habe gesehen, dass bei kontrabassist.com "deutsche" Bögen aus Holz für unter 50 € angeboten werden. Sind die für den Einstieg geeignet? Oder doch lieber etwas tiefer in die Tasche greifen? Carbon?

Wie gesagt, ich brauche keinen Bogen für mehrere Hundert Euro, ich hab keinerlei Ambitionen in einem Sinfonieorchester o.ä. spielen zu können. Ich mach das eher für mich selbst. Wichtig ist mir, dass er vernünftige Behaarung hat, ich möchte keinen "Namen" mitbezahlen!

Beste Grüße, Marcel

AlexderK Profilseite von AlexderK, 05.04.2012, 09:34:32

Hallo Marcel!

Diese 50 Euro Bögen sind nichts wert. Du musst bedenken dass eine gut gemachte Bogenbehaarung nicht unter 60 Euro zu haben ist. Die einzig sinnvolle günstige alternative wäre ein Carbondix*** Bassbogen welche um ca. 300 Euro angeboten werden. Die klingen ganz gut und sind gut ausbalanciert. Alles was weniger kostet ist weggeworfenes Geld. Und solltest du den Carbondix wieder verkaufen wollen ist dies recht einfach.

viel Spaß beim Streichen!!

Alex

Uli Profilseite von Uli, 05.04.2012, 10:53:55

(M)ein Beispiel: Ich habe einen Carbonbogen "Cremona" zu 150  €, der inzwischen sogar neu bezogen ist- und habe mir später einen Arcus veloce gekauft, 900 €. Gegen den Arcus klingt der Cremona einfach schlecht; auch bei mir als Anfänger. Also hat der Bogen einen erheblichen Einfluß auf das Klangbild und eine größere Geldausgabe lohnt sich, das weiß ich jetzt.   Nur mal so meine Anfängererfahrung...

Grüße, Uli

LowB Profilseite von LowB, 05.04.2012, 11:49:11

Hi Marcel!

Die ganz billigen Bögen haben durchweg keine gute Behaarung. Und: Der Bezug ist häufig nicht fachgerecht mit Keilen fixiert, sondern ist eingeklebt. Ein Wechsel der Haare ist somit weit außerhalb jeglicher wirtschaftlicher Vernunft - ein Geigenbauer müßte erst richtige Kästchen zur Haarbefestigung stechen - und somit sind diese Bögen Wegwerfartikel.

Ab 150,-- bis 300,-- € gibt es etliche Carbonbögen, v.a. chinesischer Provinienz, da können schon mal brauchbare dabei sein, aber auch bei diesen gibt es Serienstreuungen. Und dazu Holzbögen in dieser Preisklasse spielen, vielleicht gefällt Dir einer ja doch besser. Viele Geigenbauer und auch manche Internethändler stellen mehrere Bögen zum Vergleich für ein paar Tage bereit, da würde ich mal nachfragen.

Grüße

Thomas

BonnBass Profilseite von BonnBass, 05.04.2012, 12:51:10

Hi Marcel,

i.d.R. sollte es kein Problem sein, auch im Versandhandel mehrere Bögen zur Ansicht bestellen zu können. Du solltest das aber vorher ankündigen, da Du ja Kolophonium draufziehen musst, sonst ist mit Probieren halt nix. Hat der Händler damit ein Problem, frag' den nächsten.

Auf jeden Fall Empfehlung: antesten, wenn es irgendwie geht. Der Bogen muss zum Bass und muss zum Spieler passen. Alles unter 100 Euro solltest Du verwerfen, das ist der Mühe nicht wert. Ich persönlich spiele - nach zeitgleichem Test von vier Bögen (zwei Holz, zwei Carbon, Preisklasse 200 - 400 Euro) auf meinem Bass - ebenfalls den oben schon empfohlenen Carbondix*** (französisch), für gute 200 Euronen beim "T" gekauft. Ich habe ihm am Frosch zusätzliches Gewicht gegeben, da ich ihn nicht ganz ausgewogen fand. Ansonsten für den Preis:***** für den ***. Aber, wie gesagt: alles Geschmackssache, sagte der Affe, und biss in die Seife.

LG Andreas

 

Bigsby Profilseite von Bigsby, 05.04.2012, 14:57:34

Hallo,

ich spiele einen Carbonbogen von Yitamusic. Das ist eine chinesische Firma, die direkt ab Werk über Ebay verkauft. Mit meinem bin ich ganz zufrieden. Der kostet aber mittlerweile 145+Steuern und Zoll.

