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Original Hopf ?

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Zugeordnete Kategorien: Bassbauer

Bassphalt Profilseite von Bassphalt, 08.01.2010, 10:23:43
Original Hopf ?

 Guten Tag an die hilfsbereiten Leute hier im Forum ! Da ich im Internet nahezu keine Informationen zu einem meiner Bässe finden konnte , möchte ich es einmal hier probieren . Es handelt sich um einen Bass mit der Aufschrift " Original Hopf " . Gewölbter Rücken , Ebenholzgriffbrett , rötlichbraun , relativ leicht und meiner Meinung nach zumindest die Decke massiv . Weiss jemand von Euch vielleicht näheres zu dem Bass , Alter , etc. ? Wäre Euch sehr dankbar für Informationen !

 

 

jd800510

 

 

Bass gross

Langisch Profilseite von Langisch, 08.01.2010, 12:11:10

Moin Bassphalt.

Nun jaa, Hopf...

Da gibts eine uralte sächsische Geigenbauerfamilie Hopf, genauer gesagt aus dem Vogtland, Klingenthal und Umgebung. Die bauten allerdings größtenteils Geigen, und sind daher mehr im Bereich der "Kleinkaliber" bekannt und berühmt.

Daß die auch Bässe gebaut haben, ist mir jetzt nicht bekannt, außerdem sieht Dein Baß dafür einfach zu jung aus. Ferner wäre dann der Brandstempel anders. Was ich mir vorstellen kann, ist, daß sich der Erbauer Deines Basses vielleicht von baulichen Mitteln von Hopf-Instrumenten hat inspirieren lassen (welche das nun sein könnten, weiß ich auch nicht). Inwieweit man dann allerdings "Original Hopf" draufschreiben sollte, das sollte man vielleicht überlegen.

Erinnert mich etwas an meine erste 3/4 Schülergeige, die ich 1975 spielte. Da stand auch "copie de Antonius Stradivarius Cremonensin Faciebat Anno 1721" drin. Ich fand das toll damals

All diese klugen Ergüsse von mir haben natürlich kein Anrecht auf Vollständigkeit und Richtigkeit, ich vermute hier nur mal rum. Vielleicht gibt und gab es ja auch einen Baßbauer Hopf.

Und egal, was nun herauskommt: ein Qualitätsurteil über den Baß als Instrument ist das sicherlich nicht, das steht auf einem anderen Papier.

Bäßte Grüße

Herbert Profilseite von Herbert, 08.01.2010, 12:22:36

 Hatte auch mal'n Bass mit der gleichen Aufschrift, bzw. dem gleichen Stempel an der gleichen Stelle. Meiner war sicher 20-30Jahre alt (gschätzt), Sperrholz, sehr leicht u. klang gut. Leider hab ich in meinem jugendlichem Rockabilly-Wahnsinn damals den Bass schwarz gemalt, schön weiße Bindings draufgemalt usw......nach der ganzen Tortur klang der lange nicht mehr so geil.....war froh, ihn zum damaligen Zeitpunkt noch für 800E loszuwerden.

Aber anscheinend gibt es mehrere Bässe mit dem Stempel.......

jlohse Profilseite von jlohse, 08.01.2010, 13:35:53

Der Bass ist vermutlich aus den 50er oder 60er Jahren. Hopfs gibt es mehrere. In Tausnusstein gibt es Dieter Hopf, der überwiegend Gitarren baut, aber bis hin zu Blockflöten so allerhand verkauft. Unter Umständen hat "Hopf" (welcher auch immer) den Bass auch nicht selbst gebaut, sondern nur den Stempel aufgedrückt – war und ist bei vielen Herstellern ja so Usus.

DumDiDum Profilseite von DumDiDum, 11.01.2010, 10:45:52

 Die Decke siht für massiv aber sehr glatt und eintönig aus. Kannst Du da mal eine schräge Nahaufnahme von machen?

Gruß
Roman

 

Bassphalt Profilseite von Bassphalt, 12.01.2010, 09:42:02

 Hallo , erst mal vielen Dank für die bisherigen Antworten !

Ich möchte gerne noch 2 Bilder nachliefern , die vielleicht die Klassifizierung erleichtern / unterstützen können . Viele Grüsse Rainer

 

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DumDiDum Profilseite von DumDiDum, 12.01.2010, 09:54:03

 Also das sieht für mich ganz eindeutig nach einem einfachen Sperrholzbaß aus. Das Griffbrett wirkt auch sehr hell, ich tippe da mal auf gebeiztes Hartholz. Alles in allem kein Schmuckstück, aber wenn er klingt, dann ist es gut. Was mich ein wenig wundert, ist das Aussehen der Stegfüße. Ist da Klebeband drunter? Oder ist der Lack da erledigt? Wenn ja, wovon? Ansonsten wirkt er brauchbar aber halt nicht besonders hochwertig. Die Lackierung ist nicht allzu hochwertig. Die Mechaniken sind keine aufwändigen Teile, und die Zargenleisten sind auch nur Überstand der Decke und des Bodens. Das ist quasi ein normales, low-price Gig-Instrument, wie es derzeit bei Thomann und Co für 500,- zu kriegen ist.

