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Dünn, dünner am dünnsten ? der Hals natürlich!

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Zugeordnete Kategorien: Bassbau

docdoghouse Profilseite von , 14.03.2009, 17:19:47
Dünn, dünner am dünnsten ? der Hals natürlich!

 Hallo zusammen,

ich habe relativ kleine Hände und kurze Finger, deswegen macht sich ein dünner Hals sehr angenem bemerkbar was die leichte Bespielbarkeit eines KB angeht. Gibt es Richtwerte (ich gehe von einem 3/4 instrument aus, gemessen wird der Halsumfang an der dünnsten Stelle ohne Saiten)
will sagen: ist ein Durchmesser von mehr als 15cm ein sicheres Zeichen für einen schlechten Bass, bzw wie dünn kann so ein Hals überhaupt sein und noch immer die notwendige Stabilität aufbringen?

Bleibt noch die Frage ob sich bei einem günstigen Instrument eine Überarbeitung lohnt bzw in den meisten Fällen überhaupt machbar ist.

alles Liebe

Scheppertreiber Profilseite von Scheppertreiber, 14.03.2009, 17:25:27

 15 cm Durchmesser ??? Miß noch mal nach.

Mandoline scheidet wohl aus

KlausHörberg Profilseite von KlausHörberg, 17.03.2009, 19:13:33

 ich glaub da war von Umfang die Rede, nicht von Durchmesser.....

 

MlG, Klaus

AlexKanzian Profilseite von AlexKanzian, 15.03.2009, 14:24:02

 Hallihallo!

Von akustischer und bautechnischer Sicht gibt es keinen richtigen Hals, sehr wohl aber ein gutes Mittelmaß! Ein zu dünner Hals schwächt das Instrument, ein zu dicker Hals lässte es nicht gut klingen, ich verschneide meine Basshälse erst fertig wenn ich in weiß alles montiert habe und der Bass bespielt wird.

Ich kenne aber Instrumente mit ganzen Baumstämmen als Hals, andere sind superdünn. das meiste ist gewohnheit! ein wichtiges maß für uns wäre wenn du die Halsstärke mit einer Schublehre (im idealfall) einfach inklusive Griffbrett abmisst! und zwar am Obersattel und am Daumenstop.

dann wüssten wir mal wo du dich so befindest. Nachschneiden eines Halses ist natürlich kein Problem für den Bassbauer, auch bei teuren Instrumenten kann man dies machen. Oftmals wurde der Halsschaft bei alten Instrumenten aufgrund einer Beschädigung angeschäftet, da bleibt die sChnecke erhalten und der Hals wird erneuert.

Grüße vom (angehenden) Bassbauer!

Alex

alfred Profilseite von , 15.03.2009, 19:25:42
ich zitiere frei aus dem Buch von Chuck Traeger:
„The Setup and Repair of the Double Bass for Optimum Sound“
38 mm am A auf der G-Saite,
44,5 mm am D auf der G-Saite,
Varianten sind +1,5 mm oder bis zu -3,25 mm
Es zählt natürlich nicht nur die Summe von Griffbrett und Hals, die Zusammensetzung von hartem und weichem Holz ist auch wichtig.

Das misst man am Besten mit einer Schublehre ohne Saiten (oder mit einem Bleistift zwischen A und D-Saite, dessen Dicke man dann abzieht :-)

P.S. ich kenne fast nur Bässe mit zu dicken Hälsen (samt zu dicken Ebenholz-Griffbrettern)
bassknecht Profilseite von bassknecht, 18.03.2009, 00:01:46

 Ich hab´s glaube ich in einem anderen thread schon mal geschrieben: In Essen lebte mal Ladi Kaltenbrunner, ein gelernter Gitarrenbauer, ein innovativer Mensch, der recht gut E - Bass und auch Kontrabass spielte. Obwohl nicht direkt vom Fach, hat Ladi natürlich auch Kontrabässe repariert und modifiziert. Für sich selbst hatte er den Hals eines tschechischen Sperrholzbasses (Birnbaumhals) am Sattel auf die Breite eines Fender Jazz Basses geschnitzt  (weil er genau diese Breite gewohnt war und schätzte) , die Dicke hatte er in der Halsmitte fast original gelassen. Konsequenterweise hatte er 2 ! Stahlstäbe V - förmig in den Hals eingelassen und für jeden einen eigenen Schlitz gefräst. Wie er mir sagte nur zum Vorbeugen gegen seitlichen Verzug, halten würde der gedünnte Hals  wohl auch ohne die Stahlstäbe. Wohlbemerkt, wie bei einem E - Bass wurde der Kontrabasshals durch die Stahlstäbe gegen den Saitenzug unter leichte Zugspannung gesetzt, nicht etwa gestützt oder geschient. An die Bespielbarkeit des Halses muste man sich gewöhnen, letztendlich aber sehr angenehm. Der Sound war so wie ich ihn von einem Bass in dieser Kategorie auch erwartet hätte, pizz einwandfrei (Spirocore), gestrichen habe ich ihn nicht. Ich hätte so einen Bass sehr gerne, leider ist Ladi  verstorben.           

