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Wer baut in Deutschland noch Bässe mit Sperrholzboden?

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Zugeordnete Kategorien: Bassbau

hnebeling Profilseite von hnebeling, 29.01.2011, 17:54:30
Wer baut in Deutschland noch Bässe mit Sperrholzboden?

 Gibt es Bassbauer, die gute Instrumente mit Decke und Zargen aus Massivholz, aber Boden aus Sperrholz bauen?

Oder gilt grundsätzlich für den Bassbau: Wenn schon fein, dann alles fein (=vollmassives Edelinstrument), bzw. das Gegenteil: Wenn schon Sperrholz, dann alles in Sperrholz (billige Importware).

 

Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema "Sperrholzboden" für die renommierten Bassbauer ein rotes Tuch ist.

Hat jemand von Euch schon mal einen Bassbauer  beauftragt, ein Instrument mit Sperrholzboden zu bauen?

 

 

 

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 29.01.2011, 19:00:42

 Hallo,

1) hier ist mal erwaehnt worden, dass Herr Hufnagel halbmassive Baesse aus eigener Fertigung anbietet, die vom Preis her mit billigeren Massivbaessen auf Augenhoehe sind, und die angeblich auch klanglich mit preisgleichen Massivbaessen mithalten koennen.

2) Kannst du vielleicht mal Vorteile des von dir beschriebenen Konstruktionsprinzips erklaeren? Ich habe keine Ahnung was jetzt bei nicht-massiv Baessen gut und schlecht ist, und wenn du da was weisst, waere das interessant.

3) Was du schreibst impliziert (i) Importware ist immer Billigschrott und (ii) 100% Sperrholz ist immer schlecht. Das ist aber beides glaube ich wirklich nicht so. Die Instrumentenbauer in Osteuropa und in Fernost sind ja nun auch nicht doof, und meines Wissens wird auch da in allen Qualitaetskategorien produziert. Bei Sperrholzbaessen wurde mir gesagt, dass Sperrholz nicht gleich Sperrholz ist und es bestimmte Verfahren gibt, Sperrholzdecken und Boeden fuer Instrumente zu machen. Je nachdem wie gut das gemacht wird, sind halt die Ergebnisse besser oder schlechter. Was jetzt gute Sperrholzbaesse ausmacht, ist mir allerdings unbekannt - habe nur festgestellt, dass manche wirklich nicht schlecht klingen.

 

LG Armin

 

 

hnebeling Profilseite von hnebeling, 29.01.2011, 21:06:43

 Der Vorteil von Sperrholzböden ist, dass sie nicht  rissanfällig sind und im Ruf stehen, einen richtig schönen "Wumms"  zu haben: Ich selbst hatte mal vor Jahren einen sehr zierlichen Bass mit Sperrholzboden (leider nur leihweise) . Dieses kleine Kistchen war eine klangliche Kanone, gegen die die andere Bässe im Orchester (alle vollmassiv) alt aussahen.

 

Sperrholzböden sind ja besonders im Rockabilly beliebt. Da sind diese Zupfbässe oft sogar ganz aus Sperrholz, nicht nur der Boden. 

Zum solistischen Brillieren im klassischen Bereich sind Bässe mit Sperrholzböden wohl nicht geeignet, aber im Ensemble sind sie gut.

 

"Wenn schon fein, dann alles fein (=vollmassives Edelinstrument), bzw. das Gegenteil: Wenn schon Sperrholz, dann alles in Sperrholz (billige Importware)."

Hiermit wollte ich fragen, ob bei den Bassbauern ein gewisses Naserümpfen beim Thema Sperrholzböden vorhanden ist und sie Angst haben, in die Kategorie "Billige Importware" gesteckt zu werden, wenn sie Sperrholz verbauen. Importware kann sehr gut sein, da stimme ich dir voll zu. Ich spiele einen  "Importbogen", auf den ich nicht gerne verzichten müssen will.

 

LG und Danke

 

 

 

Neuester Beitrag Jörn Profilseite von fetti, 31.01.2011, 15:52:23

 Ob die Baßbauer in Fernost doof sind oder nicht, ist ein schwieriges Thema: Ich habe an einem chinesischen Stand auf der Frankfurter Messe mal einen China-Stand mit Kontrabaß gesehen und auf dem Baß waren noch nicht einmal alle Saiten aufgezogen. Da habe ich mich schon gefragt, wie man so doof sein kann und so etwas zu Werbezwecken aufstellt. Auch hast Du an solchen Bässen oft katastrophale Details, über die man nur den Kopf schütteln kann, z.B. 4/4-Massivholzbaß mit billigstem Stachel, der immer runter rutscht. Oder extrem schlechte Saiten auf teuren Bässen etc. Es gab mal einen Thread zu dem Harley Benton EUB. Ich habe den Schiet und kann sagen: Wenn der Baß eine viertel Stunde von einem vernünftigen Bassisten bespielt worden wäre, wäre er kein Ärgernis gewesen; offenbar hat man dies dort unterlassen. Konkret: Mechaniken, die falschrum drehen, aufliegender Saitenhalter, schlechtes System zur Stabilisierung...

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