GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

Baupla Maggini Violone 5-saitig <

Stärke der Decke

> Steg Einschicken (Balsereit)

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Bassbau

mattes Profilseite von mattes, 15.07.2013, 17:09:41
Stärke der Decke

Moin

Mich interessiert, welche Stärke die Decke typischerweise bei einem 3/4 Bass hat. Ich habe mal irgendwo eine Zeichnung gesehen, wo eine Decke in der Draufsicht dargestellt war, bei der "Höhenlinien" eingezeichnet war. Da konnte man sehr schön nachvollziehen in welchen Bereichen die Decke welche Stärke hat und wie sie zu den Rändern hin dünner ausgearbeitet wird. Wenn es da was mit verschiedenen Bässen zum Vergleich gäbe wäre das natürlich noch sinnvoller. 

So haben soweit ich weiß z.B. die bekannten Pöllmann-Busetto Bässe eher dünnere Decken, während Rubner eher dickere Decken gebaut hat, um das mal ganz pauschal zu behaupten, ich weiß nicht ob das wirklich so stimmt.

Kann man pauschal sagen, dass eine dickere Decke eher einen tendenziell helleren, tragenden, aber auch schwerer zu kontrollierenden grossen Ton ergibt und eine dünnere einen feineren, leichter ansprechenden aber auch nicht so tragkräftigen? 

Ich weiß, es ist sehr schwer was dazu zu sagen, aber vielleicht hat der eine oder andere sich mal damit beschäftigt oder Erfahrungen gesammelt, ich würde mich freuen.

Gruß, Mattes

Sachsenbass Profilseite von , 15.07.2013, 18:00:09

Das Problem hierbei ist sicher, dass ein Kontrabass mehr ist als die Summe seiner Teile. Nicht ganz einfach zurückzuführen und zu ergründen, warum der eine Bass besser klingt als der nächste. Am ehesten kann dir das ein Kontrabassbauer sagen, der idealerweise auch noch Reparaturen macht und alte Bässe kennt. Generell sollte ein Kontrabass aber nicht zu schwer und dick sein, das ist der gesunden Schwingung definitiv nicht zuträglich. 

Es ist sicher so, dass es enorm viele Parameter gibt, die den Klang beeinflussen. Trotzdem haben sich annähernd Standard-Maße eingebürgert, die man auch über Modelle die 200-300 Jahre auseinanderliegen feststellen kann, jedenfalls bei "normalen 3/4 Orchesterbässen", bei 5-Saitern und Solokontrabässen ist das wieder eine andere Sache. 

Deckenstärke hängt wohl auch von der Holzauswahl ab (welche Fichte, wie gewachsen), wie stark der Halswinkel/Höhe des Stegs/Druck auf die Decke sein soll uvm. 

Manchen Bässen tut ja etwas mehr Druck auf die Decke klanglich gut (die Spiro Orchester mittel o.Ä.), andere mögen lieber mittlere odere weichere Saiten... Genau vorauszusagen ist das Klangergebnis vor dem Zusammensetzen der Einzelteile auch nicht, auch wenn man als sorgfältig arbeitender Geigenbaumeister sicher die Teile vorauswählt, stimmt/abklopft. 

So gibt es eben sehr gute und weniger gute Pöllmänner, die aus fast identischem Holz und derselben Fertigungsweise gebaut wurden...

AlexKanzian Profilseite von AlexKanzian, 20.07.2013, 20:28:35

Man kann von einer durchschnittlichen Stärke von ca. 6mm ausgehen. So wie man bei einer Violine behaupten kann dass die durchschnittliche Deckenstärke bei ca. 3mm liegt. Das ist alles sehr unterschiedlich, wie schon oben beschrieben! Keine Absolutwerte, nur ein grober Durchschnitt!

 

Natürlich gibt es auch sehr unterschiedlich dicke Decken, also im Stück selbst gesehen. 

Auch sind mir schon welche mit nur 3mm Stärke untergekommen, genauso ultramassives mit 8mm oder mehr... Beim Bass gibts wirklich alles!!

 

Sachsenbass Profilseite von , 20.07.2013, 20:53:16

Laut einem Dozenten aus Dresden haben die Alfred Mayer Bässe aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wo die Decke über 1cm dick war... Unglaublich. Das war scheinbar die Idee, um Risse zu vermeiden, da nach dem Krieg oft nicht richtig geheizt wurde. Geholfen hat es wohl nicht.

LowB Profilseite von LowB, 20.07.2013, 23:31:11

Hi!

Der verlinkte Plan von Bigsby findet sich auch unter www.kontrabassbau.at .

Zum letzten Beitrag von Sachsenbass: Mir scheint da eine völlige Fehleinschätzung der GB nach dem II. Weltkrieg zugrunde zu liegen: Je dicker eine Bohle ist, desto rißgefährdeter ist sie auch bei gleicher und gleichlanger Lagerung. Außerdem kommen die extrem niedrigen Luftfeuchtigkeitswerte im Winter ja erst duch das Heizen zustande. - Wenigstens dürfte man sich bei so einem Baß das Geld für den Dämpfer sparen wink_smile.

Genaue Pläne für alte Instrumente für relativ wenig Geld kann man hier finden: https://www.violins.ca/books/bass_making_plans.html .

Grüße

Thomas

Bigsby Profilseite von Bigsby, 21.07.2013, 00:32:20

Über die "normale" Seite kommt man nicht mehr zur Bassbauabteilung. Deswegen schaue ich sowas immer über das webarchiev nach. Dort ist noch die Seite von vor einiger Zeit einsehbar. Schade, dass Gerald da den Umfang seiner seite reduziert hat.

Bigsby Profilseite von Bigsby, 21.07.2013, 01:57:49

Es sollte Webarchiv werden...

LowB Profilseite von LowB, 22.07.2013, 15:12:26

Hi Bigsby!

Bei mir klappt's: http://www.kontrabassbau.at/decke_ausarbeiten.html .

Grüße

Thomas

Bigsby Profilseite von Bigsby, 22.07.2013, 15:24:22

Ah, dann ist es also noch da :-) Man kommt aber durch "einfaches Weiterklicken" nicht mehr von der Startseite dorthin.

Grüße

Martin

Neuester Beitrag LowB Profilseite von LowB, 23.07.2013, 14:45:29

Hi Martin!

Gerald hat da einen "Schlüssel" eingebaut wie er mir schrieb, aus welchen Gründen auch immer. Ich respektiere das, deshalb hier keine Anleitung dafür von mir.

Du bekommst ihn per PN von mir bye.

Grüße

Thomas

Baupla Maggini Violone 5-saitig <Zurück zur Liste> Steg Einschicken (Balsereit)

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 25.08.2019, 00:20:57.