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mal wieder: QUINTSTIMMUNG

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Zugeordnete Kategorien: Stimmen & Stimmungen

Silvio Dalla Torre Profilseite von , 29.07.2006, 17:42:54
mal wieder: QUINTSTIMMUNG
Hallo Forum, da das Thema der "tiefen Cellostimmung" hier immer wieder diskutiert wird, sind vielleicht neuere Erkenntnisse für den einen oder anderen interessant: http://www.silviodallatorre.de/subrubrik.php? ... 08&content=publish&language=de Rein praktisch gesehen: Manches ist mit der C-G-D-A-Stimmung einfacher, manches etwas schwieriger zu spielen. Letzteres nehme ich gerne in Kauf, weil es eine ganz neue Erfahrung ist, im Ensemble mit anderen Streichern kein "Außenseiter" mehr zu sein. Die Intonation wird wesentlich einfacher und alles klingt runder, dazu kommt der Genuss, die dem üblichen Viersaiter fehlenden tiefen Töne spielen zu können. Ich komme gerade aus Südfrankreich von einer Konzertserie mit einem Kammermusikprogramm zurück (u. a. mit Dvoráks Quintett op. 77)und hatte -trotz der wahnsinnigen Hitze- sehr viel Spaß dabei. Meine Meinung zur Quintstimmung: Sehr empfehlenswert! Beste Grüße von SDT P.S. Im September werden wir wieder einen Kontrabass-Workshop in Rostock durchführen. Neben sieben "Traditionalisten" haben sich diesmal schon drei "Quintler" angemeldet - sie vermehren sich allmählich! (Zwei Plätze sind momentan noch frei)
streichbass_ Profilseite von , 29.07.2006, 21:30:31
>>Die Intonation wird wesentlich einfacher<< das wage ich mal ganz leise anzuzweifeln. Logischerweise müßten doch entweder die Fingerabstände wahnsinig weit sein oder es gibt enorm viel mehr Lagenwechsel, was doch beides der Intonation nicht wirklich zuträglich ist(?) Ich spiele die IV-Saite als tiefes D_, weil ich eben auch die tiefen Töne vermisse und tue dies zunehmend mit Genuß, aber die Bereiche um As_ herum sauber zu kriegen ist so eine echte Herausforderung! >>und alles klingt runder,<< wahrscheinlich, weil die Resonanzen mit dem Cello zusammen besser sind. Gibt es da noch mehr, das ich nicht weiß? >>dazu kommt der Genuss, die dem üblichen Viersaiter fehlenden tiefen Töne spielen zu können.<< Eindeutig ein Pro-Argument! Das C_ hat schon was. Gibt es da spezielle Saiten? Ich war in Michaelstein zur Kontrabasswoche, habe Sie aber nur mit der Vier-Finger-Technik erlebt (und hier dafür auch schon Werbung gemacht), mit der Quintstimmung leider nicht. Ich arbeite mich jetzt gerade in die Wiener Stimmung ein...
Silvio Dalla Torre Profilseite von sidato, 30.07.2006, 09:21:33

Hallo Streichbass,

mit Intonation meinte ich nicht das, was man nach vielen Jahren schweißtreibenden Übens an zuverlässiger Treffsicherheit der Töne erzielen kann, sondern das, was im Idealfall danach kommt, nämlich das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten auf professionellem Niveau. Und hier nimmt der Kontrabass -leider- eine Sonderstellung ein, denn

  1. stimmen die leeren Saiten der Streichinstrumente nicht überein: wenn der Kontrabassist sein A von der leeren Saite der Violine übernimmt und, wie gewohnt, per Flageolett einstimmt, ist die Kontrabass E-Saite im Verhältnis zur Violin E-Saite zu tief 
  2. mischen sich gleiche Instrumente besser als ungleiche

Natürlich ist es schwer, bei den großen Entfernungen auf unserem Instrument sauber zu spielen. Allerdings kann ich, was das anbelangt, keinen Unterschied zwischen Quart- und Quintstimmung feststellen.

Zu den Saiten: Wie ich auf meiner Website geschrieben habe, bietet Pirastro inzwischen einen Obligato-Satz in der Quintstimmung C-G-D-A an. Einfach mal ausprobieren!

Herzliche Grüße von SDT

PeterMalik Profilseite von Altair, 29.09.2006, 11:28:44
Hallo Herr Dalla Torre,

zu Ihrem Beitrag Quintstimmungen zwei Anmerkungen von mir:

Die Musikbeispiele in Quintstimmung klingen sehr schön, leider kann ich so nicht sagen, wieviel des Klanges auf das Konto von Ihnen, Ihrem Instrument und die Quintstimmung geht. Ich fände es hilfreich, wenn einem oder zwei Beispielen das gleiche Stück mit dem gleichen Bass in Quint- und Quartstimmung gegenübergestellt würden.

