GEBA-online

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland

www.GEBA-online.de

Gesellschaft der Bassisten in Deutschland



• • • Forum

Kontrabass für 399 € taugt das was? <

Briefcase

> Shadow Tonabnehmer

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Verstärker&Bassboxen

Tieftöner Profilseite von Tieftöner, 16.10.2006, 18:41:02
Briefcase

Hallo Forumsmitglieder,

gibt es denn (nach den sehr aufschlussreichen Ersterfahrungen, über die im Forum berichtet wurde) schon Langzeiterfahrungen mit dem Briefcase? Über Reaktionen, Beiträge würde ich mich freuen.

Gruss Michael

Tilman Profilseite von , 22.10.2006, 10:54:15
Hallo Tieftoener,

mit Langzeiterfahrungen kann ich noch nicht dienen, weil ich meinen Briefcase erst seit August habe. Seitdem habe ich eher Extremerfahrungen damit gemacht: Wir haben unsere Band bei einem Kirmesumzug auf einen Wagen gepackt und mit dem Briefcase die elektrischen Instrumente (Gitarre, Bass, Keyboard) verstaerkt. Der Strom kam aus einer 70Ah-Batterie, die noch am ziehenden Traktor hing, weshalb ich kaum Aussagen zum Stromverbrauch machen kann. Nach dem Umzug (ca. 2h) war sie jedenfalls noch ziemlich voll. Wir haben nur das Topteil (laesst sich problemlos ausscharauben) benutzt und daran eine Glockenklang Heartcore und eine kleine Box von Jan Berk drangehaengt, die beide ordentlich Schalldruck und zusammen eine Impedanz von 4ohm produzieren. Das war dann anscheinend laut genug, lt. Aussagen der Umstehenden auch ausserhalb des Wagens (ich hatte 2 Tage spaeter einen krassen Tinnitus). Schon alleine fuer diese Aktion hat sich die Anschaffung des Briefcase gelohnt.

Tilman
Tieftöner Profilseite von Tieftöner, 04.02.2007, 12:53:30

Hallo alle miteinander,

in der Hoffnung, dass sich doch noch jemand findet, der mit dem Briefcase bereits eingehende Erfahrungen gesammelt, möchte ich meinen alten Beitrag noch einmal aufwärmen. Ich bin vor allen Dingen am Klang interessiert. Die Kurzzeitreaktionen im Forum waren ja vielversprechend, nur ist jetzt die Frage, ob sich dieser erste Eindruck verfestigt hat. Über Beiträge würde ich mich freuen.

Gruss Michael

bassgeiger Profilseite von bassgeiger, 04.02.2007, 13:33:30

Hallo,

 

ich habe seit mehreren Monaten ein briefcase im Einsatz. Wenn du wissen willst, wie das Ding klingt, musst du es probieren, ich kann sowas nur relativ beschreiben, das bringt dir nicht viel. Du kannst also bei mir vorbeikommen und dir das Teil mal ausleihen oder ein briefcase kaufen und bei Nichtgefallen zurückgeben. Oder mir gebraucht verkaufen, ich werde mir auf jeden Fall noch eins zulegen.

Ich finde diesen Verstärker alles in allem gut. Klanglich gefällt er mir erheblich besser als GallienKrueger oder AI, aber das heißt ja nicht viel. Ich komme auf den meisten Gigs ohne weitere Verstärkung zurecht, manchmal ist es aber zu schwach auf der Brust, da hat der kleine GK mehr Biss. Ohnehin finde ich einen fullrange-Ansatz optimal für Kontrabass, das lösen etliche Hersteller wie z.B. Markbass mit einem billigen Piezo und klingen entsprechend ........ bescheiden. Das Briefcase klingt wie eine teure Urei-Studioabhöre, ich mag das. Der Lüfter machte sich bisher nicht negativ bemerkbar (eigentlich überhaupt nicht), die Schrauben, mit denen das Topteil im Rack fixiert ist sind von minderer Qualität und beim Versuch, sie nachzuziehen, allesamt abgebrochen. Aber das Top hält auch mit Heisskleber...........

Der interne Kompressor taugt nichts, man braucht ihn aber auch nicht. Externe Preamps kann man weglassen.

