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Literaturhinweis: Vocalisen (geschrieben für Kontrabasstuben)

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Zugeordnete Kategorien: Noten & Literatur

Uli Profilseite von Uli, 27.06.2012, 17:10:50
Literaturhinweis: Vocalisen (geschrieben für Kontrabasstuben)

Hallo, kürzlich habe ich mir zwei Bände einer Auswahl mit 54 Vocalisen (Gesangsetüden) in verschiedenen Tonarten von Marco Bordogni gekauft, die von Stefan Kaundinya für Kontrabasstuben umgeschrieben worden sind.  Die erscheinen mir auch interessant für Kontrabassisten, die  Noten "klingend lesen" können. Erhältlich im Blechpresse Musikverlag kann man zwei der Vocalisen zum Kennenlernen runterladen und sich ausdrucken.

Grüße, Uli

midioma Profilseite von midioma, 28.06.2012, 13:46:15

Meinst Du mit klingend eine Oktavtransposition oder die Transposition einen Ton tiefer, die eine B-Tuba instrumententechnisch vollzieht?

LowB Profilseite von LowB, 28.06.2012, 14:18:48

Hi Jörg!

Tuba ist eine der wenigen Blechbläser, die klingend notiert wird - nicht transponierend und dazu in der richtigen/realen Tonhöhe.

Unseren Baß spielen wir ja eine Oktave tiefer als notiert. Unsere tiefsten Töne - Subkontra B (?) beim Kaiserbaß b.z.w. H beim Fünfsaiter - liegen real auf der sechsten Hilfslinie (denke ich mal auf die Schnelle) unter dem System, das "klingend" zu lesen erfordert schon etwas Übung, "normale" Bassisten lesen ja nur bis zur ersten Hilfsline, Kontra E. Also müssen wir mit Tubanoten "nur" lernen uns in den Hilfslinien unter dem System zurecht zu finden.

Grüße

Thomas

P.S. @Uli: Danke für den Notenhinweis, könnte mal ganz interessant sein auf dem KB durchzuspielen - muß aber auch dieses Notenlesen noch etwas üben 3 .

 

Uli Profilseite von Uli, 28.06.2012, 16:25:44

Hallo midioma,

Thomas hat es schon erklärt. Ich wollte vermeiden, daß sich jemand die Vocalisen kauft und, wenn er/sie die Noten sieht: Boah! Was ist das denn?! (Nein, man braucht keinen Achtsaiter-KB  9  )

Dennoch finde ich die Vocalisen (fünf habe ich erst gespielt) schön- und wer neugierig genug ist, kann sich ja zwei mal "ömmesönst" runterladen und probieren.

Grüße, Uli

LowB Profilseite von LowB, 28.06.2012, 16:59:19

Hi Uli!

Achtsaiter? Nein! Dreisaiter! Oktobaß!!! 3

Grüße

Thomas

 

midioma Profilseite von midioma, 29.06.2012, 01:56:45

Ich hatte schon vermutet, dass die Tuba nicht transponierend notiert wird, war mir aber nicht ganz sicher. 

Als ich noch ein wenig Ventilposaune spielte, habe ich immer klingend notiert gelesen (bzw. im Kopf transponiert). In gemischten Ensembles alter Musik kommt man da auch gar nicht drum herum und in Posaunenchören ja wohl auch nicht. Gerade bei Posaune und Trompete find ich es albern transponierend und klingend lernen zu müssen, klingend reicht doch. Allerdings wäre es auch schön, wenn die Klarinettisten und Saxophonisten (ausser dem sehr seltenen C Melody-Saxophon) auch mal in der Lage wären klingend vom Blatt zu lesen.
(Gerade bei einer Session. Jetzt muss ich doch immer die Stücke, die ich spielen möchte, ins Notensatzprogramm eingeben, damit ich ohne großen Zeitaufwand und Mühe die B- und Es-Stimmen bekommen kann. Und dann werden sie doch nicht gespielt...) 

Für die B-Tuba dürfte eine weitere Saite in Subkontra-Es (oder E) für die paar Pedaltöne genügen, also einfach eine tiefere Saite für den Orchester-Fünfsaiter. (Da wär doch was für LowB, dann kann er sich demnächst VeryLowEflat nennen.)

