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Bassbauer unbekannt

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Zugeordnete Kategorien: Bassbauer

Gerald Dallhammer Profilseite von , 06.09.2006, 11:05:02
Bassbauer unbekannt
Hallo Freunde, hab grad eine Bassleiche :-( zum restaurieren reingekriegt. Innen Zettel mit Aufschrift: " ....manuel Ignatius Stadtmann Kaiserl. Königl. Geigen u. Lautenmacher Wien 17..." Kennt wer einen Ignatius Stadtmann ? Bass hat eher unübliche Schnecke, flachen Boden und jede Menge Schäden. In Kürze dazu Doku zur Reparatur auf http://kontrabassbau.heim.at
Bassist14 Profilseite von Bassist14, 06.09.2006, 11:37:08
also, ein "stadlmann" ist mir schon mal begegnet. mit "l" statt "t"
dazu gibts auch ein paar google-treffer. (suchworte: stadlmann und bass)
Gerald Dallhammer Profilseite von , 06.09.2006, 12:10:22
Wow ! Danke ja genau des is er....

Stadlmann, Michael Ignaz (ca. 1756-1813 Wien)
Zettel: „Michael Ignatius/ Stadl=mann Kayserl. Königl./Hof Lauten und Geigen=macher Adjunkt in Wien17.. *Kaiserl- Wappe//“

Na dann hab ich da doch ein etwas älteres Ding vor mir :-)
makro Profilseite von makro, 06.09.2006, 19:18:55
Hallo Gerald Dallhammer,

in Adolf Meier's "Konzertante Musik für Kontrabass in der Wiener Klassik"  ist ein Kontrabass von Stadlmann aus dem Jahre 1798 erwähnt.
Das Instrument wird (oder wurde ? Stand 1969) im Museum Ferdinandeum in Innsbruck aufbewahrt der Zettel und das Instrument sind wie folgt beschrieben:

"Michael Ignatius Stadl/mann. Kayserl.Königl.-/Hof Lauten und Geigen/macher in Wien 1798".
Die Maße (in cm): Gesamntlänge des Instruments ohne den Knopf 203, Korpuslänge 121,5 Breiten 58,5 (oben) und 78,5 (unten), Zargen 25,5 (oben) und 25,5 (unten), Saitenlänge 112,5, Länge des originalen Griffbrettes 79,8. Das fünfsaitige Instrument verdient besondere Beachtung, denn es ist noch heute in seinem Orginalzustand erhalten. Decke mit auffallender Hohlkehle, diskantseits Knauf mit vierzackigem Eisendorn; der Holzknopf nimmt die Saitenhalterspannung auf; Wiener Wirbelkastenprofil, durchgehende Holzwirbel, keine Maschinen (!), sieben Bünde, kurzes Griffbrett; auf dem Boden befindet sich die Brandmarke "F".

Es ist bestimmt sinnvoll abzuklären ob es sich bei der von dir beschriebenen "Ruine" um ein Instrument aus der Werkstatt von Stadlmann handelt. Sollte es sich um eines jener seltenen Exemplare des Wiener Kontrabassbaus dieser Zeit handeln, ist bei der Restaurierung entsprechende Umsicht angebracht.

Viel Vergnügen bei den weiteren Nachforschungen,
Markus Kroell
Meyer-Eppler Profilseite von Meyer-Eppler, 10.09.2006, 11:36:32
Hallo,
ich habe den Bassbauer jetzt mal in unsere Bassbauer-Liste eingetragen:
http://geba-online.de/KatalogDetail.php?katalog_db=4&id=636
Habt Ihr Bilder etc. von diesem Bassbauer? Dann bitte an info @ geba-online.de senden
Weitere Kommentare zu dem Bassbauer könnt Ihr auch direkt auf der Seite hinterlassen.
Viele Grüße
Mark
von GEBA-online
Gerald Dallhammer Profilseite von , 12.09.2006, 10:47:55
Hallo Kollegen und Liebhaber des tiefen Geschlechts :-) Hab mal Fotos des Basses reingestellt - inkl. Schäden :-( http://kontrabassbau.heim.at/rep_stadl.html Es dürfte echt ein Michael Ignatius Stadlmann so um 1786 oder 1796 sein... Hat noch wer nähere Info zu Stadlmann ?
Holger2 Profilseite von , 13.09.2006, 13:51:51
Interessant!

Im Planyavsky S.367 steht, dass der Michael Stadlmann sich erst 1796 um die Stelle als Hoflauten- und Geigenmacher beworben hat. Dort sind auch zwei Literaturhinweise, nämlich: Helga Haupt: Wiener Instrumentenbauer von 1791 bis 1815, in: Studien zur Musikwissenschaft 24 (1960), und Helmut Ottner: Der Wiener Instrumentenbau 1815-1833, Tutzing 1977. Die kann man sich über Fernleihe oder Dokumentenlieferdienst besorgen. In dem Buch von Adolf Meier \"Konzertante Musik\" S.15 ist auch ein KB von M. Stadlmann von 1798 erwähnt, der im Ferdinandeum in Innsbruck aufbewahrt wird.

Ansonsten sind es sehr schöne Fotos, es sind viele typische Details zu sehen, die Korpusform, der Wirbelkasten und der Umbau zum 4-Saiter. Der Stachel ist wahrscheinlich nicht original, passt irgendwie auch nicht richtig?

Holger
Jörn Profilseite von , 13.09.2006, 14:04:42
Die Photos finde ich auch sehr interessant. Weißt Du, was mit dem Baß vorher passiert ist, daß er trotz seines mutmaßlichen Werts so runtergekommen ist? Kannst Du die Restauration dokumentieren und vielleicht ab und zu neue Bilder nachlegen?

Vielen Dank und viel Spaß bei der Reanimation

Jörn
jonas Lohse Profilseite von , 12.09.2006, 16:09:37
Da dürftest Du ja die nächste Zeit ordentlich zu tun haben. Viel Erfolg und Spass dabei!
Bassist14 Profilseite von Bassist14, 13.09.2006, 15:10:04
>>>>>Weißt Du, was mit dem Baß vorher passiert ist, daß er trotz seines mutmaßlichen Werts so runtergekommen ist? Kannst Du die Restauration dokumentieren und vielleicht ab und zu neue Bilder nachlegen?<<<<<

würde mich auch sehr interessieren
Gerald Dallhammer Profilseite von , 13.09.2006, 15:50:28
Ja klar wird es Fotos vom weiteren Lebenslauf geben. Vor allem die Reparaturschritte möcht ich dokumentieren und auch im Forum mich mit euch austauschen bzgl. Wie, Was, Wann...
Binn für jede Hilfe und Hinweis dankbar.

Zum Bass ist zu sagen er schlummerte jahrzehntelang in der österr. Wachau in einem Pfarramt auf dem Dachboden.
Neuester Beitrag Bassist14 Profilseite von Bassist14, 13.09.2006, 15:55:04
hallo gerald,

danke, ich freu mich auf deine berichte.

grüße
bassist14
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