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Arcus Bögen

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Zugeordnete Kategorien: Bogen & Streichtechnik

Michael Binder Profilseite von , 20.02.2005, 11:15:39
Arcus Bögen
Hallo.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit den Bögen von "Arcus" aus Carbonfiber.
Sollen wirklich ausgezeichnet sein, was man so hört.
Vielleicht hat die schon mal der Eine oder Andere gespielt von euch?
Gruss, Michael
Frank Wittich Profilseite von , 20.02.2005, 15:05:25
Hallo Michael,
spiele seit einiger Zeit einen ARCUS, und bin total begeistert. Keine Anspracheprobleme, transparenter Klang, leicht,... , laß dir doch einfach mal welche schicken. Es dauert ein wenig, bis man sich umgestellt hat, aber dann will man seine Holzbögen nur noch verkaufen!

Viele Grüße
Frank
karl Profilseite von , 20.02.2005, 19:38:05
ich habe 8 bögen von arcus probiert und habe mehrere mit super spieleigenschaften herausgefunden.leider war der klang inakzeptabel weil viel zu dünn.außerdem waren alle bässe(immerhin 4 stück,darunter zwei fünfsaiter)ein gutes stück leiser als mit meinem(zugegeben recht guten) holzbogen.auch solo war nicht viel zu holen ,weil einfach kein bezaubernder klang zu machen war.schade,die bögen waren so bequem!!! die umstellung auf die (gar nicht SO extrem leichten bögen) war ganz schnell gemacht.

man sollte beim kauf bedenken,daß der wiederverkauf sehr schwierig sein dürfte.

grüße karl
Frank Wittich Profilseite von , 23.02.2005, 12:11:48
Lieber Karl,
zuerst dachte ich auch, daß mein Baß am Ohr leiser klingt. Das liegt aber daran, daß die ARCUS weniger Nebengeräusche produzieren. Meine Kollegen finden mich jedenfalls nicht leiser.
Außerdem ensteht in der Gruppe ein extrem mischfähiger und genau deffinierter Klang. Gerade bei klein besetzten Werken oder Kammermusik finde ich den Arcus sensationell.
Übrigens habe ich mit meiner Frau, ebenfalls Profimusikerin einen Blindtest durchgeführt: 1 und 2 Platz ein Arcus, 3.Platz mein durchaus geiler Goldbogen.

Viele Grüße
Frank
dr.bigbass Profilseite von dr.bigbass, 27.12.2013, 20:34:25

Hallo, durch einen der letzten Beiträge hier bin ich im Teaxt auf die Arcus Bögen gestoßen...Sie werden zwar in einigen Posts erwähnt, aber dies scheint der einzige "tree" zu sein, der sich ausschließlich mit den Bögen beschäftigt. Ich wollte daher mal fragen, ob es seit 2005 weitere Spieler gibt die positives oder auch negatives berichten können...

Uli Profilseite von Uli, 27.12.2013, 22:35:35

Hallo drbigbass,

nach einigen Billigbögen ( < 50 €) habe ich mir vor einigen Jahren einen Arcus Veloce (deutsche Griffweise) geleistet. Das war natürlich schon ein gewaltiger Unterschied! Mein Basslehrer meinte immer wieder, die Stange sei zu steif. Naja, ich war und bin Anfänger: Für mich ist er toll. Einen Vergleich zu einem guten (und teuren) Holzbogen habe ich nicht.

Zuletzt beklagte ich mich hier, daß ich mich im Konzert in einer kleinen Kirche überhaupt nicht gehört habe, und jemand meinte, mit Carbonbögen sei es schwieriger, sich zu hören. Ich habe das nächste Konzert dann mal mit meinem JAK Bogen gespielt. Aber irgendwie liegt der Veloce besser in der Hand...

HerrK Profilseite von HerrK, 27.12.2013, 22:38:33

Hallo,

ich habe 5 Arcus Bögen zwischen 2.000 und 6.000 € getestet verglichen mit 3 Oubrecht und 2 Pfretzschner zwischen 2.000 und 3.000 €.

Wir haben die Bögen mit 4 Studenten getestet, auf verschiedenen Instrumenten und alle waren sich mehr oder weniger einig, dass die Arcus keine Chance haben. Keine Ansprache, kein direkter Klang.

Der Ton war zwar irgendwie angenehm, aber in einem großen Saal solo wesentlich weniger durchsetzungsfähig.

Nebengeräuschärmer kann ich nachvollziehen, allerdings war es für uns auch unmöglich soetwas wie Attack oder scharfe Artikulationen ordentlich zu spielen.

