GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

saitenwechsel für blutige anfänger : ) <

Kontrabass mit Bundstäbchen?

> geigenbauer in stuttagrt

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Bassbau

schnashorn Profilseite von schnashorn, 24.03.2008, 10:42:50
Kontrabass mit Bundstäbchen?

Ich habe letztens im TV eine volkstümliche Musikgruppe mit einem bundierten Kontrabass gesehen. Ist das eine Sonderanfertigung für nicht so geübte Instrumentalisten? Interessant fand ich das erstmal- der Klang müßte sich dadurch auch etwas ändern. Und Quereinsteiger könnten dann vielleicht sofort drauf los bassen?

Hat jemand sowas schon mal gesehen bzw. gespielt?

Ohne Bass kein Spass

Dröhner Profilseite von Dröhner, 24.03.2008, 11:38:51

Hallo,

das Thema gab es hier schon mehrfach, hier zum Beispiel:

*klick*

Gruß,

Pablo

lutz horn Profilseite von , 26.03.2008, 09:16:34
Hallo Pablo- vilen Dank für die Info MfG
blues_juergen Profilseite von blues_juergen, 24.03.2008, 19:34:38

Hallo Schnashorn,

in Ebay wird sowas zur Zeit angeboten:

http://cgi.ebay.de/alter-Kontrabass-4-4_W0QQi ... eNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem

Gruß

Jürgen

lutz horn Profilseite von , 26.03.2008, 09:17:31
hallo jürgen- vielen dank für die info mfg
laoh Profilseite von laoh, 25.03.2008, 01:52:22
Hallo Schnashorn,

"Ist das eine Sonderanfertigung für nicht so geübte Instrumentalisten?"
genau, ist für musikanten wer möglich viele instrumenten spielen wollen.
die leute wer sowas besitzen nach meine kenntnissen nach, sind volksmusikanten
oder musikliebhaber.

gruß: laoh
bassknecht Profilseite von bassknecht, 25.03.2008, 12:24:28

Hallo Schnashorn, Deine Vermutungen stimmen in den meisten Punkten. ein bebundeter Kontrabass ist eine Sonderanfertigung, es sollte mich sehr wundern wenn es einen Hersteller gäbe der soetwas von der Stange liefern könnte. Die Idee  soetwas zu machen liegt natürlich auf der Hand und ich bin sicher, dass es durchaus genügend potentielle Abnehmer gibt , also Leute (vornehmlich E-basser) die davon träumen Schwierigkeiten beim Kontrabasslernen austricksen zu können und als Quereinsteiger am Kontrabass Fuss fassen könnten.

Ich habe mit soetwas Erfahrung, da ich seit Jahren Anfänger(innen), schwerpunktmässig Kinder mit bebundeten Instrumenten beginnen lasse, quasi die ersten Hürden nehmen lasse. Diese Bebundungen mache ich nach Gambenart selbst. von daher kenne ich kenne die Grenzen und Möglichkeiten einer solchen Herangehensweise. Du hast auch Recht mit Deiner Annahme, dass die Bebundung den Klang sehr verändert und zwar zum Nachteil, dies um so mehr, je härter das Bundmaterial ist, nicht umsonst macht man das auf Gamben mit Darmschnüren, Bunddraht aus Neusilber (Messing) wie man es bei Ebässen macht klingt auf einem Kontrabass sehr unbefriedigend für die Umwelt (Spieler, Mitmusiker und Publikum) ich würde sagen klanglich nicht praxistauglich, das ist natürlich Geschmacksache und die Leute vom Musikantenstadl sehen das vielleicht anders, die spielen  meistens Playback.

Da sich an einem Kontrabass keine Bundreinheit regeln lässt, klingt das ab 3 oder 4 Lage schon auffällig unsauber, unsauberer als vergleichsweise auf einer akustischen Gitarre die ja auch eine feststehende Brücke hat.  Ich bebunde daher nur eine einzige Lage und auch da ist es oft grenzwertig, bisweilen sehe ich bei einzelnen Instrumenten davon ab, weil ich nicht möchte, dass sich die unsaubere Intonation einprägt, dann geht´s eben nicht.  Bebunden ist je nach Instrument manchmal absolut kontraproduktiv.

