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New-Orleans-Second-Line-Style

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Zugeordnete Kategorien: Noten & Literatur

SonicTonic Profilseite von SonicTonic, 27.01.2011, 18:03:31
New-Orleans-Second-Line-Style

Moin !

Ich habe eine Frage : 

auf der Wynton Marsalis Scheibe Standard Time 2 : Intimacy Calling, spielen die Jungs ein altes New-Orleans Stück mit dem Titel " Bourbon-Street-Parade ".

Der Bassist, Reginald Veal, spielt einen New-Orleans-Second-Line Groove mit einem stilechten Solo, Hammer !!!

Ich suche Musik in diesem Stil, hat jemand einen Tip ?

Bitte keine hellheutigen Dixilandvögel, die Second-Line spielen !

Vielen Dank ! 

 

Bassist14 Profilseite von Bassist14, 27.01.2011, 18:05:40

 was ist "second line"?

bassknecht Profilseite von bassknecht, 27.01.2011, 21:35:36

 Was ist hellheutig?

kontrakroet Profilseite von , 28.01.2011, 01:11:22

 Mach mal Urlaub in New Orleans. Kümmer Dich nicht um Abstammung, Religion, Größe, Alter, Gewicht und Rasse - sondern erfreue Dich einfach an guter Musik. Riganald ist ein Super Groove Basser der auch im Latin zu Hause ist - also Scheuklappen ablegen und Musik machen!

Gruß, Alwin

W.R.Schwarzburger Profilseite von , 28.01.2011, 07:57:58

"Second Line" bezieht sich auf die zweite Reihe Musiker einer NO Marching Band. In der zweiten Reihe laufen traditionel die Trommler und Rhythmus-Leute. In New Orleans haben sich im Lauf der Zeit aus den ursprünglichen Marschrhythmen durch die vielfältigen ethnischen Einflüsse ganz eigene entwickelt.

Die "Second Line" Beats kann man mittlerweile bei vielen NO Bands und Musikern hören. Gute Beispiele findet man bei Dr John, Harry Connick Jr, Neville Brothers. Auch die Marsalis Brüder kommen aus NO. Von daher ist es nur konsequent, wenn sie die Rhythmen ihrer Stadt benutzen.

Neuester Beitrag DrJohn Profilseite von DrJohn, 31.01.2011, 10:14:11

  Dr John ist top  

Bassist14 Profilseite von Bassist14, 28.01.2011, 10:44:41

 danke W.R. !

bassau Profilseite von bassau, 28.01.2011, 15:07:55

 Marching Band - Kontrabass? Wie soll das funktioniert haben? Wer kann im Laufen (oder Gehen) Kontrabass spielen?

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 28.01.2011, 16:19:33

 @bassau: Wie oben steht, heisst der Rhythmus so, weil er sich aus Patterns entwickelt hat, die die zweite Reihe der Marchingband spielte.

Er wird aber natuerlich nicht nur von Marching Bands gespielt, sondern auch von RnB, Funk, Jazz usw Bands aus NO und anderswo. Du erwartest ja nun auch nicht , dass ein Symphonieorchester marschieren muss, wenn auf der Partitur "Marsch" steht.

Tipp : Sampler "Saturday Night Fish Fry" auf Soul Jazz Records - old school R'n'B und Funk aus New Orleans

Dröhner Profilseite von Dröhner, 28.01.2011, 17:36:51

Ich hab mal bei Youtube nach Reginald Veal gesucht - und bin beeindruckt:

http://www.youtube.com/watch?v=-yq5ah7NRbw

Lieber dunkelheutig als hellgestrig, nää

Gruß,

Pablo

 

SonicTonic Profilseite von SonicTonic, 29.01.2011, 13:08:25

Hallo,

herzlichen Dank an W.R. und Basstölpel für die Hörtips !

Zur weiteren Erklärung für die Nr. 14 möchte ich noch etwas hinzufügen :

für die praktische musikalische Seite ist es wichtig, sich mit dem Drumpart der Second-Line-Musik auseinanderzusetzten.

