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Zugeordnete Kategorien: Bassbau

Sascha Loss Profilseite von , 16.12.2006, 13:56:26
Verstärkung des Halses
Hallo zusammen,
Ich arbeite gerade an meinem Kontrabaß aus folgendem Grund: Es handelt sich bei dem Instrument um eine ziemlich roh gezimmerte Sperrholzkiste, die ich (neben anderen, besseren :o) Instrumenten) bisweilen im Folk / Bluegrassbereich spiele. Leider ist der Hals aus einem recht lapprigen Holz, auch das Griffbrett scheint Birne zu sein. Durch den Saitenzug verzieht sich der Hals leider recht stark nach vorne, damit wird das Teil dann eher zum Folterinstrument... Sind die Saiten runter, ist die Griffbrettwölbung akzeptabel. Da sich eine richtige Reparatur (neuer Hals/Griffbrett) nicht lohnt, habe ich nun das Griffbrett runtergenommen, mir einen T-förmigen Stahlstab passend fräsen lassen und werde den nun in den Hals zur Verstärkung einlassen (im Prinzip ist das dasselbe wie in den Martin Gitarren). Nun frage ich mich: Soll ich den Metallstab fest in dem Hals verkleben (habe Angst, daß durch unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffitienten oder durch das Arbeiten des Holzes bei unterschiedlichen Feuchtigkeiten) Spannungsrisse entstehen, oder soll ich den Stab lediglich in die Fräsung unters Griffbrett einlegen (hab Angst, daß das anfängt zu rappeln)??? Das Griffbrett (daß vorher mit Weißleim draufgebabbt war *würg*) kommt natürlich wieder mit Warmleim drauf.
Außerdem noch 2 andere Fragen:
Weiß jemand den ungefähren Gesamt-Saitenzug, den normale Medium-Saiten einem 3/4 Bass aufbrummen (Stahlsaiten)??
Hat jemand Erfahrung mit Magnetischen Tonabnehmern, die am unteren Griffbrettende fixiert werden (baue sowas nämlich gerade mit einem geteilten EMG-E-Bass Pickup)??
Bei Bedarf kann ich Bilder von den Umbauten liefern.
Und nun an die Tasten!!! :o)
Viele Grüße, Sascha
Samy Profilseite von Samy, 16.12.2006, 20:20:33

Um zumindest schon mal mit einer Frage anzufangen.... ich meine etwas von einem Saitenzug von ca. 1200-1400 N, was in etwa einem Gewicht von 120-140 kg entspricht, im Gedächtnis zu haben... aber das dürfte auch von Saitenmarke zu Saitenmarke variieren...

übrigens ist bei Thomastik der Saitenzug der einzelnen Saiten angegeben.... bei anderen Saitenherstellern hab ich das bisher (zumindest noch) nicht gefunden....

http://www.thomastik-infeld.com/strings/index.html

Sascha Loss Profilseite von , 16.12.2006, 20:38:46
Hey Samy,
Danke schonmal für die Infos. Damit kann ich dann mal berechnen, wie groß bei entsprechender Geometrie der Querzug ist, der in Höhe des Sattels den Hals nach vorne zieht.

Der Stahlstab ist mittlerweile übrigens im Hals... Ich habe mich nun entschieden, ihn einzukleben und das Ganze dann bei Zimmertemperatur abbinden zu lassen... Wenn es nachher Risse gibt, lern ich halt als nächstes, wie ein Anschäfter geht :o) Der Stab liegt nun oberseitig bündig im Hals, mit dem "T-Mittelstrich" nach unten, die Halsoberseite ist absolut plan, so daß das Griffbrett nach dem Abbinden des Klebers wieder aufgeleimt werden kann.
bassatuba Profilseite von bassatuba, 16.12.2006, 22:49:16

Ich hatte mal so einen schwachen Hals bei meinem EUB.
Damals haben wir (ein virtuoser Schreinermeister und ich) den Spannstab in eine Kehle gelegt OHNE Leim. Auf der Seite des Körpers haben wir eine Einschlagmutter eingelegt und auf der Seite des Wirbelkastens die Spannmutter. Da der Spannstab wesentleich mehr Zug hat als eine Saite (nämlich die Grössenordnung aller 4 Saiten), ist es nie zu störenden Schwingungen gekommen.  Wir haben allerdings den Spannstab nicht parallel zu Griffbrett eingelegt, sondern von hinten in den Hals in eine leicht gewölbte Kehle. Damit entsteht neben dem Druck auf den Hals auch ein Druck, welcher den Hals nach hinten zieht. Der Hals liess sich anschliessend richten wie bei einem e-bass und er ist seit Jahren stabil.
Puh, hoffentlich ist das halbwegs klar beschrieben...
Selbstverständlich würde ich einen wertvollen Bass nie so traktieren! 

Neuester Beitrag Sascha Loss Profilseite von , 16.12.2006, 23:22:06
Hallo basstuba,
Das klingt ja auch nach einer interessanten Variante! Nun, ich werde sehen, wie das mit dem T-Stahl funktioniert. Die alten Martin´s hatten ne ähnliche Konstruktion (allerdings weiß ich nicht, ob der Stab da verklebt war; vermutlich eher nicht). Der Stahl ist absolut starr und wird dem Saitenzug auf jeden Fall trotzen, allerdings ist da nachher natürlich nichts einstellbar. Aber da das Griffbrett (auf der Vorderseite) ne leichte Wölbung aufweist und der Hals mit dem Stab dann schnurgerade ist, wird das dann schon etwa stimmen.
Ich hab mich für das Verkleben (mittels Uhu plus) entschieden, da ansonsten die komplette Last, die auf den Stab wirkt durch die Verleimung des Griffbrettes (Warmleim) aufgefangen werden müßte. Und da ist nun eh nicht mehr soo viel Leimfläche, da ja in der Mitte der Stab sitzt. Ich hätte also Schiß (bei unverklebtem Stab), daß mir der Druck des Stabes das Griffbrett lossprengt. Denn anders als bei Dir habe ich ja keine Zugbelastung auf dem Stab sondern eine Biegebelastung. Somit ist es wohl das Geschickteste, wenn Hals und Halsstab "Eins" werden, und da ist UHU Plus genau das Richtige :o)
Logo, bei einem wertvollen Instrument würde ich sowas auch nie machen!! Aber das ist halt wohl die beste Lösung, um dieses Möbel wieder einigermaßen spielfähig zu machen. Der Klang von diesem Bass ist nämlich eigentlich gar nicht so schlecht, auf jeden Fall 100x besser als jeder E-Bass :o)
Grüße, Sascha
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