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pinstripes selber lackieren?

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Ralf_Bass Profilseite von Ralf_Bass, 04.07.2012, 11:48:25
pinstripes selber lackieren?

Ich spiele in einer Rock'n Roll Band und würde meinen aktuell noch optisch recht schlichten Bass gerne für die Bühne etwas aufmotzen. Es ist ein klassisch brauner Bass aus Sperrholz mit vermutlich fernöstlicher Vergangenheit.... ich mache also keinen 100 Jahre alten Massivholzbass kaput ;-)

Ich weiß, dass dieses Thema den "Klassikern" in diesem Forum die Haare zu Berge stehen lassen wird, sie mögen es bitte einfach überlesen, alle anderen sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren.

Ziel ist es erst mal, die Kanten wie in den 50ern üblich Weiß zu lackieren (sog. Pinstripes), was am Klang wohl sehr wenig verändern sollte. Vielleicht kommt später mehr dazu z.B. ein Pinup Girl oder Flammen, aber vorerst sollen es nur die weißen Pinstripes sein. Und hier kommen meine Fragen dazu:

Hat das schon mal jemand gemacht? Welche Farbe würdet Ihr empfehlen? Wie klebe ich so ab, dass die Kanten nicht verlaufen?

Oder ist es einfacher und pragmatischer im Autozubehör einfach einen dünnen, weißen Ralleystreifen zu kaufen und diesen aufzukleben? Was macht dann dieser Klebstoff mit dem Lack?

Ich freue mich auf kreative Anregungen.

 

It's only Rock'n Roll, but I like it...

 

LowB Profilseite von LowB, 04.07.2012, 19:46:58

Hi Ralf_Bass!

Klanglich machen Deine geplanten Verschönerungen (? 3 )rein gar nix!

Mit Klebestreifen aus dem Auto- oder Graphikbereich kenne ich mich nicht so aus, wie leicht oder störrisch sie den Bögen an der Zargenkante folgen müßte man ausprobieren, eine eventuelle Reaktion mit dem Lack des Basses, vermutlich PU- oder Nitrolack, müßte man im Langzeitversuch herausfinden.

Lacke gibt es viele: http://de.wikipedia.org/wiki/Lack . Acryllack trocknet zu schnell, Kunstharzlacke reagieren auch wieder eventuell mit dem Instrumentenlack und verlaufen gerne, bleibt also wieder die gute alte Ölfarbe. Ich würde mir im Künstlerbedarf ein Tube Titanweiß holen, nur Qualität "feinste Künstlerölfarbe", aber nicht "Schmincke Moussini". Dazu Verdünnungsmittel, Balsamterpentinöl oder falls erhältlich Shellsol T - billiger und nicht so giftig. Dazu einen Marderhaar-Aquarellpinsel, ca. 4-5 mm Durchmesser und einen kleinen Schwertschlepper, ein Spezialpinsel zum Linieren, neudeutsch Pinstriping. Abkleben würde ich mit Tesafilm nur auf der Zarge am Überstand der Decke, auf der Decke würde ich mich freihand an der Ader orientieren. Verlaufen tut da mit Ölfarbe in der richtigen Konsistenz nichts. Kein Fehler wäre es bestimmt die Kante mit feinem Schleifpapier </= 600 vorzuschleifen. Baß waagrecht hinlegen, eine Stütze für die Pinselhand improvisiert in Zargenhöhe aufbauen - z.B. einen Stapel nicht allzu wertvoller Bücher - und dann kann's losgehen.

Alle Angaben natürlich ohne Gewähr.

Flammen und Girls würde ich dann mit Acryllack/Airbrushfarbe aufspritzen (lassen).

Viel Erfolg!

Thomas

badbone Profilseite von badbone, 05.07.2012, 05:03:20

Flammen und Pin Up......es leben die Klischees. i

Sehr Inovative Idee. cry_smile

Ralf_Bass Profilseite von Ralf_Bass, 05.07.2012, 07:16:02

@lowB: Erst mal danke für die ausführliche Antwort. Besonders die Auswahl der Farbe werde ich berücksichtigen, wenn es denn soweit ist. Das mit dem Freihandmalen, ich weiß nicht, ob ich so eine ruhige Hand habe..... das muss ich erst mal irgendwo üben

@badbone: Natürlich sind das Klischees und zwar mit voller Absicht. Wir machen Rock'n Roll.... das ist an sich schon ein Klischee, denn wir versuchen die Zeit der 50er zurückzuholen. Das ist also weder Inovativ noch individuell.... so wie jede Coverband eben ein bestimmtes Klischee (sei es nun einer Zeit oder sogar nur einer Band) bedient.

