GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

Belson Saiten??? <

Ein peinliches Problem

> Zerlegbarer Kontrabass

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Neuling - Unterricht & Didaktik - Griffbrett

Tobias_01 Profilseite von , 11.12.2003, 12:25:03
Ein peinliches Problem
Hallo Liebe Freunde!
Ich habe nun endlich meine Zeta E-Kontrabass verkauft und mir einen "richtigen" Bass zugelegt. Allerdings habe ich ein Problem. Der Bass hat eine 4/4-Mensur mit einer schwingenden Seitenlänge von 112 cm. Ich habe noch nie auf einer derartigen Mensur gespielt und es würde mir sehr helfen, gerade in den oberen Lagen, wenn ich mir vorübergehend die "Bundpositionen" kenntlich machen könnte.
Jetzt kommen wir zu meiner Frage: Kennt jemand von Euch die Positionen vom Steg oder Hals aus oder gibt es vielleicht eine Formel nach der man dies berechnen kann?
Mit vorweihnachtlichen Grüßen und bestem Dank für die Bemühungen,
Tobias
Christoph Profilseite von , 11.12.2003, 13:04:41
Nein, das ist nicht peinlich, aber eine Formel habe ich dennoch nicht. Warum nimmst du nicht deine Ohren?? Oder ein Stimmgerät? Vielleicht könnte dein Lehrer dir das einrichten? Wenn du null Vorkenntnisse hast, macht das Anbringen von Markierungen durchaus Sinn, um erst mal etwas Ordnung ins Chaos zu bringen. auch nicht schlecht: mit Hilfe von Kabelbindern aus dem Baumarkt den Bass schlichtweg bundieren, so wurde es früher bei den Gamben ja auch gemacht. Die Positionen der "Bünde" kannst du
wiederum mit einem Stimmgerät festlegen.
Frank S. Profilseite von , 11.12.2003, 13:29:25
Hallo Tobias,

Christoph hat völlig recht: Peinlich muß das nicht sein (außer dass es gleich ein 4/4-Bass mit sooo einer Mensur sein muß, hehe!)

In der Tat ist ein Markieren hilfreich: Mein KB-Lehrer strichelt regelmäßig für die Anfänger (besonders die Kinder) mit einem Bleistift dünn und vorsichtig auf den Schülerinstrumenten Markierungen auf's Griffbrett.

Statt der dicken Kabelbinder kenne ich noch die Methode, den Hals mit dünnerem Nylonfaden/ Angelsehne zu umwicklen. Dann ist der Effekt nicht so, als wenn der Bass Bünde hätte.

Ansonsten hat Christoph die Partentlösung genannt: Frei nach Ikea: Markierst Du noch oder hörst Du schon?

Herzliche Grüsse

Frank
Sascha Profilseite von , 11.12.2003, 22:36:07
Hi Tobias!

Irgendwie müsste man sich die "bundpositionen" doch mit cent berechnen können, oder nicht? Ich kenn mich da (noch) nicht so gut aus...
aber du könntest es mit den Teilungen versuchen und nur ein paar "Anker-töne" markieren, also genau in der mitte der saite die oktave, bei 2/3 die quinte usw.
oder du kannst dich auch an den obertönen orientieren, so kann man die einige positionen auch relativ sicher bestimmen...
mehr tips fallen mir im moment nicht ein...nur,dass ich persönlich die markierung mit bleistift aufzeichnen würde, und nichts um den hals wickeln...;-)
bei mir sind solche markierungen nicht nötig, auf meines Basses Griffbrett sind ein paar flecken drauf an denen ich mich schön orientieren kann!;-)
ich hoffe mein beitrag hilft dir weiter, wenns dazu noch fragen gibt, ich steh dir gern weiterhin zur verfügung.
schöne Grüße,
Sascha
Sascha Profilseite von , 12.12.2003, 00:50:15
Hallo nochmal!

Ich hab gerade mal über die cent nachgedacht und ein bissi rumprobiert. Ich meine herausgefunden zu haben, wie man sich die stellen ausrechnet an denen die Bünde platziert würden (das ist alles natürlich temperiert und nicht rein):
Die magische Zahl ist 1,059463094 (= zwölfte Wurzel aus zwei) Du musst die mensur durch diese Zahl dividieren, und di differenz is dann der abstand von sattel zu Bund. Ich versuch mal den anfang vorzurechnen. Die mensur deines Basses war 112 cm, wenn ich mich recht erinnere. 112:1,059...=105,713923 Das ist jetzt der abstand vom steg bis zum Bund (Sattel-bund ist also 6,28607698cm...kann das stimmen??) Weiter gehts mit 112:(sechste Wurzel aus zwei)=99,78065643 =Abstand Steg-2.Bund
Weiter gehts genauso, aber der eins sollte ich vielleicht noch erwähnen: weiter machst du mit der zwölften Wurzel aus (2^3)
du musst immer die zwölfte wurzel aus 2 hoch der zahl des gewünschten Bundes rechnen (vorhin sechste Wurzel aus zwei= 12 Wurzel aus 2^2)
Wenn es dir zu anstrengend ist, die Faktoren auszurechnen, ich hab alle auf einem Handout von meinem Psychoakustik prof.:-)
da stehen sogar die reinen Faktoren drauf!
wenn es unbedingt sein muss kann ich die mal für dich abtippen...Hätt ich eigentlich auch in der zeit machen können in der ich mühsam versucht habe dir verständlich zu erklären wie dus selber machen kannst...
Ich wünsche eine erholsame Nacht (wahlweise auch einen schönen Tag!;-))
Sascha
Holger Profilseite von , 12.12.2003, 13:52:32
Hallo alle,

Hier ist meine Methode, den Ort der "Bünde" zu
berechnen: Mit den Schwingungszahlen der Saite.
Damit kann man die Intervalle berechnen, die bei
einer (durch Greifen) verkürzten Saite entstehen.

große Sekunde = 8:9
kleine Terz = 5:6
große Terz = 4:5
Quarte = 3:4
Quinte = 2:3
große Sexte = 3:5
große Septime = 8:15
Oktave = 1:2

Den "Bund" müsste man nun an der Stelle

(1 minus Schwingungszahl) x schwingende Saitenlänge

aufzeichnen, ab der Oktave analog dazu mit der
halben Länge.

