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Audio Sprockets Tone Dexter

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Zugeordnete Kategorien: Pickup & Mikrofon

ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 13.01.2018, 23:42:09
Audio Sprockets Tone Dexter

Guten Abend, mich würde mal interessieren, ob einer der hier (mit)lesenden das Gerät mal in den Griffeln hatte:

ToneDexter

Klar, man kann quasi täglich irgendwas neues kaufen für die Kontrabassverstärkung, es wird auch alles immer besser obwohl früher alles noch besser war, aber diese Kiste verfolgt zumindest auf dem Papier einen ganz anderen Ansatz: Man mischt nicht einfach ein Mikro mit einem Piezo, was oft zwar gute Ergebnisse, aber auch die bekannten Probleme mit sich bringt, sondern man bringt dem Gerät zu Hause in aller Ruhe bei, wie z.B. der Bass mit Mikro klingt im Verhältnis zum Piezo, und unterwegs reicht der Piezo, um den Mikrofonsound zu rekonstruieren.

So in etwa. Fishman Aura gibt´s schon ne ganze Weile für alle möglichen Gitarren, mit Images, die bei Fishman gemacht werden müssen, das funktioniert auf jeden Fall sehr gut (mit Gitarre). Der ToneDexter macht seine Images selbst, und zwar von exakt meinem Instrument mit dem Mikrofon meiner Wahl. Falls das so klappt. Der Pickup wäre ab dann jedenfalls mehr oder weniger vollkommen egal. Modelling ist so neu nicht, die Rechner werden besser, die Wandler schneller u.s.w..

Talkbass kommt aus dem Schwärmen nicht raus, das ist bei denen aber immer so, Amerikaner sind anscheinend Gear-Junkies. Vielleicht hat ja hier schon jemand testen können.

 Howdie!

16fuss Profilseite von 16fuss, 14.01.2018, 23:13:51

 

Das würde mich auch interessieren!

Ich traue der Sache allerdings nicht so viel zu. Andererseits: Digital ist besser!i

ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 16.01.2018, 20:01:28

 

Auf jeden Fall ist digital besser, das weiß man ja! Und in der Schweiz gibt es die Post. Die bringt mir das einzige derzeit in Europa verfügbare Teil vorbei. Selbst in den USA gibt es keine z.Zt., alle weg, man wartet auf die nächste Lieferung. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Dantschge Profilseite von Dantschge, 16.01.2018, 13:34:14

Ich vermute, dass es sich um eine ähnliche Technologie wie bei einem Kemper Profilingamp handelt, nur etwas reduziert in den Funktionen und etwas handlicher. Der Kemper wird übrigens sehr gelobt.

Ich hab gerade den großen "T" angeschrieben, dass er sich um den Import kümmern soll. Auf der HP von AudioSprockets ist derzeit in Europa nur ein schweizer Musikgeschäft aufgeführt, in dem man den ToneDexter ausprobieren kann. Bei Amazon gibt es noch keine Angebote. Wahrscheinlich dürfen wir noch etwas warten, bis wir einen ToneDexter in D bestellen und antesten können.

mattes Profilseite von mattes, 17.01.2018, 21:45:40

Christoph ich bin gespannt was du zu berichten hast!

Schönen Gruß in die Nachbarstadt

midioma Profilseite von midioma, 19.01.2018, 15:32:03

Ich habe auch nur die Diskussion bei Talkbass verfolgt. Da ich mich aber mal intensiver mit digitaler Signalverarbeitung beschäftigt habe, kann ich ziemlich sicher sagen, dass hier nicht nur ein Equalizer arbeitet (wie in vielen Modellern), sondern offenbar eine umgekehrte Faltung (engl. Deconvolution) gemacht wird. Das wird beispielsweise auch beim Entfernen von Hallfahnen eingesetzt (dort fehlt aber in der Regel eine Impulsantwort und das Rauschen stört, so dass die Ergebnisse dort eher mäßig sind).

So übermäßig enthusiastisch finde ich die Diskussion auf Talkbass auch nicht. Es ist sicher wert dort hineinzuschauen. 