Die Bebundung kann helfen eine Vorstellung der Tonanordnung sowie ein taktiles Gefühl für die Fingerspreizung zu bekommen, mehr aber auch nicht, sie muss innerhalb kürzest möglicher Zeit verschwinden. Den Zeitpunkt wann und die Art wie das geschieht muss ich als Lehrer bestimmen, ein Lernender verpasst diesen Zeitpunkt totsicher. Ich habe Vorgehensweisen entwickelt für den Übergang zum Fretlessgriffbrett. Das kriegt man als Autodidakt und Quereinsteiger alles nicht gut hin.

Da ich Kontrabasslernen als langfristige Baustelle kenne, ist meine Meinung daher, es ist falsch zu glauben ein bebundeter Kontrabass wäre "das" geeignete Instrument zum Quereinstieg für Ebasser. Naiv wer glaubt man könnte Kontrabass als One night stand mal eben spielen.

Ciao Roland 

lutz horn Profilseite von , 26.03.2008, 09:15:34
Hallo Roland- vielen Dank für die ausführlichen Infos zum Thema. Habe einiges dazu gelernt.Du hast völlig richtig erkannt, dass ein bundierter KB kein Quereinsteiger- Instrument sein kann ( wenn man ordentlich machen will )

Also bleibe ich doch wohl bei meinen geliebten E- Bässen, die ich schon seit 38 Jahren aktiv in diversen Rock-und Tanzbands spiele. Für Folk / unplugged- Sachen werde ich dann wohl doch eher einen Akusikbass benutzten.

Vielen Dank nochmals - freundliche Grüße
Ste-Fan Profilseite von Ste-Fan, 26.03.2008, 11:15:25

Warum lässt sich die Bundreinheit nicht regeln? Meinst du es schon bezogen auf den Moment, in dem du es einrichtest, oder mittelfristig auf die Zeit danach, in der man dann mal wieder Stimmt, sich der Steg bewegt etc.?

bassknecht Profilseite von bassknecht, 26.03.2008, 13:35:03

Die  Bundreinheit auf einem bebundeten Kontrabass kann ich nicht regeln, weil man den Steg sehr schräg aufstellen müsste und das trotzdem für die innenliegenden Saiten nicht die richtige Mensurlänge ergäbe.

Die Bundreinheit muss für jede Saite einzeln einstellbar sein, und auch dann ist es immer noch ein Kompromiss. Die gegriffenen Töne liegen nie  100%  nebeneinander, warum will ich hier nicht begründen, nimm es einfach mal als gegeben hin. Beim bundlosen Instrument gleicht man das während des Intonierens aus. Beim bebundeten Instrument versucht man mittels einstellen der Bundreinheit die Intonationsungenauigkeiten innerhalb des Saitensatzes auszugleichen.  Man tut das, indem man die Mensur jeder einzelnen Saite so einstellt, sodass sich ein statistisch gesehen ausgewogenes Gemisch von leicht zu hohen und leicht zu tiefen Tönen innerhalb des Saitensatzes ergibt, zumindest ich mache das so.

Man muss dabei einen Schwerpunkt legen auf Bundreinheit jeder einer einzelnen Saite bezogen auf ihren Grundton, ich nennen das vertikale Intonation oder bezogen auf Intonationsverhältnisse innerhalb von Lagen des gesamten Saitensatzes, das nenne ich horizontal. Das Ergebniss ist dann bei vertikal, eine saubere Tonleiter auf einer einzelnen Saite gespielt oder bei horizontal, ein sauber klingender offener Akkord über alle Saiten.

Das ist ein relativ komplexer Vorgang, der  mehrere Parameter berücksichtigen muss, z.B   Saitenhöhe, Hohlkehle und die Höhe der Bundstäbchen, auch die Saitensorte ist wichtig. Ich muss bei jedem neuen Saitensatz die Bundreinheit korrigieren, sogar wenn es der gleiche Saitenhersteller ist.. Abgesehen von der  Klangfarbe ist die Intonation auf einem unbebundeten Griffbrett unkomplizierter und flexibler, zugegebener Weise muss man das aber können und dieses kann man lernen.

