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Obligato oder Evah Pirazzi <

Laute Saiten

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Zugeordnete Kategorien: Saiten

Berd Profilseite von , 03.11.2007, 20:33:46
Laute Saiten
Hallihallo,
Ich werde künftig ausschließlich akustisch spielen und bin daher auf der Suche nach lauten Saiten. Ich zupfe ausschließlich. Momentan habe ich Obligatos auf meinem Bass , welche deutlich leiser als die vorher von mir verwendeten Stahlsaiten sind.
Deshalb nun meine Frage nach lauten Saiten.
Angelich sollen ja Presto Nylonwound Medium , Evah Pirazzi , Velvet Garbo ud generell Darmsaiten laut sein.
Könnt ihr das bestätigen oder kann man , den Bass ,das Setup und die Spielweise , von denen das natürlich auch abhängt , außen vor gelassen ,eine "lauteste /durchsetzungsstärkste Saite" bennenen oder zumindest einen Trend angeben?
Oder kann man lautstärkemäßig mit Saiten gar nicht so viel rausholen?
Chris.toph Profilseite von , 04.11.2007, 00:24:35
Hallo Berd,

du solltest ein paar grundsätzliche Dinge bedenken vor deiner Saitenwahl.

Zunächst halte ich deine Aussage, wonach die Obligatos leiser seien als die zuvor verwendeten Stahlsaiten für wahrscheinlich falsch. Vielmehr ist es so, dass die von dir direkt am Bass empfundene Lautstärke bei Stahl zwar höher erscheint, auf Distanz im Saal sieht das aber schon ganz anders aus. Ich bin sicher, dass ein Zuhörer in 20 Metern Entfernung genau umgekehrt urteilen würde.

Das ist das erste Problem des unplugged-Bassisten: Stahl ist laut am Mann und liefert wenig nach draußen, bei Darm ist es genau umgekehrt. Da muss man sich erst dran gewöhnen.

Die Kunststoffsaiten (Obligato, Evah P.,....) eiern so ein wenig zwischen Stahl und Darm rum, manche sind sehr widerspenstig und hart (Dominant), andere sehr (manchen zu) weich (Velvet). Da muss man probieren, was zum jeweiligen Bass passt. In der Regel profitieren ältere Bässe von weicheren Saiten, sie wurden ohnehin für weniger Druck gebaut, es gab bis ca. 1960 ja nur Darmsaiten. Jüngere Instrumente haben oft stärkere Decken, damit sie die hohen Spannungen der Stahlsaiten gut aushalten, da nützt die Umstellung auf Darm (in Sachen Lautstärke) in der Regel garnix.

Bass, Setup und Spielweise kann man keinesfalls außen vor lassen, diese Parameter sind auf jeden Fall so entscheidend wie die Besaitung. Eine passende Besaitung alleine kann auch nichts reissen.

Was man sagen kann: älteren Instrumenten tut Darm meistens gut, oft schwingen sie besser und gehen nach einem Systemwechsel sogar ein wenig auseinander. Aber Darm ist nicht gleich Darm. Pirastro Eudoxa ist eine Darmsaite mit eher hohen Zugkräften, Pirastro Pizzicato wiederum nicht.

Darmsaiten erlauben (und brauchen!!)höhere Saitenlagen, da sie mehr Amplitude liefern (können) ohne dass man sich die Arme ausreissen muss. Mehr Amplitude bedeutet auch mehr Lautstärke. Insofern sind, wenn Bass und Spieler es hergeben, Darmsaiten lauter als Stahlsaiten.


Obwohl ich gerne bei bewährtem bleibe habe ich vor einigen Monaten meinen seit Jahren mit Oliv bespannten und auf Darm eingerichteten unplugged-Bass mit Saiten des Berliner Saitenmachers Gerold Genßler bespannt und bin regelrecht erschrocken (die Kollegen auch!!): der ohnehin recht laute Bass hat nochmal eine deutliche Schippe zugelegt!! Falls du das Risiko spezieller custom-Saiten eingehen willst kannst du ihn per eMail kontaktieren:

geroldgenssler ätt gmx.de

Schönen Abend noch!
Berd Profilseite von , 04.11.2007, 01:11:12
Danke für die Erläuterugen!
Ich habe auch schon mal auf einem Bass mit Stahlsaiten gespielt und mich selbst kaum gehört. Aus größerer Entfernung war der Klang dann zwar dumpf , aber "durchdringend".
Das mit der Amplitude leuchtet mir aber nicht ganz ein.
Denn zu "schlabberige" Saiten (z.B. manche E-Saiten) klingen ja auch nicht mehr und es sind ja meistens auch die Saiten der höchsten Stärke einer Sorte , die ja weniger als die Weichen ausschwingen, die lautesten.
Samy Profilseite von Samy, 04.11.2007, 09:36:22