Wie man die oben geschriebene Zahlenreihe in eine
Formel kriegt, weiss ich noch nicht, aber ich würde
auf natürlichen Logarithmus tippen.

Holger
hanz Profilseite von , 11.03.2005, 16:43:19
Tja, diese Methode klingt ja erstmal sehr logisch, würde aber strenggenommen nur funktionieren, wenn man die Saite "greift", ohne sie runterzudrücken, wie zB wenn man Gitarre mit Bottleneck spielt. Beim Runterdrücken spannt man ja zusätzlich die Saite, und dadurch wird der Ton nochmal ein Stück höher als das nur aufgrund der Verkürzung der Fall wäre. Oder ist das so minimal, daß man es guten Gewissens vernachlässigen kann?
Ansonsten ist hören natürlich das A und O, wie überall in der Musik, das sollte selbstverständlich sein, ist es aber viel zu oft nicht... Aber ein genaues Gehör muß man sich ja auch erstmal antrainieren... bin ich auch gerade mit beschäftigt.
Judith Profilseite von , 12.12.2003, 09:52:17
Hallo Tobias,

ich will mir ja hier keinen Ärger einhandeln, aber seid Ihr eigentlich alle E-Bassisten??? Habt ihr kein Gehör??? Ich habe auch als Anfänger nie mit Bundmarkierungen gespielt, man muss es ja schließlich ins Gehör kriegen. Das hat auch mit 1/2, 3/4 und 4/4 nichts zu tun. Such Dir lieber einen kompetenten Bass-Lehrer, dann braucht man sich über soetwas keine Gedanken machen. Streich die Töne, dann merkst Du auch, ob sie stimmen. Es geht auch als Anfänger ohne Bundmarkierungen, außer, ich wäre ein Naturtalent gewesen.
In diesem Sinne, viel Erfolg!
Frank S. Profilseite von , 12.12.2003, 11:28:33
Hallo Judith,

Ich stehe hier (mit meinem E-Bass) und kann nicht anders! Frei nach Martin Luther.

Nee, im Ernst: Keiner von uns hat in Frage gestellt, dass das A und O das Hören ist. Das hat Christoph deutlich gemacht und ich auch. Da Tobias aber nach einfachen mechanischen Hilfestellungen gefragt hat, lag es doch nahe, solche zu benennen. Das heißt nicht, dass wir, die wir geantwortet haben, 1) einen Gehörschaden haben und b) E-Bassisten (was ist daran eigentlich schlimm?) sind.

Also: Keinenn Ärger eingehandelt, aber die Schmonzette mußte sein, nimm es mit Spass und eine fröhliche Aventszeit noch, gell?

Herzliche Grüße

Frank
Judith Profilseite von , 12.12.2003, 12:10:35
Hallo Frank,

an E-Bassisten ist nichts Schlimmes, es gibt aber viele Schlimme!
Ich spiele ja in unserer Metal-Band selbst zeitweise E-Bass, so ist das nicht. Ich fand diese ganzen Vorschläge nur etwas kurios, da ich von sowas noch nie etwas gehört hatte. Nur: wenn man die ganze Zeit nach den Bundmarkierungen guckt, kriegt man ja Genickstarre *g*!
Matthias Profilseite von , 12.12.2003, 13:50:00
Hallo Leute!
Und hier noch ein kleiner Beitrag zu diesem Thema:
Als ich angefangen habe mit dem Bass spielen habe auch ich mir mit einem Bleistift die "Bünde" auf dem Griffbrett markiert, als rein optische Orientierung. Da ist wohl weiter nichts dran auszusetzen, ABER als ich zum ersten mal bei schlechtem Licht spielte war ich ganz schön aufgeschmissen. Daher will ich sagen: Tut euch selbst den Gefallen und lernt von Anfang an den Ohren zu vertrauen, zum Beispiel mit geschlossenen Augen Tonleitern streichen und mitsingen oder ähnliche Sachen. Das macht das Leben wirklich leichter und nicht die Bünde
Sascha Profilseite von , 12.12.2003, 17:29:31
Hi Leute!

Du hast vollkommen Recht, Judith. Es geht auch ohne Bundmarkierungen. Schon als ich das aller erste Mal probierte Kontrabass zu spielen, fiel es mir nicht all zu schwer ohne irgendwelche Anhaltspunkte die töne ungefähr zu finden. Aber manchen fällt der Einstieg sicherlich schwerer, und mit solchen Markierungen kann man die Verwirrung ein bisschen reduzieren. Und du hast auch damit Recht, dass ich eigentlich e-Bassist bin.*gg*

An Matthias: Obwohl ich mich auch an den bereits erwähnten Flecken auf dem Griffbrett meines Basses orientiere, schaffe ich es, wenn ich im dunkeln spiele, mich nach Gehör zu orientieren. Aber komischerweise fällt mir die orientierung im dunkeln auf dem e-Bass schwerer, wenn man in betracht zieht, dass ich seit über 3 Jahren e-Bass spiele und erst seit einem halben Jahr Kontrabass.

ciao,
Sascha
Judith Profilseite von , 12.12.2003, 22:24:01
Eine sehr schöne Diskussion ist hieraus geworden. *g*
Aber mal im ernst, ich habe heute meinem Basslehrer davon erzählt (Berufsmusiker), er hat seinen Ohren nicht getraut. Mal sehen, wann die Geiger mit Bundmarkierungen ankommen.