Was fehlt: ein FX-Weg, mit dessen Hilfe man auch zwei Briefcases verlinken könnte. Wie gesagt: für die Gigs, die mit einem nur schlecht zu beschallen sind hole ich mir irgendwann ein zweites, und da man die Dinger nicht als Slave nutzen kann muss ich das Problem der Verlinkung wohl mit einem Splitter lösen. Bääähhhhhhhhh.........ein Gerät mehr, eine Schwachstelle mehr, eine Batterie mehr.

Aber: es gibt nun mal keinen perfekten Amp, man muss Kompromisse machen....

 

 

Tieftöner Profilseite von Tieftöner, 04.02.2007, 17:10:39

Hallo bassgeiger,

danke für deine ausführliche Stellungnahme. Ich besitze selber einen GK 150E und bin mit dem Klang nicht zufrieden; er klingt mir zu stark nach E-Bass (lässt sich auch durch die Klangregelung nicht entscheidend beeinflussen und auch ein hochohmiger Preamp hat nichts bewirkt). Ich weiss, generell ist das ein uraltes Problem, was aber meiner Meinung hauptsächlich damit zusammenhängt, dass der GK kein Kontrabass-Verstärker ist und auch wohl nicht als solcher konstruiert worden ist (diese Aussage trifft aber so gut wie auf jeden Bass-Verstärker zu).  Deshalb jetzt mein Versuch, es eventuell mit dem Briefcase zu versuchen. Da ich im Regelfall nur eine geringe Verstärkung benötige, müsste der Briefcase leicht ausreichen. Vielleicht kannst du mir noch etwas über den Klang sagen, offensichtlich klingt er "akustischer" , also mehr nach Kontrabass, sonst würdest du dir wahrscheinlich keinen zweiten Verstärker zulegen wollen?

Gruss Michael

bassgeiger Profilseite von bassgeiger, 04.02.2007, 21:03:45

Hallo,

über den Klang habe ich ja schon ausführlich geschrieben: eher fullrange und nicht so färbend wie ein wegen des Färbens konstruierter eBass-Amp. Stöpsel deinen Bass mal mitsamt preamp in eine Gesangsbox, das geht dann durchaus in Richtung briefcase. Wobei das briefcase untenrum impulsfester ist als eine kleine Aktivbox, insofern besser geeignet zur KB-Abnahme.

"Akustischer" klingend ist relativ relativ, klingen Piezos wirklich akustisch?? Ich denke nicht, aber sie sind mir live lieber als Mikrofone.

 

mfg

Tieftöner Profilseite von Tieftöner, 05.02.2007, 13:03:53

Hallo bassgeiger,

danke für deinen weiteren Beitrag. Jetzt habe ich dich besser verstanden (liegt vielleicht am Alter!?).

Gruss Michael

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 05.02.2007, 02:05:40
Hallo zusammen
habe diverse GK -Amps in meinem Besitz und bin definitiv der Ansicht, dass diese sehr wohl Kontrabss-tauglich (und auch dafür konstruiert) sind; der Knackpunkt sind wohl doch eher die Abnehmer (meist Piezos...), da muss man eben lange rumprobieren, bis man sein Klangideal gefunden hat...

Grüß
gmg
jonas Lohse Profilseite von , 05.02.2007, 09:39:25
Das, was an den GKs kontrabassuntauglich ist, ist v.A. die für Piezos zu niedrige Eingangsimpedanz. das kann man natürlich mit einem externen Preamp beheben, und auch der Grund, warum manche Bassisten dann auch auch gleich den internen Preamp umgehen und in den Effektweg einstöpseln.
GKs waren zwar jahrelang unter KBissten weit verbereitet und beliebt, aber ich führe das eher auf mangelnde Konkurenz zurück als auf die Qualitäten des GK.
Tieftöner Profilseite von Tieftöner, 05.02.2007, 13:01:01

Hallo bassogrosso,

verstehe gut, was du meinst, Ich kenne auch genügend Kontrabassisten, die mit dem GK-Klang durchaus zufrieden sind (ich leider nicht.......). Wenn wir das Problem auf die Piezos verlagern, dann meine ich, dass der Sound so eines Elementes im Grunde auch den Herstellern von Verstärkern bekannt ist, die aber und das ist jetzt meine persönliche Meinung, es noch nicht geschafft haben, einen entsprechend angepassten Verstärker zu bauen (vielleicht mit dem Briefcase?). Auch wenn man  jetzt argumentiert, dass die Piezo unterschiedlich klingen, so ist doch generell eine Tendenz zu erkennen, die ich nirgendwo bisher bei einem Verstärker berücksichtigt gefunden habe (damit meine ich all diejenigen, die ich kenne). Und zum Ausgleich der unterschiedlichen Piezo-Klänge gibt es ja auch noch eine (hoffentlich!) gut ausgelegte Klangregelung.