... Das mit der Amplitude leuchtet mir aber nicht ganz ein....

das gilt so "streng genommen" nur für Saiten mit ansonsten "gleichen Parametern" (gleiche Dicke, gleiche Länge, gleiche Saitenspannung..)

haltma Profilseite von haltma, 04.11.2007, 01:25:41

Kann mich Christophes Aussagen nur anschließen; ruf' Gerold an (030-9279 1464), er hat ein reichhaltiges Repertoire auf Lager und kann dir auf Wunsch auch ein paar Saiten "custom made" auf deinen Bass zurechtmachen; kostet Zeit und Geld, lohnt sich aber. Die Musikerkollegen werden dich fürderhin bitten, deinen Amp doch leiser zu drehen, und das, wo du ihn nicht mal an hattest! Für Akustikspielen wäre auch noch die Nähe und Beschaffenheit einer Rückwand zu bedenken, und die Akustik vom Spielort natürlich!

kontrakroet Profilseite von , 04.11.2007, 18:14:05

Hallo,

spiele ebenfalls seit 8 Monaten die Corax von Gerold Genßler - EIN TRAUM !!

Rein akustisch spielen ist auch eine Sache wie die Mitmusiker drauf sind. Wenn die den Bass nicht hören, müssen sie eben leiser spielen und nicht umgekehrt.

Gruß,Alwin

Jörn Profilseite von , 04.11.2007, 23:41:43
Die Saiten habe ich auf anderen Bässen gespielt. Ich finde sie auch o.k., aber preislich heavy: 500 Euro im Privatverkauf. Das toppt sogar die Eudoxa.
haltma Profilseite von haltma, 05.11.2007, 00:05:41

Dafür sind sie für dein Instrument gebaut, wird dein Instrument darauf eingestellt, und du kannst sie 2 Jahre auf Garantie spielen, i.e., doppelt so lange wie andere, was den Preis dann wieder auf ein normales Maß bringt. Und letztendlich zählt doch das Optimum an Sound, n'est-ce pas?

Jörn Profilseite von , 05.11.2007, 02:19:21
Bien sûr, je n’ai pas dit qu’elles sont trop chères. Quand même, beaucoup de fric! Faut-il que ces cordes sont autant chères? Des autres cordes durent plus que deux ans aussi et coutent un tiers.
Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 05.11.2007, 09:49:18

Off topic: Les enfants, s'il vous plait,  si on tchatche le francais, ne pas oublier le subjonctif! Il faut que ca SOIT respecte!

Ansonsten bin ich voellig d'accord, Custom-Produktion im Manufaktur-Massstab mag ja klasse sein, aber bei 500 Euros pro Satz eruebrigen sich Experimente, da muss man schon sicher sein, dass man das braucht.

Habe noch nie Darm gespielt, nur mal auf einem Bass mit Velvets und das fand ich sehr gewoehnungsbeduerftig. Sind denn Gerolds Darmsaiten auch so dick, und wie klingen sie gestrichen?

haltma Profilseite von haltma, 05.11.2007, 14:13:43

Bzgl. Stärke: Kommt drauf an, welche von seinen Saiten du spielst. Bzgl. Streichen: Ich finde die meinen ausgesprochen "griffig" & gut geeignet für den Bogen. Was die "Gewöhnung" anbelangt, so verhält es sich tatsächlich so, dass sich zum einen der Spieler an die Saiten gewöhnen muss (sind leiser beim Musiker, aber viel lauter im Saal), zum ander aber auch das Instrument. Als ich Anfang/Mitte der 90er Gerolds erste Prototypen aufzog, hat es endlos lange Wochen gedauert, bis sich das Instrument auf die Saiten "eingetunt" hatte (gleichmäßiger und geringerer Druck auf die Decke). Wird einem aber schließlich mit jedem Ton vergolten.

maddin Profilseite von maddin, 06.11.2007, 15:05:43

Moi n Alwin..wollte mal nachhaken und dich fragen, was genau das für Saiten sind..welcher Mantel/Kern..welche Stärken? Bietet Herr Genßler viele Varianten...welche Preise muß man einkalkulieren? Freu mich über ne Nachricht..danke und Gruß..maddin.