Aber noch mal ein Wort an die E-Bassisten: Ich habe Eure Probleme, nur umgekehrt: Mich stören die Bünde! Habt ihr Tipps für mich? *g* Vielleicht steige ich doch auf fretless um.

An Sascha: Du wirst lachen, aber ich musste mal 15 Minuten eines Gigs mit unserer Big-Band im Stockdunkeln spielen, es war in der kompletten Stadt Stromausfall, man hat die Hand vor Augen nicht gesehen. Damit das vollbesetzte Haus ruhig blieb, haben wir im Dunkeln improvisiert. Das Publikum war begeistert, unserer Nervosität war weg (im Dunkeln ist gut munkeln). Also, das kann alles passieren, dann nutzen die Bundmarkierungen auch nichts mehr. Ohne ist besser.

Allen Bund- und Bundmarkierungslosen noch viel Erfolg!
Sascha Profilseite von , 13.12.2003, 18:06:30
Hi, Dass sich einem Berufsmusiker der Magen umdreht, wenn er von solchen Methoden hört, kann ich mir irgendwie schon vorstellen. Dennoch gibt es Basslehrer, die Anfängern Hilfsmarkierungen auf das griffbrett zeichnen. Nebenbei möchte ich noch erwähnen, dass ich, auch wenn ich ein ganz schwarzes Griffbrett hätte, mir keine Markierungen draufmachen würde. Und wenn du schon fretless Bässe erwähnst: es gibt ja auch welche mit Bundmarkierungen!*gg* musste mal 15 Minuten eines Gigs mit unserer Big-Band im Stockdunkeln spielen Respekt, das würde ich weder mit Kontrabass noch mit e-Bass schaffen. wenn man mal davon absieht, dass es mit e-Bass ohne Strom sowieso nicht geht, und dass ich es noch gar nicht wagen würde einen Gig mit Kontrabass zu spielen...;-) das kann alles passieren Jemand, der es nötig hat, Markierungen auf das Griffbrett zu zeichnen, wird wohl kaum soweit sein, ein konzert mit einer Big-Band (oder irgendeinen anderen Gig) zu spielen! So was kann nur passieren, wenn man die Markierungen immer wieder erneuert! Und sowas wird wohl niemand machen, oder? Ohne ist besser. Es hat nie jemand etwas anderes behauptet! Ich hoffe mich mehr oder weniger verständlich ausgedrückt zu haben!:-) Grüße Sascha
Judith Profilseite von , 14.12.2003, 11:42:54
Moin,

hab gestern mit einem Klassik-Orchester gespielt, und ratet mal, was ich beim Cellisten entdeckt habe: Bundmarkierungen. (no comment)

Ich werde mich jetzt aus dieser Diskussion zurückziehen, vielleicht bin ich einfach zu anspruchsvoll.

Gutes Gelingen.
DEKA Profilseite von DEKA, 14.12.2003, 21:27:12
Hallo in die Runde,

sehr interssante Diskussion. Ich persönlich empfinde das ganze überhaupt nicht peinlich. Ich nutze keine Markierungen und kann eigentlich nur empfehlen viel mit anderen Leuten zu musizieren. Nichts schult meiner Meinung nach besser als das gemeinsame Spiel mit einem guten Pianisten; gerade beim Jazz!

Ich kenne aber viele (auch sehr gute und erfahrene) Bassisten die mit Markierungen arbeiten. Ich würde aber an Stelle der Bleistiftstriche kleine Punkte auf die Seite des Griffbrettes machen. Führt man diese mit einem weißen Eddigmarker aus kann man diese a) im dunkeln recht gut sehen und b) später wieder einfach entfernen.Ich habe auch schon einmal gesehen das ein Bassist( übrigends ein Top-Jazzer !)winzige Metallstifte; ähnlich wie kleine Stecknadeln angebracht hat (geklebt ? ) das hat den Vorteil das man die Positionen sogar fühlen kann.

Viel Spaß beim Markieren und noch mehr beim Spielen

DEKA
christoph reisdorf Profilseite von , 20.10.2005, 15:51:54
Hallo Judith, Du willst mit einem Fretless Metal spielen ? Das hört sich interessant an - wenn es dazu kommt, schick mir einen Konzerttermin ;-))
Das sollte ja kein Problem sein - Bünde rausnehmen lassen, mit Holz füllen, fertig. Nur der Sound ist dann normalerweise vollkommen anders....

Hast Du schonmal einen Fretless gespielt ( ich meine ausser Deinem KB ) ?