Da ich in Gruppen spiele, in denen ausschliesslich akustische Instrumente unverstärkt verwendet werden, möchte ich als Kontrabassist, auch wenn leicht verstärkt, ebenfalls akustisch klingen und nicht nach E-Bass und das mit dem Bogen, als auch mit Gezupfe. Ist das ein zu hohes Ziel, Traumtänzerei?

Neidvolle Grüsse an alle, die mit dem verstärkten Kontrabass-Klang zufrieden sind.  Michael

bassogrosso Profilseite von bassogrosso, 05.02.2007, 21:20:58
Hi, Michael

"Zufrieden" wäre wohl übertrieben! - auch ich hätte gerne den akustischen Sound bei meinen Solo (Duo, Trio)- Improvisationen, wo ich auch viel streiche : aber das kriegt man m.A. nur mit einer mittelgroßen, höherwertigen PA sowie zwei guten Mikrofonen zustande (und wenn Saxophon oder gar Schlagzeug dazukommen, wird's ganz kritisch); diesen Aufwand kann  ich nicht betreiben, da reicht mein Kombi nicht mehr aus... 

Klar, gerade beim Streichen ist der piezo-Sound eher grenzwertig; das liegt aber, wie gesagt, an der Art der Abnahme der Schwingungen, direkt am Steg, irgendwie/wo eingeklemmt : wie soll das "natürlich" klingen??
Das wäre wohl zuviel verlangt von einem Verstärker, aus diesem Signal wieder ein "akustisches" Klangbild zu zaubern ! (Vergleich: eine schlecht aufgenommene/abgemischte CD klingt auch auf einer Super-HighEnd-Anlage bescheiden...)

Ich habe letztlich Piezos entdeckt (frag mich nicht, was genau, habe sie von einem Garagenbastler hier um die Ecke), die ganz passabel - nicht so scharf und trocken- klingen und übrigens (zwei Stück) so viel Signal bringen, dass ich den Eingang nur zu einem Drittel aufdrehen kann...
Es klingt dann eben etwas mehr nach Jazz als nach Neuer Musik, aber ich bewege mich ohnehin dazwischen...
  Damit kann ich leben (letzte Woche hat mir ein Gitarrist einen "tollen Bass-Sound" bescheinigt)- bis es wirklich etwas Besseres gibt....

Grüß
jonas Lohse Profilseite von , 04.02.2007, 21:52:50
Es gibt inzwischen auch für alle, denen das Briefcase zu schwach ist, eine dicke Ausführung: den Suitcase.
christoph reisdorf Profilseite von , 05.02.2007, 13:45:18
Hallo Bassgeiger,

eine kleine Korrektur: z.B. die 121 ( und das ist wohl die interessanteste Kontrabassbox von Markbass ) hat keinen Piezo-Hochtöner, sondern einen recht hochwertigen HF-Hochtöner von B&C. Es gibt aber auch diverse andere Boxen von Markbass, die mit hochwertigen HF-Hochtönern bestückt sind. Ich spiele die 121 Box seit einiger Zeit, und bin vollkommen begeistert. Der Klang des Hochtöners ist deutlich sauberer, aber eben auch weicher als ich das von den Piezo-Hochtönern her kenne.

Beim "Fullrange-Ansatz" ( was ist das übrigens für Dich - 20 Hz - 22KHz ? )ist wohl das häufigste Problem, dass bei vielen Fullrange-Boxen die Leistungskurve im Bassbereich deutlich abflacht, was dann ja mit dem Kontrabass auch nichts mehr bringt. Wenn dem micht so ist, ist die Box auch meist entsprechend teuer...

