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Electric Upright Bass selberbauen?

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Zugeordnete Kategorien: Electric Upright Bass (EUB)

Frank Schlosser Profilseite von , 24.11.2003, 15:26:46
Electric Upright Bass selberbauen?
Hallo zusammen:

Im Internet wird schon seit längerem einen Anleitung(glaube, von M. Hackelbörger) für den Bau eines Electric Upright Basses angeboten. Ist in diversen Musikerforen und auch bei ebay zu finden. Meine Frage: Hat von Euch jemand Erfahrung damit oder kennt jemanden, der sich einen EUB gebaut hat oder hat vor, sich da dran zu wagen? Haben vielleicht die Profis hier im Forum dazu eine Meinung, inwieweit dieses Projekt für einen durchschnittlich handwerklich begabten, aber nicht professionellen/ gelernten Menschen zu realisieren sein kann? Ich muss dazu sagen, dass ich die Anleitung noch nicht bestellt habe und demzufolge die Inhalte, Anforderungen etc. nicht kenne. Danke Euch für Euere Beiträge, bis dahin herzliche Grüße

Frank
AlexderK Profilseite von AlexderK, 27.11.2003, 10:49:52
Hallo!

Da kann ich wohl auch mal weiterhelfen; ich hab mir die Anleitung besorgt. Er hat da eine ganz gute idee: er nimmt einen Mahagony Geländerhandlauf als Korpus+Griffbrett, wenn du einen Stiegenbauer kennst, kann er dir den vielleicht noch ein wenig konisch machen, beispielsweise.

Besorg dir die Anleitung, es ist echt kein sonderlicher Aufwand, und wenn du dir ein paar mehr gedanken machst, und alles genau nach deinem Bass baust, hast du ein feines übungsinstrument.

Ich hoffe ich habe weitergeholfen!

Alex
Frank Schlosser Profilseite von , 27.11.2003, 10:58:44
Hallo Alex,

danke für den Tipp. Ich werde mir die Anleitung tatsächlich mal besorgen. Hast Du denn selbst Bau-Erfahrungen, d.h. die Anleitung auch umgesetzt? Und evtl. auch schon Verbesserungs- oder Modifikationsvorschläge?
Grüße

Frank
AlexderK Profilseite von AlexderK, 27.11.2003, 16:54:45
ja, die hab ich. Ich hab ihn gebaut, in verbesserter Version, ich ließ mir vom Stiegenbauer einen Korpus nach Plan anfertigen, ist erheblich besser spielbar. ausserdem brauchst du einen Schaller Tonabnehmer, der nimmt magnetisch ab, denn mit unseren leienhaften Mitteln schafft man es schwer einen Piezo-tauglichen Ton zusammenzubringen.

Das ganze über einen Verstärker, und man kann auch im Winter beispielsweise im Proberaum spielen. Ausserdem ist das ding wirklich unzerstörbar, da es nur aus einem Teil ist.

Alex
Frank Schlosser Profilseite von , 27.11.2003, 19:24:47
Hi Alex,

ich werde die Anleitung dann mal bestellen. Ich habe auch schon Entwürfe für einen Body gemacht, nix aufwendiges, sondern für einen Laien zu bewerkstelligen. Die Idee mit dem Stiegenmacher werde ich mal aufgreifen und mich hier in B umhören. Der Tipp mit dem Schaller ist hilfreich. Ich hatte zunächst überlegt, ob ich einen KB-Steg, den ich noch habe, mit Piezos versehe und den dann verwende. Fürchte aber, dass meine Kenntnisse dazu nicht reichen....

Grüsse

Frank
Frank Schlosser Profilseite von , 28.11.2003, 08:29:25
Hallo Alex, ich nochmal. Schau' Dir doch mal diesen Link an, dort wird in ausführlichen Bildern und Beschreibungen der Bau eines EUB beschrieben, wobei der Hals sicher für einen Laien nicht machbar ist, sondern separat bestellt werden müße. Ist aber allemal interessant: http://student-kmt.hku.nl/~sander5/bas/mybass.htm Herzliche Grüsse Frank
Roland Profilseite von , 28.11.2003, 13:25:49
Hallo Frank und Alex, ich glaube ihr habt euch eine für euch wichtige und tolle Sache vorgenommen, bzw. gemacht. Ich persönlich werde nicht müde immer wieder zu betonen wie (musikalisch) wertvoll es für einen Musiker sein kann, wenn er sich musikhandwerklich betätigt - man gewinnt ein anderes Verständnis für die Entstehung von Klang. Sei es auf zunächst simple Weise, indem man sich einen Satz Saiten selbst aufzieht, bishin zum kompletten Selbstbau eines Instrumentes (in der Tat scheuen sich manche selbst vor dem Saitenaufziehen und überlassen dies - fatalerweise - dem Lehrer oder einem Instrumentenbauer).

Wenn man so einen Selbstbau nun vorhat, so will man soetwas nicht in Großserie machen und hat daher nicht die technischen Voraussetzungen eines Instrumentenbauers (Werkstattraum, Werkzeug, Maschinen ec.). Eine wichtige Hilfe wird ein zeitweiliger Zugang zu einer Holzwerkstatt sein - auf der Basis einer solchen Gegebenheit lässt es sich ganz anders planen! Auf der Internetseite von dem Niederländer die Du aufgetan hast, geht ja auch ganz klar hervor, daß die Benutzung einer solchen Werkstatt, bzw. die Nutzung von Schreiner Know How, eine ganz zentrale Bedeutung für die Entstehung des Instrumentes hatte.