Man sollte auch bedenken, dass wenn der Lautsprecher das gleiche wie beim Mikrofon abstrahlt, dieses auch in gleicher Weise beim Bass ankommt. Der Unterschied ist, dass beim Tone Dexter die Decke durch den Luftdruck erregt wird, von dieser die Schwingung bis zum Tonabnehmer wandert und dabei einer gewissen Dämpfung unterliegt (die aber zumindest teilweise durch Verstärkung und Klangformung ausgeglichen wird), während beim Mikrofon der Luftdruck direkt auf die Tonmenbran des Mikrofons wirkt.

Dadurch wird die Abnahme mit Tonabnehmer und Tone Dexter zwar weniger anfällig für Rückkopplungen sein als ein Mikrofon, aber nicht so viel, wie der Tonabnehmer ohne Tone Dexter.

Auf Erfahrungen des Tone Dexter mit Kontaktmikrofonen bei Talkbass warte ich noch, vielleicht gibt es inzwischen auch schon welche. 

ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 20.01.2018, 00:06:57

Kurze Wasserstandsmeldung:

Der Adler ist gelandet und funktioniert! Was ich auf die Schnelle sagen kann: Es gibt keinerlei spürbare Latenz, immerhin muss da ja gewandelt werden. Ich habe mit meinem "Gurkenbass" mal eben rasch eine wavemap (so nennen die das) erstellt mit einem Rode M3 einfach knapp davor in Steghöhe mit leichtem Schlag Richtung hohes F-Loch. Die Unzulänglichkeiten dieses Instrumentes - auf Aufnahmen erkennbares Pegelabsacken zwischen leerer A-Saite und dem C# eine Terz höher - werden vom Pickup normalerweise ausgebügelt, das fällt jetzt weg, das Mikro hat gehört, dass die Kiste in dem Bereich schwächelt und das auch so gespeichert.

In den nächsten Tagen werde ich mal verschiedene Mikros und Positionen durchchecken (alles eher günstige Geräte) und vor allem klären, ob das erreichte Ergebnis überhaupt in der Livesituation nutzbar ist. Nützt ja nichts, wenn das auf dem Kopfhörer gut klingt, auf dem Bandstand in der Form aber nie ankommt. 

Grüße!

Dantschge Profilseite von Dantschge, 21.01.2018, 13:07:22

Hallo Christoph,

ich habe beste Klangergebnisse von Kontrabassaufnahmen mit (fast allen) meinen dynamischen Mikrofonen erhalten, weil diese die kontrabasstypischen Tiefmitten so schön einfangen und dem Kontrabassklang eine für mich wunderbar holzige Note geben. Ggf. musst Du zum Anheben des Pegels von einem eher schwachbrüstigen dynamischen Mikrofon noch einen Preamp zwischenschalten und den Pegel auf ein für den ToneDexter verträgliches Niveau heben. Für mich die beste Mikro-Position ist vor dem F-Loch neben der G-Saite. Hier ist die Klangbalance am besten und auch die Zupf- und Streichgeräusche werden ausgewogen erfasst. Und beim Spiel mit dem Bogen stört das Mikro dort auch nicht besonders.

Viel Erfolg!

gerrits Profilseite von gerrits, 22.01.2018, 10:50:54

Erkennt das Gerät denn auch den Unterschied zwischen Zupfen und Arco, und modelt dann entsprechend?

 

ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 22.01.2018, 15:34:53

Liebe Kolegen,

das Gerät erkennt den Unterschied zwischen Pickup und Mikrofon, ob man da streicht oder zupft oder slappt oder was auch immer veranstaltet, ist egal. Meine bisherigen Versuche sind überwiegend pizz mit einer kurzen arco-Passage während des so genannten Trainings. Im Laufe der Woche mache ich mal reine arco - wavemaps, dazu muss ich aber einen anderen Bass nehmen (ganz böse: DAVOR muss hier aufgeräumt werden ...), die Billy-Kiste ist da eher suboptimal. 