Wie kann man denn das Buch Double Bass Tuned in Fifths von Dennis Masuzzo in Deutschland beziehen? Oder gibt es noch andere Alternativen, sich vor allem kostengünstig (in Buchform) einen Einblick in die neue Spielpraxis zu verschaffen? 35$ plus die Versandkosten aus den USA sind ja leider kein Pappenstiel, wenn man nur mal gucken möchte.
Silvio Dalla Torre Profilseite von sidato, 29.09.2006, 13:22:37

Sehr geehrter Herr Malik,

schön, dass Ihnen die Musikbeispiele gefallen. Der verwendete Bass ist ein durchaus durchschnittliches Instrument (Dresden 1892), das in Quintstimmung eindeutig besser klingt als in Quartstimmung. Dies mit Klangbeispielen im Internet zu demonstrieren dürfte allerdings schwer sein, da mit den kleinen mp3 Dateien eine Menge an Klang außen vor bleibt. Den Live-Eindruck kann man nicht simulieren. Am besten einmal ausprobieren.

Zum Buch von Dennis Masuzzo: Leider kenne ich keine Bezugs-Alternative. Ohnehin kann ich es nur eingeschränkt empfehlen, da meiner Meinung nach das Vier-Finger-System Voraussetzung für die Beherrschung der Quintstimmung ist. Herr Masuzzo ist in dieser Hinsicht relativ konservativ (inzwischen tendiert er auch mehr in Richtung 4-F-Syst). Joel Quarrington wird ein sehr umfangreiches Lehrwerk herausbringen auf der Basis der Benutzung aller Greiffinger, allerdings steht noch nicht fest, wann (obwohl es schon fertig ist). Auch in diesem Punkt würde ich raten: Am besten herumprobieren.

Gruß

SDT

Frank W Profilseite von , 04.08.2006, 10:25:32
Hallo Silvio,
ich finde die Geschichte mit den Quinten sehr interessant, vorallem aus intonatorischer Sicht im Zusammenspiel mit dem Cello. Wir wissen ja alle, wie schlampig unsere "Ferkelbassisten" (Cellisten) ihre C-Saite einstimmen. Und wir sind es dann gewesen, wenn es unsauber ist. Vielleicht hast du trotzdem ein paar Tipps zum Einstimmen, um eine "Annäherung" zwischen unseren Quarten und deren Quinten zu erreichen.
Macht die Quintstimmung nur in Verbindung mit einer 4-Finger Technik Sinn?
Übrigens meinte Joel Q., daß es ungefähr 2 Jahre gedauert hat, um umzulernen und eine intuitive Sicherheit zu erlangen.

Viele Grüße nach HRO
Frank
beelzebub Profilseite von , 04.08.2006, 12:30:50
Alles Quatsch mit dieser komischen Quintstimmung? Schon mal nen Rockabiller mit Quinten gesehen? Nee danke!
jonas Lohse Profilseite von , 04.08.2006, 13:08:50
Als Argument *für* Quintenstimmung wird ja genannt, dass man als Bassist dann besser mit den ebenfalls in Quinten gestimmten Geigen + Celli harmoniert. Dieses Argument trifft für Rockabilly ja nicht zu, und eigentlich auch nicht für den Jazz, wo ebenfalls in Quarten gestimmte Gitarren eindeutig häufiger als Geigen sind ...
HendrikNehls Profilseite von HendrikNehls, 04.08.2006, 15:19:24

Genau,

wir stimmen unsere Bässe ja auch nicht kreuzweise, um besser mit dem Klavier harmonieren zu können.

...der der auch mal einen unqualifizierten Beitrag leisten wollte. Nicht böse gemeint!

Frank W Profilseite von , 05.08.2006, 13:49:44
Schon mal außer Geklapper einen richtigen Ton bei einem Rockabiller gehört?
FrederikM Profilseite von FrederikM, 05.08.2006, 19:03:35
Schon mal Lee Rocker gehört? Diese unqualifizierten Resentiments gegenüber anderen Musikrichtungen gehen mir gehörig gegen den Strich. Rockabilly kann genauso anspruchsvoll sein wie andere Stilistiken.
Frank W Profilseite von , 06.08.2006, 14:32:47
War nur eine kleine Bosheit gegen obige Bemerkung deines Kollegen und nicht Ausdruck meiner Ignoranz anderen Stilrichtungen gegegnüber.
Grüße
Frank
chuckrainy Profilseite von , 06.08.2006, 22:02:07
Silvio, was trinkst du?

einfach nur geil die stimmung. irgendwie hat man danach ein anderes instrument in der hand und es passiert da klangtechnisch etwas das eigentlich nicht zu erklären ist.


DANKE
Chuck
Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 07.08.2006, 11:52:51
Hallo Leute,

wie gesagt habe ich die Quintenstimmung auf einem meiner E-Bässe drauf, und es klingt sehr klasse. War eigentlich dazu gedacht, eine Orientierung der Tonpositionen auf dem Griffbrett zu gewinnen. Wofür es sich gut eignet. Darüber hinaus einfach SEHR AUFREGEND, Chuck is right - man hat ein neues Instrument, bekommt ganz andere Ideen. Ich werde es demnächst auf meinem KB ausprobieren!

