GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

Als Anfänger einen Cutaway als Erstinstrument? <

1/2 - 1/4 Kontrabass für Erwachsene - Tipps gesucht

> Soll ich diesen Baß kaufen?

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Bassbau - Kauf & Verkauf

playbass Profilseite von playbass, 11.06.2009, 10:32:11
1/2 - 1/4 Kontrabass für Erwachsene - Tipps gesucht

 Liebe Bassgemeinde,

ich spiele E-Bass 5-Saiter Fretless vermehrt im Jazzbereich Standards/Fusion/Latin. Klanglich würde ich für Walking-Standards gerne auf Kontrabass zurückgreifen, jedoch schrecken mich die Außmaße des Instrumentes: Transport, Feedbackverhalten bei Verstärkung, Mensur - habe kleine Hände.

Alternativen wäre ein EUB, aber die die klingen sind z.B. Eminence und recht teuer zum Probestart und halt doch "Nur" ein EBU

Mich treibt der Gedanke um, ob ein 1/2 oder gar 1/4 Kontrabass eine Alternative ist, da:
a) klingt wie ein Kontrabass
b) ist zwar leiser/weniger volumniös muss aber für meine Zwecke eh verstärkt werden - nicht so feedback-anfällig
c) kleinere Mensur kommt meiner Handspanne und Spieltechnik entgegen
d) Abfall der gewohnt hohen Spielgeschwindigkeit vom E-Fretless vielleicht nicht ganz so krass
e) etwas besser transportabel


Ich erbitte nicht von kathegorischer Ablehnung von 4/4 Puristen überzogen zu werden, sondern von Erfahrungen/Tipps zu lernen, da ich das Instrument "Kontrbass" nicht aus jahrelanger Erfahrung kenne.

Liebe Grüße,

Jens A. Jahnke

 

 

 

 

Uli Profilseite von Uli, 11.06.2009, 11:12:56

 Hallo Jens,

ich habe zu Hause einen vollmassiven 1/2 Bass (96 cm Mensur) rumstehen, der ist sogar zu haben...

a) er klingt wie ein Kontrabass

b) er klingt nicht so voluminös, aber nicht unbedingt leiser.

c) die kleinere Mensur ist bequem, aber man kann sich auch an größere beim 3/4 gewöhnen ;-)

d) -? Weiß nicht

e) Der Grund, warum ich ihn hatte, war der: Ich musste immer eine enge Wendeltreppe mit Wanddekorationen (Geweihe, Bilder, Leuchten etc.) bis in den 2. Stock damit hoch. Inzwischen habe ich ein Zimmer Parterre und nehme jetzt wieder meinen 3/4 Bass.

Also ich finde, ein 1/2 Bass hat eher einen feineren als einen brummigen Klang. Für ein kleines Ensemble das richtige, für ein großes Orchester m.E. eher nicht.

Grüße

Uli

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 11.06.2009, 14:47:52

 Also da sind verschiedenen Sachen gegeneinander abzuwaegen. Beim Kauf als auch beim eventuellen Wiederverkauf ist der Markt bei 3/4 groesser. Bei 1/2 Baessen deckt ein grossteil des Marktes maessige bis schlechte Schuelerinstrumente ab. Hoeherwertige 1/2 Baesse (Massivbaesse) sind nicht billiger als ihre 3/4 Kollegen, und sicherlich nicht leichter wiederzuverkaufen.

Was die Spieltechnik angeht:

- Frage ob du im Sitzen spielen willst - fuer das Spiel eines 1/2 KB im Stehen sind die meisten erwachsenen zu lang.

-  Es gibt zwar bestimmte Vorteile eines kleinen Basses (vier-FingerTechnik erleichert), doch mach dir klar, es ist kein E-Bass und du wirst vieles neu lernen muessen.  Unterschiede betreffen rechte und linke Hand. Ein E-Bass aehnlicher Anschlag ist zwar moeglich, wird aber nicht zu einem brauchbaren Jazz-Piccicato fuehren. Zu Bogenspiel rate ich auch wenn keine ernsthaften Klassik-Ambitionen da sind -wird deine Intonation sehr verbessern und ist ein Zusatzeffekt. Was linke Hand angeht, so ist die Handhaltung wegen der dicke des Halses,  der aufrehcten Orientierung, und der Woelbung des Griffbretts schon recht anders. Bei Aufteilung des Griffbretts sind dei Hauptunterschiede zum Ebass erstens der Wechsel zum Daumenaufsatz in den hohen Lagen, zweitens dass Leersaiten oefter benutzt werden, und drittens, dass der 'Bug' des Halses dort wo der Korpus anfaengt sehr wichtig zur Orientierung ist. Also man denkt auf dem KB anders.

Was Geschwindigkeit angeht, naja, das ist eine Frage der Begabung (manchen faellt dies leichter als anderen) und der Zielvorstellungen. Bei KB hat man vielleicht staerker als bei anderen Instrumenten die beiden Pole Bespielbarkeit und Sound. Da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zu (siehe auch Archiv), aber eins sollte dir klar sein, auch mit Pickup und komfortabel eingestellten Bass kommst du nicht daran vorbei, dich mit  dem Phaenomen Tonbildung am KB auseinanderzusetzen,  und das ist wiederum gleich bei 1/2 und 3/4. Geschwindigkeit kommt erst danach (persoenliche Meinung eines langsamen Bassisten).

In Sachen Transport kann ich kaum Vorteile feststellen. Meinen 1/2 spiele ich im Sitzen, d.h. der Bass ist kleiner, dafuer muss ich einen Hocker mitnehmen.

