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Zugeordnete Kategorien: Bassbau

restaurator Profilseite von , 06.04.2006, 20:14:04
tipps zur restaurierung
Tipps zur Restaurierung
Ich habe vor einem Jahr einen alten Kontrabass geerbt, aber ich kenne mich mit Musikinstrumenten nicht so richtig gut aus.
Bei der Restaurierung bin ich auf einige Probleme gestoßen, vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps für mich.
Auf dem Zettel im Korpus steht 1899 und das Holz hat leider mehrere Risse.
Hat so ein altes Instrument überhaupt noch einen Wert?
Der Lack hat an einigen Stellen so einen milchigen Schimmer, da
bin ich mit Lackspray drübergegangen, aber der blättert wieder ab, auch vorher anschleifen hat nichts genützt. Kennt jemand ein Spray, dass nicht blättert?
Da waren drei alte Darmsaiten drauf und eine Stahlsaite und der Steg war nicht mal festgeleimt, so habe ich dicke, alte Klaviersaiten draufgemacht, den Steg gut verleimt aber jetzt scheppert es im Korpus, wenn ich die dickste Saite spiele, das war vorher nicht, gehört das so?
Die Mechaniken sind aus Messing und lassen sich, nachdem ich sie mit Öl geschmiert hatte, alle gut drehen. Ich drehe immer so lang, bis nichts mehr geht, da ich nicht so genau weiß, wie man stimmt, habt ihr da einen Tipp?
Was mich wundert ist, dass sich die Saitenlage ständig verändert. Richtung Schnecke gehen die Saiten immer mehr weg vom Griffbrett und Richtung Steg
gehen sie immer mehr auf das Griffbrett zu. Vor einem Jahr war das noch genau umgekehrt. Im Profil gesehen ist der Hals Richtung Schnecke krumm und Richtung Steg gerade, vor einem Jahr war alles gerade. Kann man da was machen, dass das stabil bleibt?
Lohnt es sich bei so einem alten Teil noch, richtig zu investieren und einen Stahlstab in den Hals einzulassen und weiß jemand, wie man das macht?
Unten plumpste immer so eine Eisenstange raus, die habe ich so fest reingekloppt, dass sie nicht mehr stört, das war nicht so schwierig,
aber im Korpus hat jemand zwischen Decke und Boden eine Holzstange reingeklemmt, die inzwischen aussieht wie ein Flitzbogen (letztes Jahr war sie noch gerade), an dessen Außenseite sich das Holz langsam abspaltet, sollte ich die mal ordentlich verleimen oder sollte man sie besser rausnehmen?
Zum Schluss noch eine Frage zu den Rissen, die kleinen habe ich mit Pattex zusammengedrückt, das hält gut und geht schneller als mit Ponal, aber wie kriege ich die großen Risse (0,5mm Spalt) zu, mit Holzfüller zuspachteln oder mit riesigen Schraubzwingen zudrücken?
Über Tipps würde ich mich echt freuen, gerne auch im gegenseitigen Austausch!
Frank Wittich Profilseite von , 06.04.2006, 21:05:13
Das kann nur ein Aprilscherz sein.
Wenn nicht: Mein aufrichtiges Beilleid und Finger weg vom Bass.

Grüße
Frank

P.S.:
Zu Risiken und Nebenwirkungen deines Tuns fragen sie ihren Geiegnbauer.
Rolle Profilseite von Rolle, 06.04.2006, 21:35:26
jau, 6 Tage zu spät, der Kollege restaurator ist mit computer- und internetnutzung (oder forumsnutzung?) ebenso bewandert. nicht witzig! :(
gubi Profilseite von , 06.04.2006, 23:59:57
jedenfalls ein echtes stück literatur!

wow! eine derartige abhandlung über die annäherung an ein teil ist, wenn nicht gelogen, doch gut erfunden. jedem, der hier keine gänsehaut kriegt, ist nicht zu helfen.

gratuliere!
Horst Profilseite von , 07.04.2006, 12:10:16
Achtung, Restaurator!! In DIESEM Forum wird Humor ganzganz KLEIN geschrieben. Ab 5.45 wird zurückgelacht!!