Meine Glockenklang Boxen ( und die sind für den Ebass konzipiert ) können allesamt Bereiche zwischen 35 Hz und 20 kHz abbilden. Die "kleine" Markbass schafft es immerhin noch bis 40 Hz runter, und das hört sich für mein Ohr auch bei einer tiefen H-Saite prima an.

Um rauszufinden, wie weit der Amp oder die Box den Sound verfälscht habe ich übrigens einen einfachen Tipp: Schicke doch einfach mal eine Aufnahme Deines Lieblingsstückes über Deine Anlage für den Kontrabass. Interessant, oder ?

MfG,
Christoph
bassgeiger Profilseite von bassgeiger, 05.02.2007, 15:48:07

Hallo,

 

ich muss gestehen, dass ich den Hochtöner in den von mir getesteten Markbass-Boxen und Combos auf jeden Fall für einen billigen Piezo gehalten  hatte, überprüft hatte ich diese Annahme nicht näher, nun weiß ich es besser.

Es muss also andere Gründe haben, warum mir vor allem die Markbass-Boxen (den kleinen amp finde ich dufte) so überhaupt garnicht gefallen haben, weder für E noch für K. Ich war ziemlich erschrocken ob der üblen Klänge, die mir aus diesen Dingern entgegenkamen. So verschieden kann Geschmack sein!!

"Fullrange" bedeutet für mich im Falle der Kontrabassverstärkung ein halberlei linearer Verlauf zwischen 60 Hz und 10 Khz. Oberhalb davon spielt sich mit Bassinstrumenten messbar nichts mehr ab, das ist dann eher eine Form von gefühlten Höhen. Eine allmählich abflachende Leistungskurve unterhalb von 60 Hz finde ich persönlich eher hilfreich, dadurch wird Gedröhne vermindert und der Ton wird definierter. Ein Frequenzgang einer Box von z.B. 80Hz - 20 kHz bedeutet ja nicht, dass da unterhalb von 80 Hz nichts mehr reproduziert wird. Es wird nur leiser.

Mein Tip lautet immer: was für Gesang und Stimme gut klingt, klingt auch gut für Kontrabass - asureichende Basswiedergabe vorausgesetzt.

Schönen Tach noch!

 

jonas Lohse Profilseite von , 10.02.2007, 12:06:17
Die Vorzüges des Briefcase:
- guter Grundsound, sehr transparent
- die Eingangsimpedanz ist für Piezos geeignet
- sehr effektiver 5-band grafischer EQ, mit dem man Probleme sehr schnell in den Griff bekommt
- kompakte, handliche Bauweise
- Verstärker kann aus der Box ausgebaut und seperat benutzt werden
- kann auch mit Auto-Batterie/internem Akku betrieben werden

Nachteile:
- die Leistung bzw. Laustärke ist für wirklich laute Gigs zu gering (liegt aber auch am Tonabnehmer-Output; laute Tonabnehmer holen hier mehr raus)
- trotz seiner Kompaktheit relativ schweres Gehäuse

Fazit: für meinen Geschmack ein sehr gut klingender Amp. Aber keiner für alle Situationen: ich nehme ihn z.B. dann mit, wenn ich weiß, dass es nicht laut werden muss, quasi als Reserve, wenn's ganz ohne Amp zu leise wäre. Auf unserer Frankfurter Jazzkeller-Session habe ich mit dem Briefcase beispielsweise keine Chance, weil das Publikum üblicherweise so laut quatscht und die Gitarreros dann gerne mal aufdrehen – Kneipenatmosphäre eben. Aber bei "normalen" Konzerten, oder Sachen wie Duo-Gigs auf Vernissagen etc ist der Briefcase ein dezenter Begleiter mit ausreichendem Leistungsvermögen.
Im direkten Vergleich liegt allerdings mein Zadow ze200 klanglich dann doch vorne, aber der ist ja auch größer und teurer.
Neuester Beitrag Tieftöner Profilseite von Tieftöner, 11.02.2007, 15:45:54

Hallo Jonas,

herzlichen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Es ist mehr als ich erwarten durfte.

Viele Grüsse Michael

Kontrabass für 399 € taugt das was? <Zurück zur Liste> Shadow Tonabnehmer

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Bitte hier einloggen: LogIn



Zuletzt aktualisiert von Besucher am 23.08.2019, 08:28:46.