Also unterm Strich, es gibt zwar die bestimmte Vorteile einer kleinen Mensur. Wuedre mich aber nicht darauf einengen. Ich glaube dass du auch auf einem 3/4 klarkommen wuerdest. Umlernen musste eh. Bie 3/4kannst Du vielleicht eher ein guenstiges Instrument ergattern - habe den Eindruck die Preise fuer Gebrauchtinstrumente sind derzeit rezessionsmaessig im Keller. 

k_froh Profilseite von , 11.06.2009, 20:10:02
hallo, ich bin ein großer Freund von 1/2 en Bässen, 1/4 steht wohl kaum zur Diskussion. Warum? - 1/2er klingen unbeschreiblich schön, wie oben schon genannt, sie klingen "feiner", ein großer Vorteil. - Transport: Ja, ebenso ein großer Vorteil, rein oder ran und los. - Größe: Ich bin 1.80 m groß, der Stachel kommt raus und es darf losgehen. Ich hatte damit nie Probleme, Sitzen oder Stehen, alles möglich. -Mensur: Jeder E-Basser muß sich ordentlich umstellen, ganz gleich ob 1/2 oder länger, das ist kein Argument. Schau, ob Du einen Halben gut kaufen kannst, nett handeln..., meinen gebe ich net her ! Spasi - http://www.lerne-jazzbass.de
max Profilseite von max, 13.06.2009, 11:27:32

 Weiß ja nicht- neulich habe ich in einem Laienorchester ausgeholfen und die Bassistin neben mir hatte aufgrund ihrer Körper- und Handgröße einen kleinen Bass mit recht niedriger Saitenlage. Als ich ihn mal anspielen durfte, klang er gar nicht elegant, sondern überhaupt nicht. Auf meine Frage, ob das vielleicht ein günstiger Asiat sei, sagte sie, es sei ein original Wilfer...

bassknecht Profilseite von bassknecht, 12.06.2009, 10:09:10

"Ich erbitte nicht von kathegorischer Ablehnung von 4/4 Puristen überzogen zu werden, sondern von Erfahrungen/Tipps zu lernen, da ich das Instrument "Kontrbass" nicht aus jahrelanger Erfahrung kenne."

 

Wenn Du ernsthaft  an Erfahrungen und Tips interessiert bist, solltest Du nicht kathegorisch versuchen Erfahrungen und Tips abzublocken die Dir nicht in dem Kram passen.

Anscheinend hast Du hier im Forum schon gestöbert und Dir ist das sich ständig wiederholende Mantra sehr bewusst, es heisst: „Ebasser träumt vom richtigen Bass, will sich aber nicht in voller Gänze und auf unangenehme Konsequenzen des Kb einlassen. Also Kontrabass light, leicht zu bespielen, leicht zu verstauen, leicht zu erlernen, leicht zu finanzieren“ Dir ist dann wahrscheinlich auch mein ständiges Mantra präsent, dieses heisst  „vergiss es, ....“      Wenn das wirklich ginge, dann wäre die Zahl von Kontrabassisten absolut und proportional zu den Ebassern gesehen deutlich höher.  Was basstölpel hier schreibt trifft es 

playbass Profilseite von playbass, 12.06.2009, 14:29:03

 "E-Basser träumt vom richtigen Bass...."

Öhhhh - neee. Die richtigen Bässe spiele ich schon.
Der KB wäre nur eine Ergänzung, da für manche Einsatzgebiete im Jazz klanglich wirklich ganz nett.
Viele andere Sachen sind auf einem KB schlichtweg unspielbar - sowohl technisch als auch klanglich.

E-Bass und KB sind unterschiedliche Instrumente ohne das ich sagen mag, dieses oder jenes wäre besser oder aber leichter. E-Bass ist keinen Deut leichter zu spielen als ein KB: Auf hohem Niveau bespielt sind beide Instrumente gleich schwierig. Deswegen gibt es Weltklasse E-Bassisten und Weltklasse Kontrabassisten. Beide Fraktionen sind für den Normalsterblichen nicht erreichtbar wohl aber vereinen sie sich manchmal in einzelnen Personen wie Stanley Clarke oder John Pattitucci die beide Instrumente auf höchstem Niveau beherrschen.

Darum geht es mir: meinen Horizont zu erweitern, ein neues Instrument erlernen und mich deswegen zu informieren.

Wie überall finden sich dabei Personen die sich als KBler überlegen wähnen, Puristen sind etc. ich vermute aber mal, dass auch diese es als musikalische Bereicherung empfänden, könnten sie auf einem E-6 Saiter mit der linken Hand eine Walking Bassline auf H-und E-Saite spielen und gleichzeitig mit der rechten Hand die 4-Klänge dazu tappen - ich finde das jedenfalls  klasse und ... sauschwierig! Genauso wie Bogeneskapaden von klassisch geprägten Kontrabassisten - einfach super.

KB oder EB - beides tolle Instrumente - die Tuba nicht zu vergessen. Alles sind wie Tieftöner, die eh bässer sind ;-))

 

 

 

bassknecht Profilseite von bassknecht, 12.06.2009, 15:58:18

Ich meine gar nicht das ein Kb ein richtiger Bass wäre, oder noch "richtigerer" als eine elektrische Bassgitarre. Um meinen Eindruck von regelmässig mit Deinem Ansinnen hier insistierende Ebassisten darzustellen fiel mir auf die Schnelle nichts anderes ein als einen Ebassisten zu zitieren, der mit exakt Deinem Anliegen mal gepostet hat, der nämlich sprach in der Tat vom "richtigen" Bass. Du solltest Dich nicht auf den Schlips getreten fühlen. Interessanter finde ich allerdings nicht die Frage nicht ob ich den richtigen Bass spiele, sondern die Frage ob ich, im Sinne von "der gemeinsamen Sache dienlich", richtig Bass spiele. 

Deswegen hier abzuschweifen in eine Diskussion welches der beiden Instrumente schwieriger zu bedienen ist, ist ein Thema, was mich nicht interessiert und fände ich unfair Dir gegenüber, niemand hätte was davon. Und ob ich in tonaler Musik sechstimmige Klänge in der Kontraoktave unbedingt haben muss, darüber zu streiten ist mir ehrlich gesagt zu albern.

"Sich informieren" "Horizont erweitern" klingt gut, ich glaube aber nicht, dass das durch ein selbstdefiniertes Informationsfilter wirklich geschehen kann. Wenn von vorn herein bestimmte Meinungen und Ratschläge nicht zugelassen werden und  Personen als "sich überlegen fühlend" und als Puristen abgetan werden, so finde ich dass ehrlich gesagt ziemlich egozentrisch.