Wenn ich jetzt einen Bogen kaufen müsste, würde ich das Modell von gedo-musik.de nehmen (auch Carbon). Den hatte jemand aus dem Forum getestet und für besser als den Yitamusic Bogen befunden. Preislich lag er bei ca. 150€ inkl. Garantie und Rückgaberecht. Glaube kaum, dass du eine bessere Alternative finden wirst.

Grüße

 

LowB Profilseite von LowB, 05.04.2012, 15:23:27

Hi Bigsby!

Ja, das war ich. Zu den Chinapreisen kommen nochmal ca. 22% dazu, 19% MWSt und ca. 3% Zoll, eventuell auch noch Versandkosten. Wird das Zeugs per EMS versendet, landet es bei der GDSK Frankfurt (Gesellschaft der "Schnell"(???) -kuriere), die sich Zollabfertigung und Zustellung fürstlich bezahlen lassen (mal unter "GDSK Abzocke" googeln) - oder man fährt selbst zum Frankfurter Flughafen, auch nicht für jeden praktikabel. Soweit mal zu den Schwierigkeiten und Zusatzkosten bei Direktbestellungen aus China. Und - es ist halt der Kauf einer Katze im Sack.

Den Yita-Bogen Advanced Model A finde ich einfach zu weich, keinesfalls ein Profibogen wie beschrieben. Für den Preis ganz o.k., ordentlicher Bezug, gute Verarbeitung, robust, brauchbarer Bogen für meinen EUB, mehr aber auch nicht.

Der Gedo-Bogen ist nach wie vor der beste Bogen, den ich in dieser Preisklasse gespielt habe, mit 126 g ist er ziemlich leicht. Mit Empfehlungen ist es aber so eine Sache, Technik, Baß und Spieler müssen zusammenpassen und dann ist da noch die Sache mit der Serienstreuung.

Grüße

Thomas

Nachtrag: Habe gerade nochmal unter GDSK gegoogelt. Anscheinend liefert nunmehr auch EMS seit Ende November 2011 an das zuständige Heimatzollamt des Empfängers unter Ausschluß der GDSK.

Bigsby Profilseite von Bigsby, 05.04.2012, 17:28:13

Hallo,

danke für die Rückmeldung. Mein Bogen heiß dort "Top Model A Carbon Fiber Double Bass Bow German". Ist also ein anderes Modell.

 

LowB Profilseite von LowB, 05.04.2012, 18:07:07

Hi Bigsby!

Was habe ich da nur wieder durcheinander gebrachtsad_smile! Habe auch das "Top" und nicht das "Advanced" Model.

Grüße

Thomas

Bigsby Profilseite von Bigsby, 14.06.2013, 14:06:51

Hallo,

kleiner Nachtrag zum Gedo Bogen: Ich habe mir gerade die 3/4 und die 4/4 Version kommen lassen, weil ich einen besonders leichten Bogen spielen wollte. Ich habe im Unterricht jetzt mit dem Springbogen angefangen...Leider ist der aktuelle Gedo Bogen 143g schwer (beide Ausführungen, die sich auch nur 0,5 cm in der Länge unterscheiden). Anscheinend ändert sich gelegentlich der Hersteller. Jetzt werde ich es erstmal mit einem leichten SCOLAR Fernambuk Bassbogen von Paganino versuchen, den spielt mein Lehrer als Ersatzbogen und fand ihn ganz ordentlich. Vor allem ist er mit 130g recht leicht.

Wenn hier jemand die 126g Version des Gedo Bogens verkaufen möchte bitte melden ;-)

VG

Neuester Beitrag midioma Profilseite von midioma, 14.06.2013, 15:18:49

Ich habe vor gut einem Jahr den "deutschen" Yitamusic Top A Bogen bestellt und fand ihn auch zu weich. Was offenbar hauptsächlich daran liegt, dass die Stange zu wenig gekrümmt ist und somit bei gespanntem Bogen fast gerade ist, aber wohl auch am Material bzw. dessen Verarbeitung selbst.

