GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

Jazzbass/E-Bass im klassischen Kontrabassstudium? <

Erfahrung mit Deckenriss Reparatur

> Suche Rat / Sperrholz / Halbmassiv

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Pflege - Bassbau

dr.bigbass Profilseite von dr.bigbass, 09.02.2012, 22:27:26
Erfahrung mit Deckenriss Reparatur

Hallo,

kam vorhin in den Probenraum (eigentlich gut temperiert un nicht zu trocken...) und bin fast tot umgefallen. Am Kontrabass parallel rechts und links des Saitenhalters vom Rand ausgehend ca. 15cm lange Deckenrisse...Kann mir schwer vorstellen dass die Reparatur ohne Abnehmen der Decke geht und das wird teuer...

Daher mal eine Frage in die Runde wer schon Erfahrungen mit solchen Reparaturen hat? Würde ihn schon gerne gut reparieren lassen, habe abee trotzdem etwas Sorge dass ich nur viel Geld zahle und im nächsten Winter der Riss wieder da ist...da Decke ja schon einer gewissen Spannung ausgesetzt ist...

 

 

old_slapperhand Profilseite von , 09.02.2012, 23:31:18

 

Moin,

wenn ich deine Beschreibung richtig interpretiere liegt die Ursache für diese Risse zum einen in der extremen Trockenheit begründet, die aktuell überall herrscht, zum anderen und vor allem aber darin, dass der Untersattel - das Holzklötzchen ganz unten, wo die Hängelsaite drüberläuft - kein Spiel mehr hat und dadurch die in Folge der Trockenheit geschrumpfte Decke quasi aufgespalten hat.

Der Untersattel liegt vom Faserverlauf her rechtwinklig zum Faserverlauf der Decke, er schrumpft bei Trockenheit also nicht in der gleichen Richtung wie die Decke. Seriöserweise lässt man rechts und links vom Untersattel je einen Spalt von ca. 2 mm offen, damit die Decke im Winter etwas Spiel hat. Bei deinem Bass wurde diese Dehnungsfuge vergessen oder zu knapp bemessen.

Bei einem billigen Instrument würde ich versuchen, den Untersattel rauszupopeln und einzukürzen, das geht mit dem passenden Werkzeug sogar ohne ihn vorher zu entfernen. Sodann würde ich den Bass eine Weile im Badezimmer lagern und anschließend die kleinen Risse mit Sekundenkleber füllen. Im nächsten Winter passiert dann nichts mehr.

Bei einem teuren Instrument würde ich die Decke entfernen und die Risse ordentlich unterfüttern lassen, den Geigenbauer aber darauf hinweisen, den Untersattel einzukürzen wenn er schon mal dabei ist. Der erfahrene Geigenbauer erkennt nun, ob die Zarge unten schon mal eingekürzt wurde und verrichtet auch diese Arbeit sofern erforderlich. Die Kosten dürften bei ca. 500 Euro beginnen - den Bass öffnen ist Fummelarbeit!! - mehr als einen Tausender sollte es nicht kosten. 

Guten Abend!

 

dr.bigbass Profilseite von dr.bigbass, 09.02.2012, 23:43:08

Das mit dem Untersattel hatte ich hier im Forum schon gelesen aber danke nochmal für den Hinweis, das klingt ja sehr plausibel. Das ist an sich gut möglich, komisch nur da ich den Bass seit 1995 spiele aber evtl. war es einfach ein trockener Winter zu viel....(ital. Bass von 1947, seit 95 in meinen Händen, bisher nie Probleme, kein Meisterinstrument im hohen 5stelligen Bereich aber hoher 4stelliger sicherlich wert)...

Werde auf jedenfall mal ein Kostenvoranschlag bei nem guten Bassbauer einholen...für mich wäre es hilfreich, wie die Erfahrungen mit der "haltbarkeit" solcher Reparaturen sind, wissend das das je instrument unterschiedlich sein kann, wenn die erfahrungen eher schlecht un der Preis eher hoch ist...

old_slapperhand Profilseite von , 09.02.2012, 23:55:21

Na ja, die Haltbarkeit einer Reparatur hängt eher vom Knowhow des Geigenbauers als vom Riss ab...

Ich finde Risse in Kontrabässen relativ normal, die Dinger sind nun mal empfindlich und - im Verhältnis zur Größe - erheblich dünner gebaut als Geigen. Da geht schon mal was kaputt. Und es ist streng genommen überhaupt nicht komisch, wenn ein bisher rissfreier Bass dann doch mal zu reissen anfängt. Irgendwann ist es einfach so weit!

Wenn der Riss nicht rappelt und nicht weiter aufklafft würde ich ihn erst mal beobachten. Eventuell kommt da in den nächsten Jahren noch ein schlimmer Riss dazu, dann lohnt sich der Aufwand, die Decke zu öffnen. Wichtiger wäre, an der Ursache der Rissbildung zu arbeiten, wie gesagt: zu trocken, Untersattel zu eng eingepasst, Zarge inzwischen zu lang. Wobei zu lange Zargen meistens dazu führen, dass sich die Decke löst. Ich spekuliere....Der Geigenbauer muss ran!

 

Schönen Abend!

 

FrederikM Profilseite von FrederikM, 10.02.2012, 00:01:17

Hallihallo,

ja, anscheinend ist die Zeit mal wieder gekommen. Alleine hier in der Musikhochschule von Rotterdam haben wir innerhalb von zwei Tagen Boden- und Deckenrisse bei sieben Instrumenten zu beklagen. Mein Bass hat neben dem Sperrholzinstrument eines Kollegen bisher als einziger überlebt. Ich hoffe auch, daß das so bleibt.