LuBe Profilseite von LuBe, 12.06.2009, 16:08:19

 "Viele andere Sachen sind auf einem KB schlichtweg unspielbar - sowohl technisch als auch klanglich."

Gilt aber auch umgekehrt ;)

nebenbei: ich spiele Kontrabass und E-Bass und ich hab e-bass zumindest deutlich schneller gelernt. zumindest die "grundausbildung" ist beim mMn Kontrabass langviriger: allein um eine ordentliche technik und intonation zu erreichen braucht man jahre. nach oben sind die grenzen was man aus dem instrument rausholt natürlich immer offen.

playbass Profilseite von playbass, 12.06.2009, 16:28:41

 Klar! Gilt auch umgekehrt, deswegen sind ja beide Instrumente gleichermassen interessant.

Ich glaube gerne, dass Kontrabass in den Anfängen schwerer zu erlernen ist.
Thema Intonation: Man liest des öfteren, dass man auch auf dem E-Fretless Jahre bräuchte um eine ordentlich Intonation zu erreichen. Ich kann das aus eigener Anschauung nicht so recht bestätigen - bei mir ging der Umstieg von Fretted auf Fretless recht problemlos und schnell über die Bühne (ca. 1/2-1 Jahr). Allerdings ist meine Intonation in den allerhöchsten Lagen - also dort wo die Bünde 17-24 wären, wenn sie denn da wären - wirklich noch nicht perfekt sicher. Bei Aufnahmen im Tonstudio vermeide ich diese Bereiche beim Solieren bisher.  Bin mal gespannt wie das dann beim Kontrabass ist, aber da muss man ja eh eine andere Technik erlernen. 

kontrakroet Profilseite von , 13.06.2009, 11:57:06

 Hallo Jens,

wie wäre es mit einem D.Gage Ease Road Bass? http://www.thomann.de/de/david_gage_czech_ease_acoustic_road_bass.htm

Gruß,Alwin

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 13.06.2009, 14:59:35

 Och noeh, 3000 Ocken fuer 'nen kastrierten Sperrholzbass, muss nicht sein.

OK, wenn man Profi ist und staendig rumfliegt, vielleicht. Aber dank der heute verfuegbaren Billig-Koffer aus Styropor geht das ja auch mit einem "richtigen" Bass.

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 12.06.2009, 11:11:23

 @ K_froh

Gut zu hoeren dass Dein 1/2 Bass Dir klanglich gefaellt - kann ich auch von meinem sagen. Finde aber dass verschiedene Baesse unabhaengig von der Groesse so unterschiedlich klingen koennen, dass ich Deine Meinung "1/2 klingen feiner" zumindest nach meiner begrenzten Erfahrung nicht teilen kann.

Groesse: Man sagt ja so als Richtwert, Obersattel auf Augenhoehe oder etwas darueber. Ich bin 190 gross, und bei voll ausgezogenem Stachel ist der Obersattel mal gerade fast auf Kinnhoehe wenn ich stehe. Kommt sicher auf den individuellen Bass an.


Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 12.06.2009, 18:29:22

 Ich finde die Diskussion E-Bass/Kontrabass muessig.

E-Bass ist bei den Instrumenten des Bassregisters einmalig darin dass es wenig Kraft erfordert und in der bebundeten Version recht schnell erlernbar ist.  Das ist  ein Vorteil, man kann ziemlich schnell in musikalische Prozesse einsteigen.

Man sollte unterscheiden, erstens, wie lange dauert einfach eine Art Grundausbildung, bis zu welchem Niveau auch immer, und zweitens, was braucht man um "Weltklasse" zu werden. Ich denke die erste Frage kann man leicht beantworten, und hier ist KB einfach "schwerer". Die zweite Frage kann man nicht eindeutig beantworten, da musikalische Werte nicht einheitlich sind, zum Glueck.

E-Bassisten bei denen die Instrumental-Pyro-Technik im Vordergrund steht interessieren mich nicht besonders, mirt gefaellt deren Musik nicht, ist meistens Jazzrock und einfach nicht mein Geschmack. Man kann sicher Stars wie Patitucci, Wooten und wie sie nicht alle heissen nicht vorwerfen, dass sie "nicht musikalisch" spielen wuerden. Trotzdem gibt mir deren  Musik persoenlich nicht viel - wobei KB in aehnlicher Konzeption mir genauso wenig gefaellt. Z.B. Renauld Garcia Fons, tolelr Bassist was die behersschung des Instruments angeht, aber musikalisch einfach nicht mein Geschmack, sorry.

Ich finde junge E-Bassisten haben oft eine zu technische Perspektive. Diese ganzen albernen Techniken, a la Slapping, Tapping und haste nicht gesehen - wo kann man das schon anwenden ausser bei pompoes-bombastigen Produktionen? Interesseirt keine Sau. Ferner, das waren alles mal sehr individuelle Techniken, jeder Musiker hatte seine einenen Tricks und seinen eigenen Sound. Das ganze kam urspuenglich aus dem Rhythm and Blues, das hatte jede Menge Dreck. Heutzutage haben alle ein aehnliches standardisiertes Repertoir, alles klingt extrem sauber, und es geht nur noch um Geschwindigkeit. Gaehn. Ihr koennt euch ja mal auf Youtube Tony Newton anhoeren - einen Funk bassisten der ersten Stunde, hat mit allen Groessen von Aretha Franklin bis Anthony Williams gespielt, ein freundlicher aelterer Herr, dessen Chops vielleicht nicht mehr absolut auf der Hoehe sind, aber der trotzdem nett genug war, dort einige Videos reinzustellen. Wie der dort fertig gemacht wurde in Kommetaren ist erstaunlich - einfach weil heute keiner mehr weiss aus welcher Tradition Leute wie Victor Wooten eigentlich kommen, und weil man nicht nur heute technische Brillianz erwartet, sondern auch ein standardisiertes musikalisches Vokabular.

