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Zerlegbare Chinabässe

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Zugeordnete Kategorien: Bassbau - Reisen

ingo62 Profilseite von ingo62, 19.10.2009, 09:49:44
Zerlegbare Chinabässe

 Hallo,

zufällig in der Bucht gesehen:

Viersaiter

Fünfsaiter

Kenne weder das Produkt noch den Anbieter.

Wollte ich mal so wertfrei hier zeigen, wahrscheinlich nur was für Mutige..

Die Idee ist ja nicht neu, aber der Preis..

Viele Grüße

Ingo

 

Pollux Profilseite von Pollux, 19.10.2009, 13:03:52

Guten Morgen Ingo62,

schon beim genaueren Studium der Detailfotos sind größte Zweifel an einer Zuverlässigkeit dieses "Reisebass"-Systems angebracht. Die Materialanforderungen an die speziellen Bauteile, aufgrund ihrer im Einsatz zu erwartenden hohen physikalischen Belastungen , sehe ich hier überhaupt nicht erfüllt! - bei der vorhandenen Preiskalkulation m.E. auch absolut unmöglich. Schau mal dagegen z.B. den zerlegbaren Christopher/Eminence-Kontrabass, den Dominik-Hufnagl- oder Tobias-Pöhling-Reisekontrabass an, diese Instrumente erscheinen doch im Gesamtkonzept,  der gezeigten hochwertigen Verarbeitung und den bereits vorhandenen, teilweise langjährigen positiven praktischen Erfahrungen, aus einer vollkommen anderen Qualitätswelt.

Meine Güte, ich will mir gar nicht ausmalen, in welch instabiler Statik sich ein zerlegbarer Kontrabass des von Dir entdeckten Herstellers nach einer Handvoll Gigs präsentieren wird - der arme Spieler! Du hast natürlich vollkommen Recht mit Deiner Feststellung: ...."aber der Preis ist neu". Für mich lege ich's trotzdem im gedanklichen Fach  "Kuriositäten, oder Dinge, die niemand braucht" ab.

Herzlichen Gruß &schönen Tag, Pollux

 

 

Ted Profilseite von , 19.10.2009, 14:21:04
Zugegeben Pollux,
das sieht alles, äh, "interessant" aus, aber es scheint mir für eine Klientel gedacht, die ansonsten einen Bass pro Jahr wegschmeisst. Ich habe auf einem großen Konzert einen mit der Stichsäge zerlegten Bass gesehen, von dem zwecks Mitnahme im Handgepäck auch noch die Schnecke abgesägt war, das Ding klang für die Musik (es war Psychobilly) völlig akzeptabel. So ein Gerät ist dann natürlich in einem Kalenderjahr ruiniert, aber mit der Gage eines Gigs wird dann ein neues Teil gekauft. Mir sind diverse Bassisten bekannt, die ihre Geigen in ganz Europa bei Bekannten parken, damit sie bei Touren in der Gegend eine parat haben (Rekord, von dem ich weiss: sieben Stück). Die werden dann natürlich von allen möglichen Bekannten usw. ebenfalls benutzt und haben auch keine große Lebenserwartung. Das das letztendlich mit Nachhaltigkeit und Instrumentenkunst nichts zu tun hat, ist klar. Es ist aber wohl eher dieses Feld, das Herr Ma beackern kann/will. Wenn dadurch ein Bass etwas weniger schnell zerschrotet wird, ist m.E ok. So ein Ding würde ich mir auch für den Preis kaufen, wenn mir auch nicht klar ist, wieso ein ausgesprochenes Klassikmodell wie der 5-Saiter angeboten wird.
Gruß Ted
Ceperito Profilseite von Ceperito, 19.10.2009, 17:20:36

 Hallo Ted,
mich freut Dein erklärender Beitrag.
Klar hat gute Qualität seinen Preis, aber nur aufgrund von Fotos ein Produkt so pauschal zu (vor-)verurteilen, wie es Pollux und Bassknecht getan haben, scheint mir ein wenig zu unterkomplex.
...und das mit dem Fünfsaiter leuchtet mir auch nicht ein.
LG Jan

bassknecht Profilseite von bassknecht, 19.10.2009, 19:10:44

Wenn es keine weiteren Informationen gibt ausser Fotos, und man keine konkrete Kenntnis hat, woran soll man sich sonst orientieren? Ich habe mich eher allgemein zu Klappinstrumenten geäussert und hier gesehen (das kann man gut erkennen), das diese Dinger keine Schwalbenschwanzführung haben. Darauf habe ich hingewiesen, das ist nicht pauschal sondern höchst konkret. Was man dort sieht ist ein erheblicher Konstruktionsnachteil für den jeder Tischler und jeder Konstrukteur durch die Gesellenprüfung rasseln würde. Wer glaubt die dort präsentierte technische Lösung für die Halsverbindung könnte funktional sein, soll es mir erklären. Was hälst Du denn von dem Teil? Roland