Ich habe 4 verschiedene Mikros probiert: Rode M3, Shure SM58, Ischell x48 contact und x48 air. Man kennt dieses gewisse "Rumpeln" untenrum, auf dem Kopfhörer sorgt das für einen gewissen Wohlfühleffekt, über Amp für einen eher dröhnenden Sound, der schlecht nutzbar ist. Mit dem Rode, egal auf welcher Position, kommt zuviel Gerumpel ins Gerät. Zum Zumischen ist das o.k., dann kann man aber auch ein Mikro zumischen. X48 contact hat praktisch keinen Effekt, die wavemap klingt so wie das Mikro und das klingt auch ohne ToneDexter gut. SM58 klingt erstaunlich gut, wohl weil es in der Tiefe in die Knie geht und das Gerumpel erst garnicht registriert. X48 air wiederum klingt sehr ausgewogen durch alle Register, man kann damit auch sehr dicht an die Decke, ohne sich Gedröhne aus dem F-Loch einzufangen. Pickup am Mittelklassesachsen: Wilson K1. Die Mikros kann ich hier über meinen AER normalerweise nicht dazumischen (bis auf das x48 contact), bevor man da was hört, koppelt es.

Rückkopplung mit ToneDexter: null. Kein Unterschied zum Pickupbetrieb. Und hier in meinem kleinen Kellerraum koppelt es ziemlich schnell. Am Mittwoch geht´s zur Probe, Country-Billy-Lärm mit einem sehr beschissenen Amp, der dort geparkt ist. If i make it there, i make it everywhere.  Ich halte euch auf dem Laufenden.

ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 25.01.2018, 11:49:39

Zwischenstand: Der ToneDexter kann auch mit bescheidenen Amps! Was sich bestätigt hat und vorher schon klar war: Kontrabass über Mikro ist immer etwas indirekt und etwas undefiniert. Das ändert sich auch nicht, wenn das Mikro als wavemap nur virtuell am Start ist. Wer noch nie mit Mikrofon gespielt hat und diesen - wenn auch meist hässlich klingenden - direkten Wumms aus einem Piezo (oder sonst einem Pickup) präferiert, wird eventuell enttäuscht sein. 

mattes Profilseite von mattes, 25.01.2018, 14:21:26

Wie wäre es denn, wenn man den ToneDexter mit einem bearbeiteten Mikrosiganl füttert, also mit dem Mikro erst in ein Mischpult, Tiefbassgerumpel rausfiltern und dann erst in den ToneDexter? Eventuell kann man das Mikrosignal verschieden stark bearbeiten und dann mehrere Wavemaps anlegen. Nur etwas Tiefbass rausnehmen und sonst nichts wäre wohl am natürlichsten, alles bis auf den Bereich zwischen 300 und 1000hz stark absenken käme wohl dem Pickup am nächsten. Wenn das prinzipiell funktioniert könnte man davon verschiedene Zwischenstufen anlegen und je nach Bühnensituation darauf zurückgreifen. Unerwünschte Frequenzen rausfiltern funktioniert meist besser als erwünschte boosten.

Und ich meine gelesen zu haben, dass es eine neue Variante gibt, bei der man den Pickup variabel dazumischen kann, also Mischung aus wavemal und pickup. Wäre immer noch besser als live ein Mikro zu verwenden, wo es immer mehr oder weniger starke Einstreuungen von anderen Instrumenten gibt und Rückkopplungsgefahr...

 

ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 25.01.2018, 20:29:22

Ich bin sicher, dass ein wie auch immer bearbeitetes Signal das Ergebnis stark beeinflusst, im Prinzip mache ich das ja schon durch die Auswahl verschiedener Mikros, die sehr unterschiedliche Frequenzverläufe haben. Die Positionierung ist ebenfalls eine Art "Bearbeitung", da kann man den Klang schon kräftig beeinflussen.

Ich kann 22 wavemaps speichern, das sind jeweils 11 für die beiden Bässe, die ich mit Pickup ausgestattet habe und live benutze. Ich werde diverse Mikrofonpositionen durchprobieren und mir möglichst verschieden klingende Presets basteln, so viel Aufwand ist das garnicht, wenn man sich mal dran gewöhnt hat. 

