GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

Notenschreib-Programm <

Saiten

> Yamaha SLB 100 Kleinstmögliche Größe?

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Saiten

Lutz Profilseite von , 11.08.2009, 11:21:30
Saiten
Wer kann mir den Vorteil und Nachteil von Saiten in Solo-Stimmung gegenüber in Orchesterstimmung im Bereich Jazz u. Swing nennen. Danke
HerrK Profilseite von HerrK, 11.08.2009, 14:02:22

Hi Lutz,
ich glaube nicht, dass das einen Vorteil hat.

- weniger Durchsetzungsvermögen
- ständiges Transponieren (ist natürlich ne super Übung, wenn man das will)
- weniger Sustain
- weniger Percussiv
- leiser

+ beim Basssolo besseres Durchsetzungsvermögen

Da der Bass beim Swing viel Rhythmusarbeit leistet sehe ich darin keinen Sinn, warum fragst du denn?

Grüße,
Kilian

jlohse Profilseite von jlohse, 11.08.2009, 14:58:12

ich kenne niemanden, der im Jazz Solostimmung spielt. Dieser Umstand ist zwar für sich genommen kein Nachteil, aber lässt darauf schließen, dass es keine Vorteile hat. Zumindest fallen mir keine ein.

Etwas anderes ist es mit Solo-Saiten, die in Orchesterstimmung (GDAE) gespielt werden. Das macht man v. a. mit Saiten, bei denen einem die leichteste Stärke noch zu stark ist. Ob das klingt, hängt vom Instrument, Setup und persönlichen Vorlieben ab. Simulieren kannst Du das Spielgefühl, indem Du Deine Saiten einen Ganzton herunter stimmst.

Jonas

Dusan Profilseite von , 17.08.2009, 16:30:47

 Zwei Quint-Exoten fallen mir da schon ein: Red Michell und Glen Moore.

HerrK Profilseite von HerrK, 11.08.2009, 15:41:27

 Da fällt mir noch ein:

Sinn machen würde es vielleicht, wenn du als Leader Melodien spielst. Ron Carter spielt/e ja glaube ich auch
teilweise einen Piccolo-Bass (kann mir hierzu vielleicht jemand mehr sagen, ich habe dazu nichts gefunden. Ich würde gerne mal Aufnahmen hören
und auch wissen, was für ein Instrument er da genau gespielt hat).

Auch gestrichen würde es evtl. Sinn machen. Aber halt nur, wenn du die ganze Gruppe mit einer Melodie oder ähnlichem
führen willst.

Als typischer Bassist, also rhythmus- und groovegebend sehe ich keine Vorteile darin.

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 11.08.2009, 17:45:53

Solostimmungssaiten auf Orchesterstimmung heruntergestimmt: Kann zu Intonationsproblemen fuehren, d.h. wenn man staerker anschlaegt, leiert der Ton.

Solosaiten als solche: Habe einen 1/2 Bass und bei Kauf einen Solosatz dazu bekommen, der auf dem Bass gut klingt . Das Transponieren aber echt ein Horror - haette gedacht das es einfacher ist.

Falls es um einen Picolo-Bass Effekt geht, warum nicht ADGC (also high-strung C-Saite dazu, und tiefe ES weglassen)? Kenne einen Bassisten, der sowas auf seinem Drittbass hat.

Jörn Profilseite von fetti, 17.08.2009, 17:13:59

 Mal unabhängig vom Piccolo-Bass-Effekt: Ich habe mich auch schon ein paar Mal gefragt, ob ich nicht die E-Saite lassen und eine hohe C aufziehen soll. Ich spiele im Jazz die E-Saite sicherlich am wenigsten von allen Saiten, was man bei gebrauchten Saiten sowohl an der Färbung als auch am Griffbrett sieht. Außerdem hat die E-Saite beim Walken doch relativ geringen Punch und semmelt nicht so wie die anderen. Bietet eine hohe C-Saite  neben den Vorzügen beim Solieren nicht sogar  Durchsetzungsvorteile beim Begleiten?

