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1. April 2010 <

konische Reibahle 1/17 ausleihen?

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Zugeordnete Kategorien: Bassbau - Werkzeug & Zubehör

bassknecht Profilseite von bassknecht, 04.12.2009, 16:02:16
konische Reibahle 1/17 ausleihen?

Ich suche besagte konische Reibahle, um die Konusbohrung für den Laborie /Rabbath - Stachel aufzureiben. Idealerweise wäres es die, die beim Hersteller Dick unter der Artikel Nr. 730701 angeboten wird und bei einer Länge von 212,5 mm von Durchmesser 15mm auf 27,5 mm ansteigt (genau diese wird vom Stachellieferanten empfohlen). Da ich nicht vor habe diese Bohrung in mehr als zwei Bässen zu machen,  will ich mir die Reibahle nicht für  127 € kaufen, sondern möchte sie ausleihen. Wer hat eine, wer leiht mir seine, wer kann mir einen Tip geben wen ich danach fragen könnte?  Ciao Roland

Ceperito Profilseite von Ceperito, 07.12.2009, 20:27:53

 Hallo Roland,

also ich frage in so einem Fall die Bass- Cello- und Geigenbauer in meiner Umgebung, ob ich mir so ein Teil mal für eine Stunde leihen kann. Mit einer guten Flasche Rotwein etc. bringe ich es dann nach Gebrauch so schnell es geht zurück .

Viel Erfolg und viele Grüße von Jan

bassknecht Profilseite von bassknecht, 07.12.2009, 22:31:07

Hallo Jan, so einfach ist es  für mich leider nicht, erstens dauert das konische Aufreiben deutlich länger als eine Stunde, wenn man es materialschonend macht,  zweitens ist die von mir benötigte Reibahle keineswegs ein Werkzeug was jeder Streichinstrumentenmacher standardmässig in seinem Fundus hätte.  Zumindest hat mir das ein befreundeter Meister so erklärt, obwohl Biertrinker hätte er sie mir natürlich geliehen, hat aber keine. Wenn ich einen Streichinstrumentenmacher fände, der das gesuchte Werkzeug hätte, würde der mir sicher sagen "behalte Deinen Wein und bezahle mir einen Job" - ich kenne die Brüder doch, würde es selbst nicht anders machen. Ich habe  Gründe das Aufreiben selbst  machen zu wollen und will die Arbeit nicht aus der Hand geben. Ciao Roland

Tobytimber Profilseite von Tobytimber, 07.12.2009, 23:00:18

 Hallo Roland,

ich bin einer von den "Brüdern" und ich tät Dir meine leihen, Weintrinker bin ich auch, also auch hier kein Problem, nur abholen müßtest Du sie Dir selber, und recht bald wiederbringen, weil lange kann ich nicht ohne. 

Kannst die Bässe natürlich auch mitbringen und die Arbeit in meiner Werkstatt machen, da hab ich auch kein Problem mit , Stachellöcher aufreiben gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben, darfst Du ruhig selber machen.

Schönen Gruß

Tobias

Bassist14 Profilseite von Bassist14, 07.12.2009, 23:34:17

 ich hab das auch mal beim geigenbauer machen dürfen, macht echt spaß, ein paar dinge muß man beachten (weil man da auch schnell viel ruinieren kann....), aber ich finde es toll sowas selbst zu machen. und mit gutem  spezialwerkzeug  zu arbeiten ist einfach immer ´ne tolle sache

laoh Profilseite von laoh, 08.12.2009, 00:12:28

 Hallo Roland,

hab so eine Celloreibahle (zwar nicht von Dick, aber sonst passt) ,  könnte für kurze Zeit überlassen . Einzige Manko ich müsste schicken,  hab gerade geschaut kostet bei DHL 3,90 einfach .  Wenn passt, könnte rüberschieben. Brauchte erst wieder nach Weihnachten. 

Ciao

laoh

 

 

bassknecht Profilseite von bassknecht, 21.01.2010, 12:56:08

Nochmal herzlichen Dank an Laszlo, das war nett und wirklich kollegial!  Wenn das Forum so läuft können alle zufrieden sein.