Christoph
Judith Profilseite von , 25.10.2005, 11:49:35
Hallo christoph, Konzerttermine kannst Du meiner Homepage, www.judithmardorf.de entnehmen ;-)). Aber Spaß bei Seite, spiele mittlerweile zwar kein Metal mehr, geschweige denn E-Bass, war nur ne Notlösung. Ich habe aber zeitweise mit dem KB in der Metal-Band gespielt, gestrichen a la Apocalyptica, war ein bißchen experimentell, aber gut. Han aber die Metal-Band inzwischen aus Zeitgründen (nicht, weil der KB so schlecht war) aufgegeben. Einen frteless E-Bass habe ich noch nicht gespielt, da ich ja kein E-Bassist bin und der E-Bass nur, wie schon erwähnt, Notlösung war.
christoph reisdorf Profilseite von , 25.10.2005, 13:12:17
Hallo Judith,

ich denke, das Thema ist halt leben & leben lassen. Wie bereits gesagt, waren Geigen, Celli & Kontrabässe wohl ursprünglich sehr wohl bundierte Instrumente, die erst im Laufe der Zeit Ihre Bünde ( aus Katzendarm ?? ) verloren haben. Daher ist die Vorstellung sich Markierungen anzubringen nicht so abwegig ( übrigens hat mein Basslehrer & studierter Kontrabassist ebenso welche - vielleicht liegt es daran, dass es im Studio nicht immer reicht zu glauben den richtigen Ton zu spielen ? ).

Der E-Bass hingegen ist halt ein anderes Instrument ( auch wenn einige Gemeinsamkeiten nicht von der Hand zu weisen sind ), und ich denke, es kommt sehr stark auf die Verwendung an. Bei Metal denke ich an einen hart klingenden E-Bass, ein grosses Stack im Rücken, und an ein Kilowatt Leistung, dass die Hosenbeine flattern - dort ist der Kontrabass dann wohl doch nicht zu Hause, auch wenn ein von Dir beschriebenes Experiment ( Metal & Kontrabass ) interessant klingt ( siehe auch die diversen threads zum Thema "Feedback" beim Kontrabass ).

Ein Fretlessbass wiederum ist erstmal wiederum vom Klang her ein vollkommen anders Instrument. Sofern Du das Glück hast, mal einen gut klingenden Fretless in die Hand zu bekommen, wirst Du das auch sofort hören. Der Ton baut sich teils trompetenartig auf - daher auch mein Zweifel daran, dass ein Fretless besser zum Metal passt. Der Klangcharakter ist nämlich deutlich weicher.

Da ich seit etwa 15 Jahren E-Bass spiele, und quasi als Novize erst seit knapp 2 Jahren Kontrabass lerne, kann ich die Verteufelung des E-Basses nicht so gut vertragen. Komischerweise habe ich eine solch ablehnende Haltung bei anderen Musikern noch nie erlebt ( Ausnahmen bestätigen ja die Regel ).

Ach ja - ich LIEBE meinen Kontrabass, leiste es mir aber, auch meinen Alembic, meinen Warwick fretless, mein 1KW Stack von Glockenklang zu lieben - je nachdem, welche Art von Musik ich gerade mache......

Zum Thema Bundmarkierungen auf dunklen Bühnen möchte ich noch anmerken, dass es im Bereich der E-Bässe seit etwa 25 Jahren beleuchtete Bundmarkierungen gibt - wer's braucht ;-))

Christoph
Roland Profilseite von , 15.12.2003, 01:58:11
Musik ist für mich primär ein klingendes Ereigniss, auf Grundlage dieser Sicht entspringen mein künstlerisch / pädagogischen Leitmotive "entscheident ist was klingt" und "wichtig ist was diese Klänge bewirken". Daraus folgt für mich "es ist nicht sehr wichtig wie etwas optisch wirkt wenn man Klang erzeugt" und es ist auch nicht wichtig ob man dabei gegen Traditionen oder Gewohnheiten verstößt.

Wichtig ist aber der Faktor Zeit der zur Erreichung der jeweiligen Klangziele benötigt wird, denn einerseits ist unsere Lebenszeit begrenzt und andererseits ist auch die Geduld der Menschen nicht unendlich. Die Frage nach Markierungen auf dem Griffbrett macht im Zusammenhang mit dem Faktor Zeit einen Sinn. Wenn solche Markierungen einen Lernenden schneller in die Lage versetzen zu einem für ihn befriedigenden musikalischen Ergebnis zu kommen, dann spricht für mich nichts dagegen so etwas zu benutzen. Das solche Hilfen für viele Menschen (aber nicht unbedingt für alle) zu schnelleren Erfolgserlebnissen führen ist feststehende Tatsache.

Ich sehe Bundierungen /Markierungen wie Stützräder am Fahrrad an, es ist meiner Erfahrung nach wichtig soetwas nur temporär zu benutzen. Es gibt viele Gegebenheiten die gegen eine dauerhafte Verwendung sprechen, so sind Bundierungen bei Instrumenten die mehr als eine Saite haben nie perfekt in der Intonation, weder in temperierten noch in reinem Intonationsbemühen. Immerhin lassen sie sich so justieren, daß man nicht total im Gemüse hängt und man kann sie fühlen. Durch die taktile Orientierung kann sich ein Körpergefühl für eine standardmässige Handspreitzung entwickeln. Dieser taktile Sinn bedient freilich eine andere Wahrnehmungsebene als allein das intonatorische Hören, ich sehe aber keinen Grund den Tastsinn deswegen zu verdammen.