Die Leichtigkeit ist angenehm und das Handling auch. Was karl in seinem Beitrag schreibt würde ich ohne weiteres so unterschreiben.

Grüße,
K

PS: Ich rate testen auf alle Fälle, allein weil es den Erfahrungshorizont erweitert. Die Bögen sind handwerklich in Ordnung und der Klang ist brauchbar. Ich bezweifle allerdings ob er auch für einen klassischen Musiker, der Probespiele bestreiten möchte, brauchbar ist, da es dort halt eine gewisse Erwartungshaltung an den Klang gibt.

Uli Profilseite von Uli, 30.12.2013, 15:29:03

Hauptsächlich hatte ich gedacht, mit einem Arcus kann man nicht viel falsch machen: Ein technisches, erprobtes Produkt. 900 € für den Veloce waren für mich schon nahe der Schmerzgrenze.

Von Bögen aus Holz habe ich nun überhaupt keine Ahnung. Es gibt sie von 40 € bis- ja, selbst die Chinesen bieten welche bis zu  3500 € an. Die Spanne, übers Ohr gehauen zu werden, scheint mir riesig groß. Gut, wenn ich 2800 € für einen Dölling ausgebe, werde ich wohl auf der sicheren Seite sein, ein gutes Produkt gekauft zu haben. Aber so viel Geld habe ich nicht. Einen gebrauchten Markenbogen? Wird -durchaus möglich- gefälscht sein.  Einen Schlangenholz Chinesen für 200 €? Das ginge schon...

Für welche Bögen habt Ihr Euch entschieden, liebe Kollegen?

Grüße, Uli

HerrK Profilseite von HerrK, 30.12.2013, 16:26:17

"Hauptsächlich hatte ich gedacht, mit einem Arcus kann man nicht viel falsch machen: Ein technisches, erprobtes Produkt."

Wieso kann man mit dem nicht mehr falsch machen, als mit jedem anderen? Und was ist an den Bogen technisch erprobt?Am besten einfach mehrere testen und selbst herausfinden was am besten klingt und in der Hand liegt, statt sich von Namen leiten zu lassen.

Schöne Grüße,
K

LowB Profilseite von LowB, 30.12.2013, 16:23:27

Hi Uli!

"Einen gebrauchten Markenbogen? Wird -durchaus möglich- gefälscht sein.  Einen Schlangenholz Chinesen für 200 €? Das ginge schon..."

Zu den Markenbögen: Nicht immer das schlechteste von den Mitmenschen annehmen, aber auch von renommierten Namen gibt es Bögen, die den geforderten Preis nicht im entferntesten wert sind - ich denke da an so manchen Pfretz... Bogen aus DDR-Produktion. Und einen Bogenbauer "F.C.Pfretzschner" (welch "zufällige" Namensgleichheit) gab es nie, das war vor ca. 30 Jahren mal eine Hausmarke von GEWA. Man sollte sich beim Gebrauchtbogenkauf schon etwas auskennen.

Zum Schlangenholz-Chinesen habe ich zuletzt am 01.11.d.J. im Thread "zu viele Haare" etwas geschrieben. Schwer sind die Dinger und etwas schlampert verarbeitet. Kann man aber richten lassen, ich bin mit meinem so vollauf zufrieden, daß ich nicht den geringsten Anlaß sehe diesen Bogen zu tauschen. Wenn ich mit dem 4000,-- € Schlangenholzbogen meines Lehrers spiele, stellt sich bei mir keinerlei Aha-Effekt ein.

Zu den arcus-Bögen kann ich nicht viel sagen, habe nur ein Mal einen (Veloce) ausprobiert. Kühl im Klang und (mir zu), von der Stange her, hart war mein Eindruck. Konnte die Kühle des Klangs im direkten Vergleich zu Holzbögen aber bei Geigenbauern und Orchestermusikern schon mehrmals mit Geigen und Celli bestätigt finden. Und der Herr Müsing (arco) klopft ja auf seiner Homepage ganz schön auf den Putz, manche Aussagen kommen mir schon verdächtig nach Voodoo vor.

Grüße

Thomas 

HerrK Profilseite von HerrK, 30.12.2013, 16:31:44

Übrigens heißt es wenn ich mich recht entsinne

der Bogen, die Bogen

außer man meint Papierbögen, etc...

Habs aber auch nicht korrekt verwendet.

LowB Profilseite von LowB, 30.12.2013, 16:44:05

Bogen - Pluralformen Bogen oder Bögen. Erste Form bevorzugt nördlich des Weißwurstäquators, die zweite Form vornehmlich in Süddeutschland, Österreich, Schweiz. Unabhängig von Papier und Schlangenholz. (Was sagt man über die Badener: Sie können alles (?) - außer Hochdeutsch wink_smile.)