Schlagzeuger wie Herlin Riley, der auch auf der von mir angeführten Aufnahme trommelt oder Stanton Moore haben die Marching-Grooves auf ein Drumset übertragen.

Interessant bei diesen Grooves finde ich folgendes : grundliegend für die Grooves ist häufig eine Clave, die der von Brazilian Bossa Novas sehr ähnelt.

Der Unterschied liegt im Feel : Bossa Nova wird in der Regel binär gespielt. Man kann jetzt nicht sagen, die New-Orleans-Grooves sind ternär.

Sie liegen irgendwo zwischen Swing und geraden Achteln und das ist das Interessante an der New-Orleans-Second-Line Musik, wie ich finde.

Auf Youtube findet man ganz gute Hörbeispiele von Stanton Moore :

http://www.youtube.com/watch?v=BIxxB4c_T-k

um den ursprünglichen Marching-Band Sound zu hören, empfehle ich folgendes Video ( allerdings mit kompletten Drumset ) :

http://www.youtube.com/watch?v=kCPKK6lKmlo

Um kurz auf meinen " ist aber hell heute Dixiland"- Fauxpas einzugehen :

Dixiland-Musiker greifen auf das New-Orleans-Repertoire zurück.

Für MICH hat die ursprüngliche New-Orleans-Musik, so auch die Aufnahme von Wynton Marsalis, eine andere Intensität, deshalb bat ich von Hörtips aus der Dixiland-Ecke abzusehen.

Ich kann hier mal empfehlen, sich die Bourbon-Street-Parade von Chris Barber anzuhören und danach die von Wynton Marsalis.

Um nochmal auf das Feel zwischen ternär und binär einzugehen, so habe ich festgestellt, dass man beim Transkriebieren der Marsalis-Aufnahme Repertoire für sein

ich nenne es mal "groovendes" und "swingendes"-Spiel dazugewinnt.

Kann mir jemand noch Hörtips für Reginald Veal geben ?

Die Aufnahmen vom Criss-Cross-Label sind mir bekannt.

Danke

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 29.01.2011, 14:45:25

 Wahrscheinlich haben sowohl Barber als auch Marsalis verschiedene Einspielungen des Titels gemacht. Ich habe mir gerade das hier angehoert:

http://www.youtube.com/watch?v=dZG5bi3blr4

http://www.youtube.com/watch?v=THObBMgTK2I

und ich muss bei Marsalis erneut feststellen, dass mir seine Musik einfach nicht gefaellt. Alles so klinisch sauber und durchaesthetisiert. Also "authentisch naeher" am historischen NO Stil finde ich die obige Marsalis Version auch nicht .

Staufen66 Profilseite von Staufen66, 30.01.2011, 10:02:24

 Hellheutige transkriebieren nuhr.

ronniebass Profilseite von ronniebass, 30.01.2011, 11:55:01

 Und dunkelheutige transpirieren mehr!!!

Aber mal im Ernst, Marsalis ist als studierter Trompeter mit seinem akademischen Jazz nicht gerade ein Paradebeispiel für authentische schwarze Musik. Da gefällt mir selbst Barber besser,

der auch heute noch mit seinen knapp 80 Jahren noch jede Menge Soul im Blut hat!!!

SonicTonic Profilseite von SonicTonic, 30.01.2011, 12:01:04

Hallo,

ist das hier ein Bläserforum ?

Verliert doch mal ein Wort über die Rhythm-Section !

Staufen66 Profilseite von Staufen66, 30.01.2011, 12:14:26

 Ic h galube, hier geht es in erster Linie um Musik, oder?

Ich finde auch, dass Wynton alles andere als authentische oder groovige Second-line Musik macht, es wirkt doch alles sehr aufgesetzt. Da ist mir Barbers Amateurgedudel auch lieber.

Wen es interessiert (es spielt auch ein Bass mit...), dem möchte ich Gumbo Nouveau von Nicolas Payton ans Herz legen.

Oder die alten Aufnahmen (80er) von der Dirty Dozen Brass Band..

Das groovt wirklich und klingt nach New Orleans und nicht nach Disney- oder Dixieland.