Auf Dauer schnell problematisch wird die optische Orientierung durch Striche, hier zeigt sich schnell eine Überforderung des Spielers, wenn er zeitgleich Noten o.ä. lesen und seine Finger in Relation zu den Markierungen beobachten soll. Trotzdem ist auch dieses ein probates Mittel sich eine Groborientierung und einen Überblick zu verschaffen. Alles muß immer in Abhängigkeit von den Voraussetzungen, dem Status Quo eines Schülers aus betrachtet werden, nicht jeder hat Vorerfahrungen mit Musik und auf anderen Instrumenten. Der Standpunkt "Bevor man Kontrabass beginnt muß man erst Klavier o.ä. gelernt haben" ist ein vorsintflutlicher und zeugt von pädagogischer Trägheit und / oder methodischer Inkompetenz eines Lehrers. Kopfschütteln und Sprüche wie: "demnächst kommen noch die Geiger mit Markierungen" zeugen nicht von Beherrschung eines pädagogischen Handwerks sondern von hilflos, bornierter Abwehr gegenüber Unbekanntem.

Meine Meinung daher, laßt es bleiben mit Bundierungen / Markierungen oder macht es mit Verstand und Augenmaß aber macht Musik.

Roland
Judith Profilseite von , 15.12.2003, 14:01:49
Hallo Roland,

jetzt klinke ich mich doch nochmal ein. Ein schöner geschwollener Text, den Du da geschrieben hast.
Übrigens, meine Bemerkung: "Demnächst kommen auch die Geiger mit Bundmarkierungen" kann nicht von Beherrschung eines pädagogischen Handwerks zeugen, da ich einfach nur Kontrabassistin bin, die Musik in vielen veschiedenen Richtungen macht, z.B. Klassik, Swing, Jazz und auch experimentelle Sachen, wie gestr. KB in einer Metal-Band. Ich bin kein Pädagoge und will es auch nicht werden.

Ich sehe nur die Gefahr, dass man es mit solchen Hilsmitteln später umso schwerer hat. Das ist wie ein Reit-Anfänger, der sich ängstlich am Sattel festklammert, aber unbedingt gleich galoppieren möchte. Er wird so nie zu einem lockeren entspannten Sitz kommen. Man muss langsam anfangen. Es dauert zwar länger, führt aber eher zum Erfolg. Ich möchte Reiten nicht mit Musik vergleichen, aber beides braucht Gefühl, das eine das Gefühl für die Bewegung, das andere das Gefühl oder das Gehör für Töne. Man lernt nicht hören, wenn man versucht, seine Finger nach Bundmarkierungen auszurichten, man lernt nicht, locker auf dem Pferd zu sitzen, wenn man sich festklammert.
Der Tip von meinem Basslehrer, mit dem ich immer gut gefahren bin: Hör dir beim Spielen zu, nimm dir Zeit, spiel jeden Ton auf ganzen Bogen. Das habe ich gemacht, und meine Intonation ist immer besser geworden. Man muss auch nicht gleich "galoppieren", d.h. gleich in hohe Lagen gehen, dass man da keine Töne trifft, ist klar. Fangt mit dem Hören lernen in der gewöhnlichen Lage an und arbeitet euch hoch.
Jetzt werden bestimmt wieder ganz viele empörte "Buh"-Rufe kommen, wie intolerant ich doch bin. Aber dass ist meine Meinung, und ich kann es nur empfehlen. Ich hatte nie einen Strich auf meinem Griffbrett und habe es auch gelernt.
Sascha Profilseite von , 15.12.2003, 18:04:07
Hallo Judith und Roland! Buh! Du bist ja soooooooooooo intolerant, Judith.*ggg* Nein, jetzt mal Spaß beiseite. Ich glaube, du schätzt die meisten Leute, die ihr Griffbrett markieren falsch ein. Meiner Erfahrung nach trifft der Vergleich mit dem Reit-Anfänger, der gleich galoppieren will, nur in den wenigsten Fällen zu. Denn ich persönlich habe noch nie einen Anfänger erlebt, egal ob Gitarrist oder Schlagzeuger oder sonst etwas, der sich an ein so hohes niveau (wie beim galoppieren) herangewagt hat. Auch wenn man Markierungen zur Hilfe nimmt, muss man sich Zeit nehmen, sich beim Spielen zuzuhören, und sich von den tiefen Lagen langsam nach oben arbeiten. Und außerdem ist es wichtig, wie Roland schon schieb, die Markierungen nur temporär zu benutzten. Andernfalls, bestünde die Gefahr die Judith bei der ganzen Sache sieht, also dass man es später schwerer hat. Richtig dosiert, hilft es vielen Leuten weiter. Als Beispiel kann ich mich nennen. Optische orientierung war für mich anfangs relativ wichtig. Es hatte bei mir ungefähr den Effekt, den Roland beschrieb: ich habe ein Gefühl für eine standardmäßige Handspreitung entwickelt. Ich nutzte die Flecken zwar immer noch, aber ich spiele auch oft im dunkeln oder mit geschlossenen Augen, um nicht davon abhängig zu sein. Auch meine Meinung: laßt es bleiben mit Bundierungen / Markierungen oder macht es mit Verstand und Augenmaß aber macht Musik. ciao Sascha
Judith Profilseite von , 16.12.2003, 07:52:23
Sascha, es macht Spaß, mit Dir zu diskutieren. *ggggggggg*
Sascha Profilseite von , 16.12.2003, 18:15:27
Ich muss sagen, mit Dir macht's auch viel Spaß, Judith!;-)
Jyrgen Profilseite von Jyrgen, 15.12.2003, 12:00:16
Hallo Tobias,

ich weiss auch noch etwas:

Wenn der Bass richtig gestimmt ist, dann muss der 4. Finger in der II. Lage genauso klingen wie die nächst höhere leere Saite. Dasselbe beim 1. Finger in der III. Lage. Den 4. Finger in der III. Lage kann man dann mit der nächst tieferen Saite kontrollieren (Oktave, hört man recht gut). Wenn Du Dir die Zeit nimmst und beim üben immer vergleichst, kann man sich nach meiner Erfahrung die Markierungen sparen.