Bassist14 Profilseite von Bassist14, 18.03.2009, 01:36:36

 tolle story,

das erinnert mich an einen ehemaligen "mitschüler" meines ersten kb-lehrers, der den hals seines fender jazzbasses am sattel auf iirc weniger als cellohalsbreite schnitzen ließ, das war schon sehr speziell. die tradition hat er fortgesetzt, als er (mittlerweile tvk-orchesterknecht, äh, sorry angestellter) einen wunderschönen hawkes zum 5-saiter umbauen ließ, gegen den ausdrücklichen rat des bassbauers. jaja, macht euch die erde untertan...okok es ist 1:34, ich geh schlafen...)

Ste-Fan Profilseite von Ste-Fan, 18.03.2009, 09:53:11

 Bei meinem Orchesterpraktikum hatte ich dankbarerweise auch einen 5-Saiter, der einen so flachen Hals hatte, dass das Spielen darauf mehr als angenehm war! Das hatte garnichts mehr von "drücken", "ablangen" oder wie das sonst immer genannt wird. Es fühlte sich mehr so an, als ob man mit den Fingern auf den Tisch trommelt, oder als ob man auf der Tastatur schreibt - sehr, sehr entspannend!

Hen Profilseite von Hen, 18.03.2009, 15:17:24

Na auf so einem 5-Saiter würde ich gerne mal spielen! Habe leider noch keinen kennengelert. Weist du vielleicht woran das lag? Halsbreite, etc..?
Gruß Hen

Ste-Fan Profilseite von Ste-Fan, 18.03.2009, 23:21:09

 Vermutlich lag es an der Halsbreite. Wenn ich mich recht entsinne, lagen die Saiten im Bereich des Obersattels angenehm auseinander. Es ist natürlich auch sehr subjektiv, wahrscheinlich habe ich vorher immer auf mir unangenehmen 5-Saitern gespielt, aber mit den Kontrabässen der Kollegen hatte ich immer nur ungern getauscht (wenn man bei Krankheit mal deren Platz einnehmen musste, wo dann auch deren Bass stand...). Bei Gelegenheit messe ich mal nach. Schieblehre oder Maßband - was ist aussagekräftiger?

Hen Profilseite von Hen, 19.03.2009, 16:17:58

Puhh, was aussagekräftiger ist kann ich dir auch nicht sagen, ich denke ein Maßband ordentlich angelegt reicht schon. Mich würden da aber wirklich Maße wie Grifbrettlänge, Abstand zum Griffbreit, Platz zwischen den Saiten, Halsbreite und etc.. interessieren. Ich habe bisher auf einem anständigen 5-Saiter gespielt und das war auf der Musikmesse bei Pöllmann, der kostete aber 20.000 Euro. Als der Chef dann scherzhaft meinte: "Das passt ja wie angegossen, da kann man den Stachel entfernen, da hast du schon mal 50 Euro gespart.." dachte ich mir ein paar Beleidigugnen aus und verfluchte die verdammt gute Qualität die mich trotzdem noch 15 Minuten weiterspielen ließ.. ;-)

KlausHörberg Profilseite von KlausHörberg, 19.03.2009, 17:33:03

 Ja. die Pöllmänner sind schon verdammt gut und einfach zu spielen. Als ich damals das Probespiel für meine Stelle absolvierte, wollten die Orchesterstimmung. Habs dann gleich alles auf meinem Madrid 5-Saiter gespielt ( Dittersdorf komplett alle 3 Sätze mit beiden Kadenzen, Koussevitzky 1. und 2. Satz ganz und etliches an Orchesterstellen.....das Programm hatte noch der alte Solobassist festgelegt  ,  inzwischen ist das deutlich gestrafft......) . Allerdings sind meine Madrids nicht ganz normal, mein 4-Saiter war, wenn ich das richtig verstanden hab, noch ein Prototyp und hat deswegen keinen Stempel ( Zettel aber schon) und den 5-Saiter hat der Mike mir auf den Leib geschneidert ( er ist sogar extra mal nach München gefahrn um zu schaun, wie ich spiele als ich mal ein Solokonzert als Gast in meiner alten Klasse am Kons hatte). Ich wollte einen 5-Saiter, der sich von der Bespielbarkeit nur so wenig wie möglich vom 4-Saiter unterscheidet, und das hat er perfekt hinbekommen .

 

MlG, Klaus

Neuester Beitrag doggy Profilseite von , 20.03.2009, 08:34:32
Sorry, ich meinte natürlich 15cm "Umfang", habs mit einem Massband gemessen. Eins würde mich noch interessieren: (es geht übrigens um ein Musima Bass halbmassiv) das Griffbrett ist doch recht dick, welcher der beiden Faktoren ist denn mehr für die Stabilität des Halses verantworlich, das Griffbrett oder der "Hals" als socher?
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