Ist aber schon etwas haarig. Wenn ich eine TL über 2 Oktaven spiele, gibt es bei Quartenstimmung oft viele verschiedene, gleich gute Möglichkeiten. Das ist bei Quintenstimmung nicht so - das liegt alles so weit auseinander, dass es oft nur eine vernünftige Disposition der Saitenwechsel und Fingersätze gibt (behaupte ich mal).

In diesem Zusammenhang: könnt ihr mir eine Cello schule empfehlen, um Fingersatzmöglichkeiten zu erforschen.

Armin
Baumkruste Profilseite von Baumkruste, 07.08.2006, 15:11:35
hallo armin,
mich würde das mit dem e-bass interessieren! welche saiten benutzt du denn für die quintstimmung (marke, stärke...)?

gruß stefan
Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 10.08.2006, 17:37:37

Hallo Stefan,

Ich habe die drei höchsten Saiten aus einem Normalsatz (Rotosound Nickel, 45er Satz), dann GS einen Ganzton höher gestimmt und AS einen Ganzton tiefer. Die ES habe ich abgemacht und eine HS einen Halbton höher gestimmt (das war ein Warwick schwarze Serie Satz wenn ich richtig erinnere). Die Saiten hatte ich noch, ist ok aber nicht optimal. Ich denke es wäre besser, die hochgestimmte GS aus einem dünneren Satz zu nehmen, und die runtergestimmte AS aus einem dickeren Satz. Es ist halt so nicht gerade homogen von der Saitenspannung.

Gruss

Armin

Baumkruste Profilseite von Baumkruste, 13.08.2006, 16:10:12
hallo armin,

ich habe auf talkbass.com einen beitrag gefunden, bei dem saitenstärken von

.128 C
.090 G
.065 D
.040 A

empfohlen werden. klingt für mich ganz plausibel. müsste eine relativ ausgewogene saitenspannung im satz ergeben.

gruß
stefan
Edward Sutherland Profilseite von , 28.09.2006, 12:31:58
Hallo Baumkruste und Armin,

Ich Spiele schon längere Zeit E-Bass in Quintenstimmung und da ich die tiefen Saiten nicht schwabbelig mag, und die Höheren ein bisschen lockerer will, habe ich jetzt folgende Stärken auf meinem Bass:

.135 C
.090 G
.052 D
.032 A

Eine normale D Saite mit .065 ist viel zu Dick, ich habe auch .060 und .055 probiert und die waren noch zu unflexibel. Eine .040 A Saite ist auch nicht locker genug und ich bevorzuge so zwischen .035 und .030 je nach Geschmack. Einzelne Saiten für "Custom" Sätze kann man von die Firma Pyramid in Nickel oder Stahl Roundwound bestellen.
Bernhardmeer Profilseite von , 07.12.2008, 02:15:44
Versucht es mal mit einem Satz für nen Fünfsaiter.
Dann die 85/90'er weglassen und 130 - 105 - 065 - 045 draufziehen.

Das klappt dann prima mit der Quintstimmung.

Und nen 5-Saiter-E-Bass hab ich so praktisch zum 'Siebensaiter' gemacht oder zu ner Art Bass-Cello: C=130 - G=105 - D=065 - A=045 - E=024 (E-Saite ist ne D-Saite für E-Gitarre / eine A-Saite für Cello geht auch, wenn man was passend zu Flatwoundsaiten sucht)

Ansonsten ist das mit der Quintstimmung nur Gewöhnung.
Einfach mal Musikstücke, Lieder von Quart- auf Quint selbst in Tabs umschreiben, dann sieht man prima, daß sich die Sachen spielen lassen. Zum Improvosieren bieten sich aber plötzlich unheimlich viele Möglichkeiten, selbst Powercords kann man wie beim Celle phantastisch mit einbinden...
Mal rumprobieren - es lohnt sich.
baumkrust Profilseite von , 28.09.2006, 13:06:45
habe mir letzte woche auch einzelsaiten für den e-bass bestellt. die stärken sind 126-95-65-35. ergibt einen absolut ausgeglichenen satz.
Neuester Beitrag Baumkruste Profilseite von Baumkruste, 02.05.2014, 19:17:29

Liebe Bassgemeinde,

 

da das Thema nie ganz einschläft und doch immer wieder Interesse weckt, gibt es von mir wieder einmal etwas zur Quintstimmung.

Seit 2006 war ich immer wieder "auf Quinten" unterwegs und habe seit ca. zwei Jahren einen Kontrabass immer in Quinten (C G D A) gestimmt und setze das auch oft und gerne ein. Mein vorläufiges Fazit habe ich mit meiner Band "Westinato" 2012 auf CD festgehalten.

Für alle, die es also interessiert, gibt es auf www.westinato.de drei komplette Songs als Stream.

 

Viel Spaß und viele Grüße!

Stefan

 

 

 

 

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