Jörn Profilseite von , 06.11.2007, 17:34:54
500 Euro.
haltma Profilseite von haltma, 06.11.2007, 22:18:56

Gerold hat verschiedene Varianten im Angebot. Ich habe aber z.B. nicht die Corax gewählt, weil die mir zu "komprimiert", zu Charlie-Haden-mäßig klangen, sondern (leider gleich teure), etwas dickere. Für meinen etwas massiveren Zweitbass wiederum waren's seine Standardsaiten für € 250.-, die superlaut und leicht zu spielen für die harten Einsätze draußen sind. Aber er hat noch mehr auf Lager. Da kommst du nur über's Hinfahren/ Ausprobieren weiter. Dafür nimmt er sich Zeit, man spannt die Sätze auf, hört Vergleich (er ist selbst ein hervorragender Bassist), macht Aufnahmen davon, hört Vergleich etc. Ich war sogar zwei Mal da, einmal zum Herausfinden des Saitentyps, ein paar Tage später zum "Einbauen" der Maß geschneiderten Sätze, Vergleich hören, Einstellen der Stimme, bis dann auch jede Saite bestmöglich klang. Hat sich gelohn bzw. lohnt sich immer noch! Kern ist irgendeine (großes Geheimnis!) fasermischung, Ummantelung je nach Wunsch und Klangvorstellung; es gibt sogar eine Goldvariante für den allergehobensten Geschmack.

Jörn Profilseite von , 04.11.2007, 12:10:03
Hallo Berd,

das Thema beschäftigt mich auch seit langem. Im Forum gibt es viel zum Thema unplugged Spielen, zu Deiner Frage sieh Dir mal den Thread "Darm- oder Kunststoffsaiten mit Schmackes?" an.

Christoph spricht Wahres, was das Bauart-Seitenspannung-Lautstärke-Verhältnis angeht. Du kannst den Satz, den Du jetzt auf dem Baß hast, mal runter und gegebenenfalls auch höher stimmen und gucken, wie der Baß reagiert. Ich habe gestern bei einem meiner Bässe mal den Versuch gemacht. Ich habe einen Satz high-tension-pizzikato Saiten von d'Addario aufgezogen, haben ihn ca. einen Ton runtergestimmt und dann noch einen. Das ist eine Geschmacksfrage, aber bei ca. einer kleinen Terz tiefer wurde der Baß richtig saftig und schmatzte drauf los.