Jörn Profilseite von , 26.03.2008, 13:38:09
Dies habe ich auch nicht verstanden.

An Baßknecht: Wenn Du Darmbünde hast, dann sind sie meines Wissens um den Hals herum gewickelt. Nervt das nicht beim Spielen? Bei einer Lage dürfte kein Problem auftauchen, bei mehreren schon?

Die Diskussion um Bünde erinnert mich an die um Markierungen. Viele Kontrabassisten sind sehr streng und halten jedes Spiel- oder Intonationshilfsmittel für derart dilettantisch, daß sie es verbieten; gerade in der Klassik ist eine gute Technik unabdingbar, klar. Aber was ist bei diesem Thread das Resultat? Schnashorn bleibt beim E-Baß. Ich meine für Wechselbaß in einer Folk-Combo, lieber Kontrabaß mit Hilfsmitteln als E-Baß. Außerdem kann man Geschmack finden und immernoch Unterricht nehmen, wie ich autobiographisch weiß.

Viele Grüße

Jörn
bassknecht Profilseite von bassknecht, 26.03.2008, 14:14:24

Was ist denn  das genau was du nicht verstanden hast (nur dass man nicht aneinander vorbei redet). Du denkst dir das schon richtig, "Wickelbünde" nerven und Du hast auch richtig gelesen, ich lasse das nur innerhalb einer Lage machen, Lagenwechsel erst wenn die "Stützräder" abgelegt sind, Gambisten können Lagenwechsel und gewöhnen sich an die Bünde die am Daumen vorbeigleiten , aber das ist eine Fähigkeit die man als Kontrabassist eigentlich nicht braucht.

Mit der alten Dikussion um Markierungen hat das hier bislang noch gar nichts zu tun und wie Du lesen kannst benutze ich Bebundungen, wenn auch nur auf Zeit und sehr spezifisch. Ich verbiete keinem Menschen etwas aber wenn ich nach einer Meinung gefragt werde sage ich meine und ich tue das nicht aus dem Bauch heraus sondern ich weis von was ich rede. Zu einem Resultat will ich diesen Thread  gar nicht führen und habe aucht nicht das Gefühl das ein Resultät überhaupt nötig ist. Vielleicht gefällt es Dir oder anderen Leuten nicht wie ich das mit den Bebundungen sehe. Mag auch sein das sich jemand seiner Illusionen beraubt fühlt aber hier handelt es sich um geschriebene Worte also ein primär intellektueller Vorgang. Jemand der Kontrabass spielen will, will das in der Regel aufgrund einer emotionalen Regung und wird sich nicht aufhalten lassen. Eine schlechte Metapher aber Du wirst verstehen wie ich das sehe: Wenn mir ein Verkäufer  potentielle Nachteile eines Produktes nennt bin ich darüber froh, weil ich mein Geld anderweitig sinnvoller ausgeben kann  wenn ich den Verkäufer für einen Dummschwätzer halte oder sehr geil auf das Produkt sein sollte wird mich das Gelaber nicht interessieren, ich kaufe wider alle Vernunft. Wenn Schnashorn beim E -Bass bleiben sollte ist das nicht mein Problem und ich glaube auch nicht das dass überhaupt für irgend jemand ein Problem bedeutet.

Ciao Roland

lutz horn Profilseite von , 26.03.2008, 17:46:09
Eh Leute - macht euch meinetwegen nicht verrückt. Ich war ja nur ein bißchen neugierig. Ich habe sehr wohl großen Respekt vor dem KB und vor den Leuten, die das richtig gelernt haben. Ich bin seit 40 Jahren mit meinen E-Bässen durchaus glücklich und sehe natürlich keine Probleme mit anderen Meinungen - jeder sollte für sich herausfinden, was für ihn gut und richtig ist. Entscheidend dabei ist der Spielspaß und die Freude am musizieren.

Danke an alle eifrigen Ratgeber! Schnashorn
Jörn Profilseite von , 27.03.2008, 09:20:53
Der Absatz zur Strenge war ja gar nicht auf Deinen Kommentar bezogen.

Was ich nicht verstanden habe, ist, daß man einen bebundeten Baß nicht bundrein bekommt. Kann ich nicht einfach bei Darmbünden die Bünde verschieben?

