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ANTIPIEZO - Vereinigung ;0)

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Zugeordnete Kategorien: Pickup & Mikrofon

mirco Profilseite von , 21.09.2006, 22:07:01
ANTIPIEZO - Vereinigung ;0)
hey leute

mhhhhh ich hab jetzt schon einen ziehmlich langen tonabnehmer maraton hinter mir. kann es sein, dass ich nicht der einzige bin, der piezo-pick-ups am liebsten auf den mond schiessen würde ? mhhh heikles thema ich weiss, aber ich denke es ist ein rieser fake, einen kontrabass zu "elektrifizieren" da es ja ein akkustisches instrument ist ??? die besten erfahrungen, habe ich mit dem schertler dyn B gemacht, obwohl er bei live-situationen auch nichts taugt ! ansonsten mit einem studiomic in den steg eingeklemmt, ein wenig mit schaumstoff gegen aussen isoliert, ist aber auch nicht das gelbe vom ei.

ein kontrabass ist halt einfach kein e-bass, hat fast keine ähnlichen klangeigenschaften,... für mich ist der piezo-sound jedesmal ein graus. irgendwie turnt mich der sound einfach ab. das instrument klingt nicht echt, der spass ist dahin und der akkustische sound sowieso !!!

bitte helft mir tröstet mich ! hoffentlich gibt es gleichgesinnte unter euch ansonsten sollte ich vielleicht einen psychiater aufsuchen um über meine probleme zu sprechen ;0)

gruss mirco
jonas lohse Profilseite von , 21.09.2006, 23:07:06
Widerspruch!

So schlimm ist es doch nun auch wieder nicht. Natürlich ist es alles andere als trivial, einen Kontrabass zu verstärken. Und den akustischen Klang auf der Bühne 1:1 zu reproduzieren ist wahrscheinlich sogar unmöglich. Es gibt aber Kompromisse, mit denen ich durchaus sehr gut leben kann.

Mit dem KB verhält es sich ja bekanntermaßen so: der Klang, den der Bassist hört ist ein anderer als den, den man direkt vor dem Bass hört, und ein anderer, den man in ein paar Metern Entfernung hört. Welcher Klang ist nun "der" Klang? Das Klangreproduktions-Problem fängt also schon bei der Mikrofonpositionierung an. Eigentlich ist es gar nicht möglich, den KB optimal zu mikrofonieren. Trotzdem kann man gute Ergebnisse erzielen: das Mikro im Stegbogen ist je seit Jahrzehnten bewährte Praxis, obwohl sie theoretisch betrachtet *nicht* optimal ist.
Auf der Bühne scheidet das Mikro in der Regel als praktikable Lösung aus - Körperschall-Tonabnehmer und Amps empfinden den Orginalklang mehr oder weniger authentisch nach.
Manche machen aus der Not eine Tugend. Zum Beispiel Bassisten wie NHØP oder auch Ron Carter: deren Sounds haben mit dem akustischen Klang ihrer Bässe nur noch wenig zu tun, aber sie nutzen die Möglichkeiten, die die TA bieten musikalisch aus und machen Sachen, die ihnen rein akustisch schwerer fallen würden. Andere verfallen ins andere Extrem und spielen nur rein akustisch ... nichts für Weicheier.

Und nun? Für mich selbst habe ich festgestellt, dass ich am besten spiele (oder besser: mir das spielen am leichtesten fällt), wenn ich den Bass noch gut akustisch hören kann, aber "von unten rum" elektrisch unterstützt werde. Also ein akustisch lauter Bass, kombiniert mit einem TA/Amp-Gespann mit möglichst neutralen Klangcharakter - that's it.
Und wenn's insgesamt sehr laut wird, bin ich so arrogant zu sagen: nicht mein Problem, wenn der Bass irgendwann nicht mehr nicht mehr ebassmäßig klar zu hören ist, soll'n 'se doch leiser spielen und die Ohrstöpsel rausnehmen, die Herren Gitarristen und Schlagzeuger.
Jörn Profilseite von , 21.09.2006, 23:39:14
Normalerweise versuche ich, auf der Bühne friedlich zu sein, bei einem Gitarristen mit Ohrenstöpseln besiegte mich aber einmal der Kulturverlust. Ich meinte zu einem Gitarristen, daß er brutal laut sei, und er verstand mich nicht, weil er brutal laut war und Ohrenstöpsel drinnen hatte. Dann habe ich den Stecker gezogen.
HilfsCheckerBassist Profilseite von , 22.09.2006, 01:06:10
Warum spielste auch mit Hard-Rockern?

