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Umfrage unter Bass-Lehrern/-innen

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Zugeordnete Kategorien: Basschulen

Tom Prestele Profilseite von , 07.04.2007, 22:13:25
Umfrage unter Bass-Lehrern/-innen

Hallo Bassisten!

Für meine Diplom-Arbeit könnte ich ganz dringend eure Hilfe gebrauchen:

Wenn ihr mir doch bitte ganz kurz eine e-mail schicken könntet, in der ihr mir die Instrumental-Schulen (für den Anfänger-, evtl auch für den fortgeschrittenen Unterricht) auflistet, mit denen ihr im Kontrabass-Unterricht mit euren Schülern arbeitet.

Adresse: xxx

Ich möchte mit den Ergebnissen eine kleine, aber doch repräsentative Statistik erstellen, eure persönlichen Daten werden dabei natürlich nicht erscheinen und selbstverständlich auch nicht weiterverwendet.
Falls eure Zeit noch eine knappe Begründung zulässt, würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Tom Prestele, Schulmusik-Student an der HfM Würzburg

[24.07.2012: Auf Wunsch des Verfassers die Email rausgenommen. Umfrage läuft natürlich nicht mehr]

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 08.04.2007, 18:08:54

Hallo Tom

ich verwende -unter Vorbehalten (Bogenhaltung, - führung, Basshaltung!!!)- die LUDWIG STREICHER - Schule, wegen der ausführlichen und anspruchsvollen Notenbeispiele (auch Flageolettes!)- erspart einfach viel Schreibarbeit.

Diese geht auch bis Band 4 (oder 5?), für Fortgeschrittene/Studenten

Für's praktische, anfängliche Musizieren schätze ich die YORKE STUDIES Vol. 1, nette kleineStücke, aber schon mit musikalischem Anspruch.

ps. für das Ergebnis deiner Statistik würde ich mich doch interessieren ! kannst du die hier veröffentlichen - oder zumindest mir zukommen lassen?

berni1 Profilseite von berni1, 10.04.2007, 09:10:45

@ bassogrosso:

ludwig streicher? hat der am kons in wien gelehrt?

wenn ja, dann freuts mich, da meine kbass-lehrerin von einem seiner nachfolger bzw. seinem atlatus unterrichtet worden ist. und somit sein wissen auch über umwege auch auf mich übergeht ;-)

lg berni

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 10.04.2007, 11:29:40

Ja, das isser...

Jetzt würde mich aber doch interessieren, ob du auch, wie in der STREICHER- Schule abgebildet, den Baß unten mit der linken Fußspitze hältst !  Wenn ich  das Photo sehe, kriege ich immer einen Anfall: das sieht krass nach orthopädischen Problemen aus, - auch wenn der Schüler ebenso kleigewachsen sein sollte wie Ludwig selig selber... das ist nun, wie ich ja schon geschrieben habe, nicht unbedingt nachahmenswert...

Gruß

berni1 Profilseite von berni1, 10.04.2007, 11:43:22

@bassogrosso

es ist mir in der tat schon von einigen kbassern auf verschiedenen kons bzw. musikhochschulen empfohlen worden, da man damit angeblich den bass stablisieren kann.

bei mir ist das allerdings kein thema, da ich mit 186 cm körpergrösse (ich!, nicht der bass ;-)   ) einen 3/4 bass spiele und dadurch den stachel dementsprechend weit herausgezogen habe und dadurch keinesfalls mit der oberseite des fusses den basskorpus berühren kann...

... ausser mit einem plateauschuh am linken fuss vielleicht?!

;-)

hat der streicher vielleicht sonst noch irgendwelche eigenarten, die deiner meinung nach schlecht sind (damit ich besser darauf achten kann im unterricht!!!).

 

lg

berni

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 10.04.2007, 13:18:02

Plateauschuhe ist gut!

Eben, das meinte ich. Der normal gewachsene Bassist kann das Instrument mit dem Knie stabilisieren.

Da ist wirklich noch eine Absonderlichkeit  in der Streicher-Schule, - ich habs jetzt aber nur noch so ungefähr im Kopf ( habe kein Heft 1 hier im Moment) : und zwar kippt (verkantet)  er, wenn ich mich recht entsinne, den Bogen bei jedem Saitenwechsel in einer Bindung (oder auch sonst?) nach unten (oder nach oben?) und muss das dann wieder korrigieren...