Ceperito Profilseite von Ceperito, 19.10.2009, 19:14:51

 "Was hälst Du denn von dem Teil? Roland"

Billig und nicht lange haltbar - genau das, was einige (wie Ted es beschrieben hat) suchen: Ein relativ kurzlebiges "Einwegteil".
LG Jan

Pollux Profilseite von Pollux, 19.10.2009, 20:40:05

'n Abend Jan,

was bedeutet für Dich "unterkomplex" - mir ist dieses Adjektiv wirklich fremd, und so kann ich nicht auf Deinen Vorwurf reagieren.

Hast Du Dir die angebotenen Detailfotos auf dem Monitor vergrößert und dann kritisch nach Leimfugen, Führungsschraube und deren Bohrung, sowie hölzernem Schwalbenschwanz geschaut? - ich sehe darin meine vorher formulierte Einschätzung durchaus belegt. Wie, bitte schön, soll der angebotene Reisekontrabass darüber hinaus die in der Psycho- / Rockabillyszene selbst häufig als besonders rauh oder heftig beschriebenen Spiel- und Kletterweisen seines zukünftigen Slappmaster überstehen?

Zugegeben: es war mir tatsächlich nicht bewußt, dass es eine Kundengruppe wie von Ted beschrieben gibt, die solche Instrumente u.U. als reine Wegwerfprodukte betrachtet bzw. nutzt. Aber doch dann nicht ernsthaft eine komplette Spielsaison lang, sondern lediglich für die Dauer von ein paar wenigen Jobs - inkl. Transport hin, Auf-, Abbau, Show, Abbau, Transport zurück oder auf der Tour weiter zum nächsten Spielort.

Schönen Abend & Grüße an alle, Pollux

Ceperito Profilseite von Ceperito, 20.10.2009, 07:57:51

 Hallo Pollux,
"unterkomplex" (=etwas einseitig) war eine spontane Wortschöpfung, mit der ich die Schärfe aus meinem Beitrag herausnehmen wollte,
das ist mir offensichtlich nicht gelungen.
Ted hat ja weiter oben schon beschrieben, daß es sehr wohl Kollegen gibt, die mit dem Preis/Leistungsverhältnis des Produktes gut bedient sind.
LG Jan
 

Pollux Profilseite von Pollux, 20.10.2009, 13:24:38

 Moin Jan,

alles klar - verstanden!

Gruß vom Pollux

Ted Profilseite von , 20.10.2009, 10:00:21
Hallo Kollegen, noch ein Blick in den Sumpf gefällig? Bitte...

Der von mir beschriebene Bass war durch einen lediglich mittig mit einem Querschnitt (zur Durchführung der Schraube) versehenen Stichsägenschnitt am Hals durchtrennt. Völlig unprofessionell. Hielt aber trotzdem, wobei man sah, das es nicht ewig halten würde. Wenn man nun beim großen T so ein Ding für 400.- ordert und es 15 bis 20 Gigs hält (das wäre dann für Profis nur eine halbe Saison), liegt man bei ca. 20 Euro Abschreibung pro Gig, das ist das Niveau der Verpflegungspauschale. Das rechnet sich sogar halbjährlich, so abgefeimt es auch klingt. Wenn man nun ein zerlegbares Instrument für einen Hunderter mehr bekäme, wäre das eine Alternative.Die Chinesen machen nichts, was sich nicht rechnet. Mal sehen, wann die Dinger hier auf dem Markt auftauchen, ich hab schon was läuten hören.Im Übrigen muss ich immer lachen, wenn ich von diesen Bassturnnummern höre, ich habe sowas in den letzten 10 Jahren bei keinem Konzert, auf dem ich war, von Profis gesehen. Tritte, Werfen, Umfallen, ja, aber dieses Haleymäßige Aufentern klappt bei 3/4 Bässen doch nur bei Liliputanern, sonst bricht der Stachel ab, den man für eine brauchbare Haltung nun mal benötigt. Kann sein, dass das bei den Schaukapellen üblich ist, aber nicht in meinem Teil der Szene, hier leidet eigentlich immer der Korpus, selten der Hals. Übrigens, und damit wirklich genug davon, habe ich unlängst einen Bass gesehen, in den unten ein LP-großes Loch gesägt war: Als zusätzlicher Tragegriff und Staufach für Kabel, Handtücher usw.. Der Bass war das Case war der Bass...
Hoffe, nicht gelangweilt zu haben...
Ted Harbeck
Pollux Profilseite von Pollux, 20.10.2009, 13:22:16