Vergleiche auch schlampert und schlampig...

Frank Profilseite von Frank, 30.12.2013, 16:49:11

"Was nix kost, is nix wert" - Arcus ist etwas hochpreisig, dafür hatte ich noch nie Probleme mit Verarbeitung und Service. Hingegen der Ymak Bogen, den ich für eine Schule angeschafft hatte, löst sich mittlerweile auf.

Ich vermute stark, das es in der Karbon Qualität (Plastik?) und im Know-how erheblich Unterschiede gibt. Und 900€ für einen Veloce find ich erschwinglich.

Bassta7 Profilseite von Bassta7, 30.12.2013, 19:04:00

Liebe Kollegen,

 

Ich habe ziemliech viele Bögen, darunter zwei von Arcus : ich weiss nich ganz genau wie die heissen, damals hatten die Namen, jetzt Nummern glaube ich. Es sind die zwei teureren Modelle, einer hat 2.500 gekostet, der andere 1.900. Ich habe damals 6 Arcus probiert, muss sagen dass der Preisunterschied sich meinetwegen nicht in der Qalität wiederspiegelt hat. Der "billigere" ist für mich eigentlich auch der bessere. Daneben habe ich Top-bögen aus Fernambuk und Schlangenholz, aber auch einen sehr billigen China-Bogen den ich hier auf Geba erworben habe, der aber vorzüglich gebaut ist und allerbeste Spieleigenschaften hat. Alle Kollegen die den Bogen gespielt haben, haben ihn mindestens 10 mal teurer geschätzt als was er gekostet hat.

Zu Arcus kann ich nur sagen das die zwei Bögen sehr, sehr gut sind. Sie spielen sich wie von selbst und sind äusserst angenehm im Orchester sowie auch Solo. Wie bei Holzbögen klingen sie auf einem Bass besser als auf einem anderen, vielleich ist das mehr ausgeprägt wie bei Holz. Der teure Bogen klingt wunderbar mit einem eher bassigen Instrument. Dann bekomme ich einen sehr schönen, vollen Ton mit viel Tiefbass und mit Klarheit. Auf einem helleren Bass ist es dann des Guten zuviel und wird es zu scharf. Der andere Arcus ist da weniger extrem und klingt auf den meisten Bässen ser gut.

Im Orchester sind beide sehr gut ortbar, was zum Spielkomfort beiträgt. Was ich schätze ist die "Bahnfestigkeit" auf der Saite. Holzbögen haben da oft ihren eigenen Charakter, und tun manchmal was sie wollen. Die Arcus Bögen machen da eher nur was der Spieler will. Das kann man als positiv oder als negativ bewerten. 

Trotzdem bleibt der Billigchinese mein liebster Bogen... Orchester, Bottesini, alles geht und alles klingt. Hat 20 mal weniger gekostet. Es gibt noch Wunder.

 

Guten Rutsch !

 

Liebe Grüsse

 

Bassta7

Uli Profilseite von Uli, 30.12.2013, 19:49:46

>>Auf einem helleren Bass ist es dann des Guten zuviel und wird es zu scharf.<<

Ja, mein Veloce neigt auch schon mal zu metallisch scharfen Klängen- im Gegensatz zu meinem Holz Billigbogen. Aber das ist das, was >ich< höre. Wie das sich vier Meter vor dem Bass anhört, weiß ich leider nicht. In dem Zusammenhang: Nach Möglichkeit möchte ich gerne mit Bass und Bogen am (hoffentlich stattfindenen) nächsten Treffen in der Frankfurt-Mainzer Gegend teilnehmen.

Ich habe übrigens auch sechs Arcus Bögen ausprobiert. Allein schon aus finanziellen Gründen stand das Ergebnis des Tests aber  vorher fest.

Viele Grüße, Uli

LowB Profilseite von LowB, 30.12.2013, 20:33:53

Hi Bassta7!

Sehr informativer Beitrag, danke xyxthumbs.

Habe mal versucht die Typenbezeichnungen von arcus zuzuordnen: Neuer Name, aktueller Preis in €, alter Name - soweit möglich (S6 wäre eigentlich Cadenza Silver, hieß aber Concerto) und ohne Gewähr:

S3    980 Veloce

S4  1.600 Sinfonia

S6  2.600 Concerto

S8  5.500 (gibt's noch nicht so lange, würde einem Cadenza Gold entsprechen, den es zunächst nur für Quintstimmer gab)

Und Deinem letzten Absatz kann voll zustimmen, wenngleich es sich wohl weniger um ein Wunder handelt, man braucht bei den Chinabögen auch einfach etwas Glück. Kann man aber haben.