Gruss

Jyrgen
Richard Waltner Profilseite von , 18.12.2003, 19:36:02
Hallo,

meine Meinung zu Markierungen: ich hantiere seit neuestem damit und finds ne supersache, man bekommt damit schneller ein geometrisch/wiesollichsagen/räumliches Gefühl auf dem Griffbrett, letztendlich schaut man nicht mehr hin aber man hat ein inneres Bild wo der Ton zu liegen hat; bei Auftritten läuft sowieso alles etwas intuitiver ab und im Dunkeln ists dann auch kein Problem.

gruß, richard
Christian Klein Profilseite von , 11.03.2005, 19:04:32
Da würde ich mich überfordert fühlen: 1. die KB-Stimme lesen 2. die Strichrichtung etwaiger Celli beachten 3. KonzertmeisterIn ansehen 4. womöglich auch noch DirigentIn 5. die Mädels im Publikum ... und auch noch 6. Markierungen am Instrument? 4 Saiten, 1 Bogen, 6 Augen *gg*
Bassfreund Profilseite von Bassfreund, 11.03.2005, 20:39:23
Seit wann wird die DirigentIn angesehen? Haben wir im Orchester bisher alle was falsch gemacht?
Christian Klein Profilseite von , 11.03.2005, 21:15:41
Natürlich werden angesehene Dirigentinnen oder Dirigenten angesehen.
Weil wir ja von ihnen den Aussatz kriegen
(oder wie das heißt).
Lu Profilseite von , 14.03.2005, 09:12:19
Viele Geigenschüler bekommen anfangs von ihren Lehrern auch Markierungen zur Orientierung angebracht (meine Tochter lernt Geige). Markierungen sind auch für erfahrene Spieler hilfreich, um am Anfang des Stückes oder nach einer Pause den richtigen Aufsatzpunkt zu haben (den Ton hört man ja erst, wenn es für eine Korrektur im Prinzip zu spät ist). Während man eine Passage spielt, hat man meist mit den Noten und dem Dirigenten so viel zu sehen, das die Markierungen unbeachtet bleiben. Eine gelegentliche Selnstkontrolle durch einen kurzen Blick auf die Markierungen empfinde ich vor allem auf der E-Saite als hilfreich, iregndwie funktionieren meine Ohren immer ungenauer, je tiefer ich spiele.
philipp Profilseite von , 14.03.2005, 14:06:34
das mit den ungenaueren ohren liegt daran das man auf der e-saite spätestens den "normbereich" des menschlichen ohres verlässt bei manchen leuten ist das auch schon auf der a-saite der fall...
in diesem sehr tiefen bereich muss man erstma hören lernen, das menschliche ohr kennt solche töne nämlich aus dem "täglichen" gebrauch kaum, denn kaum ein geräusch das für uns wichtig ist ist so tief wie die kontra-oktave :)
und das mit dem "aufsatzpunkt" treffen regelt sich auch irgendwann über das muskelgedächnis, sprich irgendwann wenn man nachts um 3 aus dem bett geworfen würde und einen jemand anbrüllt: "schneeell spiel ein c!!!" dann kann man das immer noch... brennt sich irgendwann einfach ein :)
allerdings kann man das im orchester auch besser lösen und zwar in dem man eben die note klopft bevor man sie anspielt.. sozusagen tappt, die kollegen kriegen sowas zwar mit aber die zuhörer nie im leben :)
dann kann es zwar passieren das nachher gewitzelt wird über einen, aber die intonation stimmt dann immerhin....
ich fände es übrigens sehr schwer gleichzeitig meine noten zu lesen, den dirigenten zu ignorieren und auf die markierungen zu schauen falls ich welche hätte ;)

mfg
philipp
Bass-Wizard Profilseite von , 19.10.2005, 14:41:54
Hallo Tobias,

ist ja schon ne Ewigkeit her mit deinem Posting, aber da die Beantwortung der Frage nach der Formel fehlte: Nimm die 12te Wurzel aus 2 (gerundet 1,05946). Das funktioniert mit Mensuren ebenso wie mit Frequenzen, d.h., die Oktave (2:1) wird dadurch in 12 Teile geteilt (=Chromatik).

D.h.: 440(Hz) x 1,05946 = 466,1624 (A->Ais)

112(cm) / 1,05946 = 105,7142 (Abstand von Steg zu 1. Bund) u.s.w.

Gruß

Volker
christoph reisdorf Profilseite von , 20.10.2005, 13:31:56
Bei all den Beiträgen verwette ich Haus und Hof darauf, dass viele Bassisten / innen zwar meinen den korrekten Ton zu spielen, dieser jedoch einer Kontrolle mit dem Stimmgerät nicht standhalten würde ( wobei man sicher darüber streiten kann, bei wieviel Cent man von nicht mehr korrekt gegriffen sprechen kann ). Was bitte sollte also gegen Bundmarkierungen sprechen ? Vom Hörensagen her meine ich zu wissen, dass das absolute Gehör eine sehr seltene Gabe ist....

Ich persönlich habe mir die Markierpunkte vom E-Bass abgeschaut, und zur seitlichen Markierung auf dem Griffbrett ( Lagenpunkte ) einfach einen Lackstift genommen. Der lässt sich auch prima wieder entfernen.