Wenn Du einen Upright bauen willst, würde ich Dir empfehlen Dir möglichst viele anzuschauen bzw. anzuspielen um Dich zu mehr Kreativität zu inspirieren. Andererseits ist es aber auch wichtig eine Ahnung davon zu bekommen was maximal klanglich und vom Handling her möglich ist und was nicht bzw. was auf der Ebene von Low Budget und Laienhandwerkertum ganz unwahrscheinlich zu realisieren ist. Dadurch gewinnst Du einen gewissen Realitätssinn und bist hinterher nicht von Deinem Ergebnis enttäuscht.

Leider ist es nicht leicht Uprightbässe zum Antesten zu finden, je nach dem wo Du wohnst kann ich Dir anbieten zu mir ins Ruhrgebiet zu kommen um meinen modifizierten Yamaha Silentbass anzutesten oder kann Dir empfehlen Kontakt mit Jonas Lohse aufzunehmen und einen seiner Eminent Uprights zu probieren. Jonas lebt in Frankfurt und am besten schaust Du mal auf seine bekannte Homepage.

Zum Schluß noch eine zentrale Erfahrung die ich mit allgemeinen Konstruktionsprinzipien von Uprightbässen gemacht habe. Ich unterscheide zwischen Uprightbässen bei deren Konstruktion rein praktische Komponenten im Vordergrund stehen - klein , leicht, transportabel (kostengünstig, positive Erfahrung durch Selbstbau). Hier ist die Konstruktion von M. Hackelbörger sicher gut und erfüllt genau diese Prämissen.

Die andere Art von Uprightbässen hat (für mich) vorwiegend klanglich interessante Aspekte, diese gehen von "hart am Originalklang orientiert" bis zu klanglichen Möglichkeiten die ein akustischer Kontrabass niemals leisten kann. Hier bin ich bei dem für mich entscheidenden Punkt - ich kann am Klang eines Uprightbasses hören ob es sich um ein Instrument mit schwingenden Saitenhalter handelt oder nicht. Da ich den Klang eines Instrumentes mit schwingenden Saitenhalter einfach mag, sind für mich alle Uprights die das nicht haben (um 35 cm Konstruktionslänge zu sparen) indiskutabel. Das ist gewiss keine Marotte von mir, man kann messen und belegen, das gerade bei einem Uprightbass der vorwiegend mit Piezopickups abgenommen wird, der Klanganteil eines schwingenden Saitenhalters sehr prägend ist. Wenn Du Dir das MP3 Klangbeispiel von dem Niederländer anhörst, dann hörst Du einen Uprightsound den ich persönlich nicht mag, bzw. nicht für das Optimum halte was aus einem Upright herauszuholen wäre.

Sei es wie es sei, die anderen Zwecke die ein Uprightselbstbau für einen erfüllen kann sind sehr zu empfehlen und darum gutes Gelingen und halt uns hier weiter auf dem Laufenden. Gruß Roland
Neuester Beitrag Frank Schlosser Profilseite von , 01.12.2003, 13:34:38
Hallo Roland,

danke für Deinen Zuspruch und Deine Hinweise zum Thema Instrumenten-Selbstbau. Tut gut, dass auch Laien bei ihren Vorhaben unterstützt und nicht von "oben herab" geringschätzt werden. In der Tat kann und will ich nicht in Serie produzieren, sondern in erster Linie das Thema Instrument über's Spielen hinaus erleben. Reines Privatvergnügen, ohne das Rad neu erfinden zu wollen und zu können.

Ich habe in letzter Zeit viele Inspirationen gesammelt, was "mein" zu bauendes Instrument anbelangen soll. Natürlich sind all dem auch Grenzen gesetzt, da ich kein ausgebildeter Instrumentenbauer bin. D.h., mein erster Eigenbau wird sich stark an einem aufrechten E-Bass orientieren müssen, da ich hier weitaus mehr Erfahrungen als beim KB habe und mir entsprechend mehr zutraue. In diesem Fall wäre wohl eher ein Fretless-Sound, gepaart mit dem (ergonomischen) Komfort des aufrechten Spielens (ohne mir einen E-Bass umhängen zu müssen)die Folge. Einen wirklich guten Bass mit schwingenden Saitenhalter zu bauen, ist -so vermute ich mal- wohl auch für einen Instrumentenbauer keine 5-Minuten-Angelegenheit.

In der Tat fasziniert mich dieser Gedanke natürlich weitaus mehr, als einen Bass aus einem Treppenhandlauf zu bauen. Die Seiten des Niederländers haben mich zusätzlich "gekitzelt" und jetzt bin ich am Überlegen, ob ich das Konzept zu übernehmen versuchen sollte. Vielleicht kannst Du oder andere Forumsteilnehmer mir helfen, wo ich einen günstigen Hals (evtl. auch einen "Chinesen") bekommen kann, so dass ich, wenn es schiefgeht, nicht allzuviel Lehrgeld bezahlen muss? Extra einen Hals anfertigen zu lassen, erscheint mir für den Anfang zu hoch gegriffen und finanziell zu risikoreich, falls das Projekt sich doch nicht realisieren lassen sollte. Ich bin übrigens in Berlin ansässig.

Herzliche Grüsse

Frank
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