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Peng..... Saitenhalter abgerissen

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Zugeordnete Kategorien: Bassbau

ESchu Profilseite von ESchu, 24.04.2015, 19:30:00
Peng..... Saitenhalter abgerissen
Das war vielleicht ein Schreck in der Abendstunde: eben ist mit lautem Knall der Draht gerissen, der den Saitenhalter am Stachel hält.
Da ich noch recht neu mit dem Bass unterwegs bin , frage ich hier nach.
1) Bass bringe ich zur Kontrabasswerkstatt, gleich kommende Woche. Ich brauche das Instrument sofort wieder für die Proben.
Die Reparatur geht gleich vor Ort?
2) soll ich wieder so einen starren Draht nehmen, oder was verändern? Ich las hier was von Seilen?
3) Muss ich noch auf was achten beim Transport im Auto zur Werkstatt?

4) ich habe eine Instrumentenversichetung: was zahlen die denn eigentlich ? Ich meine, bei außer Diebstahl...???

Erschreckte Grüße und danke für eure Tipps.
Bigsby Profilseite von HannoBass, 24.04.2015, 21:13:16

Das wäre eine Gelegenheit, um auf ein Synthetikseil umzusteigen. Das klingt besser und eigentlich kannst du das selber montieren, wenn der Stimmstock noch steht. Das Material nennt sich Dyneema, man bekommt es auch im Outdoor- oder Segelladen. Ein 3mm Seil hält einer Belastung von etwa 1000 kg stand und dehnt sich nicht bei Belastung.

Ich habe mir gerade 10m am Stück gekauft. Wenn du dir die Montage zutraust (Knoten machen und fertig) , schicke ich dir gerne morgen per Brief einen Meter zu. Melde dich, falls Bedarf besteht.

Viele Grüße

 

 

ESchu Profilseite von ESchu, 24.04.2015, 21:28:21
hallo Bigsby, das ist supernett von Dir.
Noch traue ich mir das leider nicht zu, ohne Hilfe.
Der Stimmstock steht zwar noch, aber mein Basd ist ein Schätzchen mit alter Decke und altem Boden. Ich habe zu viel Muffe, dass ich was falsch mache.
Aber ich werde mit meiner Werkstatt definitiv darüber sprechen.
Synthetik oder Stahl.... Ich habe hier im Forum ja schon gelesen, dass das besser ist als dieser starre Draht.

Danke und viele Grüße
nagybögö Profilseite von nagybögö, 24.04.2015, 21:33:42

Sythetikseil kann ich auch empfehlen - es gibt bei Jonas Lohse für ein paar Euro eins im Sortiment, welches bei mir seit Jahren treue Dienste leistet. Falls Du die Segelzubehör-Variante wählst, hier eine Knoten-Anleitung: http://en.wikipedia.org/wiki/Fisherman%27s_knot

Es ist etwas Fummelarbeit, aber auch vom Knoten-Laien (so wie mir) zu schaffen.

Die Decke bei der Installation im Steg- und Saitenhalterbereich mit einem Tuch abdecken, damit sie keine Kratzer abbekommt. Der Steg muss richtig positioniert werden. Vermutlich findest Du hier im Forum genauere Angaben dazu, falls Deine Decke keine ausreichenden Kratzspuren zum Justieren hat.

Die Fahrt zum Geigenbauer würde ich lassen, da Dir der Stimmstock umfliegen kann und dann manchmal richtig was kaputt geht. Den Bass einfach in Ruhe lassen.

Da sich die Schadenssumme/Materialkosten im einstelligen Euro-Bereich bewegt, ist das wohl kein Fall für die Versicherung.

midioma Profilseite von midioma, 25.04.2015, 01:08:04
Ich möchte nur der Vollständigkeit halber darauf hinweisen, dass einige Bassbauer Stahlseil dem Synthetikseil vorziehen. Und zwar unabhängig von der Art der Besaitung des Instruments.
Klar kann man sich das Synthetikseil selbst Knoten, aber wenn sich der Knoten unter Belastung erst mal zugezogen hat, dürfte es schwer bis unmöglich sein die Öänge noch einmal zu verändern. Stahlseil mit Klemme ist da weniger problematisch.
Die Länge der Hängelsaite hat schon einen Einfluß auf Ansprache und Klang.
ESchu Profilseite von ESchu, 25.04.2015, 07:11:06
ja, die Stahlseile habe ich bei Thomann gesehen.
Danke für den Hinweis.