Ist mir sowieso nicht so ganz klar, warum überhaupt Ohrstöpsel verwendet werden sollten. Situation (1) Kleiner Clubgig ohne PA: Die Musike muss ja ohnehin nicht so sehr laut sein, das es das Gehör schädigt. Situation (2) Großer Gig mit PA: Kann man sich seinen Arbeitsplatz (Bühne) innungs-/berufsgenossenschaftlich-/gewerkschaftlich korrekt einrichten (leise). Vorne hinaus darf es ja gerne brüllen, wenn vom Publikum gewünscht, aber: Monitore und Backline medium. Bei uns hat der Drummer solche Stöpsel und das äußert sich meist nicht im normalen Spiel, aber in den Kicks, die dann in fffff kommen.

Achso, zum Thema: Piezo-Tonabnehmer find ich gut.

HCB
dave2 Profilseite von , 24.09.2006, 08:59:00
Wieder mal muss ich Jonas rechtgeben.

Ganz abgesehen davon, dass ein piezoisierter Bass wunderschön klingen kann (mein Favorit ist Vitold Rek, auch in arco!), ist der Kontrabass heute einfach zu leise. RELATIV zu leise, nämlich in Relation zur zunehmenden Vertaubung von uns allen. (Hat nix mit Taubenplage zu tun, sondern ist Resultat der allgemeinen akustischen Umweltverschmutzung). Man kann keine Pizza mehr essen ohne Beschallung, für Discogänger sind Vertaubungsgrade von 20-40% üblich, jedes Schulkind und jeder Jogger hat seine wasweissich-wie-die-Dinger heissen in den Ohren, etc.

Früher konnten wir noch völlig ohne jedes MiKrophon als Blaskapelle ein riesenhaftes Bierzelt beschallen; heute dröhnen überall die Boxen.

Resultat: Nur noch alte Leutchen wie ich, die eigentlich die Tauben sein müssten, halten sich die Ohren zu.

So geschehen wieder am letzten Sonntag, bei einem Auftritt der BigBand, in der ich den Kontra-Bass bediene: Kein Bläser ohne sein Klemm-Mikro auf der Stürze, kein Becken, keine Trommel und schon gleich nicht meine Konkurrenz - die bassdrum, und wahrscheinlich auch der der Drummer-Seat mit eigenem Mic, auch vor meinen Amp noch eins hingestellt.

Zwei ältere Damen finden uns ja ganz gut, aber "wir haltens nicht aus".

Tja, ich ging montags wegen dauerndem Brummen in den Ohren zum Hals-Nasen-Frauenarzt, der ein "Lärmtrauma" diagnostizierte, Prognose noch gut.

Deswegen wünsch ich mir keine "Antipiezo-Liga", sondern eine "Antilärm-Liga".

Übrigens: Verstärkt wurden Kontrabässe schon immer, in der E-Musik. Wenn auch nicht elektrisch, so immer durch Vermehrung der Einzelinstrumente. Interessant am Rande die Frage: Wie ist der akustische Charakter (nicht akku-; das hat man beim Auto) von 6 unisono Kontrabässen im Vergleich zu einem Solisten, gleiche Lautstärke angenommen? Auch das relativiert den "echten" akustischen Klang.

dave
jonas lohse Profilseite von , 24.09.2006, 11:03:24
Es wird Zeit, dass Lärm als Belastung endlich durch die Gesellschaft als solche stärker wahrgenommen genommen wird. Aber mit dem Nichtraucherschutz hat es ja auch sehr lange gedauert, insofern steht uns Lärmgegnern noch einiges bevor.