Uli Profilseite von Uli, 29.06.2012, 10:04:47

Hallo midioma,

eine dreiventilige B Tuba reicht genauso wie der 4saitige Kontrabass üblicher EDAG Stimmung bis zum E1 hinunter. Eine vierventilige B Tuba geht dann noch tiefer, wie ein 5saiter KB auch. Damit lassen sich die Vocalisen sowohl mit der 3v B Tuba wie auch mit dem EDAG Kontrabass spielen.

Etwas OT:

Das transponierte Lesen der Nichttuba- (und einiger weniger anderer Blasinstrumente) Bläser soll wohl den Wechsel zwischen Instrumenten verschiedener Grundstimmungen erleichtern, da die Griffe dann gleich bleiben,- und damit es so klingt, wie es soll, muß der Komponist/Arrangeur eben die Noten entsprechend 'versetzen'.  Dann steht oben links im Notenblatt so etwas wie z.B.  Trompete in B.  Nachteil: Dieser Trompeter beispielsweise sieht und bläst ein C und 'weiß' garnicht, daß vorne ein B 'rausfällt'.  Wenn er ein gutes Gehör hat, und ein Pianist schlägt ein C an, wird er sagen: Hey, Du spielst ein B!

Mit Posaunenchören will ich -musikalisch- erst garnichts zu tun haben.   3

midioma Profilseite von midioma, 29.06.2012, 14:34:07

Ich sprach von Pedaltönen, also von den Tönen, die vom Grundton (1. Harmonische) ggf. durch Ventilverlängerung abgeleitet sind. Diese werden selten benutzt und es gibt bei dreiventiligen Tuben eine größere Lücke (etwa eine Quarte, daher auch das Quartventil bei der Bassposaune zu Überbrückung) im Tonumfang. Ausserdem war es mindestens zur Hälfte auch ein Scherz mit der 5. Saite, technisch gundsätzlichmöglich wäre es aber. (Ob das sinnvoll ist sei dahingestellt.)

Was das mit den transponierenden Instrumenten angeht, hast Du natürlich recht. Bei Klarinettisten ist die A-Klarinette im Orchester ja schon recht gebräuchlich. Man fragt sich nur, warum das nicht auch C- oder F-Instrumente sein können wie Querflöte, Oboe, Englischhorn (das wird vermutlich wieder transponierend notiert, befürchte ich) und Fagott. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile. 

Na ja, die Geschmäcker sind eben verschieden, das Leistungsniveau eines durchschnittlichen Kirchen-Posanenchores und dessen Literatur ist aus naheliegenden Gründen nicht sehr anspruchsvoll. Aber Tatsache ist doch, dass Blechbläser-Anfänger (gerade auf dem Land) häufig in Posaunenchören anfangen, in der Musikschule dann aber transponierend lesen müssen. Das ist für einen Anfänger wirklich verwirrend. 

Bassella Profilseite von Bassella, 16.02.2014, 07:22:57

Kein Mensch spielt Posaune NICHT klingend, denn Posaune wird klingend (in C!!!) notiert. Vielleicht warst du also "albern" mit deiner Ventilposaune, und zudem immer einen Ganzton zu tief!

Ventilposaunen sollte man sowieseo verbieten (von Bob Brookmeyer mal abgesehen  :-) ), wie ein Kontrabass mit Bünden.

Posaune hat im übrigen den gleichen Tonumfang (notiert) wie der Bass.

Allerdings gibt es oft auch Literatur für Posaune mit Quartventil. Dann bis zum C oder H.

Da das C ja auf der zweiten Hilfslinie liegt, kein großes Ding sich dran zu gewöhnen.

Ansonsten kann man sehr gut aus Posaunenstimmen (nicht Bassposaunenstimmen) lesen...

Uli Profilseite von Uli, 16.02.2014, 11:47:26

>>Kein Mensch spielt Posaune NICHT klingend, denn Posaune wird klingend (in C!!!) notiert.<<

Ach? Wie ist das in Brass Bands?

Bassella Profilseite von Bassella, 16.02.2014, 12:02:47

Nach 35 Jahren professioneller Posaunenkarriere habe ich in Deutschland und den USA niemals Bb Stimmen zu sehen bekommen!!

Es mag Exoten geben, die Bb Stimmen im Violinschlüssel (!) nutzen....vielleicht in England (Euphonium?).