Ich tippe bei dem Aussehen und der Schrift für das Branding mal auf einen preiswerten Baß aus deutschen Landen und etwa 10-30 Jahre alt. Genaues kann man kaum sagen, da diese Art Bässe seit den 50ern viel gebaut wurden - und heute noch werden. Ein Baß halt...aber ein robuster ;-)

Gruß
Roman

 

Bassphalt Profilseite von Bassphalt, 12.01.2010, 10:16:35

 Hallo Roman , danke für Deine Einschätzung . Das Griffbrett habe ich selbst schon abgeschliffen , ist Ebenholz massiv . Mit der Decke scheinst Du recht zu haben , wenn man in den Bass reinschaut sieht das alles recht glatt aus .... Den Steg habe ich mit Furnierstückchen unterlegt da er etwas zu tief runtergefeilt war , der neue wartet schon auf das Einpassen .Ich habe noch einen anderen schwarzlackierten Bass , dessen Decke viel dicker ist , der klingt im Vergleich zu diesem viel flacher , weniger bassig . Mit dem Klang von dem Hopf bin ich eigentlich recht zufrieden . Der Stimmstock ist recht fest eingepasst , hat sich auch bei völlig entfernten Saiten nicht bewegt . An der Stelle wo er auf die Rückwand trifft hat sich auch schon eine kleine Delle herausgebildet . Könnte man durch Kürzen noch etwas herauskitzeln oder lohnt sich die Mühe nicht ? Grüsse Rainer

bassknecht Profilseite von bassknecht, 14.01.2010, 22:00:21

Hallo Rainer, kümmer Dich um den Stimmstock, bzw. um die Situation, dass der Stimmstock eine Beule aus dem Boden herausdrückt, dass ist klanglich von Nachteil und theoetisch kann auch was kaputt gehen (wenn Du mit der Beule wo anstösst). Man macht bei dünnen Materialstärken ein Futter unter den Stimmstock, eine Verstärkung des lokalen Bereiches wo der Stimmstock steht. Generell sollte der Stimmstock in seiner Länge und in seiner Anpassung an die Wölbungen von Boden und Decke optimal passend gefertigt sein, das ist genauso wichtig wie die oft diskutierte "richtige" Stimmstockposition, ein  Fachmensch kann das meistens schneller als ein Gelegenheitshandwerker. Ich persönlich mag die Sperrholzbässe aus den 50er 60er Jahren, halte die deutschen Hersteller Hopf, Framus, Höfner und Hoyer für gleichwertig mit Kaye, vorausgesetzt die Materialstärken sind dünn ( ca 6mm) , ein Ebenholzgriffbrett, gute Besaitung und gutes Setup lohnt sich dann richtig, die Dinger sind dann hip und keineswegs nur für Billy zu gebrauchen! Ciao Roland

DumDiDum Profilseite von DumDiDum, 12.01.2010, 10:56:22

 Also bevor man Stimmstock etc. anfasst, sollte man den Gang zum Profi antreten. Da kannst Du mit 1mm weniger eine Menge versauen. Daß der Baß besser klingt als ein dicker gebauter ist durchaus normal. Also ich würde sagen: Guter Griff das Ding ;-) wenn er schön über alle 4 Saiten gut geht, dann ist es ein schönes, robustes Alltagsteil. Kaputtgehen kann daran nicht viel, und der Lack ist auch nix, was man super schützen muß. der kann also auch mal verreisen ;-) Ne große Wertanlage ist es nicht, aber ein brauchbares Instrument wohl. Hast Du ihn mal mit Artgenossen verglichen?

Gruß
Roman

 

Bassphalt Profilseite von Bassphalt, 12.01.2010, 11:21:04

 Vergleich ist schwierig da ich eigentlich keinen mit Kontrabass kenne , und hier in Freiburg scheint es auch keinen Laden zu geben wo man mal einen ausprobieren könnte . Mein eigener anderer Bass der nicht so alt ist , ist jedenfalls leiser und weniger bassbetont , hat aber ein Cutaway und ist schwarz lackiert . Der Hopf hat mich 180;- € gekostet , allerdings war der Hals etwas verzogen . Dabei war noch ein neues Gigbag . Nach ein paar Tagen Schleifen ist die Sache jetzt so dass er wieder bespielbar ist . Im Moment ist ein Saitenmix aus Pyramid und Spirocore drauf (mittlere Stärke ) , die sind mir aber zu hart , werde ich wohl noch austauschen .

Grüße Rainer

Pollux Profilseite von Pollux, 12.01.2010, 20:17:03

 http://www.jrs.org/de/allgemeine-schule-freiburg/einzelunterricht/kontrabass/

Hi Bassphalt, vielleicht kannst Du mit Hilfe dieses links Kontakte zu anderen Bassisten finden, um mal unterschiedliche  Instrumente sehen, hören und probespielen zu können?

Gruß & viel Erfolg, Pollux

Neuester Beitrag jlohse Profilseite von jlohse, 15.01.2010, 11:17:03

 Ruf doch mal den Kollegen Michael Bornhak an, der ist in der Freiburger Gegend ansässig. Vielleicht hat er Zeit und Lust, mal einen Blick auf deinen Bass zu werfen.

http://geba-online.de/KatalogDetail.php?katal ... 8f05df402ed4c3055f18e0d9c2bd7d

Basstölpel Profilseite von Basstölpel, 12.01.2010, 12:31:41

 Yes, die weit auseinandergezogene Maserung auf der Decke zeigt klar dass es Furnier ist, also auch die Decke ist Sperrholz. Was den Stimmstock angeht, da wuerde ich mich auch nciht dranwagen, sondern einen Profi fragen. Habe keine Ahnung wie das bei Sperrholzbaessen ist - bei Massiven ist es oft beser wenn die Stimme nicht so fest sitzt. Anyway, ist doch voellig in Ordnung so ein Teil - sicher robust, und nach 30 Jahren wird sich da auch nichts mehr verziehen.

Dusan Profilseite von , 12.01.2010, 13:13:35

 Hi Rainer

Willst Du aus deiner Hopfen-Perle noch etwas mehr rauskitzeln, dann mach dich an deinem Steg zu schaffen. Dem Foto nach zu urteilen ist er oben, wo die Saitenkerben liegen, viel zu dick. Da geht viel Klang verloren.

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