Am schlimmsten finde ich den alltäglichen Missbrauch von Musik: zum Beispiel durch Jugendliche, die ihr Handy mit einem Ghettoblaster verwechseln. Und Radiosender, die auch die Nachrichten mit Musik unterlegen (wie pervers muss muss man dafür sein?). Oder diese Volksfeste mit omnipräsenter Beschallung (... ich stand kürzlich mal durch ein Radrennen erzwungen in einen Stau, direkt vor einem Bierstand mit Ballermann-Musik ... da bin ich mal kurz ausgerastet ... der arme Polizist, der mich ertragen musste).
Es gibt ja auch das Phänomen der Bus- und Taxifahrer, die das Radio so leise stellen, dass man nur noch ein Zischeln wahrnimmt - aber ausschalten tun's auch nicht. Meine Diagnose: Horror Vacui.

Übrigens gehöre ich auch zu den überzeugten iPod-Benutzen, was jetzt vielleicht widersprüchlich erscheint. Aber primär geht es mir nicht darum, mich permanent zu berieseln – häufiges S-Bahn-Fahren ist einfach nicht anders zu ertragen. Es ist so eine Art Wettrüsten: ich muss mich einfach akustisch abschotten, wenn ich der Beschallung durch andere und dümmlichen Geschwätz der Mitreisenden entrinnen möchte.

Um nochmal auf's Musizieren zurückzukommen: wenn ich auf einen Bühne komme, wo der Soundmensch gerade 5 Mikrofone um's Schlagzeug herum aufbaut, dann weiß ich schon, dass ein harter Arbeitstag bevorsteht. Diese Sorte Veranstaltungstechniker liebt es dann auch, beim Basssolo plötzlich alle Register zu ziehen - plötzlich ist der Bass so laut, dass man die Saiten nur noch berühren muss, um die Bühne erbeben zu lassen.
(Kürzlich spielte ich frühmorgens Open Air, vor einer Handvoll Leutchen. War halt noch zu früh. Der Soundmensch stellte den Bass so laut, dass es auf der Bühne kaum auszuhalten war. Angeblich war der Bass aber sonst auf der anderen Seite des Hofes nicht zu hören .... was aber reichlich egal war, denn dort waren ja gar keine Zuschauer ... seufz)
Jörn Profilseite von , 22.09.2006, 10:24:20
Das war 'ne Jazzsession, die ich an dem Abend geleitet hatte. Prinzipiell mußt Du jeden erst einmal auf die Bühne lassen, wenn Du sie/ihn nicht kennst. Dann kann man sich wehren.

Bei der Anti-Piezo-Vereinigung werde ich auch nicht Mitglied, würde aber auch bei der Piezo-Freundes-und-Förderersozietät nicht einsteigen. Piezos sind ein Kompromiß, an den man sich nach jahrelanger vergeblicher Suche nach Verbesserungen gewöhnt hat.

Jörn
Barmin Profilseite von Barmin, 22.09.2006, 13:24:49

@Mirco:

du hast zwar Recht damit dass jeder  Piezo irgendwie den KLang verfaelscht, aber in Richtung E-Bass geht der Klang dabei ja nun nicht. Problem ist eher eine nasale Mittenlastigkeit, aber ich finde da lassen sich Kompromisse finden, sei es ueber Wahl des Piezo oder Equalisation. Auch ich spiele lieber rein akustisch  - doch irgendwann ist Schluss - was bringt es wenn man gar nicht mehr gehoert wird? Das ist oft auch eine Frage des Zusammenspiels - die Kunst, druckvoll zu spielen ohne Maxmallautstaerke, v.a. bei Drummer und Gitarristen.

Armin 

 

 

Christoph. Profilseite von , 22.09.2006, 16:23:04
Ich bin mir ziemlich sicher, in den letzten 2 Jahrzehnten so ziemlich alles an PUs getestet und besessen zu haben, was auf dem Markt verfügbar ist. Da ich eine Zeit lang noch nichtmal dafür bezahlen musste durfte ich grosszügig sein und auch diesen ganzen state-of-the-art - Scheiss durchleiern.