Aber mal als Frage formuliert: was würde in die Zeit passen und eben nicht so Klischeehaft sein?

jlohse Profilseite von jlohse, 05.07.2012, 09:38:40

Ich frage mich ja, ob in den 50ern überhaupt jemand Flammen auf seinem Bass hatte. Ich glaube, das ist völlig „unhistorisch“ … aber lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. ;-)

LowB Profilseite von LowB, 05.07.2012, 10:03:00

"Aber mal als Frage formuliert: was würde in die Zeit passen und eben nicht so Klischeehaft sein?" Jede Menge 500€-Scheine brennend cry_smile und darüber eine Europaflagge. Flammenmotiv, das es wohl seit den 70er Jahren gibt, zeitgenössisch interpretiert. Ein Bild von A.M. statt des Pinup-Girls daneben wäre dann doch etwas zu viel...

Grüße

Thomas

Scheppertreiber Profilseite von Scheppertreiber, 05.07.2012, 08:15:32

Linierung: Versuch's mal bei Leuten die zB alte Motorräder restaurieren. So eine Linierung wird normalerweise frei Hand mit speziellen Linierpinseln gemacht. Man muß halt eine ruhige Hand haben und es auch können ...

LowB Profilseite von LowB, 05.07.2012, 10:18:05

Hi Joe!

Genau deswegen heißen solche Pinsel ja auch Schwertsch(l)epper 3! Übrigens, auch die Zierlinien auf Fahrradrahmen vor ca. 1960 wurden alle per Hand liniert, mal genau hinschauen, bewunderungswürdig.

Grüße

Thomas

badbone Profilseite von badbone, 05.07.2012, 19:15:30

Das Bässe in den 50ern manchmal recht schrille Farben hatten ist schon Dokumentiert. Zum Beispiel der Bassist der "Little Green Men", Hausband von Sun und zum Beispiel mit Billy Lee Riley on Tour damals, hatte einen Pinken Bass. Deckende Schellacklackierungen gab es ja damls auch. Was ich persönlich recht genial finde.

Was vieleicht  nett aussieht und eben nicht so Klischeemäßig wäre, wäre eine Bemalung mit einem Notenband mit dem Lieblingstitel eines Vorbildes aus der Zeit.

 

Um einen weißen Rand hinzubekommen gibt es ja schon einen guten Tip. Das mit dem Zierstreifen für Autos ist ein Test um etwas zu probieren, sieht aber Kacke aus, das habe ich früher schon einmal probiert.

Das Hauptproblem wird sein zu erfahren welcher Lack für den Bass original verwendet worden ist. Ansosnten besteht die Gefahr das sich der neue Lack nicht mit dem alten verträgt. Im Zweifelsfall mus der Bass entlackt und komplett neu gestrichen werden.

Ralf_Bass Profilseite von Ralf_Bass, 06.07.2012, 07:47:52

Vielen Dank für die konstruktiven Anregungen.

Flammen habe ich erst mal als Idee verworfen, da dass wohl doch erst später kam. Das war mir so nicht bewusst. Die Idee mit dem Notenband ist klasse..... Allerdings spiele ich nie nach Noten und da wird mir die Notierung wohl ein bisschen schwer fallen ;-)

Ich hab jetzt einfach mal testhalber beim ATU vorbeigeschaut und kür konkurenzlos günstige 4,95€ einen 6mm breiten Klebestreifen gekauft und die 10m, welche auf der Rolle waren, sind so gut vie verbraucht. Und dann gab es zum gleichen Preis noch ein Arschgeweih dazu, was zwar nicht wirklich in die Zeit passt, aber mir persönlich gefallen hat. Ebenfalls zum aufkleben.

Ich finde, das Ergebniss sieht für's erste sehr gut aus (also mir gefällt er), und wenn ich Zeit finde, oder noch besser, jemanden der's richtig kann, kommen die Klebestreifen wieder runter und ich ziehe die Linien mit dem Pinsel nach (wahrscheinlich klebe ich wieder mit so einem Klebestreifen ab, das machen ja auch Airbrusher, wenn sie z.B. Flammen maskieren), dann sollte das auch mit dem Verwackeln kein Problem sein.

So, hier nun das Ergebnis:

Ralf_Bass Profilseite von Ralf_Bass, 06.07.2012, 07:54:32

Anfängerfehler.... im Editor waren die Bilder zu sehen, sind dann aber wohl nicht mit hochgeladen worden. So, hier nun noch mal die Bilder:


DSC_0183__klein_.JPGDSC_0185__klein_.JPG

Scheppertreiber Profilseite von Scheppertreiber, 06.07.2012, 08:31:18

Es gibt auch Einschußlöcher zum Aufkleben ... ;)

Uwe Profilseite von Uwe, 06.07.2012, 11:14:03

... diese Einschußlöcher wirken aber nur auf Glasscheiben. Auf braunem Hintergrund fallen sie nicht auf.