Einen Bassbauer zu konsultieren ist natürlich die Wahl, aber schau mal, ob es überhaupt schlau ist, die Risse sofort reparieren zu lassen. Man darf mich gerne berichtigen, aber ich denke, daß die "Wiederverletzungsgefahr" momentan noch zu hoch ist. Auf alle Fälle wünsche ich viel Glück, daß die Kosten bei Dir nicht allzu hoch ausfallen.

Viele Grüße,

Frederik

Tommel Profilseite von Tommel, 10.02.2012, 00:14:51

Hallo, 

ich habe einen Bass (Rubner Busetto) mit genau solchen offenen Rissen gekauft und die Vorbesitzern versicherte mir, die Risse wären schon im Instrument gewesen als sie ihn  ihrerseits vor 14 Jahren erworben hat. Vor dem Kauf bin ich dann zu einem recht vielbeschäftigten Bassbauer gefahren, der mir im Vorfeld angeboten hatte das gute Stück zu bewerten. Sein Urteil: Kann gutgehen und ewig halten oder auch nicht, eine Reparatur würde sicherlich ca. 1000 Euro kosten, er riet mir aber zu dem Kauf. Gesagt, getan, der Preis war aufgrund der Risse auch recht günstig. Nach 2 Jahren war ich dann wegen einer anderen Geschichte beim selben Mann und er schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Am besten sofort die Decke ab, so sein neues Urteil. Ich habe das dann nicht machen lassen und er hat die Risse kostensparend von aussen mit Leim bearbeitet. Mittlerweile sind wieder 6 Jahre ins Land gezogen und es ist nichts passiert. Vielleicht brauchte der gute Mann bloß dringen Geld...wer weiss. Ich schaue jedoch regelmäßig nach ob sich was in Punkto Risslänge getan hat. Vieleicht geht das Ganze ja dauerhaft gut. Soviel zu meinen Erfahrungen mit der Problematik.

Gruß, Tommel

 

Uwe Profilseite von Uwe, 10.02.2012, 04:10:17

Ich würde noch ein Übriges tun und mich um die Lufteuchtigkeit im Überaum kümmern. Die Argumentation ist einfach, da kann sich auch ein Opernhaus nicht herausreden: Zur Werterhaltung braucht es einen oder mehrere Luftbefeuchter.

Ich babe meine Bässe im beheizten Keller. Obwohl ein Luftbefeuchter dort in höchster Stufe läuft und ich den Behälter alle zwei Tage auffülle, habe ich eine Luftfeuchte von unter 40% - es ist also trotz allem staubtrocken. Ich könnte jetzt nur noch die Heizung herunterdrehen.

 

Gruß, Uwe

Uli Profilseite von Uli, 10.02.2012, 10:23:55

Siehe auch die Beiträge von voriger Woche: F**ing Cold Medina

Wie gesagt, bei meinem Bass sind jetzt auch Risse aufgetreten, übrigens mit einem schrecklichen Wolf, der sich aber wieder gegeben hat.

Falls man sich einen Vento Luftbefeuchter zulegen will, rate ich aus Erfahrung zum größten Modell, sofern man seinen Bass nicht in einem kleinen Kämmerlein unterbringt.

Grüße, Uli

badbone Profilseite von badbone, 10.02.2012, 14:47:21

Sind Halbmassive Instrumente auch so empfindlich? Bis jetzt sind in meinem 1950er Cutaway Halbmassiv keine Risse in der Decke aufgetaucht. Naja, vieleicht haben die zig Tempos und Kippenschachteln die bei m Kauf drinne waren genug feuchtigkeit gespeichert und über die Jahre an das Holz abgegeben. 1

Ich hatte mal bei einem Billigsperrholzbass das Problem das der Deckenbalken bei hoher Lufttrockenheit geschnarrt hat. Ein Bassbauer gab mir den Tip den Balken mit Wasser einzupinseln und eine Zeitlang ein Damit reinzuhängen. In der Tat ist das Problem danach nie mehr aufgetreten. Ich weis bis heute nicht wieso das funktioniert hat. Kann es sein das sich der Leim angelöst und dann wieder angezogen hat?

Bigsby Profilseite von HannoBass, 11.02.2012, 13:11:07

Hallo,

man kann Risse auch von außen beheben, wenn sie nicht auseinander klaffen. Dazu kommt von oben Leim rein. Das ganze kann von unten zusätzlich durch eine Unerlegung verstärkt werden. Das kann man mit einem starken Magneten andrücken, bis der Leim der Unterlegung getrocknet ist. Ist allerdings eher kompliziert und ich glaube nicht, das das jeder Geigenbauer kann.

Grüße

Neuester Beitrag Arcoluz Profilseite von Arcoluz, 11.02.2012, 23:23:55

Ich werde gerade richtig Paranoid.

Gestern hat es ein paar mal laut geknackt, ein sowieso schon höchst unliebsames Geräusch. Ich habe sofort alles an meinem Bass untersucht, der bei mir im Schlafzimmer/Wohnzimmer auf dem Boden liegt und nichts gefunden. (Allerdings hat das Instrument schon unzählbar viele alte, behandelte Risse, sodass ich auch was übersehen haben könnte).

Vorhin wieder ein Geräusch - und Zack! Am mittleren Rand außen am Boden einen 6 cm langen Riss entdeckt. Jetzt hört sich jedes Geräusch gleich wie ein Knacken an, auch wenns nur die Plastikflasche war... Weiß jemand ob es große Unterschiede zwischen Boden- und Deckenrissen gibt? (Vollmassiv) Ich hoffe erstmal, dass nichts weiter passiert und das sich das leicht beheben lässt.

Jazzbass/E-Bass im klassischen Kontrabassstudium? <Zurück zur Liste> Suche Rat / Sperrholz / Halbmassiv

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 27.05.2020, 20:54:52.