E-Bass ist im gesamten Rock und Pop Bereich das dominante Bassinstrument. Dominant auch akustisch - E-Bass ist oft im Endmix gut hoerbar, da faellt jede kleine Ungenauigkeit auf. Pop/Rock ist zwar nicht Musik, die ich mache, von Kollegen weiss ich aber,  dass sie oft Probleme mit Bassern haben, weil die einfach zu viel spielen. Ich kenne zwei recht professionelle Bands (Progrock und Independent), bei denen jeweils ein "Nebeninstrument" E-Bassist jetzt Bass spielt, d.h. fantastische Musiker auf ihren Erstinstrumenten, auf dem E-Bass spielen sie dagegen simpel, aber geschmackvoll, und im Gruppensound ist es besser als ein Basser der an falschen stellen Akzente setzt und ueberhaupt zu viel spielt. Weniger ist oft mehr.

Also wie beurteilt man das dann? Ist ein E-Basser der technisch schlicht, aber der musikalischen Situation angemessen spielt "schlechter", als der tappend/slappende Pyrotrechniker aus der Fusionskapelle im Ue-Raum nebenan?

Uli Profilseite von Uli, 12.06.2009, 22:04:59

 >>Kontrabass ist die Höchststrafe<<  Zitat: Mein KB Lehrer, studierter E- und K-Bassist.

Der kann allerdings nicht Kontrabasstuba    spielen.  Da jammerte doch kürzlich hier ein Mitleser, eine Konzertlänge 4 kg E-Bass am Hals seien schwer.  Mein Sousaphon bringts auf 14 kg und dann eine Konzertlänge im Stehen Walkingbasslinien erspart die Muckibude.

Aber Spaß machts allemal:Kontrabasstuba UND Kontrabass.

Grüße

Uli

playbass Profilseite von playbass, 20.06.2009, 23:17:46

 Ach Gottchen! Lieber Basstölpel!
Welch lustige Diskussionen doch meine harmlose Ausgangsfrage bisher auslöste!

Im Großen und Ganzen kann ich Dir nur beipflichten! Wenn ich zur Musikmesse gehe und aus jeder Kabine knattern und prasseln Slap- und Tap-eskapaden, oder Basser spielen 9-Saitige Bässe um in etwa Klaviertonumfang bespielen zu können, so fragen ich mich ernstens, ob mit meinem Begriff des "Bassmann" etwas kaputt ist, oder ob der Rest was an der Klatsche hat ;-))
Ich halte auch garnichts von "overplaying" und meine Hochachtung gilt den Bassern, die es mit wenig Einsatz und Glanz es einfach so was von abartig geil zum grooven bringen, das auch der letzte Unmusikalus im Publikum mit dem Arsch wackeln muss. DAS ist die hohe Basserkunst und mit Verlaub - die "Nebeninstrumentbassisten" schaffen das zumeist nicht. Ein bassender Gitarrist bleibt nu mal Gitarrist, auch wenn er sicher einen besserne Job macht als der Vollbasser, der jeden zweiten Takt einen Superlick abfeuern muss und somit  seine eigentlich Hauptaufgabe torpediert und verfehlt.

 

 

bassknecht Profilseite von bassknecht, 21.06.2009, 15:21:29

Na ja, an der lustigen Diskussion ist Du ja nicht ganz unbeteiligt. Ich hoffe Du  freust Dich, dass fremde Menschen Dein Anliegen ernst nehmen, sich qualifiziert Gedanken machen und sich die Zeit nehmen Dir diese aufzuschreiben. Das ist bei einer Frage auf die Du nur Antworten haben möchtest die Dir gefallen, und  zu der man in einer Unzahl von Forumsbeiträgen ein Meinungsbild leicht recherchieren kann nicht selbstverständlich.

"Ein bassender Gitarrist bleibt nu mal Gitarrist....." Stimmt, denn er spielt auf einer Bassg i t a r r e

wie ist dass denn nu mit den kontrabassenden Ebassisten? 

Hen Profilseite von Hen, 21.06.2009, 10:06:32

Beides ist gleichschwer, es sind nur sehr unterschiedliche Anforderungen, technisch wie musikalisch. Allein die Frage nach der Time in einer Band und in einem Orchester wird so unterschiedlich interpretiert das man wirklich von 2 verschiedenen Welten sprechen kann. In bezug auf diese Aussage möchte ich meinen Kollegen ein klein wenig wiedersprechen: "Weniger ist mehr" - kann ich nur zustimmen, bekommen meine Schüler täglich zu hören, aber "Mehr ist geiler" - wenn man es kann! Wir haben einige Bassisten in der Musikgeschichte gehabt die gezeigt haben das man viel spielen kann und es trotzdem in der Band super groovt. Ich mein Leute wie John Paul John, John Entwistle oder Pino Palladino. Die haben ihre Band fast zugetextet mit virtuosen Läufen und verrückten Basslines aber es hat gegroovt wie sau! Das Problem ist das die Amateure versuchen das nachzumachen, was dann natürlich total schlecht klingt und nicht groovt, und so entsteht ein falsches Dogma. Ich gehöre auch zu den Bassisten die auch mal ein wenig mehr spielen wenn es passt und habe dafür noch nie eine Rüffel oder sowas bekommen, eher Lob und Anerkennung. Man kann also viel spielen, man muss es nur in Time machen - im Orchester wie in der Band ;-)

LG Hen

max Profilseite von max, 21.06.2009, 13:58:10

 Meine Güte Hen,

fühlst Du Dich nicht manchmal etwas einsam da oben auf dem Gipfel bzw. verloren auf Deinem hohen Ross?

LuBe Profilseite von LuBe, 21.06.2009, 12:48:59

 Natürlich ist manchmal auch weniger mehr, aber manchmal kann auch mehr mehr sein. Viele Bassisten im Rockbereich verstehen das nicht scheinen aus prinzip auf ihr grundtongegroove zu bestehen ("basspolizei") woraus sich immer wieder diese Diskussion ergibt.
Genau wegen diesem Thema hab ich das musiker-board verlassen. Ich verstehe auch nicht, warum der Bass immer auf seine "traditionelle" Rolle in der band reduziert wird. Warum soll ich auf meinem Instrument nicht auch solistisch spielen? sollte ich vielleicht meine basssoli für klavier oder gitarre umarrangieren?