Das ist nach m.E. genauso un... (-sinnig, -praktisch, -möglich...) wie die Schuh-Nummer.

lg

 

 

ps. lernst du die (extreme) Wiener Bogenhaltung , mit dem Daumem quer über der Stange (quasi Gambenhaltung)?- und kommst du damit zurecht?

 

bassknecht Profilseite von bassknecht, 10.04.2007, 13:22:53

Hallo Tom, ich möchte gern wissen was Dich wirklich umtreibt und was hinter Deiner Frage steckt. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass  Du eine statistische Erhebung im Rahmen einer Diplomarbeit machst. Eine Diplomarbeit erfordert eine wissenschaftliche Arbeitsweise, die ist formal nicht gegeben wenn Du eine Statistik auch nur zu einem Teil auf Ergebnissen begründest, die Du aus Forumszuschriften extrahierst. Seit meiner eigenen Diplomarbeit sind einige Jahre vergangen. Seinerzeit bin ich böse erwacht als ich mich in einer anderen Fragestellung anschickte ähnlich unwissenschaftlich zu arbeiten, glücklicherweise hatte ich in meinem Prof einen Betreuer meiner Arbeit, der seinen Job sowohl verstand, als auch mich als Probanden ernst nahm. Ich habe mich damals zwar tierisch geärgert, weil ich meine angeleierte Umfrage in der beabsichtigten Form canceln musste, viel später ist mir dann klar geworden wie gnadenlos naiv ich die Sache gesehen habe und angegangen bin. 

Ich kenne praktisch keinen Bassisten der, nachdem er sich via Studium oder vergleichbar intensiv mit dem Instrument beschäftigt hat, nicht auch mal unterrichtet hat. 
Wenn Du hier im Forum die Frage nach Unterrichtswerken stellst, wirst Du eine Menge von Beiträgen hervorrufen von Leuten die sich als Lehrer fühlen, die auf die geschützte Berufsbezeichnung pfeifen (natürlich, danach hattest Du explizit nicht gefragt), letztendlich aber nicht nur von der Graduierung her sondern auch im eigentlich pädagogischen Sinn keine Profis sind. Für die Schulen XY und die Spielstückesammlung Z hast Du dann eine Lexe von subjektiven Begründungen, bei der die Leute persönliche  Wertvorstellungen und eigene ästhetischen  Vorlieben ständig mit pädagogischem Handeln gleichsetzen. - Na prima! 

Da nicht wenige Bassisten  ihr eigenes Selbstwertgefühl  mit der Ansicht “Ich weis wie es geht” unterfüttern,  führt das zwangsläufig zu Animositäten untereinander und geht schnell auf eine Ebene von persönlichen Angriffen. Anschließend oder direkt erfolgen Rückgriffe auf Heroen der Basskunst “Ludwig Streichers Methode ist toll, weil er selbst toll gespielt hat, Rufus Reid kennt man und Ray Brown war auch kein Doofmann” damit wird dann versucht eine bestimmte Ansicht auf eine objektive und verbreitet anerkannte Ebene zu erheben.
Abgesehen davon, dass das alles keine statistische Relevanz  hat und in einer Diplomarbeit nicht gewertet werden darf, finde ich es auf solchen Grundlagen zu diskutieren ineffektiv und langweilig.

Vielleicht ist es so, dass Du  versuchst Kontrabass zu unterrichten und hast keine Erfahrung. Was das Unterrichtsmaterial anbelangt willst Du kein “Training on the Job” betreiben. Ein solches Ansinnen würde von Verantwortungsgefühl für die Schüler zeugen, sicher kein unehrenwertes Motiv aber dann stell die Frage auch entsprechend. Um den systematischen Erwerb von Fähigkeiten im musikpädagogischen Handwerk wirst Du letztendlich genau so wenig herumkommen wie um die Fähigkeit Dittersdorf ablassen zu können. Wer glaubt mit Backrezepten anderer Leute angemessenen Kontrabassunterricht erteilen zu können, sollte lieber zwei Kirchenmucken mehr annehmen, da ist wirklich fast alles aufgeschrieben und vorgeschrieben was man für sein Geld tun muss. Besorgt man sich dann noch die Orchesterstudien mit den Fingersätzen der betreffenden anerkannten Herren kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
Ciao Roland