Hen Profilseite von Hen, 17.08.2009, 17:16:52

Das Thema ist interessant! Mir würde als weiterer "Nachteil" einfallen das die gängigen Tonarten die am meisten gebraucht werden nicht mehr so gut liegen: E-, A-, D- und G-Dur über die Leersaiten und F-, Bb- und Eb-Dur mit dem ersten Finger in halber Lage und großer Terz auf der Leersaiten. Ich würde aus der Erfahrung sagen das man F#-Dur ziemlich selten begenet. Auch A-Dur auf der leeren oberen Saite.. hmm naja. Also ich denke das Orchesterstimmung da schon ein wenig besser passt aber man sieht an Leuten die Quintstimmung spielen das es am Ende auch anders geht. Interessant ist es das man sich durch die Solostimmung völlig neue Läufe erarbeiten muss weil die "Standartlicks" nicht mehr passen. Dadurch kann man natürlich einen eigenen Stil fördern. So würde zB. So What in gedachten C-Dur gespielt. Man würde automatisch ganz andere Läufe, Motive, Phrasen usw. spielen weil man andes greifen muss. Gerade im Jazz wird ja immer nach dem besonderem, unverwechselbaren und ganz persönlichen Stil gesucht. So würde man sich auf jeden Fall von der Masse absetztn, ob positiv oder negativ kommt auf der Spieler drauf an. Wäre aber mal ein interessanter Experiment, vielleicht probiere ich das gleich mal aus! In jedem Fall eine gute Übung ;-)

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 17.08.2009, 18:58:12

 @ Hen:

wie gesagt habe ich auf einem meiner Baesse Solosaiten, die ich umsonst bekam. Da ich hauptsaechlich Freie Improvisation mache, wo eh alles Pull-Moll ist, ist das auch OK. Aber fuer Jazz  ist die Transponiererei echt eine Herausforderung. Gute Uebung, und auch von daher ganz reizvoll, dass man ueber altbekannte Changes auf einmal nicht so spielen kann wie vorher, weil es auf einmal alles ganz anders liegt. Trotzdem wuedre ich mir das nicht antun wenn ich Jazz auf dem Bass spielen muesste - mit Jazz verdient man ja so viel Geld, da wuerde ich mir sofort neue Saitenb kaufen ;-)

@ Joern

Finde die ES fuer den Sound des Basses ziemlich wichtig. Ist natuerlich Geschmackssache, und haengt vom eigenen Stil ab. Als ich mir einen EUB gekauft habe, wollte ich mal was anderes und habe mir einen 5-Saiter geholt mit hoher C-Saite. Das ist schon OK, gerade weil ich meistens eh nicht die normale Bassfunktion bediene. Fuers Walken dagegen bringt die hohe CS wenig, ist doch eh in den unteren und mittleren Registern, dagegen hat's schon Vorteile fuer ostinatige Latin-Type Basslinien, die sich ja schon mal weiter oben abspielen.

Hen Profilseite von Hen, 17.08.2009, 19:24:13

@ Basstölpel: Eine Frage zu deinem Experiment: Hast du jetzt deinen Bass "gedanklich" transponiert oder die Stücke? Ich finde es sehr schwierig auf dem Bass umzudenken. Ich habe glücklicherweise kein absolutes Gehör und so spiele in Solostimmung einfach ganz normal und habe so gesehen keine Ahnung welchen Ton ich wirklich spiele. ich habe mal versucht in Solostimmung zu improvisieren. Es war einfach unglaublich schwierig für mich ein C spielen zu wollen aber da zu greifen wo eigentlich das Bb ist. Deswegen habe ich eher das Stück umgedacht und mir mit Bleistift die Akkorde einen Ton tiefer aufgeschrieben. Das war dann nicht so schwer, sowas kommt ja auch echt oft in der Praxis vor wenn man Sänger/innen begleitet. Da ich aber keine sooo lange Jazzerfahrung habe sind die Stücke auch nicht so fest bei mir drin.  

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 18.08.2009, 11:08:11

 Mir persoenlich geht es genauso wie Dir. Ich habe anfangs gedacht, es waere ein leichtes, das Griffbrett umzudenken. Ist es aber nicht - da komm ich in Teufels Kueche. Also transponiere ich die Stuecke (wenn's geht im Kopf) auch wenn sie klingend unveraendert sind, so dass auf dem Griuffbrett ein E ein E bleibt (auch wenn es ein F# ist...).

chazz Profilseite von chazz, 18.08.2009, 22:19:45

Hi Leute

nun möchte ich meinen Quark auch dazugeben....

Sorry, aber ich kann die Meinung zur Solo-Stimmung, das Sie generell zum Pizzicato ungeeignet ist, nicht teilen! Die Solo-Stimmung hat gegenüber der Orchester-Stimmung 20% weniger Saitenspannung (wenn man Solo´s in Orchesterstimmung spielt). Die Idee normale Orch.-Saiten einen Ganzton runter zu stimmen, um ein Gefühl davon zu bekommen wie sich Solosaiten spielen lassen, ist wohl etwas zu viel der Erleichterung, weil es dann nicht nur 20% weniger Saitenspannung ist. Das merkt man ja auch beim spielen: ein ganzer Ton tiefer u. solche Saiten "flattern" nur so, wenn man das so Ausdrücken kann (ich würde schätzen, dass es bei einem Halbton in etwa 20% weniger Spannung sein dürfte).