Hen Profilseite von Hen, 30.01.2011, 12:16:40

Und warum wird hier andauernd über dunkel -  und hellhäutig diskutiert? Da wird im wahrsten Sinne des Wortes nur "Schwarz und Weiß" gesehen...
Fehlt nur noch das hier eine ein Buch schreibt mit dem Titel "Der Jazz schaft sich ab" und über genetische Veranlagung von Musikern spricht.

Mal im Ernst, es gibt so unglaublich viele gute Musiker welche in ihrer Stilistik wahre Meister sind, unabhängig ihrer Herkunft. Dem einen gefällt halt das mehr, dem anderen das. Genau deswegen sind diese Leute auch da. Ich würde es auch deutlich interessanter finden wenn weniger subjektive Meinungen über Künstler ausgetauscht werden und einfach mehr Wissen reinkommt.  Was unterscheidet musikalisch einen Barber von einem Marsalis? Und was bedeutet das für den Bass, die Rhythm-Section? Ich kenn mich da leider nicht wirklich aus und würde mich freuen etwas mehr darüber zu erfahren!

VG Hen

bassknecht Profilseite von bassknecht, 30.01.2011, 13:17:18

Spontan, subjektiv und unreflekiert drauflosschwafeln ist unaufwändiger als eine durchdachte oder gar belegbare Argumentattion, das macht einfach mehr Spass (Stammtisch?) und man ist weniger angreifbar. Davon kann ich mich selbst nicht immer freisprechen und auch von Dir lieber Hen habe ich in anderen Zusammenhängen auch so manche subjektive Einschätzung hier gelesen. Das ist aber alles nicht schlecht, nur wenn Du auf einer ganz grundsätzlichen Ebene weniger subjektive Ansichten und dafür mehr Wissen einfordest, dann darf das nicht unerwähnt  bleiben. Ausserdem sollte hier keiner vergessen, das ein Internetforum von der Idee her keine Auskunftei ist und auch kein Ergänzungsseminar für unvollständige Hochschulangebote.

Ich stimme Dir aber zu in  der Auffassung, das es hier kaum zielführend  sein kann Mutmassungen anzustellen darüber, ob Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder aufgrund der Tatsache eine Hochschulausbildung im Rücken zu haben etwas besonders gut können oder gar nicht gut können. Die Konsequenz aus solchen Spekulationen könnte höchstens sein die Finger von dieser Art Musik zu lassen, wäre doch schade wenn die ganze Welt auf bemühtes Dilletantentum verzichten müsste. Ciao Roland

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 30.01.2011, 14:13:52

 Um auf den Ausgangspunkt dieses Threads zurueckzukommen, in Sachen Groove sind die Feinheiten der Phrasierung wichtig, gerade bei den ganzen afroamerikanischen Stilen.

Das sind oft bestimmte Noten minimal verschleppt oder vorgezogen - was oft auf Cross-Rhythms (3 ueber 4) zurueckgeht. Mir hat mal ein Brasilianer versucht zu erklaeren, wie Samba richtig phrasiert wird - kriege das jetzt nicht mehr auf die Reihe - aber da gings auch darum dass eben nicht die 16tel gleichmaessig durchlaufen, sondern betsimmte minimalst verschoben sind, was aber die Essenz des Feelings ausmacht, das verloren geht, wenn man einfach die Patterns von einem Notenblatt runterspielt, ohne zu wissen wie das gespielt werden muss.

Pollux Profilseite von Pollux, 30.01.2011, 19:12:21

Guten Abend zusammen,

vielleicht kann folgender Beitrag zum allgemeinen Wissen und besseren Verständnis um die kulturellen Hintergründe der Musik in New Orleans beitragen:

http://www.mardigrasdigest.com/Sec_2ndline/2ndline_history.htm

Gruß & guten Start in die neue Woche wünscht Pollux

 

 

Pollux

Hen Profilseite von Hen, 31.01.2011, 01:42:49

Danke Pollux, einfach gut! Was würden wir nur ohne dich machen!

LG Hen

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