Tom Prestele Profilseite von , 12.04.2007, 00:25:27
Hallo Roland,
das ist ja wirklich nett, dass Du au meine Anfrage gleich einen Aufsatz lieferst, und ich kann Dich beruhigen, die Umfrage ist nicht der Kernpunkt meiner Diplom-Arbeit. Ich werde Instrumental-Schulen analysieren, die Auswahl muss ich irgendwie begründen, deswegen diese Umfrage, aber wenn Dir das zu unwissenschaftlich ist, dann möchte ich mich dafür gerne in aller Form bei Dir entschuldigen. Allerdings hatte mein Dozent bisher auch nichts gegen diese Art der Befragung einzuwenden, aber ich werde ihm Deine Bedenken natürlich mitteilen.
Ich will Dich natürlich auch nicht langweilen, das war nicht meine Absicht, ich hoffe einfach auf ein paar produktive Rückmeldungen, inwieweit die dann in meiner Arbeit Verwendung finden, wird sich zeigen...
Alles Gute!
berni1 Profilseite von berni1, 10.04.2007, 14:45:19

"...wenn ich mich recht entsinne, den Bogen bei jedem Saitenwechsel in einer Bindung (oder auch sonst?) ..."

 

unglaublich, aber genau so wurde es mir auch erklärt...

und ich hab auch nicht den sinn dahinter verstanden.

 

"Wiener Bogenhaltung , mit dem Daumem quer über der Stange (quasi Gambenhaltung)?- und kommst du damit zurecht? "

auch hier triffst du ins schwarze!!!

ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber da ich sowieso ein arco-newbie bin, ist es nicht so schwer, da ich es sowieso nicht anders kenne...

 

jetzt werde ich aber misstrauisch!

es bekräftigt meine befürchtung, dass kbass-unterricht nicht immer uneingeschränkt das beste ist, da auch sicherlich manche lehrer viel sonderbare dinge lehren. ;-)

 

stimmt das eigentlich, dass der bogen 90° auf der G saite streicht,

D saite ca. 75°, A saite ca. 60°, E saite ca. 45°??? ==> es wird also jede saite mit anderen winkel gestrichen, oder ist das wieder eine streicher'sche eigenheit?!?

 

lg

berni

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 11.04.2007, 01:57:10

Armer Berni

 

sieht ganz so aus, dass  sicherlich manche lehrer viel sonderbare dinge lehren. ;-)

tut mit echt leid, falls ich dich verunsichert haben sollte, ich will auch keine Kollegen/innen (*) madig machen, aber wenn du mit  D saite ca. 75°, A saite ca. 60°, E saite ca. 45°??? tatsächlich meinst, dass der Bogen auf der E-Saite schräg nach unten (oder nach oben? - ach, iss an sich egal) zeigt, dann kann ich nur sagen: das ist die Schlamperei zum Prinzip erhoben! -oder mit andern Worten: grober Unfug ! (Habe Streicher nie spielen gesehen, hat er das auch gemacht??)

Natürlich sollte der Bogen im Prinzip immer und auf allen Saiten waagrecht streichen, also im 90°-Winkel zur Saite !   Andernfalls gibt es doch massive Probleme hinsichtlich Ansprache und Klang (Nebengeräusche)...

Ich will mich selbst von einer gewissen (Nach-)Lässigkeit nicht freisprechen und ertappe mich ab und an, den Bogen auf der G-Saite etwas hängen zu lassen, wenn die Musik es zuläßt (so geschrubbte Viertel, jeweils auf der 1, in einem Walzer...), aber unterrichten  kann man doch sowas nicht !!!

 

(*) hier doch mal die vorsichtige Frage (wie zuvor in diesem thread von bassknecht formuliert) nach dem Diplom deiner Lehrerin... 

Wo steckst du denn eigentlich? In Wien oder Umgebung? Sollte doch -auch dort- möglich sein, einen anderen (...) Lehrer zu finden... Nur Mut!

 

lieben Gruß

ps. wenn du "aus dem Nähkästchen" plaudern  und das nicht in aller Öffentlichkeit tun willst, kannst du mir ja "privat" mailen (bassogrosso anklicken)

 

berni1 Profilseite von berni1, 11.04.2007, 09:48:28

@ bassogrosso:

uiuiui!

missverständnis!

der bogen streicht richtungsmässig schon immer 90° zu den saiten!

die winkelmasse, die ich gemeint habe, beziehen sich darauf, dass nicht die gesamte bogenhaare in der breite  zur gänze die saite berühren, sondern der bogen gekippt wird und die oberen haare am meisten aufdrücken, die untere haare die saite gar nicht mehr berühren...

klar, was ich meine?!?!

diesen winkel hab ich gemeint.

