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Sololiteratur in Orchesterstimmung?

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Zugeordnete Kategorien: Klassik - Saiten - Stimmen & Stimmungen

Hen Profilseite von Hen, 12.01.2012, 11:22:22
Sololiteratur in Orchesterstimmung?

Hallo Leute,
in weniger als 2 Monaten ist es soweit, ich werde meinen Bass neu besaiten, es ist endlich Zeit und Gelgenheit dazu

Die letzten drei Jahre habe ich Solostimmung gespielt, mit Stahl umsponnener Darm, Gerold's "Drago" und bin insgesamt sehr sehr zufrieden mit den Saiten und dem Sound. Nachteil war aber immer, dass diese nicht in Orchesterstimmung spielbar waren, runtegestimmt fehlte A- und E-Saite einfach die nötige Spannung. Techniken wie Spiccato waren einfach nicht vernünftig ausführbar, regelmäßige Basswechsel waren die Folge. Und das bin ich nun leid!

Ich spiele meinen Bass sehr gerne, es ist ein tolles Instrument, und es bringt klanglich die Eigenschaften mit, auch im Orchester zu bestehen. Nun überlege Orchesterstimmung zu spielen. Von der Saiten möchte ich im Darmbereich bleiben, ein Traum wäre ja blanker Darm, aber das ist leider doch zu speziell und bei Orchestermuggen tue ich mir keinen Gefallen damit. Deswegen wird es wohl wieder ein umsponnener Darm werden, mal schauen was ich da so finden werde. Nun muss ich aber auch weiterhin Sololiteratur auf dem Bass spielen. Das heißt die Saitenlage muss schön flach bleiben (ein zusätzlicher Steg ist gepant um Sommer und Winter abzudecken) und klanglich muss der Bass noch hell genug bleiben um sich gegen das Klavier durchzusetzten. Ich denke das sollte das eigentlich kein Problem werden, der Sound ist schon immer sehr obertonreich gewesen, ich denke in Orchesterstimmung wird alles zu einem sehr ausgewogenem Verhältnis kommen, Tiefen wie Höhen.

Ich möchte euch hier mal nach euren Erfahrungen mit Sololiteratur in Orchesterstimmung befragen. Was gibt es da zu beachten? Gibt es Vorteile? Nachteile? Wie steht es zB mit Probespielen bei Orchestern? Ist es überhaupt vernünftig möglich zweigleißig zu fahren? 

Meine bisherigen "Forschungen" haben ergeben das in England die Orchesterstimmung viel öfter gespielt wird in der Sololiteratur, ebenso in Amerika. Wie ist es in anderen Ländern, also in den skandinavischen, in Frankreich und dem Osten Europas, also Polen, Russland, Tschechien, etc... Habt ihr da Erfahrungen?

Viele Grüße in die Runde!
Hen

Nille Profilseite von Nille, 12.01.2012, 12:25:59
Hallo! Ich spiete mittlerweile ausschlieslich orchesterstimmung. Der vorteil ist natürlich am gleichen bass, mit die gleiche saiten und stimmung alles spielen zu können. Orchester, kammermusik und solorepetoire.
Ich wohne in Scandinavien. Bei probespiele in Schweden ist fast immer orchesterstimmung gefragt, in Dänemark ist beides möglich. In Deutschland glaube ich dass solostimmung bei probespiele erwartet ist. Vielleicht kann jemanden dass bestätigen (oder eben nicht)?
Frank Profilseite von Frank, 12.01.2012, 12:49:15

 Hallo Hen,

es gibt schon viel Sololiteratur in Orchesterstimmung von Verlagen wie z.B.  IMC und Yorke (complete Bottesini) . Der Liben Verlag (Proto) gibt meist beide Versionen heraus.

Der beste Kompromiss waren für mich die Dragos mit dem Moser Steg, um den Zug über die Steghöhe zu erhöhen. Zur Zeit spiele ich Original Solo, diese eignen sich gar nicht für Orchesterstimmung, da zu dünn.

Ich glaub, ich muß mir doch noch einen Bass kaufen : einen für Solo, einen für Orchester und einen für Wiener Stimmung

Grüße

Frank

 

Langisch Profilseite von Langisch, 12.01.2012, 21:57:48

 Was die "Zweigeleisigkeit" bei Probespielen anbelangt, so ist es so, daß Orchester sich im allgemeinen darauf eingestellt haben, die Orchesterstellen in Solostimmung zu hören, und zwar von allen. Alles andere ist eher die Ausnahme, man ist eben dran gehört, es von der Tonhöhe her "falsch" zu hören.

Im Ausland ist es schon vorgekommen, daß das komplette Probespiel incl. Solowerken in Orchesterstimmung verlangt wurde (Arnheim glaub ich), oder aber, daß für die Orchesterstellen ein Orchesterbaß bereitgestellt wurde, auf dem sie dann alle spielen mußten (Aarhus..... ?!).

Die letzte Lösung fand ich irgendwie so als Idee gar nicht schlecht, aber sowas hat sich bislang noch nicht durchgesetzt in Deutschland.

Neuester Beitrag Bassta7 Profilseite von Bassta7, 12.01.2012, 22:31:24
Die meisten Solosachen bestehen jetzt in Orchesterstimmung. Entweder gedruckt oder handschriftlich. So habe ich z.B. Hindemith-sonate, Glière usw alles in Orchesterstimmung. Solostimmung genrauche ich nur noch wenn's wirklich nicht anders geht, z.B. Bottesini Gran Duo. Man kann von einem Geiger nicht verlangen dass er alles um einen Ton tiefer spielt, das geht auch einfach nicht. Aber ansonsten ist die Solostimmung meinetwegen ganz und gar überflüssig geworden. Alle wichtigen Stücke bestehen inzwischen in ziemlich oder sehr guten Ausgaben in Orchesterstimmung.
Bei uns im Orchester (Belgien) wird Solostimmung sowieso nicht zugelassen. Im Orchester spielt keiner in Solostimmung, es hat also wenig Sinn es bei einem Orchester-Probespiel zuzulassen.
Wir wollen einen Orchester-Bass hören, mit Orchesterklangcharakter. Solostimmung ist eine ganz andere Klangwelt, das hat mit dem klang den wir fürs Orchester suchen nichts zu tun.
Ich glaube das ist eine internazionale Tendenz, bin mir da aber nicht sicher.
Mir persönlich gefällt die normale Stimmung um Längen besser, auch in Solo-stücken. Mir ist der echte Bass-ton lieber. In Solo-stimmung kommt man allzu leicht in den Bereich der "hysterischen" Klanggestaltung. Aber wie gesagt, das ist einfach persönliche Geschmackssache.

Bassta7
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