Ralf_Bass Profilseite von Ralf_Bass, 06.07.2012, 11:35:01

Einschusslöcher sind nur cool, wenn sie echt sind.....

....aber dazu müsste man wohl in einem Club von Al Capone spielen und die Ära ist schon lange vorbei.

Ich werd' mal ein paar Lieder vom Cotton Club-Sampler üben, vielleicht schießt ja dann jemand auf mich c

badbone Profilseite von badbone, 06.07.2012, 12:16:53

Die Rennstreifen sehen gut aus, das Arschgeweih ist rustikal und Geschmacksache.

double_is_bässer Profilseite von double_is_bässer, 13.07.2012, 21:31:45

Also ich finde beides cool: die Stripes und das Arschgeweih! Echt klasse geworden. Aber ich mag sowieso Totenköppe wo immer sie Platz haben 3

Falls doch mal noch "autentischer" und ein größerer Hingucker werden soll: guck dir mal den Bass vom guten alten Bill Black an (alte Elvis-Videos): der hatte noch breitere Streifen, die gingen auch um die Kante rum bis auf die Zarge (genau genommen waren da bestimmt die äusseren Leisten mit weiss lackiert). Oder die alten Framus-Bässe: die haben auch einfach breite Kunsstoff-Binding auf den Seiten. Das ist bestimmt einfacher, weil man beim Aufkleben nicht den ganzen Kurven folgen muss.

Und falls einfarbige Motive reichen: Werbedesigner (die sonst Leuchtreklamen usw. mit Schrift und Logos bestücken) können auch größere Motive aus Klebefolie freistellen. Das kommt dann auf einer Transferfolie und kann (angeblich) leicht auch auf einen Bass übertragen werden. Ich wollte mal 'nen DIN-A-3 großen Totenkopf auf 'nem schwarzen Bass haben und der türkische Werbedisigner um die Ecke hat das für unter 10 EUR angeboten. Ich hab den Bass dann aber doch verkauft und das Projekt war damit gestorben...

LowB Profilseite von LowB, 13.07.2012, 21:42:32

Hi!

Soooo breit sind doch die Streifen bei diesem Baß gar nicht: http://www.youtube.com/watch?v=3uzC5KC_260 . Gut, wenn ich das richtig sehe, wurde das Karnies mitlackiert.

Grüße

Thomas

double_is_bässer Profilseite von double_is_bässer, 14.07.2012, 11:00:00

@Thomas: na ja: Feinheiten! Breiter als die Ralley-Streifen sind sie schon... 3

Aber wie gesagt: ich finde Ralf's Bass klasse - so wie er ist!

Und "Karnies" heißen die äusseren Leisten bei doppelt verleimten Zargen?

LowB Profilseite von LowB, 14.07.2012, 12:05:05

Hi!

Mit dem "nicht sooo breit" meinte ich die Ansicht von vorne. Karnies sind die äußeren Zargenleisten, innen heißen sie Reifchen, klar erkannt - GEBA stellt ja auch ein "Bass-Wiki (Lexikon)" zur Verfügung, da kann man in Zweifelsfällen nachschauen.

Ich finde Ralfs Arbeit auch gelungen, nach dem was auf den Fotos zu sehen ist, Gratulation! Die Streifen um die F-Löcher sind mir etwas zu breit, aber das ist Geschmackssache.

Grüße

Thomas

Neuester Beitrag LowB Profilseite von LowB, 17.07.2012, 12:37:13

Hi!

Nur zur Ergänzung, die Frage gab's schon mal: http://www.geba-online.de/forum-0-2098-1699_Kontrabass-Raender-einfaerben .

Vor Acryllack, wie in dem Thread angesprochen, möchte nochmal ausdrücklich abraten. Das Zeugs trocknet so schnell, daß ein sauberes und pinselstrichfreies Arbeiten praktisch nicht möglich ist. Getrocknet läßt sich Acryllack nur mit Metoxipropanol/Methoxypropanol lösen, das löst alles andere aber auch sehr gründlich (Schelllack vielleicht nicht?) einschließlich der Leimfuge.

Und zu "crèmefarben" (= beige) sagte meine Oma: "Beige ist keine Farbe, beige wird's von alleine."

Grüße

Thomas

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