 

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 11.04.2007, 12:41:15

na dann iss ja gut! 

Das kann man durchgehen lassen (obwohl es mich wundert: bei dieser Bogenhaltung hätte icheigentlich eine Verkantung nach UNTEN -bei den tiefen Saiten - erwartet;  ganz abgesehen davon dass  die G-Saite mit weniger Haaren besser zurecht käme als die E, - aber was soll's)

lg

berni1 Profilseite von berni1, 11.04.2007, 14:52:43

ich hab mir genau dass gleiche gedacht, da ja die D+G-saite bei gleicher streichstärke naturgemäss lauter sind.

irgendwie komisch, oder?

andererseits dürfte es so sein, dass immer vor allem die wiener dozenten aus der reihe tanzen, wenn ich da auch an simandl denke, mit 124-fingersatz...

es ist gut, wenn ich auch kritik am lerninhalt höre, dann kann ich im endeffekt besser entscheiden, was ich für meine person als sinnvoll und optimum empfinde.

 

so, jetzt streich ich mir ein butterbrot, so streich ich noch am besten ;-)

 

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 11.04.2007, 16:24:00

Hi Berni

ja, das ist leider so, dass die tiefen Töne leiser sind; das muss man eben ausgleichen, - wobei es natürlich schwierig wird, wenn du dann aufgrund der "Verwinkelung" nur noch einen Teil der Haare zur Verfügung hast...

Überhaupt scheinst du ein gutes Gespür dafür zu haben, was sinnvoll ist beim Bass spielen und was eher nicht.

Aber was meinst du jetzt mit

wenn ich da auch an simandl denke, mit 124-fingersatz...  ?

willst du mich testen? kann es sein, dass deine Streicher-Adeptin 1-2-3 Fingersätze lehrt ??

Der (auch bei Simandl. dem Fosssil...) in Europa, wenn nicht weltweit vorherrschende, amtliche Fingersatz  IST  1-2-4  !! (+3 natürlich, aber passiv bis zur VI. Lage) - von ein paar Dissidenten mal abgesehen (vermutlich Quereinsteiger vom Cello, vom e-Bass... hihi)

Du willst mich doch nicht verscheissern, mein Lieber?

 

Grüße

 

berni1 Profilseite von berni1, 12.04.2007, 07:55:49

@bassogrossO:

nein, ich will dich sicher nicht verscheissern! :-)

natürlich weiss ich, 124 ist in unseren breiten der amtliche fingersatz, in (süd-?)amerika ist 134 üblich usw... .

und da ich schon beim umstieg von gitarre auf ebass auch mit dem kbass geliebäugelt habe, bin ich auch dabei gleich am bundierten bass mit 124-kbass-fingersatz eingestiegen und ist mir daher auch der umstieg über fretless auf den kbass relativ leicht gefallen... der fingersatz ist mir also schon seit jahren sehr vertraut und meiner meinung auch sehr sinnvoll!!

was ich eigentlcih damit gemeint habe ist, dass ich (vielleicht weil ich selbst wiener bin?!?) das gefühl hab, dass alle paar dekaden ein wiener dozent daherkommt und meint er hat den stein der weisen gefunden, und schreibt ein lehrbuch. weltweit richten sich danach sehr viele kbasser nach der neuen technik, obwohl (wie du geschrieben hast) diese neue methodik auch nicht immer das gelbe vom ei ist, und eventuell sogar rückschritte in sich birgt...

liebe grüsse

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 13.04.2007, 13:45:13

@berni1:

na dann iss ja alles klar, mit den Fingersätzen...

Was du da schreibst über die Wiener und den Stein der Weisen, da scheint schon etwas dran zu sein. Immerhin war Wien ja ein paar Jh. das Zentrum der "zvilisierten Welt" und da scheinen doch immer noch ein paar Gespenster durch die Gassen zu streifen, die einem an sich guten Mann dann noch den Größenwwahn einflüstern (ich denke da z.B. an Thomas Bernhard). 
L.Streicher zieht sich immerhin gut aus der Affäre, indem er schreibt: "Mein Musizieren auf dem Kontrabass" - oder hat er das doch weniger selbstkritisch gmeint ? : Mein Musizieren auuf dem Kontrabass..
Das werden wir wohl nicht herausfinden... - es sei denn, du befragst den Lehrer deiner Lehrerin...