Yita etwa offeriert bei Ebay derzeit einen Master Schlangenholzbogen für ca. 440,-- € (plus Steuer und Zoll), der sieht meinem von der Holzqualität recht ähnlich. Könnte verdammt gut sein. Nur die Umwicklung löst sich auch schon wieder am Daumenleder. Schlampig, pardon, schlampert wink_smile.

Auch von mir Wünsche für einen guten Rutsch!

Thomas

 

4saiter Profilseite von , 31.12.2013, 13:27:54

Hallo in der Rund,

ich spiele ein Arcus Sinfonia und bin damit sehr zufrieden. Als ich auf der Suche nach einem passenden Bogen für mich war, habe ich mir vom Geigenbauer meines Vertrauens mehre Bögen geben lassen, mit der Bitte, die Preisschilder vorher zu entfernen. Eine weitere Vorgabe war mein Preislimmt von 1500€ und der Froschform. Es war alles dabei. Unterschiedliche Gewichte, Schülerbogen, Meisterbogen, Holz, Carbon, weißes- & schwarzes Haar. Die Bögen konnte ich mehrer Tage in Ruhe anspielen und testen. So bin ich zu meinem Bogen gekommen. Ich spiele aber auch noch mein alten Knüpel. Das ist ein Holzbogen, relativ schwere. Der Name Knüpel kommt vom Geigenbauer. Er hat ihn so bezeichnet, als der Bogen ein neuen Bezug bekommen hat. Beide möchte ich nicht missen. Jeder hat sein guten Klang.

Ich denke man kommt nicht umhin die Bögen selber auf seinem Kontrabass zu spielen. Zu unterschiedlich sind die Kontrabässe, die Saiten, die bevorzugte Haltung, Druck etc..

Antesten, mit Zeit und Ruhe. Da zählt nicht was im Katalog oder im Web steht, sondern nur das eigene wohlfühl Gefühl.

Oder wie mein Kontrabasslehrer sagt: Wer gut klingt, hat recht....

Liebe Grüße

Holger

 

Brain Profilseite von Brain, 13.02.2014, 08:43:47

Ich habe mir den neuen S4 zugelegt. Ich hatte zum vergleich einige Holzbögen in gleicher Preisklasse liegen, die mit meinem Instrument (Björn Stoll 5-Saiter) undefiniert und eher schwach klangen. Der günstigere S3 klang mir auch zu kühl und vor allem in den höheren Lagen etwas eindimensional. Der S4 dagegen brachte eine deutliche Verbesserung mit sich.

Gute Bogenkontrolle, reichhaltiger Klang, klare Artikulation, gute Lautstärke. Aber vor allem ist die Ansprache selbst auf der H-saite ungemein schnell und deutlich. Ich würde auch sagen, dass der Bogen für eher hell klingende Instrumente etwas zu hell sein wird, was den klang dünn macht. Mein Instrument ist dagegen eher Bassig im Grundsound, da ergänzt sich Bogen und Bass perfekt. Im Orchester kann man damit schon richtig Danpf machen.

Letztlich müssen Bogen und Bass (und Spieler) zusammenpassen.

 

Viele Grüße,

Brain

Neuester Beitrag Uli Profilseite von Uli, 15.02.2014, 10:40:48

Ich habe nun Gelegenheit, den Arcus Veloce mit einem 'Meisterbogen *Egidius Dörfler*** ausgiebig zu vergleichen.

Aussehen: Der Veloce wirkt auf mich viel 'wertiger'. 

Handhabung: Der Dörfler Bogen kommt mir leichter vor; er hält sich bequemer, auch, weil das "Froschmaul" (sagt man so? :-) nicht so eng ist wie bei dem Veloce Schlangenholzfrosch.

Klang: Hier steht nun eine neue Behaarung beim Dörfler Bogen gegen eine abgespieltere beim Veloce. Der Dörfler Bogen ist sanfter und wärmer im Klang. Der Eindruck gilt aber nur für mich als Streicher; wie andere drei Meter von dem Bass das wahrnehmen, weiß ich nicht.

Mein vorläufiges Fazit: Der Dörfler Bogen ist angenehmer in der Handhabung, entwickelt aber mit der Handwärme einen unangenehmen,leicht stechenden Geruch. Den Klangunterschied möchte ich erst abschließend beurteilen, wenn der Veloce auch neue Haare bekommen hat. Und ja.: Sehr viel schöner sieht der Veloce aus.   1

Grüße, Uli

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Zuletzt aktualisiert von Besucher am 18.10.2019, 18:30:52.