Nun habe uch eine Nacht drüber geschlafen und denke, dass ich doch selbst die Reparatur versuche. Immerhin wäre es nach Celle 2Std. Fahrt pro Strecke.
Später schaue ich zunächst, ob der Stimmstock noch steht. Immerhin bin ich ja noch vom Proben im 1.Stock zum Auto gezuckelt und dann nach Hause gefahren.
Und ich schaue, ob ich gut sehen kann, wo der Steg stand.
Zur Werkstatt kann ich ja notfalls immer noch reisen.

Dann warte ich auf Bigsbys Seil und bestelle noch ein Stahlseil als Alternative .

Zum Vorgehen, bzw. der richtigen Reihenfolge dann:
Der Saitenhalter vom kaputten Draht befreien.
Vorher merken, wie weit er vom Untersattel weg starr montiert war .
Stachel wieder reinstecken.
Seil wie zuvor Draht einfach um den Stachel legen?
Wie viel dehnt es sich unter Zug denn noch?
Dann Saiten etwas losdrehen, damit der Steg wieder drunter passt.?
In welcher Reihenfolge werden die Saiten wieder angezogen?
Muss man dem Instrument Zeit lassen, sich auf die Spannung einzustellen?
Ratschläge sind sehr willkommen.
nagybögö Profilseite von nagybögö, 25.04.2015, 23:51:59

Das Seil dehnt sich kaum, einfach um den Stachel legen, so wie vorher der Draht geführt wurde. Die Saiten lockern, dass Du den Steg bequem in Position stellen kannst, dann langsam die Saiten spannen. Ich fange mit D- und A-Saite an, dann die beiden äusseren, jeweils im Wechsel ein paar Umdrehungen. Beim Hochstimmen auch schauen, ob der Steg zu kippen anfängt oder sich verbiegt und mit dem notwendigen Druck wieder zurückbiegen. Da musst Du dem Bass aber keine Verschnaufpausen gönnen, er ist den Druck ja gewöhnt. Es ist etwas Fummelarbeit, wobei ich nur ungefähr (+/- 1 cm die alte Länge) als Anhaltspunkt genommen habe. Das wusste ich gar nicht, dass Thomastik so genaue Angaben zur Länge macht. Gutes Gelingen - wird schon schiefgehen ...

chazz Profilseite von chazz, 25.04.2015, 17:17:19

hatte vor einiger Zeit ein synthetisches Einhängeseil über kontrabass-atelier.de bezogen. Dieses hellgrau-farbene Seil hat eine sehr glatte Oberfläche, was die Montage zu einem absoluten Nerventest werden lies, da ich mich an die Empfehlung von Thomastik (21cm Saitenhalter-Steg-Abstand) halten wollte. Es war schlichtweg unmöglich diese 21cm Abstand mit diesem hellgrauen synth. Seil zu erreichen, da das Seil immer wieder nach gab. Nach ca. 4-5 (!!) zeitaufwendigen Versuchen habe ich es auf ca. 20cm belassen. Das dieses Seil als ein schwarzes Seil im Webshop von kontrabass-atelier.de gezeigt wird, lässt mich schlussfolgern, dass es sich mittlerweile um ein anderes Produkt handelt?? Dieses schwarze Seil hat, wie es ausschaut, eine rauere Oberfläche?