Mein deutscher Glasser Fiberglasbogen (mit Stahlstange im Kern) ist da komplett auf der anderen Seite (gab's gebraucht mit meinem Clevinger EUB). Für gelgentlichen Einsatz mit sehr definiertem (aber nicht unbedingt schönem) Tonanfang gar nicht übel, ich komme damit nie zu spät. Der Yita ist eher was für ein Orchester bei dem der Dirigent immer einen Schlag vor dem Orchester dirigiert, weil die Streicher so spät einsetzen. Dafür klingt er dann auch sehr weich (der Bogen, nicht der Dirigent) ...

Bei der letzten Musikmesse habe ich mir dann einen anderen chinesischen Carbonbogen von Muco Music (Suzhou Xiangcheng District Weitang Muco Music Instrument Manufacturing Co., Ltd., www.xjwbow.com, ebenfalls deutsch) mitgebracht, mit dem ich für meine beschränkten Verhältnisse recht zufrieden bin. Die hatten einen Kontrabss auf dem Stand, so dass ich den Bogen dort ausprobieren konnte und für den Preis fand ich das sehr in Ordnung. Ich ziehe ihn in fast allen Fällen dem Yita vor. Ein richtig guter Bogen ist aber was anderes. Ich durfte auf der BASS2012 in Kopenhagen einen Dölling-Bogen für 1300 Euro probieren und der spielte wirklich fast wie von selbst. War ein irres Gefühl, sonst immer nur Brasilholz oder billige Kunststoff- und Carbonbögen und dann das. Leider viel zu teuer für mich und ich hätte immer Angst, dass dem was passiert oder er plötzlich verschwinden könnte. Und für einen seltenen Gebrauch ist das definitiv zu viel Geld. Die Erfahrung möchte ich nicht missen, aber auf den Bogen muss ich leider verzichten. Andere sogar noch teurere Bögen kamen an diesen Bogen aber nicht heran. Auch keine teuren Carbonbögen aus dänischer Herstellung/Vertrieb. Da konnte ich fast (!) ebenso bei meinen billigen Bögen bleiben. 

Den Gedo-Carbonbogen wollte ich auch immer schon einmal ausprobieren, bislang hat es aber vor Ort nicht geklappt (offenbar habt ihr die mir alle vor der Nase weggekauft...).

Mit dem Muco Music Bogen bin ich aber ganz zufrieden. Die hatten dort auf dem Stand auch einen Holzbogen, der durchaus besser, aber mir die preisliche Differenz nicht wert war. 

spassbass Profilseite von spassbass, 06.04.2012, 11:59:09

Hallo ,

als ersten Bogen hatte ich einen, zu dem Bass mitgegebenen, sehr einfachen und nicht ordentlich verarbeiteten Holzbogen. 

Den Bass hatte ich bei GedoMusik gekauft, und dann auf Empfehlung meines Lehrers bei einem Geigenbauer seines Vertrauens einstellen lassen. 

Nach ca, einem Jahr war der Bogen schlapp geworden. Man bekam keine ordentliche Spannung mehr auf die Haare. Bei dem Geigenbauer fragte ich nach einem Bogen. Er bot mir an, verschiedene Modelle zu testen. Ich entschied mich für einen Holzbogen für knapp 200€. 

Ich spiele den Bogen bereits 3 Jahre und bin zufrieden. Es ist manchmal doch zu überlegen, etwas mehr zu investieren. Wichtig ist , mehrere Bögen in Ruhe zu testen. Und dann den Bogen, mit dem man sich am wohlsten fühlt zu nehmen. Wenn er denn auch bezahlbar ist, oder man bereit ist dafür etwas zu investieren. 

Viel Spass beim Streichen. 

bässte Grüsse, Spassbass

 

MHammer Profilseite von MHammer, 06.04.2012, 20:25:04

Danke für eure zahlreichen Antworten!

Wenn das so ist, muss ich noch ein bisschen warten... 200+ € hab ich grad leider nicht einfach so übrig, einer für 50 € wäre eher drin gewesen. Aber ihr habt ja Recht... das entspricht mir eigentlich auch nicht, billig zu kaufen, eigentlich kauf ich viel zu teuer und zu aufwendig und merk dann später, dass es günstiger auch gegangen wäre.

 

Ich warte noch ein paar Monate und werd dann einfach ein paar verschiedene ausprobieren!

 

Schöne Ostern, Marcel

LowB Profilseite von LowB, 06.04.2012, 22:05:48

Hi Marcel!