Gruß
Jörn
alfred Profilseite von , 06.11.2007, 13:05:18
Diese Erfahrung kann ich auch bestätigen ! Ich erkläre mir das so: Die Decke mit dem Bassbalken und dem Stimmstock bilden eine gewisse Vorspannung gegen die Saitenspannung von oben. (Leider kann man diese nirgends ablesen oder messen.) Die beste Schwingungsfähigkeit hat die Decke sicher, wenn diese Spannung +-0 ist. Die meisten (Stahl-)Saiten sind so stark, dass sie mehr auf die Decke drücken, als sie diese zum Schwingen bringen können. Deshalb habe ich mir beim Franz Moser (http://www.moser-mpm.com/wDeutsch3/produkte/produkt3.shtml) einen verstellbaren Untersattel machen lassen, damit kann ich mit jeder Saitentype und Stärke so lange experimentieren bis ich das Optimum habe. alfred
jlohse Profilseite von jlohse, 05.11.2007, 11:10:35
Erst gestern habe ich wieder ohne Amp gespielt, weil es die Umstände erlaubten und ich zu faul war, den Amp aus dem Auto zu holen – es war eine Geburtsatgsfeier, wir spielten zu dritt (Git/Sax/Kbass) und nur kurz, die Leute hörten also zu und schwätzten nicht. Das klappte ganz gut, weil der Bass (ein alter vollmassiver Framus) recht laut ist und die Presto NW light perfekt zu ihm passen. Im Jazzkeller wäre ich aber ohne Amp aufgeschmissen. Wenn dort in den Pre-Amp-Zeiten (klasse Wortspiel, oder?) auch stets so laut gequasselt und getrommelt wurde, bin ich froh, damals noch kein Bassist gewesen zu sein.
Im Allgemeinen schätze ich es, "untenrum" etwas mehr Power und Sustain zu haben, und spiele deswegen meistens mit Amp. Ich versuche aber stets, ihn lediglich so laut zu stellen, dass ich den Bass akustisch noch höre, und gelte deswegen im Jazzkeller als eher leiser Bassist. (Wenn andere Basisten einsteigen, ist der Volume-Regler meines Amps hinterher meist auf 12 uhr, nicht mehr auf 9 Uhr ...)
An das rein akustische spielen muss man sich auch anpassen. Ich brauche immer ein bisschen, um mich umzustellen. Zunächst bin ich versucht, reinzuhauen was das Zeug hält, was aber gar nicht nötig ist. Man muss etwas anders Timen/Phrasieren und sich die passenden Lücken suchen, und dran denken, dass es vor dem Bass ja auch lauter ist als über dem Bass (wo leider wir Bassisten unsere Ohren haben).
Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen: die Presto NW schätze ich als vergleichsweise laute Saite ein.
denisdn Profilseite von , 05.11.2007, 20:49:34
Man müsste mal richtig alte Musiker oder Zuhörer fragen, die in den 40´er und 50´er-Jahren oft in Jazzclubs bei Konzerten zugehört haben. Vielleicht war es in den Pre-Amp-Zeiten(das nennt man jetzt so)wirklich nicht so toll und man hat den Bass wirklich nie richtig gehört. Kann doch sein,oder? Ich glaube nicht das die ganzen Granaten von damals immmer schön diszipliniert leise gespielt haben, wenn es richtig zur Sache ging. Schon gar nicht nur wegen des Basses. Auf den alten Bird-Aufnahmen die live aufgenommen wurden hört man kaum Bass. Und Aufnahmen wie die Village Vanguard-Sessions von Bill Evans täuschen vielleicht ein wenig, weil da ein Mikro direkt vorm Bass stand. Da hört man auch ja auch das Gequassel und Geklimper vom Publikum von dem Du schreibst. Oder Ahmad Jamals Live at the Pershing:Brabel,Brabel...
Oscar Peterson Live from Chicago:Ein Steakhaus mit viel Geklirre und Geschmatze im Hintergrund.
Einfach war es damals bestimmt nicht. Vielleicht konnte sich ein Ray Brown oder Walter Page da immer durchsetzen. Aber was ist mit den Tausenden von Bassisten die nicht in dieser Top-Liga spielten? Die waren bestimmt noch glücklicher als die Pre-Amp-Zeit vorbei war.
Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 06.11.2007, 00:07:46

In vielen Situationen geht es voellig ohne kaum. Auf der anderen Seite hat die Verfuegbarkeit der Verstaerkung einfach die Massstaebe verschoben. War gestern auf einer Jazzjamsession, und es war zwar nicht hoellenlaut, aber einfach deutlcih lauter als noetig. Wodurch sich auch der Sound aendert - es eroeffnete ein klar von o.g. Evans-Periode  inspiriertes Pianotrio den Abend und ich fand den Sound im krassen Widerspruch zu der Aesthetik der Musik ( Digitalpiano plus verstaerkter KB in einem akustisch sehr Schuhkastenartigen Raum). Schien aber sonst niemand zu stoeren, und hatte den Vorteil, dass man das Gelaber des Publikums nicht so hoerte. Wobei das natuerlich auch ein Teufelskreislauf ist - das Publikum muss lauter reden, wenn es sich unterhalten will, dann  wird weiter aufgedreht, usw. Wenn es sehr viel leiser waere, wuerden die Quatscher viel mehr auffallen und hielten vielleicht den Schnabel.

max Profilseite von max, 06.11.2007, 21:31:13

Ein Zitat von Duke Ellington über den Cotton Club 1927:

"Untadeliges Benehmen wurde im Raum verlangt, während die Show lief. Wenn jemand z.B. laut sprach (...),kam der Kellner und tippte ihm auf die Schulter. (...) Dann erinnerte ihn der Oberkellner daran, dass er gewarnt worden war. Danach, wenn der Laut- Sprecher immer noch weiter machte, kam jemand und warf ihn hinaus."

Da möchte man doch fast Kulturskeptiker werden...

maddin Profilseite von maddin, 06.11.2007, 15:00:12

Klar, Saitenlautstärke is da eine Thema...aber eben auch das leise Spiel. Es sind wirklich immer nur die "TotalHonks", die bei leiser Musik noch von irgendeiner Firmeninternen Kacke quasseln...und es gibt immer mehr mutiges Publikum, welches diese Sabbelbüddel kräftig anranzt, damit sie nach draussen gehn oder inne Kneipe mit "Dosenfutter". Ansonsten muß man sich sein Publikum auch n büschen erziehn..z.B. "so Leute..wir findens total klasse, daß das mit dem Quarzen hier drin jetzt vorbei is!"(na, das nur nebenbei!). Greez from maddin, the acoustic-fighter...