 

PS: Erinnert sich noch jemand an das ursprüngliche Thema dieses Threads? :P

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 21.06.2009, 19:31:12

E-Bass ist unter dem Instrumenten im Bassregister einzigartig  leicht  zu erlernen - weder Kraftmaessig noch Tonbildungsmaessig besonders zickig. Bei allem anderen - KB, Fagott, Baritonsaxofon, Bassklarinette, Tuba - ist es aehnlich : recht sperrige (und teure)  Instrumente, man quaelt sich als Anfaenger ein Jahr bis man die C-dur TL  einigermaessen spielen kann, waehrend das auf dem E-Bass nach 'ner Woche abgehakt ist.

E-Bass ist ein sehr demokratisches Instrument - billig und leicht zu erlernen, man kann sofort anfangen. Das ist kein negatives Werturteil. Es ist fuer die meisten Rockstile besser geeignet als KB. Die leichte Erlernbarkeit ist auch der Grund fuer die Popularitaet in amateur- und semipro Big Bands. Und nicht zuletzt ist es fuer viele das Sprungbrett fuer ein anderes Instrument - KB oder was auch immer.

Also um auf Jens urspruengliches Anliegen zurueckzukommen, es stimmt zwar das KB lernen ein anderer Schnack ist als E-Bass (dauert lange, kostet Geld + Kraft). Das braucht einen aber nicht zu entmutigen. Man kann auch auf einem relativ billigen Instrument anfangen, und es anfangs in gewissen Grenzen kraftschonend einstellen. Es dauert halt laenger als beim E-Bass - aber das ist auch alles. Einfach am Ball bleiben, dann wird das schon. Man braucht als KBassist kein Virtuose zu sein, um eine Band zu finden. Wenn das Timing und die Intonation OK sind  (was je nach Begabung und Fleiss halt eher ein paar Jahre als ein paar Monate dauert) findet man immer eine Band

chazz Profilseite von chazz, 25.06.2009, 01:09:11

 puhhh, heftige Diskussionen hier: deswegen möchte ich mal eine kleinen Einwurf zur Entspannung bringen:


http://www.youtube.com/watch?v=wqSWf_xJEpA&feature=related


übrigens: es gibt da viele weitere schöne Videos von Jamerson.....Patitucci u. Co.


nein, ich spiele keine Fender, doch mir gefällt die Musik richtig gut....nicht zu vergessen: auch Jamerson kam vom Kontrabass!

Mein Favorit ist Charlie M. (der berühmte Jazzer): auch seine Musik gefällt mir sehr gut. UND DARUM GEHT ES!

Weniger ist mehr? Na ja, kommt nun mal auf den Musikstil an. Eine Basseskapade ist nun mal eine Basseskapade....egal ob auf E- od. Kontrabass....selbst auf höchstem Niveau á la R.G. Fons (gefällt mir übrigens auch sehr gut). Was wäre ein Musiker ohne Individuellen Ausdruck...??? Aladar Pege lässt Grüßen: der Herr kam Ursprünglich aus der Klassik u. war vom berühmten Bassdozenten Lajos Montag für die Budapester "Symphonie" vorgesehen.....er ist trotzdem seinen eigenen Weg gegangen u. Individuell geblieben (tolle Kompositionen - überbordende Technik...der Paganini auf dem Kontrabass...wow toll und warum nicht!?!).

Persönlich bin ich Kontrabassfan u. darf mich über eine 109cm lange Mensur freuen. Einen kleinen Bass (wird wohl ein 1/2 gewesen sein) konnte ich zum ersten Mal bei einem Live-Freejazz-Konzert hören: http://www.myspace.com/kaufmanngratkowskidejoode (dort finden sich auch Videos!). Der Klang dieses kleinen Basses war doch ein ganz anderer als bei 3- od. 4/4! De Joode, wenn er denn mal walkingbassmäßig gezupft hat, hat immer sehr Powerful gespielt, doch eben auch beim Walking klang es dann trozdem nicht sehr füllig (ich glaube da gefällt mir sogar ein gezupftes Cello besser, da weiss ich wenigstens, dass es nicht anders geht). Selbst der beschnittene David Gage Acoustic Road gib, meiner Meinung nach, mehr her (auch schon Live gehört: gespielt von John Hebert).


Letzlich: der Musiker macht die Musik

Also bleibt alle schön fleissig....ich auch u. vergesst nicht den Genuss bei der Sache (gibt es eigentlich eine Studie zu Krebs od. Tumorerkrankungen bei Basssisten? Sorry, etwas makaber, aber ich hoffe Ihr wisst was ich meine!?)


Feel your Music, Feel Free (toller Spruch ne!)


p.s.: könnt Ihr immer noch Entspannt bleiben, wenn Ihr kaufmann/gratkowski/dejoode gehört habt? (ich schon)

Uli Profilseite von Uli, 25.06.2009, 18:41:28

 >Studie zu Krebs od. Tumorerkrankungen bei Basssisten?<

Wie kommst Du auf dieses Thema?

Ich weiß nur, daß mir das Anlehnen des Basses an meinen Bauch, insbesondere bei dem Bogenspiel, nicht immer gut tut.

Grüße

Uli

chazz Profilseite von chazz, 26.06.2009, 18:12:03

Sorry, dass war zunächst eine etwas zynische Anmerkung, doch eigentlich steckt unter Umständen manchmal auch mehr dahinter....ob das nun zum abschrecken gedacht war oder wie auch immer....egal. Solche Themen sind eigentlich nichts für mich, aber der Hintergedanke könnte schon der sein, dass ich damit zum Ausdruck bringen wollte, dass es sich mit einer gewissen mentalen Entspanntheit besser leben lässt. Ja gut, man kämpft irgendwie immer, ob  nun um Anerkennung oder sonst was, doch ich denke, dass auch so viel im musikalischen Audruck eines Musikers hervortreten kann, wo man es letzlich auch hören kann. Ja, dass könnte jetzt auch zu einer philosophischen Frage hochstilisiert werden (soll´s bitte aber nicht!). Was heisst denn bitte schon "entspannt"...?? Will man die virtuose Technik, muss man schlicht und ergreifend ein hohes Pensum an geistiger Arbeit inverstieren....so ganz entspannt, glaub ich, geht das alles auch wieder nicht!?! Und ob ein starker Wille allein solche Ergebnisse bringt, sei auch mal ganz dahin gestellt....