Gute Entscheidung! Wir haben nichts davon, wenn wir Dir zu einem teureren Bogen raten als Du ursprünglich ins Auge gefaßt hattest, aber ich denke die Argumente dafür wurden hinreichend belegt und basieren nicht nur auf Vorurteilen. Bei Holzbögen besteht nun mal eine direkte Relation von Preis und Qualität, auch wenn diese ab einem gewissen Punkt nicht mehr linear sondern expotentiell verlaufen mag.

Ich möchte aber auch noch einen anderen Aspekt ansprechen. Kürzlich wurde ich in einem anderen Forum gemaßregelt, weil ich die Äußerung eines anderen Forummitglieds, das bezüglich der Holzqualität seines chinesischen Billiginstruments meinte: Holz dieser Qualität sei aus europäischer Provinienz unbezahlbar dahingehend kommentierte, daß das Holz durch den Raubbau an den tibetischen Wäldern gewonnen wird. Rüffel wegen unzulässiger politischer Stellungnahme gemäß der Forumsregeln. (???????) Oder steht hinter jenem Forum ein chinesischer Sponsor???????

Und wenn wir die Situation beim Bogenholz betrachten: Umgangssprachlich werden hierfür vier Gattungen an Tropenhölzern genannt: Schlangenholz, neuerdings auch IPE, Brasil- und Fernambukholz. Was damit eigentlich gemeint ist, ist aber nicht so ganz klar, siehe auch den Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Fernambuk . Dabei wird es dem Laien wohl immer verschlossen bleiben, welche Art er genau in Händen hält. Die allermeisten zählen aber zu den strak gefährdeten Arten - ich halte es noch immer für legitim, wenn daraus Produkte entstehen, die den Besitzer voraussichtlich lange Jahre oder Jahrzehnte begleiten werden. Für Wegwerfartikel ist auch das einfachste (?) Brasilholz zu schade.

Grüße und ebenfalls schöne Ostern

Thomas

 

nagybögö Profilseite von nagybögö, 12.04.2012, 08:46:03

Die gleiche Frage bezüglich Holz von stark gefärdeten Arten habe ich mir bei Ebenholz gestellt. Ich hoffe, im Niedrigpreissegment wird darauf verzichtet. Bei einem Gambisten sah ich mal ein furniertes Ebenholzgriffbrett. Was spricht eigentlich gegen diese Variante?

AlexderK Profilseite von AlexderK, 12.04.2012, 09:24:45

naja, so ein großes und verhältnissmäßig langes Griffbrett zu furnieren gestaltet sich schwierig... Außerdem muss dann noch gut abgerichtet werden und dafür fehlt dann Material. Allzu dick kann man das Ebenholzfurnier auch nicht aufleimen, das wäre schnell durch am Bass. Hat ja keine Darmbünde...

Das Ebenholz das man als Fachmann beim Fachhändler einkauft kommt meist aus indischen Plantagen.

Aber das muss man auch glauben, da auch der Geigenbauer kein Zertifikat mit bekommt...

LowB Profilseite von LowB, 12.04.2012, 09:32:23

Hi nagybögö!

Danke für Deinen Beitrag und den Hinweis auf das furnieren von Griffbrettern. Einige Überlegungen zum Ebenholz im Instrumentenbau gibt es auch unter http://forum.geigen-forum.de/forum.php?action=viewtree&id=212&pagi_start=29&search=&search_kat_id=&instanz=0 . Die besten Ebenholzarten aus Madagaskar sind ja schon unwiederbringlich ausgerottet.

Irgendwo brachte jemand Ipe als Alternative zum Brasilholz für günstige Bögen ein. Das wird aber zwischenzeitlich in Plantagen angebaut, dafür muß der natürliche Tropenwald erst mal gerodet werden, also alles andere als eine gute Maßnahme zum Schutz des Regenwaldes. Ebenso ist die Situation von Lyptus als Ersatz von Teakholz, einem Hybrid aus mehreren australischen (!) Eukalyptusarten, das nunmehr großflächig in Brasilien augebaut wird. Mit Schutz der natürlichen Arten hat das aber auch rein gar nichts zu tun.

Grüße

Thomas

P.S. Mein Beitrag hatte sich gerade mit dem von AlexanderK überschnitten - Plantagen, sofern es sie für Ebenholz denn geben sollte - scheinen mit keine Alternative zu sein.

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