Die ganze Aktion hat wunderbar geklappt. Zu den Details werde ich demnächst mal genauer berichten. Ich hatte mir das nicht einfach vorgestellt, und es war auch nicht einfach, letztendlich habe ich die Konusbohrungen nun in einem 4/4 Violinformbass und einem kleingebauten 3/4 Bass in Gambenform, mit viel Zeit und Akribie habe ichdie Bohrungen genau so wie vorgeschrieben gemacht und auch alle Winkel korrekt eingehalten. Mit dem gossen Bass funktioniert alles so, wie Rabbath das in seinen Lehrvideos zeigt, bei dem kleinen Bass klappt es nicht, das Instrument hat einen starken Rechtsdrall. Einerseits hat der kleine Bass mehr hängende Schultern und dadurch  besteht fast gar kein Körperkontakt bei entsprechender Schräglage des Instrumentes. Bei Rabbath ist das genau so und trotzdem steht der Bass bei ihm sicher. Ich muss versuchen ob ich beim Stachellieferanten einen Stachel mit Überlänge bekomme, dann könnte es besser funktionieren. Eine gewaltige Umstellung ist es aber trotzdem. Das der Stachel auch beim kleinen Bass ein spieltechnischer Vorteil ist., werde ich hoffentlich  bald spüren.

Fest steht für mich schon mal: 1. Den Laborie Stachel finde ich deutlich besser als den Stahlhammer Knickstachel, sie sind von der physikalischen Wirkung her (Verschiebung des Instrumentenschwerpunktes) aber nicht wirklich vergleichbar. 2. Das Ganze ergibt eine total individuelle Konstellation aus den Parametern Körpergrösse Spieler, Instrumentengrösse, bevorzugte Schräglage und Stachellänge. Man muss also schon sehr genau wissen was man spieltechnisch und musikalisch will, für eben mal ausprobieren und für Neulinge würde ich es deshalb nicht empfehlen. Das so ausgerüstete Instrument ist damit kaum von jemand anderen zu gebrauchen, eben mal ausleihen ist nicht mehr!

Die alten "traditionellen" Stachel habe ich nicht ausgebaut, wenn ich im Sitzen spiele nutze ich sie wie früher. Ciao Roland      

Pollux Profilseite von Pollux, 21.01.2010, 18:02:15

Interessanter Beitrag - danke für die ersten Einschätzungen, ich hatte wartend darauf gehofft!

Gruß, Pollux

jlohse Profilseite von jlohse, 21.01.2010, 22:16:20

 man muss dafür übrigens nicht zwingend ein zweites Loch bohren: http://kcstrings.com/bass-endpins.html (mitte der Seite, "Peg Leg")

Neuester Beitrag bassknecht Profilseite von bassknecht, 22.01.2010, 02:21:59

 Ich finde das mit dem zweiten Loch gar nicht so schlimm. Blöd ist natürlich, das für die Unterklötze nicht unbedingt die edelsten Holzstücke verwendet werden  (man sieht sie ja nicht). Bei meinem grossen Bass ist der Unterklotz wohl sehr grobjährig  und dann musste ich noch schräg durch die Fasern, ich habe in der Endphase vom Aufreiben Blut und Wasser geschwitzt, weil es gehörig knackte (so ähnlich wie wenn man die Decke runterschneidet) und ich ständig dachte gleich bricht mir alles weg. Kurz vor Erreichen der endgültigen Konustiefe, habe ich ordentlich Knochenleim auf die Wandungen gegeben.  Anschließend den Stachelkonus mit Schmirgel umwickelt und die letzten Mikrometer quasi ausgeschliffen, ich hoffe mit dem Leim die Konuswand gepanzert zu haben und vor ausbrechenden Spänen sicher zu sein. Diesen Nervenkitzel umgeht man natürlich mit dem Stachelbefestigungssystem von KC, kommt mir aber ein bischen so vor wie für Warmduscher. Naja, jetzt wo ich die Bohrungen gut reinbekomnmen habe kann ich leicht eine grosse Klappe haben.


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