...ein bissel abgeraten vom Ursprungstheme

(Ende)

chazz Profilseite von chazz, 25.06.2009, 01:18:20

 oohhh...hier noch was tolles:


http://www.youtube.com/watch?v=GD99nD4zSmQ&feature=related


eine Komposition von Lajos Montag!!


und das hier mit asiatischer Präzision (booh ey):


http://www.youtube.com/watch?v=z39JqgShJbA&NR=1

 

 

Sorry, ich weiss das ist kein Video-Tread hier (und eigentlich bin ich auch gar kein Klassik-Fan)

chazz Profilseite von chazz, 25.06.2009, 01:38:19

und noch einmal:

http://www.youtube.com/watch?v=NA6ooBHWhx0&feature=related


dieser Kontrabass scheint auch nicht besonders groß zu sein u. klingt beim Streichen fast wie ein Cello.....das gefällt mir auch!

(Deswegen habe ich mir auch auf meinen zweiten Bass - ein Fünfsaiter - eine hohe Solo C-Saite + eine hohe F-Saite (Quart über dem C!!) draufgemacht u. spiele so ohne tiefe E-Saite. Macht Spass (so nebenbei zum Vergnügen).

Diese Hohe F-Saite gibt es durch Direktbezug bei Thomastik für knapp 50,- Eur incl. Versandkosten

chazz Profilseite von chazz, 25.06.2009, 10:05:46

dies hier ist mir jetzt noch eingefallen (für all die jenigen die es noch nicht kennen) Silvio Dalla Torres Bassetto Projekt:

http://www.silviodallatorre.de/index.php?language=de&hauptrubrik=bassetto&thema=262

...er spielt allerdings eine Quintstimmung.

Zum Zupfen sind die ganz hohen Saiten (auch die Hohe F-Saite; selbst die hohe C-Saite ist fast schon zu dünn), im Sinne des üblichen Zupfbassspiels, natürlich nicht so richtig vorgesehen (aber dennoch machbar)!

chazz Profilseite von chazz, 26.06.2009, 19:05:51

hört bitte, was François Rabbath

dazu sagt:

http://www.youtube.com/watch?v=eJwrpyRAJeA&feature=related

 

er meint es funktioniert mit Liebe....

(das ist kein Klassik-Tread...ich weiss!)

Scheppertreiber Profilseite von Scheppertreiber, 27.06.2009, 00:10:15

 e-Bass und KB sind für mich verschiedene Instrumente.

e-Bass hat den vorteil, daß der Umstieg von Klampfe auf den Bass trivial ist. Man weiß sofort wo die Töne sind, die Stimmung

ist eigentlich gleich. Ich denke, das macht auch einen Großteil der Popularität des e-Basses aus. Der KB ist etwas völlig anderes:

Ein Mordstrumm, ordentlich was in den Pfoten, beim Spielen ist es mehr ein Kampf mit dem Apparat. Das Teil auf dem Mopped

mitzunehmen wird auch noch eine echte Herrausforderung

 

Mir macht es einfach mehr Spaß ...

lb Profilseite von , 06.07.2009, 18:38:22
http://www.chennell.org.uk/
Optimistin Profilseite von , 12.06.2011, 13:21:46

Hallo,
auch wenn die Frage hier schon einmal in ähnlicher Form diskutiert wurde, bräuchte ich trotzdem nochmal eine Empfehlung.

Ausgangssituation:

Ich spiele seit einem halben Jahr mit großer Begeisterung Kontrabass. Bislang konnte ich ein Instrument von einem Kollegen leihen, nun muss ich mich allerdings nach einem eigenen umsehen. Ich wohne im zweiten Stock, habe extrem wenig Platz und in Kürze kein Auto mehr (spiele allerdings schon regelmäßig in einem Laienorchester mit, d.h. muss regelmäßg zu Proben fahren). Unter diesen Voraussetzungen würde ich mir total gerne einen 1/2 Bass anschaffen, alternativ einen sehr zierlichen 3/4 Bass.
Macht der 1/2 Bass Sinn bzw. gibt es denn überhaupt sehr zierliche 3/4 Bässe?

Ich arbeite in einer kulturellen Einrichtung und habe die Möglichkeit, von einem Profimusiker unseres Orchesters Unterricht zu erhalten. Ist allerdings ziemlich kostspielig, regelmäßig kann ich es mir nicht leisten. Was macht Sinn, um trotzdem voranzukommen?

  • Unterricht z.B. nur einmal im Monat und dazwischen selbst eifrig üben?
  • Gute Schule besorgen und auf "Kontrabass im Selbststudium" umsteigen?
  • Zwar nicht von einem Profimusiker unterrichtet werden, aber dafür einen "günstigeren" Lehrer suchen und wöchentlich Unterricht nehmen?
     

PS: Spiele momentan leichte klassische Literatur, würde aber mittelfristig auch gerne Jazz spielen. Danke für alle hilfreichen Tipps vorab.

Herzliche Grüße, die optimistin

alexhaas Profilseite von alexhaas, 12.06.2011, 15:15:04

 Hallo Optimistin,

Ich hab vor knapp 20 Jahren mal einen Workshop mit Adelhard Roidinger gemacht. Ob der Dir ein Begriff ist, weiß ich nicht. Ich hab lang nichts mehr von ihm gehört, aber in den 90ern war einer der besten europäischen Kontra- und E-Bassisten. Finde ich jedenfalls. Und er hat damals den 1/2 Bass propagiert. Klänge wie ein großer, sei angenehmer zu spielen, kleinere Mensur, kann man im Sitzen spielen... Und so weiter... Er klang damit auch wirklich gut. Laut genug war er auch und eine Schönen, singenden Ton hatte das Instrument auch. War aber nicht so billig...
Ich spiele einen eher zierlichen 3/4, bin damit auch sehr glücklich, aber es gibt eigentlich keinen Grund, es nicht mal mit einem kleineren Instrument zu probieren - außer Du willst Jazz am liebsten unverstärkt spielen. Oder bist im Wagner/Richard-Strauss-Orchester die einzigste Bassistin. Dann solltest Du vielleicht doch ein Instrument mit mehr Patsch wählen...

viele Grüße
Alex

 

 

alexhaas Profilseite von alexhaas, 12.06.2011, 15:31:38

 Oh Mann...