Meiner Meinung nach haben Solosaiten in Solostimmung gespielt (also einen Ganzton höher gestimmt), einen etwas gepressten Klang. Klanglich verändert sich der Basssound enorm, weil ja auch der Deckendruck steigt. Die höhere Saitenspannung ist, wie ich finde, vom Spielgefühl u. der Beanspruchung der Fingerkraft schon hart an der Grenze. Zum Pizzicato ist das wohl eher nicht gedacht.

Da die Saiten also einen höheren Dehnungsfaktor haben, damit Sie in Solostimmung nicht reisen, haben sie eben etwas weniger Zugspannung bei Orch.-Stimmung, was für mich heisst, dass ich etwas weniger Kraft aufwenden muss, um einen vernüftigen Ton, mit Sustain, beim Zupfen zu erzeugen.

Die Ton/Klangerzeugung ist ja wohl ein Wechselspiel zwischen den Fingern unten am Griffbrett u. auch oben, wo der Wiederstand zum Griffbrett beim niederdrücken der Saiten den Ton formt.

 

Was für den einen (wie mich) ein Vorteil ist, wird bei jemand anderen zum Hindernis? O.K., wer Pranken hat wie Bud Spencer, der brauch dann wohl was unter den Finger ja!?!

Sustain ist doch das entscheidende (oder?) u. das ist bei zu niedriger oder zu hoher Saitenspannung eben nicht optimal.

Die Solosaiten von Thomastik erfahren zudem einen gesonderten Herstellungsprozess, was heisst, dass sie im Umfang auch etwas dünner sind als Orchestersaiten (ist das bei anderen Herstellern auch so?).

Mit der Mensurlänge von 109cm, bei meinem Bass, machen sich Solosaiten einfach gut, das Instrument resoniert freier (nicht so gepresst) u. das hört man!

(Und was heisst hier schon lauter u. leiser....lasst mich auf einem Holzfußboden spielen u. ihr werdet die Solo-Stimmung preisen.....!)

Im übrigen: Miroslav Vitous spielt schon seit Jahren ausschließlich die Solostimmung der Spirocore u. ich meine, dass er seinen unverwechselbaren Ton auch insb. durch diese Saiten hat.

Und wie schon richtig gesagt wurde, hängt es vom Setup + Instrument genauso ab, wie vom Einsatzzweck (eine Darmsaite z.B. braucht dann eben auch eine etwas höhere Saitenlage bzw. Steghöhe).

Mit einem guten Instrument, was auch gut eingerichtet ist, wird man zum Zupfen mit Darmsaiten od. ähnl. unter Umständen auch die elektrische Verstärkung weglassen können. Dann braucht man nur noch Kraft u. die Frage nach der Solostimmung stellt sich nicht mehr?


Back to the 50´ies

 

(ich spiele weiter Stahlsaite!)

 Achso, u. wer´s von Anfang an lernt in einer anderen Stimmung zu spielen, der wird wohl auch musikalisch beweglich sein können (ich habe mit der Quintstimmung dann doch nicht angefangen, weil mir das zu viel Aufwand ist u. es ist eben doch ganz schön anders so zu spielen...auch in Solostimmung)

Neuester Beitrag nagybögö Profilseite von , 19.08.2009, 09:53:50
Was Du schreibst, chazz, kann ich zur Hälfte unterschreiben.
Ich habe einen alten Bass mit 107 cm Mensur, der sehr gut mit runtergestimmten Spirocores klingt. Mein zweiter Bass, auch ein neueres Instrument mit 105 cm Mensur, mag es gar nicht, wenn Solo-Saiten drauf sind. Es hängt, wie so oft, vom jeweiligen Instrument ab. Generell kann man sagen, dass alte Instrumente und Instrumente mit grosser Mensur eher für runtergestimmte Solo-Saiten geeignet sind.
Die hier im Forum beschriebenen Nachteile mit runtergestimmten Solo-Saiten habe ich übrigens nicht gehabt.
Notenschreib-Programm <Zurück zur Liste> Yamaha SLB 100 Kleinstmögliche Größe?

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 12.10.2019, 16:52:45.