Fest angebrachte Markierungen finde ich nicht wirklich sinnvoll, denn falls bei einem späteren Einrichten der Steg auch nur ganz wenig anders stehen sollte, sind die Markierungen alle für die Katz'.

Um die Punkte anzubringen, habe ich mein Stimmgerät zur Hilfe genommen. Sofern das Ding schnell genug anspricht, ist das übrigens auch beim Spiel manchmal eine durchaus sinnvolle Kontrolle für mich - die Anzeige ist nicht zu betrügen.

Und wie immer nochmal mein Hinweis: auch E-Bassisten sind Menschen :-))

Und ich meine mal hier im Forum gelesen zu haben, dass die Geschichte der Streichinstrumente mit Bünden aus Darm begonnen hat - also ist eher das bundlose Spiel eine Spielart der Neuzeit, oder ?

So rate ich also auch den Kollegen, die sich sicher sind den korrekten Ton zu greifen, doch mal heimlich ein Stimmgerät zur Hand zu nehmen, um sich zu prüfen.

MfG,
Christoph
Barmin Profilseite von Barmin, 20.10.2005, 14:43:06
Hallo Leute,

was für eine lange Thread!

Ich sehe Markierungen auch eher undogmatisch: Ist kein Tabu, aber es hilft eigentlich nicht gross weiter.

Das Problem ist, ein bisschen daneben ist auch vorbei.
Denn das Griffbrett ist bei guter Bass/Körperhaltung gar nicht oder nur von einem sehr schraegen Winkel in deinem Blickfeld. Also um das ganze optisch in den Griff zu kriegen müsste man sich eine sehr unnatürliche Haltung angewöhnen.

Ich hätte da einen anderen Tipp: Konzentriere Dich am Anfang auf wenige wichtige Lagen, d.h. die Grundlage (zeigefinger "zweiter Bund"), die halbe Lage (ZF 1.Bd), dritte Lage (ZF 5.Bd) und vierte Lage (ZF 5. Bd). Für letztere ist das Halsende (Daumen im Knick) Orientierunspunkt. Mit diesen Lagen kannst du schonmal ganz gut Basslinien bauen.

Um die Lagen zu üben, spiele jeden Tag 10 Minuten extrem langsam mit dem Bogen lange Noten auf einer Saite (z.B. Leersaite, dann Ausschnitt der chromatischen Skala in den betreffenden Lagen, oder irgendeine diatonische Tonfolge, die diese Lagen benutzt). Das Ganze synchron mit dem (langsamen) Atmen, nach dem Motto Abstrich = Einatmen, Aufstrich = Ausatmen (oder auch umgekehrt). Das wird sich am Anfang erschreckend falsch anhören, aber es ist sehr effektiv um die Intonation zu verbessern!

bon courage!

Barmin

PS: Ich habe oben die etwas verwirrenden Lagebezeichnungen von Mr. Simandl verwendet, weil sie einfach so populaer sind. Dieser bezeichnet mit ganzen Zahlen die Lagen, bei denen der oberste Ton auf der G-Saite in der C Dur TL enthalten ist. So ergibt sich dann erste Lage mit ZF "2. Bund" (oberster Ton = H), zweite Lage ZF 3.Bd (C) usw.
gast Profilseite von , 28.10.2005, 21:11:14
hi! also ich würd ja sagen, einfach auf die rückseite vom steg pflaster kleben wo die daumen hin müssen weil das fühlt man auch bei schwachem licht und wenn man weiß wo die daumen hinmüssen weiß man ja auch wo die andern finger \"obendrauf\" müssen...=)
lg maria
Manfred Profilseite von , 28.11.2005, 23:04:47
Also, das ist ja eine merkwürdige Diskussion.

Die Kinder lernen auf ihren Viertelgeigen die ersten Töne mit Markierung. Irgendwann bekommen die das - vielleicht - ins Ohr. Bei vielen wird das nie etwas, und es klingt ein Leben lang beschissen. Sorry, aber das kennt ja jeder.

Ich spiele Frettless Bass von Anfang an, weil es einfach schöner ist - nach meiner Meinung. Allerdings hatte mein erster Fretless Bundmarkierungen, was am Anfang hilfreich ist, und kein Nachteil.
Mein Lieblingsbass hat ein schwarzes Griffbrett, das finde ich total geil. Allerdings hat der auch einige wenige Dot-
Markierungen an der Seite. Und die braucht man auch, um
gelegentlich wieder einen Aufsetzpunkt für die Greifhand zu haben.
Ich glaube daß es ein Märchen ist, das man einfach so ins
Griffbrett nach Gefühl hineintappen kann, und dann wird es schon nach Gehör passen.
Vielmehr ist es so, daß man schon relativ genau greifen muß und dann recht schnell durch Gehör und Fingerbewegung den exakten Ton findet. Liegt man aber um einen cm oder mehr daneben, hilft das auch nicht mehr weiter.
Beim Kontrabass vermute ich, daß bei gleichbleibender Einstellung des Stachels man eher ein Gefühl für die Höhe der Position der Greifhand hat, oder die nach unten sich verdickende Rundung des Halses eine Orientierung darstellt.
Aufgrund der langen Mensur ist die 'Toleranz' bei der Intonation sowieso weniger kritisch. Vor allem bei schnelleren Passagen kaum noch hörbar...
Beim fretless E-Bass bleibt dagegen als Orientierung nur - die Markierung. Wer etwas anderes behauptet lügt oder spielt
falsch. Natürlich, Genies gibt es immer... Man soll sich
aber nicht zu sehr täuschen, auch Profis tappen daneben.