EINZIGSTE... wie peinlich! Beim nächsten Mal schreib ich wieder "einzige". Schwöre!

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 13.06.2011, 16:35:41

Adelhard Roidinger habe ich vor langer Zeit mal in Moers gesehen, toller Bassist. Aber halt jemand der den verstaerkten Sound kultiviert. De Joode (der oben angesprochene Free Jazzer) ist natuerlich auch ein klasse Bassist --- doch hoert man bei ihm ja hauptsaechlich das Attack der Darmsaiten.

Beide spielen in kleineren Ensembles (und natuerlich Top-Instrumente). Da haut es dann ja auch hin.

Aber in der Sitaution Orchester/unverstaerkt, die ja von Optimistin angesprochen wurde, ist ein 1/2 Bass in den meisten Faellen doch benachteiligt - sieht man ja schon daran, was fuer Baesse im Orchester so gespielt werden, einen 1/2 Bass habe ich da noch nicht gesehen.

Ich gebe Bassknecht recht, am wichtigsten ist dass die Koerpergroesse der Bassgroesse angemessen ist.

Ich habe mir mal in einem Anflug von Wahnsinn einen huebschen 1/2 Bass gekauft - komme auf meinen 3/4 aber besser zurecht. Die Vorteile der kleineren Mensur fallen fuer mich nicht so ins Gewicht - das Problem der Umstellung gibt es durchaus wenn man auch noch 3/4 spielt.  Werde den 1/2 Bass daher wohl verkaufen auch wenn er besser (ausgewogener) klingt und schoener ist als mein 3/4 Zweitbass.

bassknecht Profilseite von bassknecht, 12.06.2011, 15:51:45

 Hallo Optimistin, die Argumente kleine Wohnung, kein Auto usw. würde ich nicht gelten lassen um einem 1/2 Bass anzuschaffen. Die Vorteile durch geringeres Volumen sind marginal im Vergleich der klanglichen Nachteile kleiner mit  grossen Instrumenten. Wichtig ist jedoch die Proportion Mensch / Instrument und bei allen klanglichen Nachteilen ist es dennoch so, das ein 1/2 Bass für die meisten erwachsenen Frauen die passende Grösse darstellt. Es geht dabei weniger um die Saitenmensur, sondern eher um die Korpustiefe, Oberbug und Korpusbreite. In der Tat gibt es auch Zwischengrössen, also klein geratene 3/4 Bässe, die könnte man 5/8 nennen. Die Frage ob 1 mal monatlich oder einmal wöchentlich Unterricht hat hauptsächlich mit dir, deinen Möglichkeiten, deiner Selbstdisziplin und deinen Ansprüchen zu tun. Es ist bei monatlichen Unterricht extrem wichtig, das dein Lehrer operationalisiert arbeiten kann und will, also genau weiss was er tut und warum, und darüber für sich Buch führt. Das habe ich bei Orchestermusikern noch nie erlebt, Künstler und Pädagogen sind zwei verschiedene Handwerkskünste. Wenn dein Lehrer am Anfang der Stunde nicht genau weiss was er mit dir vor 4 Wochen gemacht hat, weiss er auch nicht was er dir in der konkreten Stunde anbietet, dann betreibt er "Türschwellenpädagogig" , dann hast du schon verloren.  Ciao Roland

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 12.06.2011, 15:08:02

 Hallo Optimistin,

1) Unterricht: Wenn du einen guten Lehrer kennengelernt hast, wuerde ich dabei bleiben. Lieber seltener, aber dafuer kompetent. Ueben musst du sowieso. Von daher ist jedes Instrument autodidaktisch. Trotzdem ist es oft wichtig, dass einem jemand mal bestimmte Dinge zeigt, z.B. wie etwas gespielt werden muss, sei es technisch oder interpretationsmaessig.

2) Bass. Jeder Bass ist anders. Wenn es hauptsaechlich um das Gewicht geht, es gibt schwerere und leichtere Baesse, auch bei 3/4. Aber mit dem richtigen Equipment (gute Tasche mit belastbaren und koerpergerechten Gurten) laesst sich das bewaeltigen.

Die Frage nach 1/2 und 3/4 : Also wenn du sagst, Orchester, dann machst du es dir nicht unbedingt einfacher mit einem 1/2 Bass. Kommt natuerlich auf den Bass an --- gibt gute und weniger gute --- trotzdem ist die oben angesprochene Grundcharakteristik eines 1/2 Basses eher, feiner, aber auch weniger Punch. Was sagt denn dein potentieller Lehrer dazu? 

LG 

Armin

Optimistin Profilseite von , 12.06.2011, 17:46:55

 Hallo und danke für alle Tipps,

zu den konkreten Fragen "Bist Du mit Deinem Lehrer zufrieden" - ja, bin ich
und "was sagt denn Dein Lehrer dazu": Er findet, ich sollte mich für einen 3/4 Bass entscheiden, dann könnte ich leichter auch einmal auf einem fremden Instrument spielen, falls ich meinen Bass nicht mitnehmen kann. Gleiches meint übrigens auch mein Kollege aus dem Orchester.
Da ich mich von dem Gedanken 1/2 Bass nicht wirklich verabschieden kann, werde ich mich erstmal umschauen und Bässe anspielen, ohne das geht es sowieso nicht, oder?

dr.bigbass Profilseite von dr.bigbass, 12.06.2011, 19:51:44

 Also das Argument mit der Größe kann/muss aber nicht gelten...man sollte bei der Bezeichnung 3/4 vs. 1/2 auch unterscheiden, bezogen auf die Gesamtgröße des Instruments oder die schwingende Saitenlänge: letzteres ist einigermaßen, ersteres noch weniger einheitlich definiert. Breite und Tiefe des Instruments werden fast nicht berücksichtigt bei der Größenbezeichnung oder können sehr variieren, bleibt die Gesamtlänge..ok 15cm Unterschied zw. 1/2 und 3/4 kann relevant sein.