Das Ergebnis ist sehr ernüchternd: im rauen Bühnenalltag ist der Piezo an sich nicht zu schlagen, im Kosten-Nutzen-Vergleich ohnehin nicht. Das heisst nicht, dass mir dieser Klang uneingeschränkt gefällt. Der von anderen Systemen aber auch nicht. Und mit einem guten preamp lässt sich immer was machen........

Ich werde also auch kein "member" dieser arg nach Schertler riechenden Vereinigung werden.
mirco Profilseite von , 22.09.2006, 18:33:39
hey leute ;0)

das mit der vereinigung meine ich ja nicht wirklich ernst ;0) und schertler-fan bin ich auch nicht wirklich ! mhhhhh akkustik-fan vielleicht ;0)

gruss mirco
Jörn Profilseite von , 23.09.2006, 00:06:08
Es ist auch zu beachten, daß Baßverstärker - z.B. mein eigener Gallien-Krueger - keine Akustikverstärker sind. Ich hatte schonmal im Forum davon geschrieben: Das beste Ergebnis, daß ich je mit Pickup hatte, war mit dem Boss-Equalizer in meine (recht gute) Hifi-Anlage. Zu zwei leisen Gigs hatte ich das Hifi-Equipment mit. Das klang extrem gut, man muß aber vorsichtig sein, weil Hifi-Equipment nicht für die Straße ausgelegt ist. Eines meiner künftigen Vorhaben ist, eine gute aktive Hifi-Highend-Box mit dem Boss-Equalizer auszuprobieren.

Teste mal Deine Anlage.

Gruß
Jörn
Basskl Profilseite von Basskl, 24.09.2006, 12:51:06
Da ist sie wieder, die im Forum schon gelesene Idee, eine Aktivbox statt eines klassischen Bassamps zu nutzen.
Was mich schon machmal gewundert bis geärgert hat ist, dass die Aktivboxangebote in den von  mir besuchten Onlineshops nie ein Frequenzbild enthielten. Und da die mögliche Preisspanne für Boxen ja doch sehr weit ist , wäre diese Info m.E. durchaus  wichtig. Und, wie sollte das Frequenzbild einer Aktivbox für einen Kontrabass eigentlich aussehen (hifi-mäßig oder linear)? Übrigens klingt mein KB über die alte lang abgeschriebene Denon Anlage mit JBL-Kleinboxen auch erstaunlich gut.

Gruß Klaus
Neuester Beitrag christoph reisdorf Profilseite von , 25.09.2006, 13:35:11
Es ist ja eigentlich lustig. Ein akustisches Instrument mit seinem filigranen Sound neben einem Gitarristen mit Ohrstöpseln zu spielen scheint mir gelinde gesagt etwas wiedersprüchlich. In dem akustischen Umfeld wird auch der beste Pickup den akustischen Sound wohl nicht mehr durchbringen, oder ?

Aber einen Trost habe ich: Wenn DU das öfter mitmachst, kannst Du bald einen Kontrabass nicht mehr vom Ebass unterscheiden...

Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass in den 50gern ein gewisser Herr Fender dieses Problem durch die Erfindung eines besaiteten Frühstücksbrettes mit 4 Saiten gelöst hat.

Dieses Instrument fühlt sich in so lautem Umfeld deutlich wohler, und hat zur Problemlösung einen Volumenregler. Mit so einem Ding kann man sich übrigens selbst mit Ohrstöpseln bewehrt das Trommelfell noch durchblasen.

Für gemässigtere Lautstärken finde ich den Sound eines Piezos noch immer ganz gut, um nicht zu sagen praktisch.

Nach Ebass klingt das bei mir übrigens nicht. Nach Kontrabass leider auch nur zu X Prozent, aber ich habe hier im Forum gelernt, dass auch viele teure Investitionen in Abnahmesysteme nicht unbedingt eine klangliche Verbesserung bedeuten. So werde ch wohl bei meinem Shadow für 69 € bleiben. Der funktioniert.

Daher auch ich nicht Mitglied der ANTIPIEZOS, muss mich aber Jonas Lohse in Bezug auf sinnlos laute Proben und Gigs anschliessen - und das obwohl ich Raucher bin.

Christoph
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