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Fingersatz Quint-Stimmung

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Zugeordnete Kategorien: Unterricht & Didaktik

Ludwig Gross Profilseite von , 30.08.2005, 10:44:33
Fingersatz Quint-Stimmung
Hallo Kontra-Bassisten,
auf Grund der Beiträge zur modernen Spielweise mit Quint-Stimmung habe ich mich mal daran versucht. Da es erst mal ein reiner Test ist, habe ich meinen normalen 4-Saiter erstmal nur umgestimmt (EADG -> CGDA), das klingt zwar nicht ganz optimal, spart aber viel Geld. Als Grundlage habe ich eine Violoncello-Schule genommen. Anfangs bin ich ganz gut zurecht gekommen, die enge Lage, bei der die Finger jeweils einen Halbton auseinander liegen, ist für mich spielbar. Jetzt bin ich an die Stelle gekommen, wo weite Lagen genutzt werden, also z.B. Ganzton zwischen Zeigefinger und Mittelfinger. Das funktioniert bei mir leider gar nicht mehr. Wie geht man auf dem Kontrabass mit diesem Problem um ?
Bisher klappt bei mir der Lagenwechsel beim Spiel mit vier Fingern auch deutlich ungenauer als beim traditionellen Spiel mit 3-Finger/Quartstimmung, da mir die halbwegs feste Abstimmung Daumen/Fingeraufsatzpunkte verloren gegangen ist (bei 4 Finger habe ich den Daumen gegenüber dem Mittelfinger, beim traditionellen Griffsystem befand er sich zwischen Zeigefinger und Mittelfinger). Vermutlich wird das mit entsprechender Übung wieder besser werden, habt ihr dazu eventuell Übungsempfehlungen / Tricks? Falls ich nur Halbtöne zwischen den Fingern zulasse. ergeben sich deutlich mehr Lagenwechsel als bei der Quartstimmung (z.B. 4 Kreuze: für dis: Zeigefinger auf dis bei D-Saite, für gis: Zeigefinger auf F bei D-Saite, bei Quartstimmung alles in halber Lage (Zeigefinger auf dis, spielen auf D und G Saite) greifbar). Gibt es für jemanden mit normaler Handgröße die Möglichkeit, die Ganzton-Abstände zwischen den Finger beherrschen zu lernen und wie geht man dabei vor ?
jonas Lohse Profilseite von , 30.08.2005, 11:22:20
Vielleicht findest Du hier was: http://www.joelquarrington.com/fifths.html
philipp_ Profilseite von , 30.08.2005, 14:43:08
die weite lage bzw extensions wie beim cellospiel gehen natürlich nicht wirklich gut.... ob es möglich ist weiss ich nicht, ich kriegs nicht hin :)
besorg dir mal die schule von dennis masuzzo (evtl anders geschrieben) der herr hat eine schule speziell für quintbass geschrieben.... ausserdem kannst du statt dem ganzton zwischen zeige und mittelfinger einfach nen kleinen lagenwechsel machen und direkt danach zurück, wenn du das geschickt anstellst ist der unterschied nicht mehr feststellbar...

mfg
philipp
Silvio Dalla Torre Profilseite von , 30.08.2005, 21:57:21
Hallo Ludwig,

ich staune, wie Du an die Sache herangehst! Es ist sicher ein guter Weg, nach einer Cello-Schule zu arbeiten. Die weiten Lagen sind beherrschbar auf dem Bass, auch für Menschen mit durchschnittlich großen Händen. Es ist allerdings eine ganz andere Herangehensweise als traditionell üblich, die Finger "fliegen" sozusagen den Tönen entgegen. Wir haben nächste Woche einen Workshop in Rostock, es werden u.a. auch zwei Quintstimmungsspieler dabei sein.(Hier gibt es ein Anmeldeformular:http://www.silviodallatorre.de/) Vielleicht wäre es Dir ja möglich, dorthin zu kommen. Falls nicht, kannst Du mir gerne eine Mail mit konkreten Fragen zukommen lassen. Ich werde versuchen, Dir Tipps zu geben. Bleib dabei, die Quintstimmung bietet tolle Möglichkeiten!

Viele Grüße von

Silvio Dalla Torre
Neuester Beitrag Ludwig Gross Profilseite von , 12.09.2005, 06:50:19
Hallo,
hier ein kleines Fazit meiner gut 2 Monate dauernden Versuche mit Quintstimmung und vier Fingern (aus der Sicht eines Amateurs mit beschränkter Übungszeit, der in einem Zupforchester spielt):
1. Der erweiterte Tonraum wird nicht benötigt, da die gespielte Literatur dem traditionellen Bass angepasst ist und nur von E1 bis d reicht.
2. Der Bass klingt in Qartstimmung besser mit den gleich gestimmten Gitarren überein, ist wohl bei Streichorchestern anders.
3. In den unteren Lagen, die bei Quintstimmung praktisch ausschliesslich bei meiner Spielliteratur vorkommen, ist ein Ganzton-Abstand zwischen benachbarten Fingern für mich nicht sinnvoll anwendbar.
4. Der kleine Finger ohne weitere Unterstützung ist etwas schwach und bei größeren Lautstärken klanglich nicht zufriedenstellend.
Mein Ergebnis: Ich werde für die anstehende Konzertvorbereitung wieder auf das herkömmliche Simandl-System zurückwechseln. Bei der Quartstimmung werde ich in jedem Fall bleiben, bin mir allerdings nicht sicher, ob ich nach dem Konzert auf das 4-Finger-System mit Halbton-Abständen zwischen den Fingern wechseln werde. Das ist hauptsächlich von der durch Üben realisierbaren Kraft des kleinen Fingers abhängig.
Vermutlich werde ich bei meinem E-Bass beim Quintsystem mit vier Fingern bleiben. Bei diesem Instrument ist diese Variante durch die Bünde, die kürzere Mensur im Vergleich zum Kontrabass und die dünneren Saiten für mich ganz brauchbar. Die Beherrschung beider Griffsysteme parallel zu einander scheint für mich machbar zu sein (ähnlich wie die unterschiedlichen Tonhöhen bei Sopran- und Alt-Blockflöte bei identischem Griff mir nie Probleme bereitet haben).
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