Viele Grüße
Jörn
bassknecht Profilseite von bassknecht, 28.03.2008, 13:11:19

Ok,

Darmbünde (ich benutze übrigens Kabelbinder) kann man  selbstverständlich verschieben, das geschieht oft auch ungewollt und man muss korrigieren, ich markiere deren Positionen, dann geht´s schneller. Ob nun Darm oder  Kunststoff, Bünde sind immer gerade wenn sie gespannt sind und betreffen immer alle Saiten, die Saiten dürfen aber nicht immer nach dem Verlauf einer Geraden also parallel gegriffen werden um sauber zu Intonieren. Im Grunde genommen müssten Bünde im Zickzack über´s Griffbrett verlaufen.

Probier´s aus, stimme alle Saiten perfekt ein, dann setze einen geeigneten Kapodaster, alternativ  Kabelbinder über alle Saiten, sodass alle Saiten gemäss einer Linie "gegriffen" werden und deren schwingende Länge bis zum Steg bel allen identisch ist. Wenn du das mit einem guten Stimmgerät mit feiner Auflösung dann überprüfst, wirst Du feststellen das kein Ton in reiner Quarte zu den anderen steht und das Intervall bezogen zum Grundton ist auch jeweils unterschiedlich! Sehr unpraktisch aber so ist die Realität. Das ist es was ich unter Bundunreinheit verstehe, vielleicht ist die verbreitete  Bedeutung dieses Begriffes nicht so wie ich ihn auffasse und wir missverstehen uns in diesem Punkt. Auf jeden Fall stören mich diese unreinen Quarten (natürlich auch alle anderen unsauberen Intervalle die sich so ergeben).

Man kann die Bünde natürlich so setzen, dass bezogen auf den Grundton für eine Saite alles OK ist. Ich beschrieb das im letzten Beitrag mit "vertikaler", besser eigentlich "linearer" Intonation. Dann stimmt es für eine oder gar alle anderen Saiten aber nicht mehr. Ich fasse das so auf, dass man mit einem bebundeten Griffbrett  eine Tabelle mit  Spalten (= Saiten) und Zeilen (=Bünde) erhält was für den Überblick und zum systematischer Lernen von Lagen, auch Griffbildern (Skalen, Arpeggien ec) ganz praktisch ist, die Bebundung hat aber nur eine grobe Funktion in Bezug auf saubere Intonation.

Ciao Roland

Jörn Profilseite von , 29.03.2008, 12:01:25
O.k., jetzt weiß ich, worum es geht.

Das Phänomen ist mir von der Jazz-Gitarre und vom E-Baß bekannt. Dort sind die Brücken nie gerade. Bei Western- und klassischen Gitarren ist das aber anders. Weißt Du, warum?

Adios,

Jörn
Ceperito Profilseite von Ceperito, 29.03.2008, 13:44:30

"Bei Western- und klassischen Gitarren ist das aber anders"

Nein, aber einen um 1mm versetzt aufgeleimten Steg kannst Du auf den ersten Blick nicht erkennen., d.h. statt die Stegeinlage schief einzusetzen leimen viele spanische Gitarrenbauer gleich den ganzen Steg schief auf.

Außerden intonieren die meisten Flamenco- und Klassikgitarristen nach, indem sie die gegriffene Saite Richtung Steg oder Sattel ziehen. Das machen fast alle Akustik-Gitarristen intuitiv, sonst würd´s auch scheußlich klingen.

Neuester Beitrag Wilhelm Profilseite von Wilhelm, 04.04.2008, 20:28:45

Die Stimmung einer klassischen Gitarre ist immer ein  Kompromiss. Stimme eine Gitarre so, dass ein offener C Dur Akkord gut klingt und spiele danach einen offen E Dur Akkord. Das Gis wird sicher nicht sehr gut klingen.

Christian Prauschkä Profilseite von , 26.03.2008, 12:19:18
wenn du den steg "markierst" dann dürfts ganz gut hinhaun...
saitenwechsel für blutige anfänger : ) <Zurück zur Liste> geigenbauer in stuttagrt

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 18.10.2019, 18:30:52.