Später habe ich ein Stahlseil mit Stahlklemme verwendet, welches bei der ersten Arretierung auch sofort gehalten hat. Der Vorteil von synthetik gegenüber eines flexiblen, elastischen Stahlseils kann man, angesichts der Montageschwierigkeiten in Frage stellen, da der Saitenhalter-Stegabstand, wie schon erwähnt, ebenfalls vorteilhaft zum Klang beitragen kann bzw. auch die Ansprache des Instruments beeinflusst. An der Stelle wird wohl eher die Frage sein, wie sehr der Saitenhalter mitschwingen soll bzw. ob man überwiegend arco oder pizzicato spielen möchte.

Je weicher, um so dumpfer (?) wäre meine Schlussfolgerung, insofern sehe ich bei dem härteren Stahlseil nicht unbedingt Nachteile.....es geht ja eher darum, dass der Saitenhalter sich beweglich (und nicht ganz starr bzw. unnachgibig) beim spielen verhält u. somit die Schwingung positiv beeinflusst. Wabbelt der Saitenhalter zu sehr, kann das je nach Saitentyp auch nachteilig sein bzw. ist auch die Frage aus welchem Material der Saitenhalter ist u. wie schwer dieser ist.

Es gibt übrigens auch noch Seile aus Carbon, die von der Härte event. zwischen Stahlseil u. sonstigen synthetik-fasern liegen dürften (habe mal eins beim Geigenbauer an einem Bass gesehen u. angefasst: sehr raue Oberfläche u. irgendwie härter als die anderen synthetik-Seile)

https://secure.schertler.com/en_IT/shop/velvetstrings/tp-b

beim Preis kann man auch an falscher Stelle sparen.....dürfte man bei jedem Geigenbauer beziehen können (nicht nur von schertler)

Uli Profilseite von Uli, 25.04.2015, 20:07:00

Ich denke, der Hauptnachteil des Messingdrahtes wird wohl die Ermüdungsneigung bis hin zum Bruch sein- ausgelöst durch die ständigen einwirkenden Schwingungen.  Ob die einzelnen Drähtchen einer Drahtseilhängesaite nach und nach auch brechen, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es hier ja Erfahrungswerte?

Ich hatte den gleichen Unfall mit dem Messingdraht und mich danach für eine Carbon Hängesaite entschieden.

ESchu Profilseite von ESchu, 25.04.2015, 18:29:26

 

Kurzes Update: Stimmstock steht noch gut. Der Bass liegt horizontal auf dem Teppich. Die Stegstelle kann ich gut erkennen. Evah Pirazzi mittel habe ich bestellt. Werde später gucken, welche Abstand vom Steg zum Saitenhalter angegeben wird. Der starre Draht ist entfernt. Und jetzt warte ich gespannt auf Seil. Ich werde es alleine wagen.
ESchu Profilseite von ESchu, 28.04.2015, 13:03:23

Update: der Bass muss in die Werkstatt! cry_smile

Ich habe alles hingekriegt mit dem Seil und dem Steg und den Knoten und dem wieder Hochstimmen der Saiten. Als ich schon fast auf den richtigen Tönen war, hat es plötzlich derbe geknackt unten beim Stachel. Es ist ein Riss sichtbar, der nicht besonders gut aussieht. Deshalb habe ich alles wieder losgeschraubt und bringen den Bass morgen zur Reparatur. 
Sicherheitshalber habe ich den Vorfall auch meiner Versicherung gemeldet als Schadensfall: falles es teurer wird und z.B. nur von innen geflickt werden kann......
Danke für eure Unterstützung !

 

 

 

 

Neuester Beitrag ESchu Profilseite von ESchu, 29.04.2015, 20:12:15
Aktion vorerst erfolgreich :
Ich war mit dem Bass in der Werkstatt.
Der Riss in der Zarge war zwar ganz durch. Ich konnte mit Lampe von innen raussehen. Aber er konnte zunächst erfolgreich geleimt werden. Das neue Hengelseil kam dran und die Saiten wieder drauf. Alles optimal eingerichtet. Toller neuer großer Klang mit Seil statt Draht: gut investierte 80€. Da es sein kann, dass der Riss weiter Probleme macht, habe ich den Vorfall der Instrumentenversicherung gemeldet. Es kann nämlich sein, dass letztlich doch die Decke geöffnet werden muss.
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