Ich kann den PU dazumischen, dazu musste nur die aktuelle firmware aufgespielt werden. Das funktioniert sehr gut, da werde ich aber auf jeden Fall noch mit einem Preamp experimentieren und den Pickup ein wenig zurechtbiegen, das mache ich sonst ja auch. Ich werde berichten und dann auch mal ein paar Soundfiles einstellen, wenn ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 04.02.2018, 17:15:10

Guten Tag,

inzwischen sind mehrere praktische Anwendungssituationen dazu gekommen, Proben und Gigs unter wie üblich teils fragwürdigen Umständen. Ich habe für meinen "Straßenbass" 11 Wavemaps an Bord mit unterschiedlichen Mikros und unterschiedlichen Mikropositionierungen, so, wie ich das weiter oben mal beschrieben hatte. Wenn man während der Lernphase das Mikro nicht mit Gerumpel füttert, gibt es auch kein Gerumpel im Bühnenbetrieb. Ich denke, eine gewisse Sorgfalt beim Erstellen der Wavemaps zahlt sich aus.

Ich kann problemlos die gleiche Lautstätke abrufen wie mit einem Pickup, ohne den Pickup dazumischen zu müssen. Feedbacks gibt es erst ab Lautstärken, ab denen der Pickup auch koppeln würde. Alles sehr stressfrei. Das Gerät harmoniert sehr gut mit meinem AER, eine Show musste ich gezwungenermaßen mit einem Markbass 210 Kombo spielen, und die Dinger hasse ich eigentlich wie die Pest. Eigentlich, weil: ging sogar. Ich kann mich nicht erinnern, mit einem Piezo trotz gutem Vorschaltpreamp aus dem Ding einen auch nur annähernd akzeptablen Sound herausgeholt zu haben. Der Markbass wurde entmarkt! Fast möchte ich nach dieser Erfahrung sagen: Es ist egal, vor welcher Kiste man den Dexter betreibt, auf jeden Fall kommt man zu einem ordentlichen Ergebnis.

Was mir noch sehr positiv aufgefallen ist: Mit Pickup klinken Kontrabässe untenrum gerne mal schön fett, um dann ab der Mittellage immer schlechter hörbar zu sein. Der Dexter gleicht das alles sehr gut aus, man kann auch im lauten Billy - Umfeld mal eben eine Linie bis ans Griffbrettende durchreichen und hört trotzdem jedes Detail. Vorher sah sowas in erster Linie gut aus, jetzt klingt es sogar! Das schafft mehr Raum für Gimmicks aller Art.

Mehr Lobhudelei formuliere ich erst, wenn ich von denen so ein Ding für umsonst, vielleicht sogar in Kombination mit einem 10-tägigen, kostenfreien NY-Aufenthalt bekommen habe. Wer das alles mal mit seinem eigenen Bass erfahren möchte, ist zu einem Testbattle hier in meinen Keller herzlich eingeladen. Leider ist das Ding nicht gerade günstig. Allerdings kann man zum Preis eines DPA 4099 auch tatsächlich eins im Livebetrieb problemlos einsetzen. Schönen Restsonntag!

 

mattes Profilseite von mattes, 08.02.2018, 10:04:11

Moin,

das klingt doch ganz vielversprechend, danke für den Wasserstandsbericht. Ich würde das ja gerne mal hören! Klingt die Wavemap eigentlich eins zu eins wie das verwendete Mikrofon, oder hörst du da irgendeinen Unterschied? Ich muss zugeben ich kann mir das immer noch nicht ganz vorstellen, dass so ein Elektronikkästchen einen authentischen Sound erzeugen kann. 

Gruß, Mattes

Neuester Beitrag ChristophKammer Profilseite von ChristophKammer, 08.02.2018, 10:46:11

Moin,

ich weiß nicht, wie meine Mikrofone klingen! Ich weiß aber, wie meine Instrumente klingen und wie genau oder ungenau meine Mikros das einfangen können. Kb-Mikrofonierung ist kompliziert, man macht da immer einen Kompromiss. Und ja: man hört sehr wohl Unterschiede. Ob die Kiste authentisch klingt? Nein, verstärkte Bässe sind nicht authentisch. Unlugged wäre authentisch, Gedärm drauf und reinlangen und sich selbst nie hören.

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