 

Liebe Grüße

berni1 Profilseite von berni1, 16.04.2007, 08:07:38

hi basso!

Mein Musizieren auuf dem Kontrabass.. ==> *grins*

 

Gespenster durch die Gassen zu streifen, die einem an sich guten Mann dann noch den Größenwahn einflüstern

ich hab letzten sommer ziemlich viel von thomas bernhard gelesen (ok, soviel war es auch nicht: "der atem" und der "untergeher") und war von seiner art zu schreiben und vor allem dem aufbau seiner geschichten ziemlich angetan.

welches buch von ihm meinst du?? ich kann mich nämlich nicht entscheiden, was ich als nächstes von ihm lesen soll.

liebe grüsse

berni

ich kann mich

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 16.04.2007, 14:24:52

Hi Berni

Ich meinte nicht ein bestimmtes Buch  (weiss auch gar nicht mehr, was ich gelesen habe, ist schon eine Weile her und in meiner Kartei - ich notiere an sich alles an Belletristik, was ich mir einverleibt habe - fehlt der Eintrag Bernhard... komisch). Ich meinte eher seine Art, durch überspitzte Äußerungen zu provozieren, immer wieder - medienwirksame- Skandale hervorzurufen, diese ebenso geniale wie größenwahnsinnige Attitüde eben.

Dazu einige Zitate: (ich fürchte zwar, das könnte den Rahmen sprengen, aber was soll's):

Bernhard verschont nichts und niemanden in seinen Werken. Die langen Tiraden seiner Erzähler ziehen über alles her, über die Koryphäen der Literatur, über Österreich, über die Niederträchtigkeit der Politiker, über den Katholizismus, usf.. Bernhards "Auslöschung" beschrieb ein Rezensent als: "... 'Suada' wider die deutsche Sprache, Provinzialität der deutschsprachigen Literatur, den Schrebergärtner Goethe, den degenerierten Staatssozialismus, die fortlebend österreichische Liaison von Nationalsozialismus und Kirche und die Wolfsegger Familie".

Nicht weiter verwunderlich, wenn die Reaktionen seiner Veröffentlichungen und Erstaufführungen Skandale auslösten. Bernhard war ein "Übertreibungskünstler" und Provokateur, dem kein Thema heilig war. Mit Aussagen, wie "In jedem Österreicher steckt ein Massenmörder" oder "Jetzt ist ja alles noch viel schlimmer als damals [1938]" provoziert er sein Publikum fortlaufend.

Bernhard schreibt über sich in seinem autobiographischen Werk "Wittgensteins Neffe: "... werde auch ich über kurz oder lang an meiner eigenen Selbst- und Weltüberschätzung zugrunde gehen." 

(aus: "Thomas Bernhard - Ein Portrait" von Adrian Spirgi)

 

Wie schon angedeutet, halte ich TH.B. für einen verdammt guten Schreiber, - aber eben...

Liebe Grüße in die "Heimat"

 

ps. was willst du sagen mit : ich kann mich ???

 

Neuester Beitrag berni1 Profilseite von berni1, 16.04.2007, 15:25:11

"ich kann mich..."

...bedeutet, ich hatte einen gedanken - hab ihn wieder durch umformulierung verworfen - ihn jedoch (um ihen nicht endgültig zu verlieren) nach unten verschoben, sodass er für mich nicht mehr sichtbar war...

... zack, und der steht er nun wie in stein gemeiselt

;-)

ich hab kürzlich einen film (interview) mit dem befreundeten bernhard'schen-immobilen-makler gesehen. echt sehenswert! es hat eigentlich meine meinung zu bernhard bestätigt.

ein hochintelligenter mensch, der eigentlich ziemlich abseits der gesellschaft lebte, ihr aber dennoch nicht müde wird, ihr permanent einen spiegel vorzuhalten...

cool, dass du bernhard scheinbar auch magst, die meisten finden seine todesnahen betrachtungen abstossend bis krank. ich denke zwar dass es ein extremer zyniker war, aber andererseits findet man, (wenn man zwischen den zeilen liest - hab ich zumindest empfunden) eine grosse portion lebensfreude und humor und auch unglaublichen drang zur welt/gesellschaftsverbesserung (z.B.: sterben in einsamkeit, elternlose kinder, genie und wahnsinn, streben nach perfektion).

 

lg

berni

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