Ein schöner Artikel. Hier noch einer:


..................... habe mir schon viele Instrumente selbst beigebracht und bin seit 18 3/4tel Jahren Ebassist, warum sollte das mit dem Kontrabass nicht auch ohne Lehrer und ohne Ahnung klappen? Ich habe mir schon Schuhwichse besorgt, damit mache ich mich schwarz, dann bekomme ich es auch ins Blut!!

Nachdem ich mir vom Restaurator meinen Bass habe einrichten lassen kann ich schon die erten zwei Lieder spielen. Ich weiss nur nicht, ob ich mit der rechten oder linken Hand greifen soll und ausserdem: wo überhaupt muss ich denn da greifen, vorne oder hinten? Ein Kumpel von mir war mal Bratscher (Frühverrentung wg. Alkohol), der hatte einen Zettel im Spind: Bogen rechts Bratsche links. Kann man das für den Bass auch so sagen?

Ich höre in mich hinein, mehrmals täglich, jetzt wird alles gut. Kann mir einer sagen, was ein Fingersatz ist? Ich sitze nämlich immer auf dem Hintern!! Habe versucht, den Bass mit den Fingern unterm Hintern sitzend zu spielen, das war garnicht so einfach. Aber ich sehe da eigentlich kein Problem. Es kommt auf die innere Einstellung an!!

Weil mein Ebass 5 Saiten hat, habe ich meinem Kontrabass auch eine 5. Saite spendiert. Leider kann ich sie nur zusammen mit der tiefsten Saite stimmen, sie sitzt ja auf dem selben Wirbel. Wie macht ihr das?? Oder werden die sogar gleich gestimmt?? Fragen über Fragen.

Dann liebes Forum, wüsst ich gerne, was ich üben soll. Eigentlich finde ich mich schon so gut zurecht, dass es einfach nur aus mir herausfliesst, wüsste aber gerne, wie man die Tonleiter spielt. Im Geschäft hatten sie gerade keine da, im Baumarkt gab es nur Aluleitern. Muss es wirklich eine Tonleiter sein? Das Material ist doch so brüchig!! Wäre eine Holzleiter nicht ideal? Der Bass ist doch auch aus Holz...............................


to be continued
jazzbass Profilseite von jazzbass, 07.04.2006, 12:12:22
hallo restaurator,

du hast alles richtig gemacht !

helmut
Christian Klein Profilseite von , 08.04.2006, 01:36:04
Sehr verkehrter Herr Horst!

Ich bitte, es heißt Fingersatz, nicht Fingersitz.
Ein ganzer Satz hat immer einen Anfang vor dem Schluss,
daran ist er zu erkennen.

Einen Leerer würde ich mir schon nehmen, denn ein Kontrabass
ist ganz anders zu tragen als ein E-Bass.

Die Seitenzahl ist nicht so wichtig. Ich habe immer zwei Seiten
übereinander, weil wenn eine reißt.

Ich würde dringend raten, bei Tonmann eine Tonleiter aus
Plastik zu kaufen. Die Mollleitern sind im Sonderangebot.

Ob Sie den Pass rechts oder links greifen, hängt davon ab,
wer Vorrang hat.

Bratschisten würde ich misstrauen - schon wegen dieses Geheim-Schlüssels.

Vom Üben würde ich dringend abraten. Besser ist es, ein Label
zu finden und weltberühmt zu werden.
Kalle Becker Profilseite von , 10.04.2006, 14:17:23
Hallo Restaurator,
gelungender Beitrag, aber eher als Komödie denn Tragödie gedacht. Die Geschichte könnte so enden: Beim Umbau des Basses in eine Minibar habe ich als ich die Decke von den Zargen mit ner Flex trennen wollte, vergessen die Klaviersaiten zu entspannen. Dies fühtre zu erheblichen Verletzungen.

Freundliche Grüße

Kalle Becker
laoh Profilseite von laoh, 17.04.2006, 22:50:55
Echt gutes Stück und wie im richtigen Leben leider sehr viel Wahrheit steck dahinter. In meine Laufbahn sämtliche ähnliche Reparaturen zu Gesicht bekommen. Den Artikel find ich lustig.

MfG laoh
Neuester Beitrag laoh Profilseite von laoh, 08.05.2006, 23:26:24
Lange nicht mehr vom restaurator gehört. Wurde wohl nicht Opfer sein Geschöpf?

laoh :-))
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