Berd Profilseite von , 08.11.2007, 13:14:39
Es gibt ja auch noch andere Saitenmacher , die auch Saiten auf Anfrage fertigen , z.B Bernd Kürschner , Wolfgang Frank (Efrano) oder Lenzer macht das ja auch. Bei Diesen kosten die Saiten etwa die Hälfte. Stellen die Genßler-Saiten denn wirklich alles in den Schatten?
Jörn Profilseite von , 08.11.2007, 17:03:52
Das ist schwer zu sagen. Ich habe mal einen Baß gehört, der tierisch laut war. Auf dem waren die Genßler-Saiten drauf. Ich weiß aber auch, daß der Bassist sie nach zwei Monaten wieder runtergemacht hatte. Ich habe sie selbst nie gehabt. Man müßte mal die Saiten gegen Evah-Pirazzi, Thomastik Dominant etc. antreten lassen.

Es gab schonmal einen Hype um die Velvet-Saiten, in deren Entwicklung Gerold Genßler auch verwickelt war. (Hier sollte er besser selbst schreiben.) Ich habe dann für 200 Euro die Garbo getestet und war enttäuscht. Die Saiten waren zwar auch nicht schlecht, hielten aber nicht annähernd die Versprechungen wie: nie wieder Verstärker o.ä. Auch löste sich am Steg die Umspinnung, was mir bei keiner anderen Saite passiert ist.

Ich will keine Negativwerbung machen. Dafür, daß sie 500 Euro kosten, sind sie in Berlin im Moment erstaunlich oft zu sehen. Auf den Sessions findet man Bassisten, die sie spielen und wo man sie mal im Einsatz hören und ausprobieren kann. Die Verbreitung hier spricht für die Saiten.
haltma Profilseite von haltma, 08.11.2007, 17:13:33

Ich kenne die Saiten der erwähnten anderen Saitenmacher nicht, aber von allen Saiten, die ich kenne, sind die von Gerold m.E. State of the Art. Es ist für den Spieler selber natürlich immer schwer, was dazu zusagen, weil er das Instrument ja nie von vorne und in gebührendem Abstand hört (deshalb ist es ja so nett, wenn man sich entspannt zurücklehnen kann, Genssler spielt und macht und tut, und du hörst zu). Und wie schon mal erwähnt: Nicht zuletzt braucht auch das Instrument u.U. eine längere Zeit (mehrere Wochen), um sich an die Saiten zu "gewöhnen".

Was die Velvet-Saiten betrifft: Genssler hatte sich irgendwann mit seinem Financier Schertler verkracht (der eine wollte immer weiter entwickeln, letzterer auch mal verdienen), was dann in einer wüsten rechtlichen Auseinandersetzung endete. Schertler hat Genssler den Laden in Berlin dicht gemacht und das ganze Velvet-Arsenal selber in der CH produziert, was dann eine Zeit lang eben zu Qualitätseinbußen und "Sollbruchsaiten" führte. Genssler hat dann neue entwickelt.

Berd Profilseite von , 11.11.2007, 16:28:19
Ich hab das mit den Genßler-"Standardsaiten" für 250€ zuerst überlesen. Die könnte man dann ja schon eher mal testen. Sind denn die Standardsaiten , die Corax und die anderen alles Darmsaiten? und mit welcher Umspinnung?
jlohse Profilseite von jlohse, 11.11.2007, 16:50:42
Ja, Gerold macht nur noch in Darm(-kern).
Berd Profilseite von , 11.11.2007, 18:47:06
Gibt es eigentlich einen blanken Darmsaitensatz , bei dem die beiden tiefen Saiten auch Töne von sich geben , der also Pizzicato gut geeignet ist oder ist das unmöglich?
Jörn Profilseite von , 11.11.2007, 19:51:00
Ich fürchte nicht. Guck' Dir mal den Thread zu den Lenzner-Saiten an. Der Efrano-Satz ist dicker als der Lenzner-Satz, was nach Aussage von Lenzner vielleicht zu einer höheren Saitenspannung, nicht aber zu einem besseren Ton führt.
mirco Profilseite von , 15.11.2007, 23:13:22
hey coole diskussion,... wollte nur noch etwas kleines am rande erwähnen ;0) der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, der Kontrabass ist ein akkustisches Instrument, DER KONTRABASS IST EIN AKKUSTISCHES INSTRUMENT..........