Bez. der schwingenden Saitenlänge: die Differenz beträgt im Maximum der genannten Unterschiede 10cm. Ich bin kein Physiker/Mathematiker aber auf die erste Oktav wären das mW max. 5 cm und somit auf die Quint etwas über 3cm Differenz, das sind bei mir Fingerbreiten von Zeige-und Mittelfinger zusammen, ob das beim Greifen einer Hand eines Erwachsenen so viel ausmacht glaub ich nicht...Und wie gesagt, das ist das Maximum wenn man 3/4 mit 106 und 1/2 mit 96/97 nimmt. Einige 3/4 haben auch 103/104....

Also für 15 cm Gesamtlänge weniger und damit deutlich weniger Sound ist die Differenz in der Saitenlänge nur max. 3cm (in der für die meisten Bassisten in den meisten Stücken relevanten Lagen und zur Oktav wird es eh enger). Ich kenne genug Bassistinnen die deutlich kleiner und sehr deutlich zierlicher sind als ich, was sie nicht daran hindert, auf normalen Bässen deutlich besser zu spielen. 

Ich rate zu einem kleineren 3/4, würde Wert auf geringere Tiefe und stärker fallenden Schultern) legen, mit einem 1/2 Bass im Orchester....

 

 

Basspischler Profilseite von Basspischler, 13.06.2011, 14:09:39

 Liebe Optimistin, ich benütze schon lange im Unterricht alle Größen. Wir haben in Düsseldorf an der Musikschule 6 halbe Kontrabässe. Auch sehr gute von Hand gebaute Vollholzbässe. Sie kommen alle vom Sound nicht an einen 3/4 heran. Es ist wie bei sehr guten Hifi Boxen. Willst Du satte Bässe brauchst Du Masse. Die Handabstände bei der Mensur sind marginal. Ich kenne auch viele zierliche Bassistinnen die gut auch mit z.B. sogar 5 Saitern, also 1/1 Bässen zurecht kommen. Irgendwann wird es einem im Orchester ärgern, wenn man mit seinem Klang nicht richtig durchkommt. Die schwingende Länge ist ja eigendlich auch bei einem normalem Bass zu kurz. Nicht umsonst wurde ja mal der Oktobass einmal entwickelt, um reelle Länge zu bekommen.

nagybögö Profilseite von nagybögö, 13.06.2011, 21:48:40

100 % Zustimmung.

Es gibt auch gut klingende kleine Bässe, aber sie haben nicht das Volumen, die Klangwolke, zeichnen sich eher durch einen "drahtigen" Klang aus.

Bigsby Profilseite von HannoBass, 13.06.2011, 15:28:35

 Hallo,

wenn du vom Frettless kommst würde ich dabei bleiben und einfach "Black Nylons" aufziehen. Das ist eine besondere Sorte von Flatwoundsaiten die eine Nylonumwicklung als äußere Schicht hat. Klingt sehr nach Kontrabass. Wenn du das ganze dann noch vielleicht mit einem Piezo abnimmst sollte der Sound ziemlich realistisch klingen. Den Rest macht dann die Anschlagshand.

Grüße

Neuester Beitrag Reisdorf Profilseite von Reisdorf, 27.06.2011, 16:35:48

Hallo Playbass,

nachdem ich den Thread gelesen habe, habe ich doch glatt die Frage vergessen ;-))

In jedem Fall fühle ich als (E)Bassist in meiner Ehre gekränkt ( aber das kenne ich aus diesem Forum ja bereits ).  

Mein Beitrag kann nur eine Meinung darstellen. 

Ich spiele mehr Ebass als Kontrabass und liebe beide Instrumente. Ich habe schon viele schlechte Bassisten gehört - egal mit welchem Instrument.

Um auf die Frage zurückzukommen - wenn man sich erst einmal an einen Kontrabass gewöhnt hat, empfinde ich den Unterschied zwischen einer 99er und einer 103er Mensur nicht wirklich so dramatisch. O.k. - ich habe auch sehr große Hände. Was mir jedoch bei meinem Halbbass fehlt, ist der satte Wumms. Den hat mein 3/4. Das spielt aber auch nur so lange eine Rolle, wie ich die Bässe akustisch vergleiche. Abgenommen  ( mit dem üblichen Piezo Abnehmer ) ist der Unterschied nicht mehr hörbar. 

Ich habe einen gesperrten 3/4 und einen 1/2 mit massiver Decke. Der 1/2 Bass klingt feiner, artikulierter, hat aber eben nicht den Wumms aus dem tiefen Keller.

Es gibt aber auch 3/4 oder 4/4 Bässe, die nicht klingen - ein guter Ton ist ja nicht nur ein Frage der Größe.

Beim Transport macht sich die 1/2 Grösse zwar bemerkbar, aber so wirklich dramatisch kleiner ist die Kiste dann auch nicht. Es ist und bleibt ein verdammt unhandliches riesiges Ding. Bei einem Halbbass dürfte die Auswahl an Koffern, Taschen etc. aich eher kleiner sein..

Ich habe allerdings hier im Forum einen guten Tipp bekommen, den ich gerne weitergebe. Es macht absolut Sinn, sich zum Thema Kontrabass einen Lehrer zu nehmen. Im Gegensatz zum Ebass kann man hier noch mehr falsch machen. Selbst ein nicht sachkundiger Saitenwechsel kann schon im Desaster enden. Und wenn es nur ein paar Stunden Technik der rechten und linken Hand ist - das ist sicher gut investiertes Geld. 

Wenn Du die Gelegenheit hast, spiele doch mal einige Bässe im Vergleich. 

MfG,

Christoph

 

    

 

 

 

    

 

 

 

Als Anfänger einen Cutaway als Erstinstrument? <Zurück zur Liste> Soll ich diesen Baß kaufen?

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 05.05.2021, 19:34:42.