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Unauffällige Gymnastik

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Zugeordnete Kategorien: Üben - Gesundheit

Uwe Profilseite von Uwe, 27.05.2006, 18:24:28
Unauffällige Gymnastik
Zwei Stunden lang in einem Rutsch stehen, ohne Gelegenheit zu haben, etwas herumzulaufen, ist doch recht anstrengend. Sie geht besonders in die Beine, die ersten Schritte danach sind recht mühsam.

Genau das ist die Situation eines Bassisten in einer Orchesterprobe, und zwar eines Bassisten, der sich nicht auch noch mit einem Basshocker abschleppen mag.

Was ich deshalb suche, ist eine Ausgleichsgymnastik während der Probe. Ausgleichsgymnastik, die unauffällig ist und weder die Konzentration beeinträchtigt, noch das Anlehnen des Basses an den Körper. Haben andere das gleiche Problem, oder besser noch: kann da jemand weiterhelfen?

Gruß, Uwe
Peti Profilseite von Peti, 28.05.2006, 12:31:17
Hallo Uwe,
nicht die Knie durchdrücken, beide Beine gleich stark belasten. Rücken möglichst oft in die andere Richtung durchbiegen, also Ausgleichsbewegungen machen. Beim langen Stehen passiert es gerne, dass man den Kopf nach Vorne streckt und dadurch aussieht wie Quasimodo. Da schmerzt der Nacken...was soll ich sagen? Jeder muss eine Position finden, in der er praktisch schmerzfrei spielen kann. Meine Erfahrung ist, dass man einfach viel Ausgleich braucht. Genaue Übungen kann ich dir nicht sagen, aber da kommt man mit der Zeit schon selber drauf. Viel Glück!
Grüße
bassknecht Profilseite von bassknecht, 28.05.2006, 23:53:02
Hallo Uwe, Du schreibst:
"die ersten Schritte danach sind recht mühsam"
- das klingt überhaupt nicht gut und deutet meiner Meinung nach auf eine patologische (ärztlich zu behandelnde) Geschichte hin, zumindest auf eine Fehlstatik, also eine sozusagen körperfeindliche Art zu stehen. Wenn es "nur" letzteres sein sollte, dann wirst Du nicht umhin kommen Deine gesamte Körper - und Instrumentenhaltung zu überprüfen und gegf. zu verändern. Das kann ein ganz brachialer Einschnitt in alte Gewohnheiten und in die gesamte Spieltechnik werden.

Ein rein schriftlicher Austausch darüber wird mühsam und aufwändig, vielleicht solltest Du eigens deswegen einen Lehrer noch mal bemühen oder gleich einen fitten Krankengymnasten, am besten jemand der sich mit PNF auskennt.
Ich persönlich finde die gesamten traditionellen Spielhaltungen bei denen das Körpergewicht hauptsächlich auf einem Bein lastet (Streicher, Simmi, Montag, Hertl usw) geradezu tödlich, schlecht für die Anatomie, schlecht für die Gesundheit und schlecht für die Musik. Das Bassspiel
klingt natürlich genau so unsicher und beschissen wie der Spieler sich ob seiner Körperhaltung fühlt.

Die Konsequenz für mich ist, das Körpergewicht gleichmässig auf beide Beine zu verteilen (wie beim Thai Chi, Budosportarten ec). Da der Bass dann aber dazu tendiert sich wegzudrehen, muss man ihn anders fixieren als vorher mit dem Knie. Das ist für mich kein Problem mehr, seit ich mich vor Jahren auf die Spieltechnik von F.Rabbath umgestellt habe. Jetzt würde es zu ausführlich, wenn Dich das interessiert, dann solltest Du jemanden konsultieren der sich damit auskennt und es Dir zeigt, das würde dann den eingangs erwähnten brachialen Einschnitt in Deine Spieltechnik bedeuten und Du müsstest überlegen ob Dir das die Sache Wert ist. Auf jeden Fall kann ich Dir versichern, daß es mit der Rabbath Spielhaltung sehr einfach ist (unbemerkte) Ausgleichsbewegungen zu machen, die dann körperlichen Beeinträchtigungen zuvorkommen. Ciao Roland
Jörn Profilseite von , 29.05.2006, 19:22:58
@Bassknecht

Hallo Roland,

an der entscheidenden Stelle brichst Du leider ab. Die Technik von F. Rabbath ist Deines Erachtens offensichtlich anatomisch sinnvoller als der Rest. Schreib doch etwas ausführlicher.

Vielen Dank und viele Grüße

Jörn
Neuester Beitrag bassknecht Profilseite von bassknecht, 30.05.2006, 10:48:43
@ Jörn grüß Dich, ich wollte lediglich das aussagen, was Du richtig verstanden hast, nämlich daß ich der Meinung bin, daß die Rabbath Technik anatomisch sinnvoller ist als das Gros der meisten anderen Techniken (die ich kenne und zur Not auch beherrsche).

Ich denke es ist im Rahmen dieses threads klar, daß ich mich auf Rabbath´s Instrumenten- und Körperhaltung beziehe, die allerdings in engen Zusammenhang mit seiner Technik vom linken Arm und Hand steht und diese z.T. überhaupt erst ermöglicht. Z.B. kann man damit beim Spielen im Daumenaufsatz den Basshals auf die linke Schulter sinken lassen und so ist es möglich in absteigenden Sequenzen den Daumenaufsatz bis einen Halbton über dem Sattel beizubehalten, was bei Cellisten eigentlich ein alter Hut ist, aber bei Bassisten die R G Fons zum ersten mal sehen immer wieder Erstaunen auslöst, weil "eigentlich geht da ja gar nicht". Es wird Dir klar sein, daß das mit einer vergleichsweise sehr schrägen Instrumentenneigung wirklich gut nur funktionieren kann und ein Knickstachel nicht Bedingung aber sehr hilfreich ist.

Ich werde die Technik aber weder hier noch sonst wo versuchen rein schriftlich zu erklären, das muß man life zeigen und erklären ansonsten führt das nur zu Missverständnissen. Auch Rabbath sagt in seinen Lehrwerken dazu nichts Detailliertes, sondern zeigt es lediglich auf Fotos aber auch dazu muss jemand der etwas davon versteht einem erklären und direkt life zeigen, ich hatte damals Glück bei einem ehemaligen Rabbath Studenten kurze Zeit Unterricht zu bekommen. Wenn ich lediglich ein Backrezept zur Rabbath Technik auf Papier gehabt hätte, hätte ich das nie versucht bzw. wäre garantiert gescheitert (hätte heute mit 48 meine erste Hüftgelenkprothese und würde wie ein Militärmusiker klingen). So meine Erfahrung und darum nur soweit. Ciao Roland
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