 Moin Ted,

keine Langeweile bei mir aufgekommen - im Gegenteil. Bin beim Lesen Deines Beitrages, mit Beschreibungen aus einer Musik- bzw. Musikerszene, die mir fremd geblieben ist.,  von Dir sehr kurzweilig unterhalten worden! Zudem gab's darin ja auch nachvollziehbare Rechen- und Kalkulationsbeispiele, die durchaus argumentative Kraft für eine vielleicht zukünftig größere Marktpräsenz der gezeigten Zerlegbaren aus China besitzen. Ich habe damit überhaupt nichts am Hut und die Vorstellung, den Kontrabass im Sinne eines dramatisch kurzlebigen Wegwerfproduktes einzusetzen, sprengt meine Vorstellungskraft.

Herzlichen Gruß & einen schönen Tag, Pollux

bassknecht Profilseite von bassknecht, 19.10.2009, 14:52:46

Das Prinzip ist natürlich (wie sollte es auch anders gehen) wie beim eminenz, nur das bei dem Teil hier eine vernünftige Schwalbenschwanzführung fehlt, was sicher ein Konstrunktionsnachteil ist. Ob sowas nun vernünftig gemacht ist oder nicht (die anderwen Zerlegbaren habe ich noch nicht gesehen), scheint es mir fraglich ob eine wirklich stimmstabile Situation mit den Instrumenten schnell und einfach auch von technischen Laien hergestellt werden kann, und wie die Saiten das auf Dauer mitmachen.

Ich finde es gibt zwei grosse Wünsche im Zusammenhang mit Kontrabassspielen, erstens es muss schnell erlernbar sein, keine Mühe und keine Blasen machen arco und pizz gleich gut funktionieren und nicht viel kosten, zweitens  das Instrument darf auch mit Zubehör (Verstärker ec) nicht viel wiegen, nicht viel Raum einnehmen transportfreundlich und haltbar sein und auch noch gut klingen. Das sind alles Dinge von denen ich glaube sie bleiben für alle Zeiten Illusionen. Ich rate zu "Finger weg", hier wird oft Bauernfängerei betrieben. Ciao Roland

Scheppertreiber Profilseite von Scheppertreiber, 19.10.2009, 18:04:19

 299 $ + 240$ Fracht. Dazu noch 19% Einfuhrumsatzsteuer = schon kein "Schnäppchen" mehr ... Von Lieferzeit keine Rede.

Die Herren aus China sind begnadete Kopisten. Von Geigen bis Motorrädern wird alles optisch perfekt nachgebaut - nur hapert es öfter mal an den inneren Werten.

Ob das große Lager die eigene Firma ist kann auch kein Mensch wissen.

jlohse Profilseite von jlohse, 19.10.2009, 19:16:39

Wo Du schon am rechnen bist: 4% Zoll kommen dann auch noch drauf.
Übrigens ist das Griffbrett aus Hartholz, nicht Ebenholz, wie weiter unten zu lesen.

BassAlex Profilseite von BassAlex, 07.11.2009, 02:18:53

 mal ganz naiv gefragt:

kann man sich nicht einen ganz normalen chinabass kaufen und darauf warten dass das zerlegen von selbst passiert?............

jlohse Profilseite von jlohse, 07.11.2009, 10:27:58

 weil das bei „ganz normalen Chinabässen“ nicht passieren wird.
Sondern nur bei Bass-Atrappen, die weniger kosten als man vernünftigerweise für einen Bass ausgeben sollte, wenn man eine gewisse Qualität erwartet. 

Neuester Beitrag Pollux Profilseite von Pollux, 07.11.2009, 12:43:31

 Das kann man vielleicht, aber damit lösen sich doch nicht die permanenten Transportprobleme, deren praktische Lösung bei der Erfindung des "zerlegbaren" Basses wohl im Vordergrund stand bzw. steht!

Schönes Wochenende, BassAlex, & herzliche Grüße  in's Forum

Pollux

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