 

Uli Profilseite von Uli, 16.02.2014, 14:34:51

Ich fragte nicht nach Exoten, sondern nch ganz normalen Britischen Brass Bands, beziehungsweise nach Brass Bands weltweit, die nach diesen Standards spielen. Z.B. die Cologne Concert Band aus Köln.  In solchen Bands habe ich aushilfsweise Tuba gespielt, und zwar transponiert im Violinschlüssel gelesen.  Leider habe ich versäumt, mal den Posaunisten aufs Blatt zu schauen... sonst wüßte ich es.

Bassella Profilseite von Bassella, 16.02.2014, 16:30:02

Wenn das keine Exoten sind, dann weiß ich es nicht...

99,99 Prozent spielen in C!! Auch Brass Bands in Deutschland, in der Regel.

Die Engländer haben ja auch Rechtsverkehr und essen Pommes mit Essig.

 

stefan4570 Profilseite von stefan4570, 16.02.2014, 20:00:54

Soweit ich weiß, sind die Posaunisten auch in der englischen Brass Band die einzigen, die klingend spielen. Kann mich aber auch irren.

Grüße,

Stefan

stefan4570 Profilseite von stefan4570, 17.02.2014, 17:35:34

Muss mich korrigieren. Habe mal auf ersten Partiturseiten von ein paar Brass-Band-Arrangements nachgeguckt. Da waren erste und zweite Posaune in B/Violinschlüssel notiert und nur die Bassposaune in C/Basssschlüssel. :-)

Neuester Beitrag Uli Profilseite von Uli, 17.02.2014, 22:44:37

Genau so isses. Habe heute einen Cornettisten gefragt, dessen Freundin in einer solchen Band Posaune spielt.

Grüße, Uli

stefan4570 Profilseite von stefan4570, 11.02.2014, 18:31:09

Hallo!

Ich bin der Herausgeber dieser Vocalisen. Diese Diskussion ist zwar schon älter, aber ich wollte Euch darauf aufmerksam machen, dass es inzwischen eine Version für Tenorposaune (ohne Ventil) oder Euphonium gibt. Diese ist sehr gut auf dem Kontrabass spielbar. Der tiefste Ton ist ein notiertes großes E (mit einer Hilfslinie), klingend Kontra-E, also die leere tiefste Saite eines Viersaiters. Ladet Euch doch mal die erste Vocalise runter.

Sowohl die Ausgabe für Posaune/Euphonium als auch für B-Tuba und die dritte Version für transponierende Blechblasinstrumente im Violinschlüssel (z.B. Tenorhorn) sind auf dreiventiligen Instrumenten spielbar. Die tiefsten notierten Töne sind Kontra-E (B-Tuba), großes E (Posaune/Euphonium) und kleines fis (transponierte Schreibweise). So genannte Pedaltöne werden also nicht benutzt. Tubisten, die die oktavierte Posaunenchor-Schreibweise gewohnt sind, können aus der Posaunen-/Euphonium-Ausgabe spielen.

Noch Fragen?

Grüße an alle!

Stefan

Uli Profilseite von Uli, 11.02.2014, 19:21:05

Hallo Stefan,

die Vocalisen sind ja für die B- Tuba und wohl auch für C- und Es- Tuba ohne weiteres spielbar. Allerdings sind die häufigen tiefen Lagen auf meiner neuen F- Tuba eine rechte Plackerei!  :)   Schön, daß es jetzt auch eine nach oben oktavierte Ausgabe gibt, und für eingefleischte Kontrabassisten sind die Noten jetzt auch lesbar.

Grüße, Uli

PS: Voc 1/1 Takt 26-27 Stille Nacht...?  ;)

stefan4570 Profilseite von stefan4570, 16.02.2014, 20:35:29

Hallo Uli,

ich habe die Vocalisen ja extra für die tiefe Lage der B-Tuba transponiert. Auf der F-Tuba ist es tatsächlich eine Herausforderung (wobei ich das ganz gerne übe). Da liegen die Originaltonarten sehr gut. Leider gibt es wohl die Ausgabe von Robert King nicht mehr. Und die Gesamtausgabe kann ich nicht empfehlen, die haben sich keine Mühe gegeben. Schreib mir doch mal eine Email an info@blechpresse.de, dann schicke ich Dir ein paar Vocalisen in der Originaltonart.

Das ist aber eine Blasmusik-Variante von Stille Nacht... ;-)

Grüße, Stefan

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