jeden morgen vor dem pinkeln gehen 10x leise (oder laut?!) vor sich hinsagen und fest daran glauben ;0)

spiele auch die corax von gerold und find sie genial. man muss halt auch über die eigenschaften seines instrumentes bescheid wissen. ich hatte die velvet garbo's drauf und gemerkt, dass mein bass in den tiefen sehr präsent ist,... aber in den mitten etwas undefiniert. da mein lehrer über die corax bescheid wusste, hatte er mir die corax empfohlen. jetzt klingts ausgeglichen und laut um akkustisch zu spielen. falls man bei gerold nicht persönlich mit dem bass vorbei geht, (wäre ideal) dann muss man ihm auch quasi einen lebenslauf,... über das instrument schildern, stärken/schwächen, klangeigenschaften,... da kann er die saiten speziell für das instrumment fertigen. lohnt sich, sparen sollte man doch an anderen orten, steuern,... oder so ;0)
(verstärker ist für mich immer kompromiss-/Notlösung, (man sollte sich aber auch damit auseinander setzen) checkt mal die besetzungen der bands, ich habe gemerkt bei den einen klappts sehr gut akkustisch bei den anderen nicht. (die zähl ich dann auch nicht unbedingt zu meinem freundeskreis ;0) sogar mit bläsern ist's meistens genug laut.) und übrigens apropo raumakkustik und so,... man kann den bass auch auslöschen mittels verstärker,... phasenkrimskrams-zeugs ;0)

gruss mirco
max Profilseite von max, 16.11.2007, 16:00:53

Äh... genau genommen ist der Kontrabass kein akkustisches, sondern ein akustisches Instrument- sorry wegen der Klugscheisserei, aber zehn mal hintereinander...

Noch klüger Profilseite von , 16.11.2007, 17:54:46
Leider nicht der einzige Beitrag, der schmerzt. Die jungen Leute haben mit klassischer Bildung nichts mehr zu tun. ακουειν heißt im Altgriechischen Hören und wird mit einem Kappa geschrieben, daher Akustik.
Samy Profilseite von Samy, 16.11.2007, 18:33:58

wo will man denn auch einen Akku im Bass unterbringen????

max Profilseite von max, 16.11.2007, 21:43:38

Hiermit ziehe ich jeden Anspruch auf den Titel "König der Klugscheißer" zurück! Inhaltlich finde ich Mircos Beitrag übrigens völlig korrekt! Ausufernde Elektroequipment- Fachsimpeleien stehen eigentlich nur Keyboardern gut zu Gesicht.

mirco Profilseite von , 16.11.2007, 22:40:21
ou sorry wegen, akku, ist ja wirklich peinlich, hab halt nen elektronischen beruf gelernt und es war schon etwas spät, daher mein akku etwas down
Mikka Profilseite von , 06.12.2007, 12:49:35
Tja, um laut zu sein , bräuchte man halt nen Stroh-Kontrabass! Solche Dinger sollen ja auch mal gebaut worden sein http://www.strohviolin-shop.com/de/hist.php
maddin Profilseite von maddin, 10.02.2008, 11:52:23

..Stroh-Kontrabass....

naja, das klingt wohl mehr  wie´n "verschnupfter Besenstiel"!!!

Bassmund Profilseite von Bassmund, 23.02.2008, 15:04:08

Liebe Kollegen, zu diesem Thema ist evtl. eine Anzeige interessant ,die ich im Marktplatz (Saiten, Zubehör) geschaltet habe.

 

Beste Grüße      Jan v. Polheim

klaus Profilseite von , 30.05.2008, 18:25:38
an bassmund:

was hat das für einen Sinn, im Marktplatz etwas anzubieten und dann auf Emails keine Antwort geben?
Neuester Beitrag Jan v. Polheim Profilseite von , 23.06.2008, 19:12:12
hallo Klaus, habe heute von einem Kollegen gehört, ich habe mich nicht zurückgemeldet etc.. Tut mir leid, habe nichts von dir gehört! Du kannst mich so erreichen: polheim@basspool.de oder 0177-2915158 beste grüße jan
Obligato oder Evah Pirazzi <Zurück zur Liste> Dittersdorf Konzert in Orchesterstimmen

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