Gruß
Manfred
TX Profilseite von , 29.11.2005, 00:51:02
Spiel doch mal Kontrabass, vielleicht kannst du dir dann eine Meinung bilden :)


Twäng.
Christian Klein Profilseite von , 29.11.2005, 02:05:50
Dass die Bässe fehlintonieren, weiß jeder Dirigent.
Am besten aber wissen es die Celli.
Die ersten Geigen nicht - denn die wissen gar nicht, dass Kontrabässe anwesend sind.

Syntaxlos bekenne ich mich als großen Freund von Markierungen:
1.) Aufgrund der Mittellinie weiß ich stets, auf welcher Straßenseite ich fahre.
2.) Auf dem Klavier hab ich das eingestrichene C rot markiert. (Das c2 hat 2 Punkte etc.).
3.) Für´s Begrüßen (Händeschütteln) habe ich stets eine transportable Schnur bei mir, damit ich weiß, wie weit ich die Hand ausstrecken soll.

Nein, ernsthaft:
Auf den Hals einer meiner Umhänge-Akustikbässe schrub (alte Form für "schraubte") ich einen Fachbodenträger - ungefähr auf Höhe Es/G-Saite - damit der Daumen weiß, wo die Orchesterlagen enden. Bis G/G-Saite wird gestreckt, dann rumpelt der Daumen über den Knopf und landet am Halsansatz.

Was ich mich schon lange frage:
Warum haben die meisten Fretless-Bässe so phallistisch lange Hälse? Wäre der Korpus länger und der Hals verdickt, sähe dies zwar nicht so Viagra-mäßig aus, brächte aber erhebliche Intonationsvorteile. Oder ist die Optik doch wichtiger? Hm ...
sog i ned Profilseite von , 29.11.2005, 14:20:44
Hallo!

Ich find Markierungen auch nicht unpraktisch. Da ich daheim einen Bass habe, aber in der Schule auf nem andren spielen muss, find ich das sehr praktisch, dass auf dem einen in der Schule zwei oder drei lagen gekennzeichnet sind. Ohne die würde ich in den ersten fünf Minuten komplett falsch spielen, dann haben sich die Hände auf die Mensur "eingespielt" und dann spiel ich auch lieber nach Gehör...

Lg
Rolle Profilseite von Rolle, 30.11.2005, 00:16:17
Tach!

Obwohl eigentlich alles bereits (ausführlichst) gesagt wurde, hier mein Senf:

Kontrabassisten brauchen wohl keine Markierungen, weil da hilft sicherlich die tägliche Praxis, das Muskelgedächtnis und das Hören.

Als E-Bassist, der hin und wieder den KB in ´ner Rock- oder Bluesband "quält", brauche ich sehr wohl eine optische Kontrolle - der Bass ist in einem derartigen Umfeld nicht immer wirklich gut zu "orten" (hängt auch von der eigenen Tagesform ab) - und bevor ich meinen Einsatz versaue, orientiere ich mich sicherheitshalber vorher "optisch".

Somit hat der Akustische weiße Lackstift-Punkte (siehe Beitrag von Christoph) - und zwar da, wo der gemeine E-Bass seine Bundmarkierung hat (natürlich AUF dem "Bund" bzw. der Greifposition).

Das gibt mir eine gewisse Sicherheit und "Selbstvertrauen". Punkt.

Bässte Grüße
Rolle

P.S. übe ich so vor mich hin, brauche ich auch keine Markierung, dann kann ich auch hören (bzw. mit Leersaiten vergleichen)
Neuester Beitrag Manfred Profilseite von , 30.11.2005, 21:53:46
Also, weil das Thema irgendwie so schön ist, möchte ich nochmal was dranfügen.
War vor etwa 2 Jahren auf einem Konzert von Marcus Miller
(jawohl, derjenige Berühmte) in MÜnchen im Bayrischen Hof.
Stand so direkt hinter ihm auf einer Treppe. Da greift er sich seinen Fretless 5 Saiter. Und was sehe ich da? Ihr werdet es nicht erraten, aber ich sehe Bundmarkierungen. Das ist kein Witz, die reine Wahrheit!
Da kann man ja nicht behaupten, daß Miller ein Baß-Problem
hätte, obwohl er immer so auf die Saiten haut...
Noch was: Wir Musiker sind ja alle furchbar eitel (echt wahr). Natürlich gehts wie Öl runter, wenn wir Fretless Spieler bewundert werden, von denen, die Frets brauchen oder Markierungen. Geben wirs doch zu!
Aber eines stimmt genauso: Die Fehlintonierungen, die immer da sind - mehr oder weniger - wenn man ohne Bünde spielt. Auch bei Bundmarkierungen. Nur mit Bünden läßt sich dies weitgehend vermeiden. Deshalb hat schon damals Leo Fender seinem ersten E-Baß den Namen 'Precision' gegeben. Also ich sag mal resümierend: jeder soll spielen was und wie es ihm Spaß macht. Reines Ebony ist für mich einfach das Stärkste, nichts zum Slappen allerdings. Markierungen und Frets auch o.k., no Problem. Hauptsache es ist Baß (ich spiele auch Baßklarinette wie Marcus, allerdings zum Baßsaxophon hat Kohle noch nicht gereicht...).

Also Ihr Basser, machts Bässer

Manfred
Belson Saiten??? <Zurück zur Liste> Zerlegbarer Kontrabass

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 15.05.2021, 16:24:33.